DIE GRAUE EMINENZ

Ein Kampagnen-Stück: “Mieser Abschaum aus der Gosse”

Posted in Medien, Politik, Wien 2.0 by eminenz on 26. Januar 2014

Die Vorgänge um Demonstrationen rund um den “Akademikerball” genannten Event (wieso heißt der eigentlich so?  - nicht jeder Akademiker dürfte Affinität zu diesem Ball zeigen) haben zu einem sehr vorhersehbarem Echo in den Medien geführt. Allerdings: Eine offene Diskussion um (friedliche) Demonstranten, Gewaltbereitschaft, das Eingreifen der Polizei in Grundrechte und der Freiheit, einen Ball besuchen zu dürfen, ist zu diesem Thema noch nie möglich gewesen – und wird es wohl auch nie sein. Auch wir scheitern hier und kümmern uns in diesem Beitrag um die Nachwirkungen. Kollegin Ulrike Weiser hat die Stimmung(mache) rund um den Akademikerball in ihrem Leitartikel in der “Presse am Sonntag” gut beschrieben:

Es gibt Debatten, die kann man nur verlieren. Im Fall des Akademikerballs, weil die Spielregeln nichts anderes zulassen: Demnach ist jeder, der den Ball verteidigt, (extrem) „rechts“, wer ihn kritisiert (extrem) „links“, und wer sagt, dass man weder den einen noch den anderen die Bühne der Aufmerksamkeit bieten solle, bekommt auch sein Fett ab – als Beschwichtiger. Kurz: Mehr als Scheitern mit Anspruch war bei diesen Debatten bisher nicht drin.

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Als eindeutiger (unmoralischer) Sieger hat sich am Sonntag die “Krone” hervorgetan. Unisono schmetterten die drei “Weisen” Michael Jeannée, Peter Gnam und Kurt Seinitz ihre Abrechnungen mit dem “radikalen, niederträchitgen, elenden feigen Mobs und miesen Abschaums aus der Gosse”  (© Jeannée) in den Rachen der “Krone”-Leser. Die in letzter Zeit ein bisschen ins Wanken gekommene “Krone” hat damit wieder in ihr Lieblings-Metier zurückgefunden: Dem Kampagnen-Journalismus. Quer durch das ganze Blatt wird kampagnisiert, für Gegenmeinung ist keine Platz – wieso auch? Das dynamische Trio der “Krone” hat immer recht – und wer noch nicht davon überzeugt ist, soll jetzt davon überzeugt werden. Und das sollte leicht sein, da sich “die Bundeshauptstadt im Würgegriff von Kriminellen” (© Gnam) befindet. Doch die drei Musketiere schwingen jetzt gemeinsam ihre Säbel, um uns alle zu retten.

Nur einmal, im Kommentar von Peter Gnam, glaubt man kurz, die von der “Krone” gern hervorgehobene und im Logo beschriebene Unabhängigkeit würde sich durch die Zeilen fressen. Doch schon im nächsten Satz erkennt man, dass die Krone wohl nur vom “linken Lager” unabhängig ist: “Und wie immer in solchen Fällen praktiziert, wurden die Gewalttäter zu Opfern gemacht. (…) Die Polizei trage Schuld, dass Freitagabend in Wien (auch) Blut geflossen ist”, so Peter Gnam.

Fazit: Die Auseinandersetzungen rund um den Akademikerball haben wohl einen politischen und einen medialen Sieger:

Auf der einen Seite die FPÖ und Strache. Der Satire-Blog tagespresse.at kann sich eigentlich zur Ruhe setzen: Die Satire-Schlagzeilen wurden von der Wirklichkeit überholt: “Strache bedankt sich bei allen 300 Randalierern”. Wohl ein Effekt der Ereignisse am Freitag Abend: Durch die oft geübte Opfer-Täter-Verdrehung sind dem Blau-Mann wohl einige Stimmen zugeflogen. Zeilen wie jene oben von Gnam zitierte hat man auch immer wieder aus dem Mund von Heinz-Christian Strache gehört – ein Zufall?

Denn: Der zweite Sieger ist die “Krone”. Beim Thema “Linkschaoten” hat man jahrzehntelange Erfahrung, jetzt kann man mit diesem Kernthema wieder die Leserschaft bedienen. Ohne Gegenmeinung. Denn die Meinung wird im Pressehaus in Wien-Heiligenstadt gemacht. Und das für ALLE Österreicher.

