DIE GRAUE EMINENZ

Wann de Musik vuabei is

Posted in Erotinator, Graue Kunst by eminenz on 30. März 2011

Wann de Musik vuabei is
Gibts nimma vü zum Sogn
Do steht ma ganz allaa do
Und fangt se an zum Frogn:

Hob i kriagt wos i woin hob
Oda hob i kriagt wos i vadien
Wü i des wos i kriagt hob
Oda wü i ganz woanders hin

Wann de Musik vuabei is
Is ois wos zum Sogn gibt gsogt
Dann steh i do im Finstan
Allaa mit ois wos mi obetrogt

Wü i des auf wos i gspoat hob
Oda is des genau des wos mi stiat
Wü i nua no zfriedn sei und oid wean
Oda gibts no wos des mi so richtig pockt und riat

Wann de Musik vuabei is
Wü i de Engeln singa hean
Wann de Musik vuabei is
Wü i vua Freid so richtig rean
Wann de Musik vuabei is
Wü i tanzn ois wia bled
Wann de Musik vuabei is
Wü i schrein so laut wias geht
Wann de Musik vuabei is
Wü i gspian, daß i mi gspia
Wann de Musik vuabei is
Wü i des ois zsamm nua mit dia
Wann de Musik vuabei is

(c) Kurt Ostbahn

Hier nachzuhören

Live aus dem Wiener Burgtheater, wo es am 31. 1. 2003 hieß: „Kurt Ostbahn trifft Sivan Perwer”. Im (mehr als) ausverkauften Haus am Ring trafen Kurtologinnen & Kurtologen auf die Fans des kurdischen Superstars – und dann wurde ein Fest gefeiert und zwischen den Sitzreihen getanzt.

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Wenn der Vorhang fällt

Posted in Erotinator by eminenz on 29. März 2011

Wenn der Vorhang fällt, ist die Vorstellung vorbei

Alle Träume sind ausgeträumt, alles ist gegeben

Die Stimme versagt, denn es ist alles gesagt

Die Musik verstummt, denn die Notenblätter sind weg

Das Licht geht aus, denn es gibt nichts mehr zu beleuchten

Die Ränge leeren sich

Die Menge entfernt sich

Die Zuneigung ist vorbei

Man kann sich zurückziehen, denn man wird hier nicht mehr gebraucht.

 

Manch einer aus dem Publikum schreit noch Zugabe

Aber es gibt keine Zugabe

Es war die letzte Vorstellung

Vorstadt-Tristesse

Posted in Wien 2.0 by eminenz on 29. März 2011

Verwitterte Mauern, bröckelnde Fassaden, heruntergekommene S-Bahn-Stationen, Baustellenlärm, verrostete Rollbalken, für ewig geschlossne Proletenbeisln, Schlaglöcher auf den Straßen, leere Trottoirs, herunterhängende Mundwinkel, herunterhängende Schultern, klappernde Zähne, stickige Stille, kleinbürgerliche Kariertheit, seelenlose Gesichter, seelenlose Stadt. Vorstadt.

“Österreich” und die Fußball-Schnecken

Posted in Medien, Spocht by eminenz on 28. März 2011

Im österreichischen Fußball gibt es den Herbert Prohaska, der fast liebevoll “Schneckerl” genannt wird – wenn man ihn heutzutage sieht, kann man sich gar nicht vorstellen wieso. Seit diesem Wochenende allerdings wissen wir, dass die österreichische Nationalmannschaft den Ärger des Boulevard ausgelöst hat. Kein liebevolles “Schneckerl” mehr, nein, viel schlimmer, unsere Nationalspieler werden in der “Tageszeitung” “Österreich” zu “Schnecken”.

Nach der 0:2-Blamage: Wut über Fußball-Schnecken

Jetzt kann man über die Leistungen der rot-weiß-roten Nationalmannschaft geteilter Meinung sein, oder nein: wir sind uns alle einig dass Österreich wohl nie Europameister oder Weltmeister im Fußball werden wird. Leider (oder zum Glück) ist uns auch die Übertragung des Spiels gegen Belgien erspart geblieben. Einige Fragen werfen sich für uns allerdings schon auf: Waren die Österreicher bei diesem Spiel so langsam wie Schnecken? Oder zogen sie eine Schleimspur wie eine Schnecke hinter sich her? Wir nehmen ja an, dass es sich bei der Schleimspur eher um die des “Österreich”-Herausgebers handeln konnte, der überall Sponsoren für sein angeschlagenes Tageszeitungsprojekt sucht.

