Monat: April 2009

C-Promis im A-Team

A-Team hieß eine TV-Serie in den 80er-Jahren, an die ich mich fast nimmer erinnern kann. Ich nehm an, dass ich mich in einiger Zeit auch (hoffentlich) nicht mehr an die Plakate zur Europawahl der SPÖ erinnern kann. Hier wird groß plakatiert: “Das A-Team für Europa”. Aha. Kennen tut man grad noch den Herrn Swoboda in Frontposition. Die anderen, die hinter ihm aufgefädelt sind wie in einer Werbung für Billig-TV-Serien, habe ich in meinem ganzen Leben noch nicht gesehen und ich nehme an, auch andere Rezipienten werden sich fragen, wer denn da von diesen Plakaten grinst. Oder werden sich gar nicht fragen, weil sie sich schon totgelacht haben über dieses Plakat.

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Auf der anderen Seite: Vielleicht will die SPÖ jetzt ja auch einfach Ironie und Witz beweisen. Dass jetzt nur das C-Team antritt, weil keiner nach Brüssel will, ist ja so hervorragend parodiert.

Oder aber: Es läuft eine Verschwörung gegen die Roten. Die gefinkelten Schwarzen haben einfach über Nacht SPÖ-Schmäh-Plakate gedruckt und diese avisiert. Aber die habens ja auch nicht leicht mit ihrem “Fast-Quer-Einsteiger” Ernst Strasser (jetzt wollt ich schon schreiben Grasser) und dem trotzdem um Vorzugsstimmen kämpfenden ausgebremsten Karas.

Na das wird ja noch ein wahrlich fader Wahlkampf werden.

Aja. Wem das Lachen noch immer nicht im Hals stecken geblieben ist, HIER gibts noch mehr Plakate. Und: Ja, die sind echt!

Calexico on Speed

Slim Cessna’s Auto Club waren in der Stadt. Räudig! Roh! Explosiv! Eine Dynamit-Mischung aus Country Blues Overdrive. Da schaun Calexico nebenbei wie eine Rentnertruppe aus. Hätten sich mehr Zuschauer in der Arena verdient.

Ganz toll: Der Gitarrist mit seiner Doppelgitarre und dem Bildnis der heiligen Maria drauf.

Hatte ein bissl was von der Stimmung wie bei Balkan-Bands – die beiden Sänger sind auch ins Publikum gehopst. Großartig: Das rumorende Schlagzeug. Interessant: Das undefinierbare Instrument, sowas wie ein Crossover von Zither, Syntesizer und Hackbrett. Großartig.

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Die Tschuschen spielen auf

Die Wiener Tschuschenkapelle mit ihrem “Obertschuschen” Slatko Ninic ist eine der Konstanten in der Wiener Balkanmusik-Bewegung. Gegründet und bekannt geworden ist die Band schon weit vor dem Balkanmusik-Hype in dieser Stadt. Wie schreiben sie selbst so schön:

Die Wiener Tschuschenkapelle ist ein Garant dafür, das im Zeitalter der worldmusic das Multikulturelle nicht zu einem langweiligen, oberflächlichen Crossover degradiert wird.

Macht Spaß, Ihnen zuzuhören, mit ihrer etwas anderen Interpretation von türkisch-orientalen Serenaden bis zum Zigeunerjazz.

Ein schöner Act war im Burggarten vor dem Palmenhaus. Richtig chillig, im Gras liegend den Weisen der Tschuschen lauschend.

Das war übrigens einer der Events beim diesjährigen Wiener Stadtfest. Recht viel mehr interessantes war allerdings nicht dabei.

Tosca wummern in der Kirche

Tosca stellten ihr neues Album “No Hassle” in der Minoritenkirche vor. Richard Dorfmeister und Rupert Huber holten sich Unterstützung vom VJ Fritz Fitzke.

Und der Auftritt ließ mich ein bisschen ratlos zurück. Einmal gut gelungen: Der Aufführungsort. Ein Elektronik-Konzert in einer Kirche ist doch aufregend. Allerdings: Hier hätte man die Video-Installationen schon etwas ausweiten können und den riesigen Kircheninnenraum ganz bespielen. So hätt ich das auf jeden Fall gemacht: Die gotische Architektur einbeziehen in die Video-Installationen.

Ganz zufrieden mit den Fitzke-Installationen war ich dann auch nicht: Zu Beginn zu zurückhaltend, ab und zu im Stil von Windows 95 (mit Absicht? – das hätte sich für mich jedenfalls nicht erschlossen), manchmal einfach zu eintönig. Aber trotzdem mit einigen sehr guten Ideen.

Nun zur Musik selbst. Dorfmeister und Huber betreiben das Tosca-Projekt ja schon seit 1994 und “No Hassle” ist dann schon das fünfte Album der beiden. Ich bin ja schon beim dritten ausgestiegen. Der Grund: Die beiden DJs Kruder und Dorfmeister waren meine Heroen, spätestens mit dem grandiosen DJ-Kicks-Album.  Wegweisend auch die K&D Sessions, das Remix-Album der beiden. Das hat mich geprägt.

Tosca war dann die Weiterentwicklung für den Richard Dorfmeister. Für mich war damit allerdings der Zenit der Wiener Elektronik-Schule überschritten. Irgendwie hat sich da seit Mitte der 90er-Jahre nichts mehr weiterentwickelt. Der Wiener Downbeat ist mir irgendwie zu schal geworden – und klingt irgendwie noch immer so wie damals.

Und das hat sich auch bei der CD-Präsentation bestätigt: Im großen und ganzen etwas zu perfekt produziert. Für mich nichts neues. Nur ab und zu prägten schöne Beats den Klangteppich.

