DIE GRAUE EMINENZ

Donauinselfest: Das Fest der Proleten

Posted in Party, Wien 2.0 by eminenz on 28. Juni 2010

Das Wiener Donauinselfest – von der Wiener Stadtregierung als größtes Open Air Europas vermarktet. Und es ist ein großer Auflauf der Wiener Edelproleten. So erlebt am Freitag bei der Volksmusikbühne, wo “Spitzbua Markus” aufgetreten ist. Unglaublich. Wie bei seinem neuesten “Hit” – “Du heißt Marie, und i Bumsti” – blöd gelacht und gekichert wurde. Großartig!

Oder aber: Skandal – wo wir bei “Skandal im Sperrbezirk” wären. Von der Spider Murphy Gang, die auch aufgetreten ist. Allerdings sind die auch schon ziemlich gealtert. Und Rockabilly mit bayrischem Dialekt muss auch nicht unbedingt sein. Aber gut – auch die Frau Kim Wilde hat sich schon selbst überlebt – und brachte sogar noch eine ganz miese Cover-Version von Depeche Mode.

Hauptact von Freitag Abend war aber Billy Idol: Und das rockt noch immer, ihm nimmt man seine Rolle immer noch ab. Respekt.

So schöne Fotos hätte ich von diesem Event gemacht – aber, der Ober-Prolet des Freitag-Abend hat mir meine Tasche geklaut. Skandalös!

Appell an den Dieb

Posted in Leben by eminenz on 26. Juni 2010

Lieber Dieb, liebe Diebin. Ich weiß, es war verlockend, mir meine Tasche auf dem Donauinselfest zu stehlen. Und du wirst Freude haben mit zwei Kameras, einem iPod und mehr. Aber ganz neu waren diese Sachen ja wirklich nicht mehr. Vielleicht hast du Erbarmen und gibst es zurück. Oder zumindest die Datenkarten. Weil ich hätte wirklich tolle Donauinselfotos gemacht – die ich gerne veröffentlicht hätte. Lieber Dieb, liebe Diebin, gib es wieder zurück!

Italien ist raus: “Ätschividerci”

Posted in Medien, Spocht by eminenz on 25. Juni 2010

Schadenfreude pur ist angebracht nach dem Fußball-WM-Aus in der Vorrunde der Fußball-WM für Weltmeister Italien. Hat sich der italienische Schlafzug- und Defensiv-Fussball doch mal überlebt? Hämisch reagieren natürlich die deutschen Medien – obwohl die deutsche Mannschaft auch nicht grad weltmeisterlich aufgegeigt hat, aber wenigstens haben sie nicht ein Italo-französisches Schicksal erlitten.

Ganz böse schreibt die “Bild-Zeitung” “Ätschividerci” – und sie geben selbst an, dass sie sich ein bisschen Schadenfreude nicht verkneifen können…

Warten wir mal das Achtelfinale ab – dann werden wohl die englischen Medien über den deutschen Fußball herziehen. Eine heiße Schlacht nicht nur auf dem Spielfeld, sondern auch in der Boulevardpresse.

Freeparade: “Wer sich nicht bewegt, bewegt nichts”

Posted in Party, Politik, Wien 2.0 by eminenz on 19. Juni 2010

Zum bereits vierten mal fand die Freeparade in Wien statt. Trucks mit DJs und lauter elektronischer Tanzmusik zogen vom Westbahnhof über die Mariahilfer Straße bis zum Resselplatz. Trotz wummernden Bässen und tanzenden Jugendlichen soll bei dieser Veranstaltung auf konkrete politische Anliegen aufmerksam gemacht werden: Der sogenannte “Mafia-Paragraf” §278 wird scharf angegriffen  – alle Verfahren die unter diesen Paragrafen fallen, sollen beendet werden. Darüber hinaus wird gegen den Kapitalismus, gegen Sexismus, gegen Überwachung und für Solidarität demonstriert.

Ein Augenschein in der Mariahilfer Straße hat gezeigt, dass die einkaufenden Massen das Geschehen heute doch neugierig beäugt haben – es fielen jedenfalls keine bösen Worte. Inwieweit die Veranstalter damit mehr Verständnis für ihre Anliegen erreicht haben, bleibt aber abzuwarten.

In Österreich sind Demonstrationen ja meist unbeliebt, die Demo-Kultur ist so gut wie gar nicht ausgeprägt. Das bürgerliche Duckmäuser-Tum hat Vorrang. Und das Vertrauen in die Obrigkeit ist viel zu hoch ausgeprägt, es wird viel zu wenig hinterfragt.

Gut, dass sich noch viele finden, die auch nach Österreich eine Demonstrations-Kultur bringen wollen. Die Gewerkschaften sind dazu ja wohl nicht fähig – außer am ersten Mai. Aber das ist eine andere Geschichte.

>>Hier gibts alle Bilder

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Die Verwandtschaft am Steinhof

Posted in Wien 2.0 by eminenz on 18. Juni 2010

Wenn die Verwandtschaft nach Wien kommt, will man was bieten. Und bei bestem Wetter war es am schönsten, in Richtung Steinhof zu starten – nein, ich wollt die beiden nicht auf der Baumgartner Höhe abgeben, ich wollt ihnen das wirklich sehenswerte Naherholungsgebiet zeigen – mit der Otto-Wagner-Kirche am Steinhof, mit dem Schloß Wilheminenberg mit toller Aussicht auf Wien, einem Besuch im Schutzhaus und beim Heurigen.

Und die beiden waren überrascht: Hatten sie doch geglaubt, in Wien gibts nur enge Gassen, Verkehrshölle, viele Menschen gedrängt in der U-Bahn, hastende Menschen mit dem Handy am Ohr. Nein, es gibt auch das andere Wien. Nicht nur in Richtung Wiener Wald. Das andere Wien, das g’miatliche Wien. Das Wien, das wir alle mögen.

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Thievery Corporation live in Wien

Posted in Graue Kunst, Konzert by eminenz on 3. Juni 2010

Ein schönes Sommer-Konzert sollte es werden, in der Open-Air Arena. Das Wetter machte wie so oft einen Strich durch die Rechnung – das Konzert wurde in die Gasometer-Halle verlegt. Was sowohl Einschnitte beim Sound als auch bei der Stimmung bedeutete. Ich wär lieber mit Gummistiefeln im Dauerregen in der Open Air Arena gestanden.

Die Thievery Corporation, 1995 gegründet und unter anderem durch ein DJ Kicks Album von Kruder und Dorfmeister bekannt geworden, überraschten mit ihrer Bühnenperformance. Die zwei Masterminds zogen sich auf eine im wahrsten Sinne des Wortes Kommandobrücke zurück und ließen ihre Musiker vor ihren Füßen tanzen. Und das funktionierte sehr gut. Bei jedem zweitem Song andere Sänger auf der Bühne – fast ein bisschen Festivalstimmung kam hier auf. Das Kollektiv ist zu einer Ethno-Groove-Band geworden – mit Klängen aus Brasilien über Jamaika bis Indien.

Obwohl ihre Musik mit einer Melange aus Downbeat-, Lounge- oder Nu Jazz-Sounds mit Elementen des Bossa Nova, Dub und jamaikanischem Reggae doch chillig und ruhig angelegt ist überzeugten sie mit starken Live-Versionen. Der “Warning Dub” fiel wuchtig aus und überforderte die Soundanlage des Gasometer. Viel Wirbel auf der Bühne, abwechslungsreich – und man sah es den Musikern an, dass sie Spaß bei der Sache haben. Gelungen!

>>KRITIK von Samir Köck

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