Monat: Mai 2009

Kraftwerk beim Urban Art Forms

Regen in Wiesen. Bei einem Festival nichts Neues. Diesmal wird das Urban Art Forms von Starkregen heimgesucht – und man ist froh, dass man nicht unter den Campierenden ist. Neben Erdbeerwein heuer am ersten Tag auf der Bühne: Die legendären Elektro-Pioniere von Kraftwerk. Wer kennt nicht “Das Model” oder “Wir sind die Roboter”. Allerdings: Diese Rückschau auf die Pionierzeit der elektronischen Musik lässt einen doch schalen Eindruck zurück. Außer beim “Roboter”-Song mit den typischen Kraftwerk-Roboter-Modellen an den vier DJ-Stelen war die Band – zu Beginn mit nach Star Trek anmutenden Uniformen – nicht zu einem Zucker bereit und alle vier verschanzten sich hinter ihren Elektro-Aufbauten.

Dass die Einflüsse der Band in viele Richtungen gingen, sei hier hoch angemerkt. Inmitten der weiterentwickelten elektronischen Szene hatte das ganze aber ein wenig was Verstaubtes. Wie ein Kollege meinte: “Da kann man gleich einen Gameboy an die Anlage hängen.”

>>Hier gibts alle bilder vom UrbanArtForms

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Stereo am See

Ein kleines Festival im Pielachtal, das Stereo am See. Mit Bühne am See. Wobei: Der See war großflächig abgesperrt und die Wasserqualität hat nicht unbedingt eingeladen dass man da auch nur einen Zehen reinhängt. Nicht so gschmackig.

Trotzdem feines Festival mit relativ wenig Besuchern. Headlinertechnisch war das ganze jetzt auch nicht unbedingt vom allerfeinsten: 3Feet Smaller, Alkbottle und Shantel.

Wobei: 3FeetSmaller haben ordentlich Stimmung in das Publikum gebracht und Sinn für Humor bewiesen mit einem Luftgitarre-Wettbewerb. Alkbottle haben noch immer die selben Fans, wieso auch immer. Der Schmäh is schon ein bissl lasch geworden und dem Roman Gregory glaubt man nach seinem Starmania-Ausflug sowieso nix mehr.

Shantel mit Band war wieder fast ein bisschen zu professionell, ohne Ecken und Kanten. Obwohl: Einige sind schon ein bisschen ratlos herumgestanden im Publikum, ist ja doch nicht alles so Balkan-Rock’n’Rollig wie Disco Partizani…

>>Hier gibts MEHR Bilder

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Ganz in weiß, mit einem Blumenstrauß…

G’heiratet is worden. Eine traditionelle Bauernhochzeit im Mostviertel. Genauer gesagt in Oberndorf an der Melk und Kirnberg an der Mank, wers kennt.

Inklusive Schiasser-Buam, Braut-Verzahn und Kranzl-Owesingan. Nett!

Ich wünsche dem Brautpaar Gerhard und Birgit Aspalter viel Glück!

Moslemhand in Christenhand!

Plakate stehen derzeit überall herum, weil am 6. Juni die EU-Wahl ist. Und einige “Künstler” haben diese Plakate wie vor jedem Wahlkampf wieder etwas umgestaltet, beschmiert, überklebt. Ganz besonders gelungen sind dabei die Slogan-Erweiterungen der FPÖ-Plakate. “Abendland in Schlumpfverstand” hat doch was. Und ist viel origineller als das Original!

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>>Hier gibts noch mehr Plakat-Graffiti

Weihnachtsbratl und Bier

Aus der noch nicht gestarteten Serie “Die besten Plakate des Jahrhunderts”.

