DIE GRAUE EMINENZ

Macht eine Waffel aus der Waffe!

Posted in Graue Kunst by eminenz on 29. März 2012

Verschönert, mit Zitaten versehen, installiert. Kunst im öffentlichen Raum. Im kleinst-möglichen Raum auf unserem Tisch im Schikaneder. Mit den einfachsten Mitteln: Altpapier, Asche und Freecard. Alles ist Kunst, wenn aus der Ansichtssache jedes Einzelnen wieder neue Bezugspunkte und Deutungsmöglichkeiten entstehen. Oder ist es einfach Schändung des öffentlichen Eigentums? Oder – einfach Marketing? Die Waffe im Wortgefecht. Wie es die “Presse”-Kampagne behauptet. Reden wir darüber mit Manner. Um vielleicht zu einer Fusions-Kampagne zu kommen. Und um der Friedensbewegung Ehre zu erbieten – machen wir aus der Waffe eine Waffel.

(c) Eine Kooperation von Eminenz und Danie.


Die Knospen sprießen wieder am Steinhof

Posted in Leben, Wien 2.0 by eminenz on 23. März 2012

Jedes Jahr wieder. Der Frühlingsspaziergang am Wiener Steinhof. Das Gras noch recht gelbstichig. Die Bäume erst mit zarten Knospen. Doch schon sehr warm. Darum sieht die große Wiese aus der Entfernung aus wie ein Haufen bunter Ameisen, bunte Ameisen, die sich sonnen. Doch Vorsicht! Das Märzenkalb treibt noch sein Unwesen – und man ist schwuppdiwupp krank ((c) meine Oma).


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Vor dem Tor

Vom Eise befreit sind Strom und Bäche
Durch des Frühlings holden, belebenden Blick,
Im Tale grünet Hoffnungsglück;
Der alte Winter, in seiner Schwäche,
Zog sich in rauhe Berge zurück.
Von dort her sendet er, fliehend, nur
Ohnmächtige Schauer körnigen Eises
In Streifen über die grünende Flur.
Aber die Sonne duldet kein Weißes,
Überall regt sich Bildung und Streben,
Alles will sie mit Farben beleben;
Doch an Blumen fehlts im Revier,
Sie nimmt geputzte Menschen dafür.
Kehre dich um, von diesen Höhen
Nach der Stadt zurück zu sehen!
Aus dem hohlen finstern Tor
Dringt ein buntes Gewimmel hervor.
Jeder sonnt sich heute so gern.
Sie feiern die Auferstehung des Herrn,
Denn sie sind selber auferstanden:
Aus niedriger Häuser dumpfen Gemächern,
Aus Handwerks- und Gewerbesbanden,
Aus dem Druck von Giebeln und Dächern,
Aus der Straßen quetschender Enge,
Aus der Kirchen ehrwürdiger Nacht
Sind sie alle ans Licht gebracht.
Sieh nur, sieh! wie behend sich die Menge
Durch die Gärten und Felder zerschlägt,
Wie der Fluß in Breit und Länge
So manchen lustigen Nachen bewegt,
Und, bis zum Sinken überladen,
Entfernt sich dieser letzte Kahn.
Selbst von des Berges fernen Pfaden
Blinken uns farbige Kleider an.
Ich höre schon des Dorfs Getümmel,
Hier ist des Volkes wahrer Himmel,
Zufrieden jauchzet groß und klein:
Hier bin ich Mensch, hier darf ichs sein!
(Johann Wolfgang von Goethe, Faust I)

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Fire, Light & Austrofred

Posted in Graue Kunst, Szene by eminenz on 22. März 2012

Austrofred ist wieder zurück: Der selbst ernannte “Champion” geht wieder auf Tour und diesmal will er es so richtig krachen lassen: Live, Laser und Experience soll geboten werden bei der Show “Fire, Light & Austrofred”. Seiner Linie bleibt Franz Adrian Wenzl treu – er ist der schnauzbärtige Freddy-Mercury-Impersonator, der Queen-Songs mit Austropop-Texten unterlegt. Sein Charme und seine Durchhaltekraft und immer neue Projekte tun das übrige – und darum funktioniert diese Masche jetzt schon seit über einem Jahrzehnt.