Dass Zeitungs-Zampano Wolfgang Fellner wie verrückt daran arbeitet, dass “Österreich” schon das Niveau von Maturazeitungen unterschreitet, ist ja schon hinlänglich bekannt. Vielleicht könnte er seinen Grafikern aber wenigstens einen Photoshop-Kurs zahlen, damit solche peinlichen Bebilderungen (“Oberschnecke Arnautovic”) nicht mehr passieren.

Übrigens hat das rot-weiß-rote Boulevardblatt wieder einmal ein Interview frei erfunden. Aber das ist eine andere Geschichte.

Das Tussi-Mobil

Posted in Leben, Szene, Wien 2.0 by eminenz on 28. März 2011

Ein schönes Fundstück aus Wien: Das Tussi-Mobil. Ganz in Pink. Und mit mehreren Playboy-Haserln aufgeklebt. Dass das Auto in Niederösterreich angemeldet ist, tut hier wahrscheinlich gar nichts zur Sache, Tussis dürften in ganz Österreich, ganz Europa, weltweit flächendeckend vertreten sein.

Jetzt stellt sich einmal die Frage: Was ist eine Tussi? Ist das Wort nur negativ besetzt? Und wieso fährt jemand mit einem so gestylten Auto durch die Welt und brüstet sich dadurch mit allen Attributen des Tussi-Tums?

Wagen wir einen Erklärungsversuch, was man unter einer Tussi versteht: Eine Tussi ist (meistens) eine Frau, die Menschen in erster Linie nach dem Äußeren beurteilt. Und was erschwerend hinzukommt:  sich selber auch. Für eine Tussi ist es vollkommen egal, welche inneren Werte ein Mensch vorzuweisen hat, denn es zählt eines: Rein äußerlich müssen alle Anforderungen erfüllt werden. Tussis sind mit ihrem Äußeren oft unzufrieden,  allerdings wird nach außen hin unerschütterliches Selbstbewußtsein gezeigt. Sehr oft wird das Wort Tussi als Schimpfwort verwendet.

Jetzt aber genug mit negativen Zuschreibungen. Viele Frauen spielen heute schon mit diesen Zuschreibungen. Wert auf sein Äußeres legen muss ja nicht negativ bewertet werden. Vielleicht entwickelt sich eine ganz neue “Generation Tussi” – selbstsicher, top-gestylt und zufrieden damit. Und: Die Verbindung zwischen Äußerem und Inneren eines Menschen wird forciert, wenn das Äußerliche nicht gar zu “schlodrig” ist. Wir sind hier aber für alle Diskussionen offen.

Der/Die Besitzer(in) des Autos will sich vielleicht gegen solche Zuschreibungen wehren. Oder er/sie ist bekennende Tussi (was das jetzt auch immer ist) und steht dazu. Leider konnten wir kein Statement dazu vom  Autobesitzer einholen.

Burgtheater: Element of Crime portioniert

Posted in Konzert, Szene by eminenz on 18. März 2011

Das zweite Konzert der Burgtheater-Konzertschiene “Burg in Concert” wurde zum wahren Höhepunkt: “Element of Crime und Freunde” – so war der Abend angekündigt. Wer dabei an eine Jamsession von miteinander befreundeten Gruppen glaubte, irrte jedoch gewaltig. Ganz im Gegenteil durften die “Freunde” der Band um Sven Regener zwischen den portionierten Auftritten der routinierten Band spielen – und es wirkte so gar nicht, als ob alle Bands wirklich befreundet wären. Bei der Auswahl der Band dürfte der ORF-Jugendsender FM4, der das Event live übertrug, auch einiges mitgeredet haben. Denn wer kam nach einem furiosen ersten Teil der “Hauptband” auf die Bühne: Florian Horvath. Ja, richtig gelesen. Der von FM4 seit Jahren gehypte Newcomer, der es leider noch immer verabsäumt hat, Gesangsunterricht zu nehmen. Wer waren die anderen “Freunde”? Das Grazer Trio “The Base” mit einem explosiven Auftritt des Sängers mit der sonoren Stimme, unter anderem unterstützt von Michael Ostrowski, der einen Song aus seinem Film “Contact High” zum besten gab und dafür vom Publikum bejubelt wurde. Auch unter den Gästen: Maike Rosa Vogel aus Berlin, eine Folksängerin, die nach eigenen Angaben das erste mal in Wien war. Und: “Garish”, die ihre Songs ganz aufs Burgtheater abgestimmt hatten – ruhige Songs mit Gefühl und mehrstimmigen Chören.

Jetzt aber endlich zu den Helden des Abends: Das Konzert von Element of Crime im Burgtheater war ja innerhalb von knapp einer Stunde restlos ausverkauft. Und die Band konnte das Publikum überzeugen. Sie vermitteln Melancholie, sie vermitteln Romantik, sie vermitteln immer auch ein bisschen Nostalgie und Schwermut. Und das ganze ausgeklügelt dargeboten mit behutsamen Gitarrenklängen, weichen Geigensätzen und schmetternder Trompete.

