Monat: Januar 2010

Kannst du diesen Nasen widerstehen?

Freecards sind seit langem ein Instrument des Guerilla-Marketings.  Äußerst beliebt, weil sie billig produziert werden können und eine junge Klientel ansprechen. Zitieren wir dazu kurz Wikipedia:

Guerilla-Vermarktung bezeichnet die Wahl ungewöhnlicher Aktionen im sogenannten Marketing, die mit untypisch geringem Mitteleinsatz eine große Wirkung erzielen sollen.

Diesmal wurden wir fündig bei Werbung für Taschentücher. Mit dem Spruch “Kannst du dieser Nase widerstehen” versehene Karten mit einer Öffnung für die Nase. Bei uns haben die Karten zwar nicht den Schnupfen weggezaubert, aber die Nase haben wir frech hineingesteckt. Werbung mit Spaßfaktor, Werbung mit Kultfaktor. Bleibt nur abzuwarten, ob sich die Freecard-Freunde die Taschentuch-Marke merken. Soll ja schon öfters passiert sein, dass die freche Form einer Werbeform zwar im Kopf bleibt, aber nicht, für welche Marke geworben wird. Wir bleiben dran und beobachten die Tempo-Aktien.

Für den echten Guerilla-Kämpfer im Zeichen des Marketing gibt es unzählige Handbücher und Blogs, hier mal nur ein kurzer Anriss, welche Methoden als zielführend erachtet werden.

In der Guerilla-Vermarktung gibt es zahlreiche unkonventionelle Marketing-Taktiken, so dass die folgenden Beispiele nur eine kleine Auswahl darstellen:

  • Mundpropaganda
  • den Konsumenten bei seiner täglichen Tätigkeit erreichen, z. B. durch E-Mails
  • Sticker- und Plakat-Kampagnen mittels statisch aufgeladener und daher selbst haftender Folien
  • „Stirn/Headvertise“-Kampagnen
  • Bluejacking: Senden einer persönlichen Nachricht via Bluetooth
  • Fahrzeugwerbung
  • T-Shirts
  • Werbung auf dem Kassenbon
  • Streetbranding: Einbringen von negativen Schablonenbildern in verschmutzte Straßen oder Wände

Ursprünglich hatten kleinere und mittlere Unternehmen Guerilla-Marketing genutzt; heutzutage greifen auch Großunternehmen im Rahmen von Werbekampagnen darauf zurück.

Das graue Kleid kleidet jetzt ganz grau

Elektronischer Brief des Herausgebers:

Nach langer Zeit der Fehlfarben wird “Die Graue Eminenz” ab sofort in neuem grauen Kleid erscheinen. Das Redesign, nahekommend einem Relaunch, soll die Inhalte besser zur Geltung bringen und die Widgets bündeln: Diese finden sie wie gewohnt, allerdings jetzt nur mehr auf der rechten Seite. Durch die neue Gestaltung soll der Lesefluss verbessert werden und die Fokussierung auf die Geschichten und Stories gelegt werden. Auch die journalistische Qualität soll stärker ins Rampenlicht treten. Daneben wurde die Übersichtlichkeit ausgebaut und das Gesamtwohl der Seite wieder mehr dem Grauen gewidmet.

Die Graue Eminenz

Na Mädels, Lust auf eine Spritztour?

Das Bundesheer bringt allen was. So ungefähr wollten listige oder lustige Marketing-Experten den Dienst an der Waffe schmackhaft machen. Und weils Spaß macht gleich mit einem lustigen Werbespot und einem Schuss Sexismus.

Die Story des Spots ist einfach gestrickt und dürfte bei der Zielgruppe gar nicht so schlecht ankommen: Ein Edel-Prolet wird bei seinem Sportwagen von hübschen Mädels umringt und fragt: “Na Mädels, Lust auf eine Spritztour, ha?” Mit martialischer Musikuntermalung taucht aber in diesem Moment – wie das Leben so spielt – ein Panzer aus dem Dickicht auf. Mit ach so feschen Bundesheerlern. Und die Mädels sind so derartig hingerissen, dass sie dem Panzer wie kleine Kinder nachlaufen.  Was lernt man daraus: Komm zum Bundesheer, da kann man Panzer fahren und die geilsten Schnitten damit aufreissen. Wird bei unseren Proleten ja gut ankommen.