Aber zitieren wir den “Champion” selbst: “Viel zu selten, da sind sich die Fans qualitativer Rockmusik einig, war Austrofred in den letzten Jahren live in Concert zu erleben. Dabei waren es gerade seine schier unbegreifliche Bühnenpräsenz, sein einzigartiges Shouting und der direkt physische Rock-Sound, die den Champion zum Faszinosum der Nuller-Jahre werden ließen.”Neue Austrofred-Songs werden schon sehnsüchtig erwartet – und der “Champ” gab Auskunft, dass er sich einige neue “Superhits” einfallen hat lassen: “In einem dieser Songs hab i mir überlegt, was würde passieren wenn ein Nackerter einfach so in ein Wiener Kaffeehaus kommen würde. Was würde geredet werden. Ich kann euch allen versprechen: Das wird ein Superhit.”

Am Mittwoch abend präsentierte Austrofred erste Informationen zu seiner neuen Show. Mit seinem pikant-derb-verschmitzt-spitzbübischem Schmäh. Mit seiner eigenartig kumpelhaft und sympathischen Übertreibungskunst. Und mit seinem Bier. Ja, auch bei einer Lesung trinkt Austrofred Bier – und er war zwischenzeitlich ganz überrascht dass hier, in der Buchhandlung Thalia in der Wiener Mariahilfer Straße, kein Bier ausgeschenkt wird: “Aber das ist halt der Literaturbetrieb, das läuft anders als bei einem Rock-Konzert.Zweites Anliegen des “Champions” war die Neuauflage seines ersten Buches “Alpenkönig und Menschenfreund” im Taschenbuchformat. “Ein paar noch nie gelesene Gusto-Schmankerl” wurden vorgetragen – wie zum Beispiel die Geschichte von seinem Großvater, basierend natürlich auf dem STS-Song “Großvater”, von Austrofred allerdings literarisch verfeinert und angereichert. Oder von seinen ersten Bühnenerlebnissen in der öberösterreichischen Provinz als Sänger der “Crazy Diamonds”.

Wer Austropop-Star werden will, sollte sich dieses Buch zu Gemüte führen, gibt Austrofred doch darin einen unverzichtbaren Leitfaden für künfige Entertainer. Und mans sollte seine neue Show nicht versäumen: Zum Beispiel am 19. April in der Wiener Arena.

Erschienen auf DiePresse.com

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Kreisky: “Blut schwitzen” beim Sitzkonzert

Posted in Konzert, Szene, Wien 2.0 by eminenz on 20. März 2012

“Was für ein Trubel/Trouble: Zwei Mal wöchentlich im Proberaum Blut schwitzen, damit wir auf Tour ein lässiges Set mit vielen frischen Stücken und einigen seltener gespielten Nuggets präsentieren können.” Das was Franz Adrian Wenzl, der Frontman der für den Amadeus nominierten Band “Kreisky” in seinem Online-Tagebuch beschreibt, hat sich für das Publikum ausgezahlt.

Der Wiener Stadtsaal ist zwar nicht unbedingt die perfekte Location für ein Konzert der Rock-Rabauken – denn im bestuhlten Raum ist ein Tänzchen eher schwierig. Wobei das Wiener Publikum am Montag Abend recht müde war und sich lieber im Sitzen beschallen ließ. “Ihr könnt ja aufbegehren und aufstehen – aber ich weiß dass es schwierig ist, wenn der nächste Mensch eineinhalb Meter vor einem sitzt.” Dieser Aufruf von Wenzl verhallte fast wirkungslos, nur einige Steher ließen sich von den Sitzen reissen.

Dabei hatte das Konzert hohes Aufspring-Potential: Wenzl sang, schrie, bearbeitete sein Keyboard. Martin Max Offenhuber spielte die schärfsten Gitarrenriffs des Neo-Austropop (darf man dieses Wort eigentlich noch verwenden?). Gregor Tischberger malträtierte sein Bass-Ruder bis es am Boden die letzten verzerrten Töne ausspuckte. Klaus Mitter gab den Takt am Schlagwerk an – mal furios hämmernd, mal sperrig verspielt. Das gebotene Menü bestand aus den besten Kreisky-Kleinoden der bisher drei Alben und einigen frischen Stücken.

Und sie granteln nach wie vor: “Du wirst es nicht glauben, aber seit du weg bist, ist mein Asthma so gut wie verschwunden. Ich atme viel freier, bin beinahe schon glücklich und mein Asthma ist de facto überwunden.” Aber Kreisky ist nicht nur grantig, das zeigt ihre achtminütige Ballade “Menschen brauchen Liebe” auf dem dritten Album “Trouble” – ein Chanson, der eine Eifersuchtsgeschichte erzählt, tieftraurig, schaurig schön. Und doch mit dem Conclusio: “Was wir anzünden und wen wir anzünden – ist doch letztlich egal – Hauptsache, es brennt.”