Eröffnet wurde das Konzert mit “Kopf aus dem Fenster” vom letzten Album. Gefolgt vom gefühlvollen Song und Top-Anwärter auf einen Klassiker mit dem Namen “Am Ende denk ich immer nur an dich”. Im ersten Teil schwenkte die Band noch vom beschwingten Opener zur Ballade, im Gegensatz dazu wirkte dann jeder neue Akt der Mannen um Sven Regener wie durchkomponiert: Ein beschwingter Akt mit schnellen Gitarrenriffes und röhrender Trompete, auf den jeweiligen Auftritt von “Freunden” folgte dann ein gefühlvoller Akt.

In den Texten von Sven Regener kann man sich sehr oft wiedererkennen. Es geht oft um Verlorenes, um die Suche nach etwas Verlorenem, es geht oft um Liebeserklärungen, die zu spät kommen, die sich nur mehr in einem Meer von Melancholie wiederfinden. Denn: “Am Ende denk ich immer nur an dich.” In diesen Texten fühlt sich der Wiener natürlich wohl. Und man fühlt sich gern angesprochen, wenn Regener singt: “Da wo deine Füße stehen, ist der Mittelpunkt der Welt.” Weil das ist ja noch immer Wien.

Vielleicht der Höhepunkt des Konzerts: Ein Cover von Bob Dylans “It’s all over now, Baby Blue” – denn dieser Song bringt die melancholische Grundstimmung von Element of Crime auf den Punkt. Zum Abschluss mit “Delmenhorst” rief Sven Regener das Publikum auf, sich in Tanzposition zu begeben und die Plüschsesseln des altehrwürdigen Burgtheaters zu verlassen. Nach lautstarkem Jubel und Standing Ovations folgte noch eine überraschende Zugabe: „You only tell me you love when you’re drunk” von den nicht gerade artverwandten Pet Shop Boys. Ein würdiger Konzert-Abschluss.

Keine Angst vorm Atom

Posted in Politik, Tech by eminenz on 13. März 2011

Das Erdbeben und der folgende Tsunami haben in Japan nicht nur ganze Landstriche zerstört, diese Naturkatastrophe hat auch die Atomkraftwerke beschädigt. Noch immer ist nicht klar, welche Auswirkungen eine mögliche Kernschmelze in einem der japanischen Reaktoren haben kann. Sicher ist, dass Menschen verstrahlt wurden, möglicherweise werden ganze Landstriche verstrahlt. Niemand weiß genau, was in einem überhitzten Atomreaktor passiert. Wir haben nicht “alles unter Kontrolle”. Nach dem Unfall in Tschernobyl vor 25 Jahren war die ganze Welt erschüttert. Trotzdem wurde weltweit auf Atomkraft gesetzt. Jetzt sieht man wieder, um welchen Preis. Die Naturgewalten sind nicht zu kontrollieren. Was jetzt beginnen wird, ist eine Diskussion um die Nutzung der Atomkraft. Was jetzt beginnen wird, ist das verlogene Vordrängen von österreichischen Politikern, um den Anti-Atom-Musterknaben zu spielen. Was jetzt beginnen wird, ist der Ausbau von Wasserkraft, obwohl in Österreich nur mehr ein Bruchteil der Flußläufe unverkraftwerktet ist. Was jetzt beginnen wird, ist die Abschätzung von Ausstiegsszenarien von der Atomkraft. Denn wir glauben dem “Atomi” nicht mehr, der uns sagt: “Keine Angst vorm Atom”. Sehen Sie selbst:

Stadtspaziergang: Steinhof und Wilheminenberg

Posted in Stadtspaziergang, Wien 2.0 by eminenz on 13. März 2011

Erstmal frühlingshaft. Innenstadt ausgestorben. Dafür tummeln sich die Wiener am Steinhof und Wilheminenberg. Laufschuhe werden ausgeführt, Wanderschuhe werden ausgeführt, Walking-Stecken werden ausgeführt, Hunde werden ausgeführt und sogar eine Katze habe ich gesehen, die wurde auch ausgeführt. Erster Frühlingsduft, erster Spaziergangsduft, erster Schutzhausduft, erster Schweissduft von den Joggern. Dort wo es unter der Woche ausgestorben schein, tummeln sich Scharen von Frühlingsduft-süchtigen Grossstädtern. Obwohl der Himmel grau ist. Das schreckt in Wien niemanden ab. Hier gehört der graue Himmel zum Leben.

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