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Echte Helden am Heldenplatz?

Posted in Politik, Wien 2.0 by eminenz on 26. Oktober 2013

Der Nationalfeiertag ist traditionell der Tag des Bundesheeres. Alljährlich wird am Heldenplatz eine große Leistungsschau veranstaltet  - die wohl wichtigste PR-Aktion des Heeres im Jahr. Und marketingtechnisch kann man dem Bundesheer nichts vorwerfen, da wird mit allen Mitteln das Image aufpoliert: Kinder können in Hubschrauber und auf Panzer klettern, heuer wurde ein Riesenkran aufgebaut, von dem man sich waghalsig per Bungee-Seil stürzen konnte und mit dem ein Weltrekord aufgestellt wurde, von der Hundestaffel bis zum Tauchereinsatz werden Vorführungen geboten. Der ganze Heldenplatz als Volksfestgebiet. Das streng militärische weicht einem Schulterklopfen. Und die Wiener und Österreicher strömen zu Hunderttausenden auf den Platz – wie wenn es etwas gratis gäbe.

Heiß umstritten war das Bundesheer in den vergangenen Jahren. Die Volksbefragung zur Wehrpflicht hat nicht nur die guten Seiten des Wehrdienstes beleuchtet. Trotzdem haben die Österreicher für die Beibehaltung abgestimmt, frei nach dem gut alt österreichischem Motto “Des woa schon immer so”. Am Nationalfeiertag scheint es so als seien alle Kritiker verklungen, als gäbe es keine Budgetschwierigkeiten, als wäre “unser Heer” unumstritten. Verbeugung vor dieser PR-Leistung.

Allerdings: Kinder, die auf Kanonenrohren der Panzer herumklettern – das hat etwas zutiefst verstörendes. Die Eltern lassen ihren Kleinen heute das Kriegsspielzeug – und morgen wird wieder geschimpft, dass das Bundesheer zu viel Geld benötige für die Anschaffung von neuer Gerätschaft. Auch das ist typisch. Österreichisch.

>>Bilder von der Angelobung und vom Rekord-Bungee-Jump

Mehr als ein Hitler-Bärtchen

Posted in Graue Kunst, Politik by eminenz on 18. September 2013

Wahlkampfzeit ist immer auch Plakatwaldzeit. Vom größten Teil der Großflächenplakate grinsen die Politiker und die unbeliebten Dreiecksständer verstellen den Blick. Manch einer greift zum Stift und verewigt sich mit eigenen Slogans oder einem aufgemalten Hitler-Bärtchen. Oder überklebt die Plakate, womit teilweise interessante Collagen entstehen.

Übrigens: Die Parteien selbst sehen Plakat-Graffite wenig entspannt als “Sachbeschädigung.” Die SPÖ Vorarlberg hat sogar wegen der wiederholten Beschädigung ihrer Wahlplakate Anzeige erstattet: “Die gezielte Beschädigung eines Plakates ist kein Kavaliersdelikt, sondern ein Strafdelikt.”

Mit dem Phänomen der Plakat-Übermalungen vor Wahlkämpfen hat sich übrigens auch das “Institut für Graffitiforschung” beschäftigt. Auf Facebook wird ein eigenes “visuelles Forschungstagebuch” geführt: “Besonders interessant sind Wahlkampfzeiten, wo auf den vielen kurzlebigen Werbe-Flächen der Parteien vielfältige Stellungnahmen der Bevölkerung erfolgen.”

>>Mehr Plakat-Graffiti

Das Volksstimmefest. Einfach nostalgisch.

Posted in Politik, Szene, Wien 2.0 by eminenz on 2. September 2013

Das gemütlichste Fest des Jahres auf der Jesuitenwiese im Wiener Prater: Seit 1946 feiert die KPÖ das Volksstimmefest. Damals das größte Freiluftfest der Stadt ist es heute ein sehr gemütliches Beisammensein mit einem Quäntchen “Ostalgie”. T-Shirts, Taschen und Sticker mit Hammer-und-Sichel-Aufdruck oder Che Guevara werden feilgeboten, auf Infoständen und Diskussionsrunden präsentieren sich linke Vereine, Parteien und Initiativen. Hier lebt er, der Traum von einer Welt ohne Klassen. Wie steht es auf dem Flyer der Kommunistischen Jugend: “Im Kapitalismus ist alles deppert” und verkauft wird am KJÖ-Stand dementsprechend der billigste Weiße Spritzer des Festes. Und natürlich gibt es heuer auch ein bisschen Wahlkampf. Nicht nur von der KPÖ, auch von den Grünen und Piraten. So offen gibt sich die Linke in Österreich. Man könnte meinen mit vereinten Kräften.

