DIE GRAUE EMINENZ

Faymann und Pröll und die bösen Griechen

Posted in Medien, Politik by eminenz on 26. Mai 2010

Werner Faymann und Josef Pröll – die Torpedo Twins der österreichischen Innenpolitik – wurden in letzter Zeit mit photoshop’scher Hilfe einige Male aufs Korn genommen. Erst hat die “Zeitung” “Österreich” den beiden die Hosen ausgezogen – obwohl der Titel der Story eigentlich intentiert, dass diese beiden UNS die Hosen ausziehen wollen. Bezug genommen wurde dabei auf die Finanzhilfe für Griechenland. Der zweite Streich folgte sofort…

…und bei solchen Streichen kann man sich immer auf die Bildersprache und Hausdichter der FPÖ verlassen. Am Pfingstwochenende erschienen in vielen österreichischen Zeitungen Inserate, in denen die Torpedo-Twins statt ihrer Hosen in griechische Tracht gewandet sind. Schlechtest Photoshop-Technik, einfacher Slogan in Form eine Liedtextes und der kleine Mann von der Straße glaubt wieder daran, dass uns nur HC Strache retten kann vor bösen Spekulanten und finster dreinblickenden Griechen.

Kanzler und Vizekanzler – böse auch schon “Grinsekanzler” und “Stelzenvize” verspottet – wurden jedoch auch schon zu Beginn ihrer Amtszeit so richtig durch den Kakao gezogen – sehr schnell ging ein Foto durch alle Medien – und der Vergleich macht sicher: Besser das Original Komiker Duo Laurel und Hardy als die dritte Garnitur Werner und Sepp.

Zuviel Blumen für Kim Il Sung

Posted in Graue Kunst, Politik, Wien 2.0 by eminenz on 19. Mai 2010

Eine äußerst umstrittene Ausstellung hat im Wiener MAK eröffnet: Blumen für Kum il Sung – Kunst und Architektur aus der Demokratischen Volksrepuliblik Korea.

Schon wochenlang ritt der Boulevard harte Attacken gegen die Ausstellung. Politiker entzogen ihren Ehrenschutz und auch Kulturministerin Claudia Schmied blieb der Eröffnung fern. Die Sicherheitsvorkehrungen und die Reden bei der Eröffnung ließen dann doch erahnen, wie weit Kunst in Nordkorea gehen darf: Han Chang Gyu, Direktor der Korean Art Gallery in Pjöngjang lobte die Darstellung des “heldenhaften Alltaglebens” der Nordkoreaner. Und Peter Noever, künsterlischer Leiter des MAK, betonnte den “Weg des Dialogs”:

Es ist an der Zeit, diese Motive – und ihre Hintergründe – dem westlichen Publikum unverfälscht näher zu bringen, um die Auseinandersetzung mit der Kunst und Kultur der Demokratischen Volksrepublik Korea auf eine fundierte Basis zu stellen Auf diese Weise können Reflektions- und Annäherungsprozesse auf den Weg gebracht werden, die jenseits gewohnter Handlungsmuser operieren. (…) Nur ein dialektischer Weg kann die Grenzen seiner Zeit überwinden.

Kein Wort der leisen Kritik am Regime, doch das war durch die Anwesenheit von hohen nordkoreanischen Diplomaten wohl der falsche Zeitpunkt. Wäre hier eine Eskalationsstrategie von Noever angebracht gewesen – die mit Sicherheit diplomatische Verstimmung ausgelöst hätte? So wären dem MAK auf jeden Fall weltweit Schlagzeilen sicher gewesen.

Schlagzeilen über die Schau im MAK macht es aber auch so weltweit. Die meisten der Gemälde, Plakate und Fotografien sind überhaupt das erste mal außerhalb der Volksrepublik zu sehen. Insgesamt 12 Gemälde zeigen den “großen Führer” Kim Il Sung und seinen Sohn und Nachfolger – immer umringt von glücklich lächelndem Volk. Ein Gemälde lässt erahnen, wie Kunst in Nordkorea zu funktionieren hat: Auf “Präsident Kim Il Sung bei den Kunstschaffenden” ist er umringt von Künstlern (fast ausschließlich Männern) in einer Athmosphäre wie zum Diktat gebeten. Auftragskunst auf nordkoreanisch.

Auf allen Bildern werden Menschen dargestellt, die freundlich und fast freudestrahlend lächeln. Ob sie nun beim Straßenkehren, in der Fabrik oder im Kampfeinsatz sind. Auch die architektonischen Beiträge lassen sich genau in ein abgehobenes Regime einordnen: Gigantonomie, hohe Türme, Fortschrittsgläubigkeit. So ganz anders als Nachrichten aus diesem Land, das sich von der internationalen Gemeinschaft vollkommen abkapselt. Kim Il Sung hat die traditionelle Marxismus- Leninismus-Lehre der koreanischen Situation angepasst, es entstand die so genannte Juche-Ideologie – diese  betont dabei die Eigenständigkeit in ideologischer, politischer, wirtschaftlicher und militärischer Hinsicht.

Ist das MAK nun einen richtigen Weg gegangen? Bloßstellung der regimegelenkten Kunst durch kommentarlose Ausstelung – funktioniert das? Wird sich dieser Kulturbetrieb dann selbt enttarnen? Einigen ist auf jeden Fall der eine oder andere kalte Schauer über den Rücken gelaufen bei dieser Schau.