Dass Tosca erfolgreich sind, hat sich allein an der Warteschlange vor der Minoritenkirche gezeigt. Die meisten Menschen bekamen keinen Einlass bei den zwei Gratis-Konzerten – es war einfach zu wenig Platz. Der Erfolg hatte sich schon bei den ersten Alben von Tosca manifestiert. Bei vielen Fernseh-Musik-Untermalungen und sogar in Werbespots hörte man plötzlich die Musik von Dorfmeister und Huber. Breitenwirksam. Aber nichts mehr für mich.

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Ab an den Strand

Ganz schön schnell ist der Sommer über Wien hereingebrochen. So schnell, dass vorerst die Sommer-Bars am Donaukanal gar nicht reagieren konnten. Jetzt aber ist überall eröffnet. An der Strandbar Herrmann bekommt man wieder keinen Platz im Sand und muss sich mit Ultra-Bobos herumschlagen.

Geheimtipp ist daher die Adria. Dafür muss man nicht nach Italien. Zur Salztorbrücke reicht. Kleiner als der Herrmann-Strand, dafür viel gemütlicher. Und statt der Aussicht auf den Uniqa-Tower – der am Abend mit äußerst interessanten Lichtinstallationen bespielt wird sieht man auf den Ringturm, den ersten sogenannten Wolkenkratzer aus den 50er-Jahren, der damals in unserem Städtchen aufgestellt wurde. Und der hat auch was zu bieten: Von der Beleuchtung seiner Antenne kann man die Wettervorhersage ablesen. Obwohl: An der Adria müsst doch immer schönes Wetter sein…

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Pröll chattet

Gleich nach der Budgetrede war Finanzminister Josef Pröll zu Gast bei uns im Chat. Das ganze ist auch auf Video festgehalten:

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Um die VP-Granden schwirren derzeit ständig Video-Redakteure, nachdem die ÖVP in der vorigen Woche ihre Homepage neu gelauncht hat. Und nun meint: Online first.

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Marathon: Drei Ziele, keines erreicht

Der Vienna City Marathon ist gelaufen, unsere Zeit steht fest. In der Rückschau bin ich etwas gespalten: Auf der einen Seite finde ich es gut, dass ich meine 9,1-Kilometer-Distanz so locker hinbekommen habe – und auch fast ohne Muskelkater am nächsten Tag – auf der anderen Seite bin ich doch enttäuscht über mein Laufergebnis.

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Drei Ziele hatte ich mir für den Marathon gesetzt:

Erstens wollte ich eine Zeit von unter 50 Minuten für meine 9,1-Kilometer-Strecke erreichen. Ziel denkbar knapp verfehlt – es waren dann doch 50 Minuten und 19 Sekunden.

Zweitens wollte ich in unserer Staffel die beste Durchschnittszeit pro Kilometer laufen. Auch das habe ich knapp verfehlt – Sara ist zwar um sieben Kilometer länger gelaufen, war aber um 10 Sekunden pro Kilometer schneller als ich.

Drittens war mein Ziel im direkten Duell mit unserem Arbeitskollegen Benedikt, der für eine “feindliche” Staffel genau auf meiner Distanz startete, schneller als er zu sein. Auch das habe ich nicht erreicht, Benedikt hat mir immerhin gut eine Minute abgenommen.

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Insgesamt wär es auch noch sehr schön gewesen, wenn wir mit unserer Gesamtzeit unter vier Stunden geblieben wären. Aber das ist sich leider auch knapp nicht ausgegangen.

Und noch etwas ärgert mich: Bei der Staffelübergabe von Heide an mich vor der Wiener Hauptuni hab ich unnötig Zeit liegen lassen, weil ich “blindes Hendl” sie einfach übersehen hab. Erst auf Zuruf von meiner Freundin auf der anderen Straßenseite hab ich Heide erblickt und mich für den Lauf abgeklatscht. Wichtige Sekunden sind so verloren gegangen.

Der Lauf selbst: Zu Beginn war ich relativ schnell unterwegs und habe in der Liechtensteinstraße auch ziemlich viele Läufer überholt. Plötzlich ist mein direkter Konkurrent Benedikt neben mir gelaufen. Mir kam vor, ich wär dann an ihm vorbeigezogen, dem war aber nicht so. Irgendwo hat er mich unbermerkt überholt, siehe Punkt drei oben.

Nach relativ flottem Start bin ich leider auf der langen Strecke am Donaukanal etwas eingegangen. Die Sonne war furchtbar heiß und ich konnte nicht mehr zulegen. Erst als ich die Zeit zwischen zwei Kilometer-Anzeigen stoppte, wurde mir etwas flau im Magen – ich brauchte über sechs Minuten. Das spornte an, schneller zu laufen.

Das gelang auch nach dem Einbiegen in den Prater, wo die Bäume wohltuenden Schatten spendeten. Doch bis ins Ziel war es noch weit und die Schleife vor dem Happel-Stadion war noch anstrengend. Obwohl: Mit dem Zielsprint bin ich ganz zufrieden. Und mein lautes “Huaba”-Geschrei hat meinen Folgeläufer Peter auch sofort erreicht, keine Pannen bei dieser Staffelübergabe.

Mit ein Grund für die für mich enttäuschende Zeit: Ich bin zweimal zu “Wasser-Tankstellen” gelaufen, um zwei Schlucke zu trinken und mir den Rest des Bechers über den Kopf zu leeren. Das hat Zeit gekostet und wäre nicht unbedingt notwendig gewesen.

Fazit: Die mentale Einstellung hat nicht ganz geklappt. Beim nächsten Antreten hab ich vor, alle Ziele zu erreichen. Koste es was es wolle.

>>Der Blog zum Marathon: Acht Beine