Gefällt und wiederauferstanden als Maibaum
Pünktlich zum 1. Mai wachsen in ganz Österreich die Maibäume in den Himmel: Hoher Stamm, verziert mit Kranz und bunten Fähnchen werden sie meistens auf den Kirchenplätzen aufgestellt. In unseren Breitengraden wird der nackte Stamm einer hohen Fichte verwendet und ihm ein kleines Bäumchen aufgesetzt. Schon Tage vor dem 1. Mai wird vorbereitet und die sogenannten “Kranzl” werden geflochten.
Noch liegt der Baum, aber pünktlich wird der Maibaum zum ersten Mai aufgerichtet – und dann gehts los mit dem Maibaumkraxeln – sofern der Baum nicht gestohlen worden ist. Ja, diesen Brauch gibt es auch, darum wird der Baum Tag und Nacht bewacht.
Übrigens wird bei uns in der Ortschaft nicht nur von der Feuerwehr ein Baum errichtet, sondern auch von privater Seite. Darum gibts bei uns zwei Maibäume. Welcher wird heuer höher sein?
Schneemann-Bauwut
Tiefverschneiter Schlosspark Schönbrunn – und dutzende Schneemänner wurden produziert. Eine wahre Schneemann-Bauwut ist ausgebrochen. Die neueste Modeerscheinung sind Schneemänner, die auf Parkbänken sitzen. Und immer mehr Schneefrauen wurden gesichtet – bis hin zu ganzen Schneefamilien. Oder heißt das dann Schneemann-Familien? Politisch korrekt sollte man wohl Schneeskulptur sagen. Die Touristen im Park haben auf jeden Fall neue Bildmotive – in der nächsten Zeit werden wohl tausende Fotos von Schönbrunner Schneemännern den Familien in Japan präsentiert.
Damit alles seine Ordnung hat (im Schloßpark mutet es fast schon sensationell an, dass keine Schneemannbauverbot verhängt wird, weil hier ja historisch eine große Verbotskultur herrscht) eine Anleitung zum richtigen Bau des Schneemenschen, frei nach Wikipedia:
Der Bau eines Schneemanns erfolgt in der Regel mit feuchtem Schnee, sodass er klebt und sich die Kugeln rollen lassen. Anschließendes Frieren gilt als günstig, damit die angetaute Oberfläche der Schneekugeln erneut gefriert und dem Schneemann mehr Stabilität verleiht. Falls nicht genügend Wasser abschmilzt, wird mit einer Gießkanne nachgeholfen.
Und weil wir uns gefragt haben, wieso es die Tradition des Schneemannbauens überhaupt gibt, hier ein kurzer historischer Einblick:
Im Mittelalter war eine Figur dieses Namens noch völlig unbekannt. Die ältesten literarischen Nachweise für Schneeskulpturen gibt es aus dem 16. Jahrhundert, etwa bei Shakespeare. Populär wurde der Schneemann erst im 18. Jahrhundert. Im Jahr 1770 taucht er in einem Leipziger Kinderliederbuch zum ersten Mal als Begriff auf. Alte bildliche Darstellungen zeigen ihn als personifizierten Winter in recht bedrohlicher Gestalt in Übergröße, mit grimmiger Miene und drohend erhobenem Besen. Im 19. Jahrhundert veränderte sich allmählich die Einstellung zum Winter, der nicht mehr nur hart und entbehrungsreich erschien. So gehörten zu bildlichen Winterdarstellungen nun vermehrt Schlittenfahren, Schlittschuhlaufen und eben auch Schneemänner, die im Biedermeier zu einem beliebten Kinderbuch-Motiv wurden. Die Gestalt wurde kugeliger, das Aussehen wesentlich freundlicher.
Sibirische Tiger ohne sibirische Kälte
Herumstaksende Flamingos, knutschende Schildkröten, traurige und wütende Orang-Utans, hungrige Kattas. trötende Elefanten, plantschende Pinguine, sich sonnende Seehunde, meckernde Ziegen, posende Pelikane, misstrauische sibirische Tiger. Tiergarten Schönbrunn im Schnee, im schmelzenden Schnee, ganz ohne sibirische Kälte. Und ganz ohne Besucheransturm. Der kommt erst wieder im Frühling und Sommer.