>>Hier gibts mehr Bilder

iPad im Retro-Stil

Posted in Medien, Tech by eminenz on 14. Mai 2010

Apple ist wieder ein Meisterstück gelungen: Schon vor der Präsentation des Tablet-PCs iPad waren die Vorschusslorbeeren groß – und obwohl das neue “Wunderding” in Europa noch immer nicht erhältlich ist, überschlagen sich vor allem die Zeitungsherausgeber in Lobgesängen und Hymnen: Das iPad soll nämlich das Zeitung lesen revolutionieren, nach deren Meinung. Eine Zeitung 2.0 also? Sehr interessant vor dem Hintergrund, dass vor Jahren die Wichtigkeit des Internet von allen Herausgebern vollkommen verschlafen wurde bzw. es verabsäumt wurde, Bezahlmodelle zu entwickeln. Und nicht mal heute wird von den Verlagen genug Geld in die Entwicklung der Portale investiert.

Und das soll jetzt durch das simple Tablet-Gerät anders werden: Plötzlich springen alle auf die iPad-Euhorie auf, eigene Apps für das Tablet werden entwickelt. Und Apple hat die Euphorie bewusst geschürt, die Marketingfritzen wissen, wie man die Apple-Waffen am besten einsetzt.

Ich persönlich bleibe skeptisch: Vom Hype wird in einiger Zeit nicht viel bleiben. Ja, es ist ein interessantes Ding, das man da in den Händen hält. Aber ich wüsste nicht, wieso ich mir eines kaufen sollte: Da tut es das iPhone auch. Und ich hab nie nach dem Missing link zwischen iPhone und MacBook gesucht – und das soll es auch nicht sein. Und ob es das Zeitungslesen revolutionieren kann? Auch hier bleibe ich sekeptisch. Ich glaube, der Zeitungsleser wird nach wie vor das Papier bevorzugen. Investiert gehört in alle elektronische Dienste, Zeitung und deren Portale müssen mehr und mehr verschmelzen – Apps für ein jetzt gehyptes Tablet werden wohl nicht kriegsentscheidend werden.

Am meisten amüsiert beim iPad-Test hat mich das Spiel Labyrinth: Schon als Kind hatte ich ein solches aus Holz: Und das iPad hat so ziemlich die selbe Größe und durch Bewegung des Tablets kann man auf hunderten Ebenen durch verschiedenste Labyrinthe navigieren.

Ich gehöre halt zur Generation, die mit Pac Man und Donkey Kong aufgewachsen ist. Und dafür gibts im Netz endlich die richtige Erweiterung für das iPad: Es fungiert als Bildschirm für einen Mini-Spielautomaten im 80er-Jahre-Stil. Sinnlos zwar, denn das iPad reagiert auf Bewegungen des Geräts. Das macht dann den Joystick und die Feuertaste vollkommen überflüssig. Aber egal. Zumindest “Bild” ist auf den Aprilscherz (der auch so ausgezeichnet war!) von meedia.de hineingefallen. Aber den Kollegen vom Bild-Blog kann man nichts vormachen.

Ode an das Schnitzel

Posted in Leben by eminenz on 13. Mai 2010

Wiener Schnitzel, Pariser Schnitzel, Schnitzel-Burger oder die klassische Schnitzel-Semmel, Cordon Bleu, Naturschnitzel, Schnitzel in der Kürbiskernpanade. Oder auch gesund: Gemüseschnitzel. Es ist üppig. Es schmeckt gut. Aber im Laufe der Jahre habe ich gelernt: Keine fetten Pommes als Beilage, sondern Erdäpfelsalat oder gemischten Salat. Damit ist das schlechte Gewissen bereinigt. Auf zur nächsten Schnitzel-Jagd.

Wiener Schnitzel ist die Bezeichnung für ein dünnes, paniertes und gebackenes Schnitzel aus Kalbfleisch. Es gehört zu den bekanntesten Spezialitäten der Wiener Küche.

Möglicherweise geht das Wiener Schnitzel auf das Costoletta alla milanese in Oberitalien zurück, das ähnlich aus etwas dickeren Koteletts zubereitet wird und im 14. oder 15. Jahrhundert seinen Weg nach Wien fand. Diese Hypothese ist jedoch nicht belegt. Einer Legende zufolge brachte erst Feldmarschall Radetzky das Rezept 1857 aus Italien mit. Der Sprachforscher Heinz Dieter Pohl hat 2007 jedoch schlüssig nachgewiesen, dass diese Geschichte erfunden ist.

Hört die Signale

Posted in Politik, Wien 2.0 by eminenz on 1. Mai 2010

1. Mai. Tag der Arbeit. Und der Tag des Mai-Aufmarsches in Wien. Die Genossen gehen auf die Straße, von der kleinsten Bezirksorganisation bis zu den mächtigen Metallern. Von den Kurden bis zu den Simmeringern. “Völker, hört die Signale” tönt es laut. Und am Rathausplatz winken die Ober-Genossen von der SPÖ. Meinem Eindruck nach war der Platz schon voller – und für die Wien-Wahl im Oktober müssen wohl noch einige überzeugt werden, dass das rote Wien rot bleibt. Weil: Wer kann sich vorstellen, dass Wien blau gefärbt wird? Wenn diese Bastion fällt, fällt die ganze Sozialdemokratie.

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