Mainz 05 gewinnt das Aufsteiger-Duell gegen Nürnberg 1:0 und stößt auf den sechsten Rang der Deutschen Bundesliga vor. Der FC Bayern erreicht im Spitzenspiel gegen Schalke nur ein Remis.
Der Moskau-Legionär wirft dem Teamchef vor, mit zweierlei Maß zu messen und fordert ein ehrlicheres Spiel. Stranzl wurde ebenso wie Ivanschitz nicht für das Spanien-Länderspiel einberufen.
Die Entwicklungsländer erleben eine wahre Telekommunkationsrevolution: Menschen, die nie zuvor Zugang zu einem Telefon hatten, können nun sogar per Handy Bankgeschäfte erledigen und Rechnungen bezahlen.
Die Yeah Yeah Yeahs live. Auf ihrem neuen Album „It’s Blitz“ führen sie einen discotauglichen Elektro-Punk vor, der live nicht ganz hält, was er von der Studioproduktion verspricht. Die Stimme von Karen O wirkt zu brüchig, zu überanstrengt, obwohl ihre Stimme die teils hervorragenden Melodien tragen sollte.
Im Herumhopsen und Punk-Posen-schwingen und Schnell-Kleider-Wechsel kann man der Sängerin allerdings nichts mehr vormachen.
Der Sound in der Wiener Arena war auch schon einmal besser. Neben den zu lauten hohen Tönen wär etwas mehr an Bass-Leistung ganz gut gewesen.
In der zweiten Hälfte des Konzerts konnte die Band aber etwas an Gas zulegen, mit dem alten Hadern „Gold Lion“ und der ersten Single des neuen Albums, das jetzt schon eine Hymne ist, „Zero“, kam ordentlich Stimmung in die zuvor schon etwas ermatteten Glieder in der nicht ausverkauften Arena.
Bonuspunkt für das Bühnenbild: Ein riesengroßes Ballon-Auge, umrandet von einer psychedelischen blauen Spirale, wie von der Bregenzer Festspielbühne gestohlen. Punkteabzug dafür, dass man diese Bühnenkonstruktion mit besserer Beleuchtung noch besser ins Rampenlicht hätte rücken können. Aber dafür hats Confetti-Regen gegeben.
Stagediving mit dem Schlauchboot? Richtig geraten – Deichkind sind auf der Bühne gestanden. Gestanden in dem Sinn aber am wenigsten. Die Nordisch-by-Nature-Burschen hatten beim Urban Art Forms in Wiesen eine richtige Gaukler-Hip-Hop-Show vorbereitet. Mit Neon-Kostümen, Hüpfvorrichtungen aller Art und dem Tod. Aber nur als Maske.
„Arbeit nervt“ wurde aus Tausenden Kehlen mitgegrölt und bei „Remmidemmi“ wackelte das Zelt in Wiesen. Hervorragend. Die Hüpfburg zum Stagediven brach aber doch bald in sich zusammen. Die Stimmung dagegen nicht.
Regen in Wiesen. Bei einem Festival nichts Neues. Diesmal wird das Urban Art Forms von Starkregen heimgesucht – und man ist froh, dass man nicht unter den Campierenden ist. Neben Erdbeerwein heuer am ersten Tag auf der Bühne: Die legendären Elektro-Pioniere von Kraftwerk. Wer kennt nicht „Das Model“ oder „Wir sind die Roboter“. Allerdings: Diese Rückschau auf die Pionierzeit der elektronischen Musik lässt einen doch schalen Eindruck zurück. Außer beim „Roboter“-Song mit den typischen Kraftwerk-Roboter-Modellen an den vier DJ-Stelen war die Band – zu Beginn mit nach Star Trek anmutenden Uniformen – nicht zu einem Zucker bereit und alle vier verschanzten sich hinter ihren Elektro-Aufbauten.
Dass die Einflüsse der Band in viele Richtungen gingen, sei hier hoch angemerkt. Inmitten der weiterentwickelten elektronischen Szene hatte das ganze aber ein wenig was Verstaubtes. Wie ein Kollege meinte: „Da kann man gleich einen Gameboy an die Anlage hängen.“
Ein kleines Festival im Pielachtal, das Stereo am See. Mit Bühne am See. Wobei: Der See war großflächig abgesperrt und die Wasserqualität hat nicht unbedingt eingeladen dass man da auch nur einen Zehen reinhängt. Nicht so gschmackig.
Trotzdem feines Festival mit relativ wenig Besuchern. Headlinertechnisch war das ganze jetzt auch nicht unbedingt vom allerfeinsten: 3Feet Smaller, Alkbottle und Shantel.