So hat man damals Werbung für Bockbier gemacht. Ja, zum Weihnachtsbratl ein Bockbier. Das schmeckt. Großartig! Und man kann sich richtig das Beisl vorstellen, in dem der Silverserver in den 50er-Jahren sein Bierlein getrunken hat…

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Krampus und Nikolo

Endlich einmal ein Süssigkeiten-Automat, der korrekt befüllt ist! Leider nicht ganz zur Jahreszeit passend. Aber Krampus und Nikolo im Automaten haben jetzt sogar schon den Osterhasen überlebt. Kommt vielleicht davon, dass man sich nichts rausnehmen darf. Ist nur ein Schauobjekt im Technischen Museum. Und zwar zur Sonderausstellung “Geschmackssache”. Die ist bereits im Oktober gestartet, und damals wars ja fast zeitgemäß, dass hier Nikolo und Krampus rausgrinsen. Schad, dass man den Automat nicht bedienen konnte. Ich wollt dem Nikolo nämlich mal die Ohren langziehen und ihn so zum Osterhasen machen. Und das vor Pfingsten. Aber da gibts ja kein Viecherl dafür. Oder hat schon wer einen Heiligen-Geist-Schoko gesehn?

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A faire Milch: “Heimische Milchfee statt EU-Milchsee”

Derzeit läuft eine Plakat-Aktion für den Fortbestand der Milchbauern in Österreich: A faire Milch. Bin übrigens drauf hingewiesen worden, dass es dieses Milchprodukt eh schon ganz lange gibt. Mir fällts erst jetzt auf, wegen dem Plakat mit der Kuh, die einen Schatten mit Kreuz drauf wirft.

Ganz köstlich auf der Homepage: Das Milchipedia ;-) Ja, was man aus Milch so alles machen kann. Nicht nur Topfen. Und um was gehts der Aktion eigentlich?

A faire Milch ist 100 % aus Österreich. Nur wo “Guat. Fair.” drauf steht, ist auch 100 % Zukunft für unsere heimischen Bauern drinnen. Genauer gesagt, jeder Liter davon wurde von einem österreichischen Milchbauer oder-bäuerin gemolken und von einer österreichischen Molkerei abgefüllt.

Hört sich ja fast ein bissl nach FPÖ-Werbung an. “Heimische Milchfee statt EU-Milchsee” tät ich als Plakat mit dem grinsenden HC Strache vorschlagen. Die Blauen selbst sind aber wahrlich nicht in den heimischen Bio-Milchkübel gefallen, bevor sie zum dichten begonnen haben, nicht umsonst reimen sie zum Beispiel “Für Österreich da – statt für EU und Finanzmafia”. Schon ein bisschen holprig. Und dem Menschen, der “Abendland in Christenhand” gereimt hat, will ich jetzt auch nicht unbedingt einen intellektuellen Tiefgang unterstellen. Gewählt werdens ja trotzdem wieder, die blauen Fratzen. Was solls. Der Österreicher lernt halt nicht dazu. Nicht in 1000 Jahren.

Aber wurscht, zuviel abgeschweift. Ich will die Bauern nicht in einen Topf mit den Blauen werfen! Im Gegenteil, der Milchpreis bringt die heimischen Milchbauern ziemlich in Bedrängnis. In meiner bäuerlich geprägten Verwandtschaft haben schon einige ihre Nebenerwerbslandwirtschaften aufgegeben, weil es sich einfach hinten und vorne nicht rechnet. Dazu hats in Wien ja vor einiger Zeit eine Demo gegeben. (>>Hier gibts Bilder dazu)

Nur mehr am Hof einer meiner Tante gibt es Viehwirtschaft. Ein uralter Stall voller Kühe. Lang, sehr lang, ich glaub seit die Wirtschaft bei meiner Oma aufgegeben worden ist, war ich nimmer in einem Kuhstall. Waren dann am letzten Wochenende Erinnerungen an die Kindheit. Der eigene Geruch, ich schreib jetzt nicht dass es stinkt. Das Ausmisten, das Gemuhe der Kühe. Hat was. Aber natürlich ein ziemlicher Arbeitsaufwand. Zweimal pro Tag den Stall machen. Und das fast nur für den Selbstkostenpreis. Also: Rettet die letzten Kleinbauern!

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