Tag: 14. April 2012

Die Hymne, die Krone und ein Wolf namens Martin

Wolf Martin ist tot. Lange Jahre war er täglich in der “Krone” mit einem Reim vertreten, erst vor kurzem zog er sich zurück. Kein Nachruf, sondern eine Wiederveröffentlichung aus meinem Archiv vom 27. Jänner 2010. 

Wolf Martin, der begnadete Dichter aus der Krone hat sich nun also auch zum Streit um die Bundeshymne zu Wort gemeldet. Natürlich in Reimform. “In den Wind gereimt”. Und natürlich hat er wie es so seine (Un-)Art ist wieder Revisionistisches und Hinhacken gegen die sogenannten “Gutmenschen” hineinverpackt. Wie man jetzt um die Diskussion steht, ob in der österreichischen Nationalhymne neben den Söhnen auch die Töchter vorkommen sollen, steht – das ist in diesem Fall irrelevant.

Ganz interessant dieses mal allerdings: Erstmals hat er unter seinem Erguss als sozusagen Kleingedrucktes eine “Anmerkung” abgedruckt, dass er das Gereimte gar nicht ernst meint. Darüber muss man jetzt schon nachdenken: Er meint also alles gar nicht so, wenn er seinen Hass auf alles was er nicht mag, loswird. Meint er es auch gar nicht so, wenn er am Geburtstag des Führers regelmäßig jedes Jahr ein Hohelied auf Adolf Hitler schreibt? Natürlich verklausuliert.

Auch die Anmerkung beim Hymnen-Gedicht lässt mich nicht daran zweifeln: Dieser Dichter ist einer der gefährlichsten in unserem Land.

Und hier nocheinmal zum Nachlesen die Grauslichkeiten des Wolf Martin. Aus der freien Enzyklopädie Wikipedia:

Im Jahr 1995 griff Martinek in zwei Krone-Gedichten massiv homosexuelle Menschen an. Am 28. Juli bezog er gegen „schwule linke Kirchenfresser“ [4] Stellung, am 10. September ortete er einen „Feldzug“ der „Linkslinken“ für „Landesverräter, Blasphemisten, für Kreuz-Entferner in den Schulen“ sowie „für Gruppen von verrückten Schwulen“ [5]. Daraufhin wurde er von einigen Mitgliedern der HOSI als ehemaliger Hosi-Aktivist geoutet. Das Nachrichtenmagazin Profil warf ihm daraufhin in einem Interview „Schwulenhetze“ vor [2] Martin dementierte das. Er habe niemals Schwule pauschal angegriffen.

Nicht nur seine Angriffe gegen Homosexuelle sorgten für Kritik an seiner Person. Für Aufsehen sorgten auch Gedichte, in denen er einzelne Künstler oder Personen öffentlichen Lebens frontal angriff: eine Polemik gegen Rudolf Scholten wurde etwa von Profil als antisemitisch beurteilt, in einem anderen Gedicht warf er Claus Peymann, Elfriede Jelinek und Peter Turrini vor, die Bühnenbretter des Burgtheaters mit „penetrantem Dreck“ zu besudeln. Kritisiert wurden auch seine Gedichte, in denen er die Migration als „sanften Holocaust“ bezeichnete, vor der „Vermischung“ der Völker warnte, Obdachlose als „lästig wie die Läus’ und Wanzen“ bezeichnete oder – ganz im Gegensatz zu seinen Texten im FORVM – gegen Ausländer Stimmung machte.[1]

Solche pauschalverurteilende Texte brachten ihm zahlreiche Verurteilungen durch den Österreichischen Presserat ein. Für besondere Diskussionen sorgten seine Gedichte an den Geburtstagen Adolf Hitlers, am 20. April 1994 und 2001. So schrieb er 1994, er feiere „wenn man mich lässt, heut jenes Adolfs Wiegenfest, der einst in unserm schönen Land an allererster Stelle stand“ [6], womit er den ehemaligen österreichischen Bundespräsidenten Adolf Schärf gemeint haben will, der am selben Tag Geburtstag hat. 2001 begann er das Gedicht mit „Fürwahr, ein großer Tag ist heut, ich hab mich lang auf ihn gefreut“ und beendete es mit den Worten „Ihm sei’s zur Ehre, uns zum Heil!“. Diesmal will er sich auf die zweite Staffel der ORF-Reality-Soap Taxi Orange bezogen wissen [7].