“Öffentlicher Verkehr” und andere Sex-Video-Nachzieher
Die Erregung geht weiter: Auch der öffentlich-rechtliche ORF berichtete über den U-Bahn-Porno – Die Graue Eminenz hat bereits darüber berichtet. Die ZiB2 bringt das ganze leicht hechelnd unter der Schlagzeile „Öffentlicher Verkehr“. Der öffentlich-rechtliche Auftrag wurde durch das Einblenden eines schwarzen Balkens wahrgenommen. An dieser Stelle verabschieden wir uns von 3sat.
Die österreichischen Privatsender, die vom ORF immer wieder als Boulevard-TV gegeiselt werden, haben Beiträge über den U-Bahn-Porno übrigens abgelehnt.
Und was macht der heimische “Bild”-Verschnitt? “Österreich” ist sich nicht zu blöd, mit dem Sex-Video auch noch ein zweites mal aufzumachen. Diesmal präsentiert man “Die Wahrheit über das Sex-Video”. U-Bahn-Zeugen erzählen: “Sie hatten sechs Minuten Sex.”
Aber das wichtigste für das Fellner-Blatt: Man freut sich über zehn Millionen Klicks der oe24.at-User. Aber das ist noch zu wenig: “Neues Video aufgetaucht” wird erregt berichtet – und ein Video eingebettet, das dem ersten fast bis aufs Haar gleicht – außer dass es von einem anderen Handy-Kamera-Mann gemacht wurde, der ca. 20 Zentimeter neben dem “Schöpfer” des ersten Video-Werkes stand.
Vielleicht kann Österreich noch die Wiener Linien überreden, dass sie ihre Videobänder von den U-Bahn-Rundum-Kameras herausrücken. Das würde Klicks bringen!
Übrigens: In einer kleinen Spalte schrei(b)t “Österreich”: “Die ganze Welt berichtet”. Daneben abgebildet: “The Sun”, “BZ” aus Berlin und “20 Minuten”, das größte Schweizer Gratis-Boulevard-Blatt. Da fühlt sich “Österreich” in guter Gesellschaft.
Schließen wir das Thema ab und schließen wir die Klammer mit den Worten: Sex sells.

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