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Stronach als HC-Abklatsch?

Posted in Politik by eminenz on 2. Mai 2013

Frank Stronach – der älteste Jungpolitiker Österreichs hat am 1. Mai wieder einmal laut hinausposaunt, dass er aus einer Arbeiterfamilie stammt – und hat ein Fest im Prater, mitten im Großkampfgebiet des SPÖ-Maifests, geschmissen. Freibier, Würstel, volkstümliche Unterhaltungsmusik von den Mostibären – eine Wahlkampfveranstaltung mit der Anmutung eines Feuerwehrfestes am tiefsten Land.

Und mit vielen Parallelen zu Veranstaltungen der FPÖ: Allein das Freibier und mitschunkelnde Pensionisten waren bisher ein Erkennungsmerkmal für Walhlkampfparties von HC Strache. Wie eine Kopie des HC-Raps wirkt der Song, der vom sogenannten “Otto Normalverbraucher” vorgetragen wird: Mit gereimten Attacken gegen die gegnerischen Parteien und Samples von Stronachs “Noch amoi”-Aussagen. Selbst die CD, die vom Team Stronach verteilt wird, wirkt wie von der FPÖ erfunden: Das Cover ziert Frank Stronach in einem Superman-Kostüm. Gabs da nicht auch den gefürchteten HC-Cartoon?

In einem kann Stronach HC Strache allerdings kaum das Wasser reichen – seine Wahlkampfansprache kann auch der Witz zu Beginn nicht retten. Viel zu verschwurbelt, zu sprunghaft, mit viel zu wenig Überzeugungskraft vorgetragen.

Eine Prognose können wir hier aber schon abgeben: Der Wahlkampf wird noch sehr hart werden. Nicht nur der Kampf zwischen Stronach und Strache, die im selben Wähler-Reservoir fischen wollen.

>>Mehr Bilder vom Prater-Fest mit Frank Stronach

Keine Spritztour: Die Panzerschlacht ums Bundesheer

Posted in News, Politik by eminenz on 16. Januar 2013

Vor etwa einem Jahr kam ein umstrittener Werbespot des Bundesheers in alle Medien: Der berühmte “Spritztour”-Spot. Thomas Prior hat ihn damals in der “Presse” sehr spritzig beschrieben:

Der Film zeigt einen kahlköpfigen Mann, der breitbeinig da sitzt auf der Motorhaube seines Sportwagens, umringt von vier jungen Damen. Er will sie mitnehmen, auf eine „Spritztour im flotten Flitzer“. Doch plötzlich braust ein Panzer durch den Nebel. Ein Soldat entsteigt ihm, fährt lässig mit der Hand übers Kanonenrohr und fragt: „Na, Mädels? Lust auf eine Spritztour?“Als die Mädels, ihr Glück kaum fassen könnend, zu hüpfen beginnen, bringt der Soldat die Botschaft an: „Kommt zum Bundesheer, da könnt ihr Panzer fahren!“ Dann fährt er selbst los, die Damen lassen den Macho stehen („Vergiss es, ich will mit großen Dingern fahren“) und laufen jubelnd hinterher.

Das Video ist übrigens am Ende des Artikels abrufbar – und eine Umfrage.

Dieses – zurückhaltend formuliert – verunglückte Heeres-Video kommt derzeit sehr oft bei der Diskussion um die Volksbefragung um die Zukunft des Bundesheeres in den Sinn. Denn diese Diskussion ist genauso verunglückt. Zu allererst ist es mehr als zu hinterfragen, dass gerade im Bereich der Sicherheitspolitik das Instument der direkten Demokratie ins Spiel gebracht wird. Man wird einfach den Eindruck nicht los, dass die Politik in dieser Frage einfach maßlos überfordert ist, und hier ist nicht (nur) Verteidigungsminister Norbert Darabos gemeint, hier gibt es eine ganze Riege von ÖVP-Verteidigungsministern, die gelinde gesagt absolut gar nichts für eine Reform unseres Heeres getan haben. Außer die umstrittenen Eurofighter einzusetzen.