Ungeniert hat unser aller Heer damit einen Spot aus der Ukraine einfach kopiert – wobei im ukrainischen Spot die Mädels noch um einiges fescher sind – soviel Sexismus sei mir verziehen.

Blöd für das Heer, dass die Süddeutsche Zeitung auf den Spot aufmerksam geworden ist – und bitterböse darüber berichtet: “Die Nackte Kanone – Made in Austria“. Das Bundesheer hat reagiert und den Spot von der Homepage entfernt – und er soll jetzt auch nicht im Fernsehen geschaltet werden. Immerhin: Bisher ist Österreich – zumindest was die Medien betrifft – mit Albanien verglichen worden.  Ab sofort vergleichen wir uns mit der Ukraine. Ein Fortschritt.

Zipflbob und Tangabob

Bei schönstem Winter-Kaiserwetter haben wir uns gewagt, auf dem Wiener Wilheminenberg eine großen Anlauf zu nehmen und mit dem Tellerbob hinunterzurasen. Naja, rasen ist vielleicht übertrieben – aber waghalsig waren wir schon, wir haben uns sogar über einen Glühwein beim Standl neben dem kleinen Eislaufplatz getraut. Nicht aber haben wir die Sprungschanze ausprobiert – da haben wir lieber den jungen Leuten mit dem professionelleren Geräten den Vortritt gelassen.

Viel professioneller ist es zur selben Stunde im Salzbuger Flachau zugegangen – bei der Zipflbob-WM.

Und da wird wirklich schön über die Schanzen gesprungen.”Ready – Zipfl – Go” heißt dort das Startkommando. Und die Gerätschaft besteht aus Tellerbobs mit einem Zipfl zum anhalten.

Es gibt auch eine “Internationale Zipflbob Federation”, man will als offizielle Sportart anerkannt werden – und man will auch olympisch werden. Naja, vielleicht wird ja Sacklrutschn auch mal olympisch.

Bilder von den waghalsigen Zipflbobern gibts auf jeden Fall hier noch mehr.

Dass Bobfahren eine äußerst gefährliche Angelegenheit ist und man sich damit bis auf den Tanga blamieren kann, hat in diesen Tagen Bob-Weltmeisterin Gillian Cooke vor dem Weltcup-Rennen in St. Moritz bewiesen. Ich persönlich hab mich ja schon öfters gefragt, mein Gott wär das peinlich, wenn die engen Rennhosen beim Start, wo der Bob schnell angeschoben wird, reisst. Und ihr ist es – blubb – jetzt wirklich passiert. Tja, Adidas hält doch nicht immer, auch nicht an den wichtigsten Stellen. Ihr wars (fast) wurscht, sie ist trotzdem noch 7. geworden.

Strache vom Kaiser aufgeplattelt

So ein blechern gekünsteltes leicht irritiertes Lachen hat FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache schon lang nicht mehr gezeigt. In der Satireshow “Wir sind Kaiser” hatte er eigentlich nicht viel zu lachen: Mit Glace-Handschuhen ist er vom “Kaiser” Robert Palfrader  nicht unbedingt angefasst worden.

Der Bläuling in der österreichischen Innenpolitik ist ein bisschen ins Wanken gekommen. Obwohl der Kaiser auch “alle Völker mag, wenn sie sich nur unterwerfen”, die Ausländerpolitik der FPÖ wurde ziemlich aufs Korn genommen: “Das Schnitzel ist aus Italien, der Kaffee und die Kipferl aus der Türkei, jetzt sogns amoi wos is do schlechtes dran? Wo kommt der Hass her – ham sie vielleicht bei einem All-Inclusive-Urlaub kein Schnitzel mehr am Buffet bekommen?” Und nachdem Strache mit einem “Jawohl” darauf antwortete, dass man bei Hof nur reden dürfe, wenn man gefragt würde, kommentierte das der Kaiser mit: “Na, das kann er aber gut, der Strache. Man könnt glauben, er hat eine paramilitärische Ausbildung.”