Wobei: 3FeetSmaller haben ordentlich Stimmung in das Publikum gebracht und Sinn für Humor bewiesen mit einem Luftgitarre-Wettbewerb. Alkbottle haben noch immer die selben Fans, wieso auch immer. Der Schmäh is schon ein bissl lasch geworden und dem Roman Gregory glaubt man nach seinem Starmania-Ausflug sowieso nix mehr.
Shantel mit Band war wieder fast ein bisschen zu professionell, ohne Ecken und Kanten. Obwohl: Einige sind schon ein bisschen ratlos herumgestanden im Publikum, ist ja doch nicht alles so Balkan-Rock’n'Rollig wie Disco Partizani…
Liebgewordene Tradition am Vorabend des 1. Mai im Wiener Prater: Die Rock gegen Rechts-Bühne.
Heuer zu sehen: Die Neigungsgruppe Sex, Gewalt und Gute Laune. Wobei Neigungsgruppe-Mastermind Fritz Ostermayer mehrmals darauf hinwies, dass man doch an diesem Tag auf die Gewalt verzichten könne, alles andere im Bandnamen wurde aber hochoffiziell von der Neigungsgruppe erlaubt.
Ein bissl verloren sind mir die Geneigten auf der großen Bühne vorgekommen. Es war noch früher Abend, noch nicht allzu viele Menschen am Konzertgelände. Neigungsgruppe kommt besser rüber in verrauchten Kellerlokalen. Da wird wohl keine Stadion-Rock-Gruppe mehr draus werden. Diesmal hat mich auch die gesangliche Leistung nicht ganz überzeugt. Und die neuen Songs, die vorgestellt wurden, müssen sich erst in die Gehörgänge schmuggeln.
Danach: Texta, die „Fanta4 aus Linz“, wie ein Freund von mir behauptete. Ja, war nett, obwohl soundmäßig noch einiges möglich gewesen wäre.
Und als Headliner: Jeans Team, bekannt über FM4 durch „Das Zelt“. Diese beiden Herren sind auch nicht für eine große Open-Air-Bühne geschaffen. Zwei Herren an Decks und Synthezizern: Wohl eher im Club-Ambiente.
Alles in allem: Nicht berauschend vom Line-Up, eher berauschend vom Bier-Nachschub her.
Das Fluc feierte seinen siebenten Geburtstag – und im Rahmen eines Global2000-Fests war auch der Herr Austrofred auf der Bühne. Diesmal mit einer Lesung aus seinem Buch „Ich rechne noch in Schilling“.
Irgendwie bin ich den Verdacht nicht losgeworden, dass die äusserst jungen Gäste des Fests nicht ganz das Zielpublikum von unserem Fredl waren. Fast keine Publikumsbeschimpfung. Trocken die Texte herabgebetet. Wobei die meisten im Publikum wahrscheinlich eher nicht konform gingen mit der Verehrung von Ambros, STS und Co. Erst im Finale konnte der Fredl wieder überzeugen mit A-Capella-Vorträgen von „HitRadioGaga“ und „Schifoan“.
Gewartet hatten die meisten allerdings auf den Auftritt von Velojet. Und den fand ich äußerst gelungen. Mit schön geladener Energie, guten Gitarren und melodiöser Hemmungsorgel. Überraschend gut. Hatte ich schlechter in Erinnerung. Weiter so!
Slim Cessna’s Auto Club waren in der Stadt. Räudig! Roh! Explosiv! Eine Dynamit-Mischung aus Country Blues Overdrive. Da schaun Calexico nebenbei wie eine Rentnertruppe aus. Hätten sich mehr Zuschauer in der Arena verdient.
Ganz toll: Der Gitarrist mit seiner Doppelgitarre und dem Bildnis der heiligen Maria drauf.
Hatte ein bissl was von der Stimmung wie bei Balkan-Bands – die beiden Sänger sind auch ins Publikum gehopst. Großartig: Das rumorende Schlagzeug. Interessant: Das undefinierbare Instrument, sowas wie ein Crossover von Zither, Syntesizer und Hackbrett. Großartig.
Die Wiener Tschuschenkapelle mit ihrem „Obertschuschen“ Slatko Ninic ist eine der Konstanten in der Wiener Balkanmusik-Bewegung. Gegründet und bekannt geworden ist die Band schon weit vor dem Balkanmusik-Hype in dieser Stadt. Wie schreiben sie selbst so schön:
Die Wiener Tschuschenkapelle ist ein Garant dafür, das im Zeitalter der worldmusic das Multikulturelle nicht zu einem langweiligen, oberflächlichen Crossover degradiert wird.