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Mehr als verunglückt und durch Koalitions-Räson zustande gekommen ist die  Fragestellung auf den Stimmzetteln.  Die Verknüpfung von Wehrpflicht und Zivildienst sollte bei einer Abstimmung über die Zukunft der österreichischen Sicherheitspolitik keine Rolle spielen. Tut es aber. Viel zu viel. Glaubt man den Wehrpflicht-Befürwortern, würden ohne Zivildienst, der an den Wehrdienst gekoppelt ist, plötzlich Krankenwagen später kommen und das Gesundheitssystem so gut wie zusammenbrechen. Und wenn ein Wehrdienst-Befürworter doch mal übers Bundesheer redet, dann nur über die Katastropheneinsätze. Natürlich sind diese wichtig bei Jahrhundert-Katastrophen – allerdings muss man sich wirklich die Frage stellen ob diese Aufgabe unbedingt ein zwangsrekrutiertes Heer, dessen Sinn sich noch immer mit dem Dienst an der Waffe erschließt, machen muss.

Das schlimmste im Vorfeld dieser Volksbefragung allerdings ist die Informationspolitik der Regierung. Eine solche ist nämlich nicht vorhanden. Ganz klar wird die Abstimmung missbraucht für einen Vorwahlkampf, Argumtente werden nur verkürzt vorgebracht, Untergriffe sind an der Tagesordnung, Parteiräson geht vor umfassender Information. Anneliese Rohrer ruft daher sogar zur Verweigerung auf, weil wir für dumm verkauft werden.

Soweit ich in den meisten Punkten mit Frau Rohrer übereinstimme, in diesem Punkt bin ich konträrer Ansicht: Ich rufe dazu auf, zu dieser Volksbefragung zu gehen. Erstens, um der Politik zu zeigen, dass Österreicher sehr wohl Instumente der direkten Demokratie wahrnehmen und um damit ein Zeichen zu setzen, dass diese Instrument nie wieder von den Parteien in Geiselhaft genommen werden darf.

Und: Ich persönlich stimme ganz klar gegen die Wehrpflicht. Denn: Ich habe “gedient” beim Bundesheer. Und so sehr die Wehrpflicht-Befürworter mit dem Wort Reform herumwerfen, dieses Heer ist meiner Meinung nach nicht reformierbar – bisher hat auch niemand ein Modell für eine Reform präsentieren können. Kein junger Mensch sollte in diesem unglückselig zusammengewürfelten veralteten Haufen zwangsverpflichtet werden. Das Heer hat für mich nicht das gebracht, was einige vorbringen: “Das hat noch keinem geschadet.” Im Gegenteil, mir hat es wirklich geschadet. Meiner Gesundheit, meinem Verstand, meinem Glauben an die Menschlichkeit und nicht zuletzt meinen wirtschaftlichen Verhältnissen.

Und wie werdet ihr abstimmen? 

Wenn man Hitler überfährt

Posted in Medien, News, Politik by eminenz on 12. November 2012

Was haben Adolf Hitler, Josef Stalin und Saddam Hussein gemeinsam? Wahrscheinlich einiges diktatorisch Böse – und alle drei sind jetzt Darsteller bei einer Kampagne in Rumänien, mit der auf Gefahren im Straßenverkehr hingewiesen werden soll. Der Slogan: “Well, it’s not like that. Usually, the Victim is an Innocent.”

Die rumänische Hilfsorganisation CCVR (Beratungszentrum für Opfer des Straßenverkehrs) zeigt viel schwarzen Humor – aber überschreitet die Grenze zur Geschichte Rumäniens nicht: Der Diktator Nicolae Ceausescu fehlt in der Kampgagne. Die von Publicis Bukarest entwickelte Printkampagne erzeugt aber auf jeden Fall Aufmerksamkeit für ein Thema, das sonst schnell ignoriert wird. Schöne neue Medienwelt.

Wiener Rot. Ein Donauinsel-Rundgang mit dem Bürgermeister

Posted in Politik, Stadtspaziergang, Wien 2.0 by eminenz on 24. Juni 2012

Wenn Michael Häupl seinen Rundgang macht auf der Donauinsel beim großen Fest: Viele Hände werden geschüttelt, viele Schmähs werden gemacht. Der Bürgermeister ist jetzt auf vielen Fotos mit seinen Stadtuntertanen und in vielen Autogramm-Büchern. Ein Heimspiel in Wiener Rot.