Die Zauberlehrlinge am Zau[:ber:]g
Fast ein bisschen ein schlechtes Gewissen hat sich breit gemacht als wir abends zum Zau[:ber:]g am Semmering gekommen sind. Denn hier endet die Nacht, der Berg wird erhellt fürs Nachtskifahren. Und neben der eisigen Weltcup-Piste gibts auch noch viel geschmeidigere zum runterwedeln. Und was man immer wieder anmerken muss: Muss sich jeder Skifahrer beim Après-Ski in einen volksdümmlichen Dodel verwandeln? Wir sagen nein!
Pfingsten, unser Lieblingsfest
Weils jedes Jahr unser Lieblingsfest ist, hier nochmal (Erstveröffentlichung Pfingsten 2008)

Gut verteilt über das Jahr gibt es viele schöne Feste
Und die meisten denken Weihnachten wär’ das Beste
Und auch Ostern ist im Allgemeinen sehr beliebt
Doch ich weiß das es da etwas besseres gibt
Nur ich weiß nicht so recht wann genau das ist
Und ich weiß eigentlich nicht was der Grund dafür ist
Nur irgendwas hat’s mit dem heiligen Geist zu tun
Die Details haben wir vergessen doch wir sagen euch nunEs geht um Pfingsten, unser Lieblingsfest
Denn im restlichen Jahr sind wir genug gestreßt
Doch jetzt ist Pfingsten, und die Bäume blühen
Und zu Pfingsten muß man sich um nichts bemühenUnd es gibt keine Geschenke, keine Ostereier
Keinen Weihnachtsbaum, keine Familienfeier
Keine Pfingstenlieder, außer diesem hier
Keinen Pfingstenbraten, und kein Pfingstenbier
Es gibt nur blöde Bräuche, die kein Mensch braucht
Die interessieren uns nicht, wozu denn auch
Denn der Grund warum man Pfingsten liebt
Ist weil Pfingsten sich so bescheiden gibtJa es ist Pfingsten, unser Lieblingsfest
Denn im restlichen Jahr sind wir genug gestreßt
Doch jetzt ist Pfingsten, und die Bäume blühen
Und zu Pfingsten muß man sich um nichts bemühenJa das ist Pfingsten, unser Lieblingsfest
Wir haben das ganze Jahr gewartet und wir freuen uns jetzt
Über Pfingsten, und die Schwarte kracht
Denn wir feiern Fest der Ausgießung heut’ Nacht
So sehns zumindet Christoph und Lollo…
Radl-Fiaker
Seit kurzem ist in der Innenstadt der Bundeshauptstadt das Wiener Radtaxi von Georg Bacher unterwegs. Mit robustem Rahmen, 7-Gang-Schaltung, Scheibenbremsen und Zusatz-Elektromotor gleitet man mit ganz eigenem Fahrgefühl durch die Stadt. Und das Rad von Georg schaut einfach schicker aus als die “Faxis” – man fühlt sich wie auf einer Rikscha. Die Testfahrt hat mich überzeugt, steigt doch auch mal ein
Stadtspaziergang per Rad: Stadt am Wasser
Wasser, viel Wasser gibt es in Wien. Von der Donau über die Donauinsel über die Alte Donau. Schwimmende Gastgärten gegenüber vom Gänsehäufl mit Blick auf die Skyline der Donauplatte. Aulandschaften im Mühlwasser – mit quakenden Fröschen und Melodien von vielen Wasservögeln. Und von dort in den Nationalpark in der Lobau. Natur pur und ein gutes Jauserl im Knusperhäuschen. Und nach dem bewundernden Blick auf die Surfer, die auf der Donau im Kreis gezogen wurden blieben die Augen gleich nochmal offen stehen beim Harley-Davidson-Treffen auf der Donauinsel. Da war dann Schluss mit Wasser. Benzingeruch und knatternde Motoren. Und starke Männer mit ihren Maschinen. Gib Gummi.
“Auch für dich ist Jesus auferstanden!”
