DIE GRAUE EMINENZ

Regentantra

Posted in Graue Kunst, Leben by eminenz on 28. Juli 2011

Regen, Regen, Regen. Man will nicht raus aus seinem Haus. Anders die Weinbergschnecke. Sie packt ihr Haus auf den Rücken und geht raus. Ganz langsam, mit den Fühlern abtastend. So macht der Regen Spaß. Eine Weinbergschnecke müsste man sein bei diesem Wetter. 

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A scheene Leich

Posted in News, Politik, Wien 2.0 by eminenz on 17. Juli 2011

Wien bei Kaiserwetter. Der letzte Thronfolger, Franz Josef Otto Robert Maria Anton Karl Max Heinrich Sixtus Xaver Felix Renatus Ludwig Gaetan Pius Ignatius von Habsburg, wird zu Grabe getragen. Und das mit einem Riesen-Aufwand: Schützenvereine, Monarchisten, Verbindungen, Gäste aus Europas Adel und Königshäusern so wie König Carl Gustav und Königin Silvia von Schweden. Über eine Stunde ist der Kondukt vom Stephansdom zur Kapuzinergruft gezogen, wo traditionellerweise erst nach dem dritten Klopfen geöffnet wurde.

Bleibt abzuwarten, ob mit der Besetzung von Otto Habsburg nun das Ende für Monarchisten-Vereine kommt. Die Habsburger haben es ja geschickt verstanden, ihre Geschichte vollkommen ins Positive zu verdrehen. Wenn man sich diese Geschichte genauer anschaut, ist sie nicht nur die vielgelobte Hochzeitspolitik, nein, sie war auch blutgetränkt. Wieso jetzt also dieser Abschied mit allen Staatsoberhäuptern und der Garde des Bundesheeres?

Es mutete jedenfalls äußerst gespenstisch an, im (wegen der TV-Übertragung hell erleuchteten) Stephansdom von kaisertreuen Fahnen umgeben zu sein. Obwohl – die kaisertreuen Vereine machten teilweise auch den Eindruck, als ob sie das Ereignis mit einem Faschingsumzug verwechselt hätten. Spott statt Ehrfurcht.

Und es mutete äußerst seltsam an, dass die kirchlichen Würdenträger noch im vorigen Jahrhundert stecken dürften: Kardinal Christoph Schönborn begrüßt die Trauerfamilie, an ihrer Spitze „Erzherzog Karl“. Und der Apostolische Nuntius verliest die Botschaft Benedikts XVI. mit der Anrede „Seiner Kaiserlichen Hoheit, Erzherzog Karl von Österreich“. Sind wir also doch noch in einer Monarchie?

Die Kaiserhymne zum Abschluss des Requiems lässt es vermuten. Enthusiastisch singen die kaisertreuen mit. Wird ja wohl das letzte mal gewesen sein, dass diese Hymne im Stephansdom vorgetragen wird. Zumindest mit diesem Text. Und hoffentlich nicht auch mit dem anderen uns bekannten noch in Betrieb stehendem Text. Übrigens: Bundespräsident Fischer blickte während der Hymne betreten zu Boden und sang nicht mit.

Einmal noch hat Wien eine royale Feier erlebt, wenn schon keine Hochzeit dann wenigstens dieses Begräbnis. Viel Geschichte lag in der Luft. Und es war der endgültige Abschied von einer Ära in Form eines -leicht skurrilen – Volksfestes.

Der Doppeladler lässt jedenfalls grüßen. Und all das für einen Thronfolger, der niemals den Thron bestiegen hat. Gott hüte uns davor, dass das Haus Habsburg noch einmal an die Macht kommt. Auf jeden Fall: Nach diesem kirchlichem Spektakel wäre es ja endlich an der Zeit, aus der katholisch-reaktionären Kirche auszutreten.

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Die Kugeln der Hölle

Posted in Erotinator, Graue Kunst by eminenz on 11. Juli 2011

Ein Hochofen. Die Kugeln, die den Eingang in die Hölle zeigen. Die Hölle, die heiße Hölle, jene Hölle, die es zu erreichen gibt, weil der Himmel nicht ausreicht für jene Taten, die wir uns noch vornehmen. Und für jene Taten, die wir hinter uns haben. Der Stahl schmilzt im Hochofen, der Teufel wartet. Er zeigt seine Fratze, so wie er sie sonst nie zeigt. Denn sonst tritt er in anderer Gestalt auf. Hier aber muss er sich nicht hinter einer Maske verstecken. Er selbst ist die Maske, denn nur er existiert hier. Kein Himmel, keine Harfen, keine Engeln. Nur der Teufel. Und seine Gesellen, die den Hochofen anheizen. Es ist warm, so wie in Wien. Fast noch ein bisschen wärmer. Die Party kann beginnen, die Cocktails werden gemixt. Bloody Mary – on the rocks? Die Eismaschine hat man im Himmel gestohlen, dort wird sie nicht mehr gebraucht. An der Pforte zur Hölle warten die Flüchtlinge vom Himmel, doch der Teufel lässt sie nicht rein. Denn er mixt jetzt Cocktails. Und lässt die Disco-Kugel rotieren. Sie rotiert und wirft die rote Farbe der Hölle gen Himmel. Bloody Mary. Ein teuflisches Getränk.

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SM-Spielchen

Posted in Tech by eminenz on 6. Juli 2011

Blogeintrag verfassen! Facebook-Status erneuern! Tweets zwitschern! Google+ auf Herz und Nieren testen! Kein X bei Xing machen. RSS-Feeds beobachten. Fotos auf Picasa stellen. Verdammt, noch nicht eingecheckt auf Foursquare. MySpace betrauern. Foren beobachten. LinkedIn – was mach ich jetzt damit?

Yigg, Mr. Wong und Delicious kurz gestreift und für tot erkärt. Tweetdeck einschalten und alles mal vorbeiziehen lassen. Diaspora belächeln. Die Musik, die ich grad höre auf lastfm überspielen. Daneben einen Ping auf iTunes setzen. Und laufen, laufen laufen, aber nur mit Nike+. Einen Blogeintrag illuminiert verfassen. So what. SM wie Social Media all the day and all the night.

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