Die Band präsentiert sich von Auftritt zu Auftritt souveräner und explosiver. Der Amadeus in der Kategorie Alternative wäre hoch verdient. Und wenn nicht, dann werden Kreisky einfach granteln. Wie im Song “Bitte, Bitte”: “Wenn ich sage, ich will niemanden sehen –  dann will ich verschissen auch niemanden sehen.”

Erschienen auf DiePresse.com

 

 

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Torture Garden: Burlesque und Freak Show

Posted in Graue Kunst, Szene by eminenz on 18. März 2012

Der Torture Garden machte Station im Wiener Ostklub. Eine Nacht aus Alternative und Fetisch, aus Gothic und Burlesque, aus Horror und Underground. Das Highlight: Die grotesken Fetish-Shows von Vivid Angel und Marnie Scarlet. Der Dresscode wurde von den Besuchern mit großer Fantasie eingehalten. Ein sehr professioneller Abend, da können sich die Veranstalter des Lack- und Lederballs einiges abschaun. Doch lassen wir einfach die Bilder sprechen.

>>Alle Bilder gibt es HIER

 

Schnipp Schnapp

Posted in Graue Kunst, Wien 2.0 by eminenz on 16. März 2012

Messer, Schere, Gabel, Licht – sind für kleine Kinder nicht!

Ob das auch für dieses altehrwürdige Scheren- und Messer-Geschäft in der Wiener Siebensterngasse gilt?

Und was wird wohl der Daumenlutscher davon halten?

Schöner schwarzer Vogel

Posted in Szene, Wien 2.0 by eminenz on 11. März 2012

Wien, das ist Sehnen nach dem Tod. Der Zentralfriedhof liegt im Mittelpunkt der Stadt und nicht der Stephansdom. Keine andere Stadt bietet solch großartige morbide Delikatessen. Der Tod – er ist eine Frau: Martha Pfaffeneder ist der Todesengel. Und Paul Schwingenschlögl ist Gevatter Tod. Diese beiden erzählen Geschichten, von H.C. Artmann, vertonen Lieder neu von Ernst Molden, Georg Danzer und Wolfgang Ambros. Vor allem aber geben sie den dunkelgrauen Liedern von Ludwig Hirsch ein neues Gewand. “I lieg am Ruckn” am Rücken liegend, man kann die Würmer förmlich spüren. Chansons, tief dunkelgraue, morbide Chansons wundervoll neu arrangiert mit Klavier, Trompete, Keyboard und einer zutiefst wandelbaren Stimme – von einer Frau die in Berlin wohnt. Und dorthin dieses unbändigende Sehnen nach dem Tod exportiert. Dunkelgrauer geht es nicht.

Im Fuchsbau

Posted in Graue Kunst, Party, Wien 2.0 by eminenz on 2. März 2012

365 – The Fox House – das ist das neue Pop-Up-Kultur-Haus in Wien. Was das heißt? Ausstellungen, Kunst, Fotografie, Design, Klamotten (komisches Wort) in einem Haus, das Ende des Jahres abgebrochen werden soll. Das ganze hat also ein Ablaufdatum. Was schlecht ist für Wien, denn eine solche Institution hat es hier bislang noch nicht gegeben – und das alles finanziert aus privaten Mitteln.

Zur Eröffnung war dann nicht nur das gesamte Haus voll, sondern die jungen Bobos, Kunstinteressierte, Partytiger und Schaulustige verteilten sich erst über die Gehsteige vor dem Fuchsbau und zu späterer Stunde wurde dann die gesamte Straße gesperrt – ein Straßenfest zum meteorologischen Frühlingsbeginn, ein kleines bisschen Berliner Flair im muffigen Wien. Leider durfte der Hof des Hauses nicht geöffnet werden – ich hoffe nur vorerst. Die Veranstalter hätten sich den ganzen Polizeieinsatz erspart (“Ich muss Sie darauf hinweisen, dass wir sie anzeigen, wenn sie die Straße nicht sofort verlassen”). Seien wir gespannt, welche Aktionen noch vom Fuchsbau ausgehen werden.

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