Schön auf der Schaufel war er und er konnte sich fast nicht runterwinden. Interessant: Er wollte partout mit seinen Wahlkampfsprüchen hausieren gehen, und das in einer Satire-Sendung. Der Kaiser ließ ihn aber eh “anrennen”. Parteiwerbung hat auch nichts verloren in einer Satiresendung. Schlecht gebrieft, Herr Strache. Und verwunderlich, dass es dazu keine OTS-Aussendung aus dem FPÖ gegeben hat a la “linkslinker ORF”.

Die Kärntner Erfolgsformel

Zeit, endlich mal mit dem Image der Kärntner Politik aufzuräumen. Ist ja ganz einfach, die Kärntner Erfolgsformel. Sind ja eh immer nur dieselben Unkenrufer, die Kärnten schlecht machen wollen. So wie Günter Wallraff, Enthüllungsjournalist der durch seine investigativen Arbeiten wie “Ganz unten” – verkleidet als türkischer Gastarbeiter – bekannt wurde, meint im “Falter” über Känrten:G. “Kärnten war schon immer ein Sonderfall. Dieses Land scheint bis heute nicht Teil der globalisierten Welt zu sein.” Und: “Man müsste Besuchergruppen in dieses Reservat schicken. Die müsste man richtig vorführen.”

Bringen wir mal Licht in das Wirrwarr – einfach durch das Anführen der wichtigsten politischen Eckpunkte des Landes, dessen Werbung verheißt, man mache Urlaub bei Freunden:

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Zahlreiche Facebook-Gruppierungen haben sich übrigens auch schon zum Ziel gesetzt, Licht ins Dunkel der Kärntner Politik zu bringen. Derzeit führend in der Beliebtheisskala: Neuwahlen in Kärnten – Schluß mit dem BZÖ-Chaos. Hierzu gibts auch die Seite neuwahljetzt.at. Und die Facebook-Gruppe mit der nicht so feinen Klinge: “Nur deppate und Waache wählen Scheuch und Strache!” LeiLei!

Wollt ihr das totale Schnee-Chaos?

Alarm-Stufe Rot! Chaos! Bis zu 80 Zentimeter Schnee! Österreich versinkt im Schnee!

Diese Schlagzeilen strategisch klug über die Titelseite verteilt konnte man am Beginn des Wochenendes in der “Zeitung” “Österreich” lesen. Der Katastrophen-Journalismus hat hier eine Heimstätte gefunden und windet sich immer ganz quotengeil in Richtung Sensations-Journalismus.

Aber: Auch die anderen Zeitungen in Österreich hatten vor großen Schneemengen gewarnt – nicht ganz so übertrieben wie “Österreich”, aber doch. Im Endeffekt kam aber das Tauwetter, die Wetterfrösche sind daneben gelegen, das Tief “Daisy” hat Österreich (hier mein ich allerdings nicht die “Zeitung”) verschont. Obwohl – Tauwetter war nicht in ganz Österreich – im Mostviertel, in Loosdorf waren am Samstag Abend tiefwinterliche Schneebedingungen. Gerade dort, wo man den Schnee nicht besonders gewöhnt ist.

Also wenigstens die Prognose fürs Mostviertel hat gestimmt. Um “Österreich” aber ein bisschen zu helfen, einige Vorschläge für die nächste Schnee- und Kaltfront:

Wächtenwarnung! Eiswarnung! Schnee 3.0! Die Stadt versinkt in der größten Schneewächte des Jahrzehnts! 200 Milimeter weiße Pracht! Auch HC kann die Eisprinzen nicht stoppen! Die Kaltfront gegen den Osten ist eröffnet! Brrrrrr.