Ostern, das höchste Fest der Kirche. Es hat allerdings zumindest im baulichen Sinn der Kirche ohne mich stattgefunden. Ein bisschen hat mich allerdings die Kirche über ein paar Ecken zum Nachdenken gebracht. Kaum in einem theologischen Zusammenhang, aber doch: Sonnentankend vor der Wiener Karlskirche ist der große Banner unübersehbar, der derzeit auf der 1737 eröffneten Kirche angebracht ist: “Auch für dich ist Jesus auferstanden.” Für mich. Für uns alle. Auferstanden. Da kommen Erinnerungen an den Religionsunterricht hervor. Da denkt man über Auferstehung und Erlösung nach und kommt – um jetzt noch ein blödes Gleichnis in diesen andächtigen Blogeintrag zu packen – auf keinen grünen Zweig.
Die Inschrift an der Front der Karlskirche lautet: “Vota mea reddam in conspectu timentium Deum” - “Ich will mein Gelöbnis erfüllen vor denen, die Gott fürchten”. Der Hintergrund: Die Karlskirche wurde von Kaiser Karl VI. zum Gedenken an den Pestheiligen, Karl Borromäus, errichtet. Wobei ich mir noch immer nicht im klaren bin, ob man Gott fürchtet, sich also richtig fürchtet vor der heiligen Dreifaltigkeit oder Gottesfürchtigkeit im Wesentlichen bedeutet, dass man fromm ist? So viele Fragen, und unser Religionsexperte ist nach München ausgewandert.
Aber der Zusammenhang auf der Karlskirche ist mir jetzt zumindest klar: Wenn man diese beiden Inschriften in Zusammenhang setzt erkennt man klar: Für Kaiser Karl VI. ist Jesus auferstanden, und zwar nur für ihn. Rätsel gelöst, thelogisches Gedanken-Kapitel abgeschlossen.
Das wars mit Ostern. Nächstes kirchliches Fest: Pfingsten – unser Lieblingsfest.
Die Knospen sprießen wieder am Steinhof
Jedes Jahr wieder. Der Frühlingsspaziergang am Wiener Steinhof. Das Gras noch recht gelbstichig. Die Bäume erst mit zarten Knospen. Doch schon sehr warm. Darum sieht die große Wiese aus der Entfernung aus wie ein Haufen bunter Ameisen, bunte Ameisen, die sich sonnen. Doch Vorsicht! Das Märzenkalb treibt noch sein Unwesen – und man ist schwuppdiwupp krank ((c) meine Oma).
Vor dem Tor
Vom Eise befreit sind Strom und Bäche
Durch des Frühlings holden, belebenden Blick,
Im Tale grünet Hoffnungsglück;
Der alte Winter, in seiner Schwäche,
Zog sich in rauhe Berge zurück.
Von dort her sendet er, fliehend, nur
Ohnmächtige Schauer körnigen Eises
In Streifen über die grünende Flur.
Aber die Sonne duldet kein Weißes,
Überall regt sich Bildung und Streben,
Alles will sie mit Farben beleben;
Doch an Blumen fehlts im Revier,
Sie nimmt geputzte Menschen dafür.
Kehre dich um, von diesen Höhen
Nach der Stadt zurück zu sehen!
Aus dem hohlen finstern Tor
Dringt ein buntes Gewimmel hervor.
Jeder sonnt sich heute so gern.
Sie feiern die Auferstehung des Herrn,
Denn sie sind selber auferstanden:
Aus niedriger Häuser dumpfen Gemächern,
Aus Handwerks- und Gewerbesbanden,
Aus dem Druck von Giebeln und Dächern,
Aus der Straßen quetschender Enge,
Aus der Kirchen ehrwürdiger Nacht
Sind sie alle ans Licht gebracht.
Sieh nur, sieh! wie behend sich die Menge
Durch die Gärten und Felder zerschlägt,
Wie der Fluß in Breit und Länge
So manchen lustigen Nachen bewegt,
Und, bis zum Sinken überladen,
Entfernt sich dieser letzte Kahn.
Selbst von des Berges fernen Pfaden
Blinken uns farbige Kleider an.
Ich höre schon des Dorfs Getümmel,
Hier ist des Volkes wahrer Himmel,
Zufrieden jauchzet groß und klein:
Hier bin ich Mensch, hier darf ichs sein!
(Johann Wolfgang von Goethe, Faust I)
















































































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