Macht Spaß, Ihnen zuzuhören, mit ihrer etwas anderen Interpretation von türkisch-orientalen Serenaden bis zum Zigeunerjazz.
Ein schöner Act war im Burggarten vor dem Palmenhaus. Richtig chillig, im Gras liegend den Weisen der Tschuschen lauschend.
Das war übrigens einer der Events beim diesjährigen Wiener Stadtfest. Recht viel mehr interessantes war allerdings nicht dabei.
Und der Auftritt ließ mich ein bisschen ratlos zurück. Einmal gut gelungen: Der Aufführungsort. Ein Elektronik-Konzert in einer Kirche ist doch aufregend. Allerdings: Hier hätte man die Video-Installationen schon etwas ausweiten können und den riesigen Kircheninnenraum ganz bespielen. So hätt ich das auf jeden Fall gemacht: Die gotische Architektur einbeziehen in die Video-Installationen.
Ganz zufrieden mit den Fitzke-Installationen war ich dann auch nicht: Zu Beginn zu zurückhaltend, ab und zu im Stil von Windows 95 (mit Absicht? – das hätte sich für mich jedenfalls nicht erschlossen), manchmal einfach zu eintönig. Aber trotzdem mit einigen sehr guten Ideen.
Nun zur Musik selbst. Dorfmeister und Huber betreiben das Tosca-Projekt ja schon seit 1994 und „No Hassle“ ist dann schon das fünfte Album der beiden. Ich bin ja schon beim dritten ausgestiegen. Der Grund: Die beiden DJs Kruder und Dorfmeister waren meine Heroen, spätestens mit dem grandiosen DJ-Kicks-Album. Wegweisend auch die K&D Sessions, das Remix-Album der beiden. Das hat mich geprägt.
Tosca war dann die Weiterentwicklung für den Richard Dorfmeister. Für mich war damit allerdings der Zenit der Wiener Elektronik-Schule überschritten. Irgendwie hat sich da seit Mitte der 90er-Jahre nichts mehr weiterentwickelt. Der Wiener Downbeat ist mir irgendwie zu schal geworden – und klingt irgendwie noch immer so wie damals.
Und das hat sich auch bei der CD-Präsentation bestätigt: Im großen und ganzen etwas zu perfekt produziert. Für mich nichts neues. Nur ab und zu prägten schöne Beats den Klangteppich.
Dass Tosca erfolgreich sind, hat sich allein an der Warteschlange vor der Minoritenkirche gezeigt. Die meisten Menschen bekamen keinen Einlass bei den zwei Gratis-Konzerten – es war einfach zu wenig Platz. Der Erfolg hatte sich schon bei den ersten Alben von Tosca manifestiert. Bei vielen Fernseh-Musik-Untermalungen und sogar in Werbespots hörte man plötzlich die Musik von Dorfmeister und Huber. Breitenwirksam. Aber nichts mehr für mich.
Rideontime.at, die ach so wienerisch genannte Jugendplattform der Wiener Linien hat im WUK Geburtstag gefeiert. Und ich überleg mir grad: Wofür gibts diese Plattform eigentlich? Bin dankbar für sachdienliche Hinweise.
Zuerst traten Fatima Spar auf, auf die ich mich besonders gefreut hatte. Damals hatte ich sie im Roten Salon des Volkstheaters gesehen, und dort hatte diese Musik im Stil der 30er-Jahre mit Balkan-Einschlägen genau hingepasst. Diesmal war ich eher enttäuscht. Zu dixieländig waren mir die Bläsersoli, zu verwechselbar der Balkan-Einschlag. Am besten hat mir noch die Stimme von Fatima gefallen – und das verraucht französisch klingende Akkordeon. Und das war wohl der Übergang auf die an diesem Abend bessere Band – auf Attwenger.
Zu Attwenger gibt es ja eigentlich nicht mehr viel zu sagen, ich habs ja schon sehr oft live gesehen. Und jedes mal dasselbe: Bei den Auftritten von Binder und Falkner wird mir immer vor Augen geführt, was man aus der Ziehharmonika rausholen kann. So viel hatte ich damals nicht drauf, als ich von meinen Eltern sanft gezwungen worden war, Akkordeon zu lernen.
Wie immer ein sprechgesanglich hochwertig monotoner Drum and Akkordeon-Event. „Werma schaun, werma sogn.“ Nicht nur monoton, dazwischen auch feurig mit Landler und „I und du und nu a Mau.“
Ein bissl leise ist mir das Akkordeon vorgekommen. Zwei Erklärungsmodelle: Ich bin nach so vielen Konzerten halbtaub. Oder die Wiener Linien schaun auf unsere Jugend und lassen die Regler weiter unten.