>>Alle Bilder vom Donauinselfest

“Auch für dich ist Jesus auferstanden!”

Posted in Leben, Politik, Wien 2.0 by eminenz on 9. April 2012

Ostern, das höchste Fest der Kirche. Es hat allerdings zumindest im baulichen Sinn der Kirche ohne mich stattgefunden. Ein bisschen hat mich allerdings die Kirche über ein paar Ecken zum Nachdenken gebracht. Kaum in einem theologischen Zusammenhang, aber doch: Sonnentankend vor der Wiener Karlskirche ist der große Banner unübersehbar, der derzeit auf der 1737 eröffneten Kirche angebracht ist: “Auch für dich ist Jesus auferstanden.” Für mich. Für uns alle. Auferstanden. Da kommen Erinnerungen an den Religionsunterricht hervor. Da denkt man über Auferstehung und Erlösung nach und kommt – um jetzt noch ein blödes Gleichnis in diesen andächtigen Blogeintrag zu packen – auf keinen grünen Zweig.

Die Inschrift an der Front der Karlskirche lautet: “Vota mea reddam in conspectu timentium Deum” - “Ich will mein Gelöbnis erfüllen vor denen, die Gott fürchten”. Der Hintergrund: Die Karlskirche wurde von Kaiser Karl VI. zum Gedenken an den Pestheiligen, Karl Borromäus, errichtet. Wobei ich mir noch immer nicht im klaren bin, ob man Gott fürchtet, sich also richtig fürchtet vor der heiligen Dreifaltigkeit oder Gottesfürchtigkeit im Wesentlichen bedeutet, dass man fromm ist? So viele Fragen, und unser Religionsexperte ist nach München ausgewandert.

Aber der Zusammenhang auf der Karlskirche ist mir jetzt zumindest klar: Wenn man diese beiden Inschriften in Zusammenhang setzt erkennt man klar:  Für Kaiser Karl VI. ist Jesus auferstanden, und zwar nur für ihn. Rätsel gelöst, thelogisches Gedanken-Kapitel abgeschlossen.

Das wars mit Ostern. Nächstes kirchliches Fest: Pfingsten – unser Lieblingsfest.

Des profils neue Kleider

Posted in Medien, Politik by eminenz on 7. April 2012

Der Frühjahrsputz kann so manche Raritäten zu Tage fördern. Diesmal wurde der Dachboden durchstöbert und dabei bin ich auf eine verstaubte Kiste mit archivierten Magazinen gestoßen. Mit Menschen auf dem Cover, an die man sich gar nicht mehr erinnerzt – “Wer ist Viktor K.” wird auf einem profil-Cover ja auch unverblümt gefragt – das war doch der mit den Gummistiefeln beim Hochwasser, oder? Mein allererstes erstandenes profil war jenes mit dem abgewandelten Plakat-Slogan von Jörg Haider: “Er hat euch belogen.”

Und der Klassiker schlechthin ist das profil-Cover mit dem nackten Kanzler Vranzitzky. Großartig und ein Aufreger. Soweit allerdings, dass Herausgeber Hubertus Czernin gekündigt wurde, trotz Protesten der Redaktion und von politischen Parteien. Aber dieses Cover führte auch zu einer Verurteilung, erwirkt von Vranitzky. Die “Zeitungswirren” von damals werden schön in einem Artikel der Süddeutschen beschrieben – danke an die Twitteria für die Hinweise.

Gar nicht gut für die Reputation. Auch die Änderungen im Machtverhältnis der profil-Besitzer taten dem Magazin nicht gut. Welch ein Unterschied zu den Titelstorys des Nachrichtenmagazins, die jetzt seit einiger Zeit präsentiert werden: Politische Themen findet man fast gar nicht mehr am Cover, dafür hat man sich psychologischen, gesundheitlichen, gesellschaftlichen – oder ich sags mal so: einfach UNNÖTIGEN Covern verschrieben. Fast scheint es so, dass man mit dem Schwestern-Magazin News um das fadeste Cover konkurriert. Oder soll das profil gar die neue “Ganze Woche” für die Intellektuellen werden? Alles ist möglich in diesem Verlag. Und genau deshalb schließe ich hiermit mit den Zeilen, die Armin Thurnher seit Jahren in seinem Falter-Leitartikel verwendet: Im Übrigen bin ich der Meinung, der Mediamil-Komplexnz muss zerschlagen werden.

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