Die Graue Eminenz

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Archiv für die Kategorie ‘Reise’

Ein Fußball-Irrlicht

Verfasst von eminenz am 18. Oktober 2009

Mitten im Zentrum von Sofia: Ein Lokal mit deutschen Spezialitäten und deutschem Bitburger-Bier (obwohl das bulgarische um einiges besser ist) und eigenem bayrischem Biergarten.

Und die Höhe: Hier residiert auch der bulgarische Fanclub für Bayern München. Unglaublich, auch Bulgaren können irregeleitet sein. Rote Karte. Und ein Hoch auf Levski Sofia.
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Reisen auf Kubanisch

Verfasst von eminenz am 9. Oktober 2009

Unterwegs vom Hanabanilla-Stausee zum Kurort im Nationalpark Topes de Colantes auf den Anhöhen über Trinidad. Die Straße ist mehr und mehr von Schlaglöchern übersät und mit der Beschilderung haben es die Kubaner auch nicht unbedingt. Also dem Kompass vertrauen.

Interessant sind die Reisemöglichkeiten der Kubaner im Landesinneren: Man fährt auf der Ladefläche von Lkw’s mit, Pferdefuhrwerke sind Standard, im Nationalpark sieht man auch viele Reiter hoch zu Ross – interessanterweise ausschließlich Männer. Neben der Schlagloch-übersäten Straße Schilder, die die Revolution preisen. Castro und Che allüberall. Und in den Ortschaften sitzen die Männer vor den kleinen Markthallen in der Sonne und beobachten den Straßenverkehr. So schön zum die Seele baumeln lassen.

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Der aufgestaute Rio Negro: Hanabanilla-Stausee

Verfasst von eminenz am 21. September 2009

War eigentlich nur ein kleiner Abstecher zum zweitgrößten Stausee in Kuba: Der Hanabinala-Stausee zwischen Santa Clara und Topes de Colantes ist allerdings sehenswert. Und endlich mal kein einziger Tourist weit und breit. Auf jeden Fall haben wir uns einen ordentlichen Sonnenbrand geholt bei der fünfstündigen Bootsfahrt – ja, der See ist wirklich verdammt groß. Die beiden kubanischen Jungs, die mit dem Motorboot gefahren sind, haben die Sonne ein bisschen besser vertragen. Erfrischend war auf jeden Fall der Sprung unter den kleinen Wasserfall… Das Ausrutschen am glitschigen Felsen war weniger gut.

Der Hanabanilla-Stausee ist übrigens der einzige Stausee in Kuba, der auch zur Erzeugung von Elektrizität genutzt wird. Alle anderen Stauseen dienen für den Wasserausgleich der Flüsse und gegen Überschwemmungen – und als Wasserreservoir.

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In die Berg bin i gern…

Verfasst von eminenz am 8. September 2009

Der Titel ist zwar glatt gelogen, weil ich ja ein typischer Flachländler bin. Aber ab und zu sind die Berge ned amoi so schlecht. Diesmal wieder im Salzburger Land. Ziel: Die Südwiener Hüttn da irgendwo bei Obertauern. Und daunn aufi aufn Spirtzinger auf ca. 2100 Meter. Warn immerhin 800 Meter Höhenunterschied zum Gehen.

Was einen als Flachländler immer wundert: Warum grüßt jeder Bergwanderer, am besten mit „Griassenggggchhh!“?? Wir warn ja ned in Tirol!

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Zu Gast bei Che Guevara

Verfasst von eminenz am 2. September 2009

Nach dem Varadero-Aufenthalt haben wir uns ein Auto ausgeborgt und waren dann sieben Tage unterwegs. Erste Station war Santa Clara. Beim Hinfahren haben wir uns einmal absolut blöd verfahren und sind dann auf einem Feldweg unterwegs gewesen, da wars fast ein bisschen unheimlich so zwischen Industrieruinen und Kleinbauern.

Und die erste Begegnung mit der zentralen Autopista: Die Autobahn ist sechsspurig, ohne Bodenmarkierung, mit Schlaglöchern so groß wie ein Auto, Pferdefuhrwerke kommen dir entgegen. Die Auffahrten sind wie ein Kreuzung gelöst. Und es kommt schon vor, dass man plötzlich bei einem Stoppschild steht, weil eine Bahn quert. Unter den Brücken warten die Kubaner auf Mitfahrgelegenheiten.

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In Santa Clara haben wir uns auch mal gscheit verfahren – und waren etwas überfordert mit dem Trubel auf den Straßen. Gottlob haben uns zwei junge Radfahrer zu einem Hostel dirigiert, das zwar voll war, aber wir sind gleich ums Eck in eine Casa Particular vermittelt worden. Am Abend waren wir dann schon an den Trubel mit den vielen Radfahrern und Fuhrwerken auf der Straße gewöhnt. Das Stadtzentrum ist ein riesengroßer Platz mit Kolonialbauten und einem Hotel-Klotz, auf dem noch die Einschusslöcher der Revolutions-Kämpfe prangen.

Che Guevara ist überall präsent. Als Memorial aufgebaut sind die Waggons des Zuges, den Ches Truppen im Dezember 1957 entgleisen ließen. Damit fiel ihnen eine Munitionslieferung für die Truppen des Diktators Batista in die Hände, viele Soldaten der Batista-Truppen liefen über, Guevara konnte die Stadt einnehmen. Wenig später setzte sich Batista ins Ausland ab, die Einnahme der Stadt war also entscheidend für den Vormarsch nach Havanna, wo die Revolutionäre rund um Fidel Castro euphorisch empfangen wurden.

Auch das Grabmal von Che ist in Santa Clara, bekrönt von einem großen Denkmal des einstigen Mitstreiters Castros, das ihn als Guerillakämpfer mit allen Requisiten – Tornister, Maschinenpistole und Handgranate – zeigt. Umgeben ist das Denkmal von mehreren Steinen mit Aussprüchen Guevaras über die Notwendigkeit einer Revolution in ganz Lateinamerika und Aussprüchen Fidel Castros zu seiner Person. Der Ausbau der Stadt Santa Clara soll so erfolgen, dass diese Grabstätte samt Denkmal einmal den Mittelpunkt der Stadt bildet. Bisher gibt es aber nur einen riesigenAufmarschplatz neben dem Monument.

Die sterblichen Überreste von Che Guevara wurden ja erst 1997 in Bolivien gefunden und nach Kuba überführt. Che hatte sich nicht mit dem Sieg der kubanischen Revolution geschlagen geben und war nach Gastspiel im Kongo wieder guerillakämpfend in Südamerika, wo er in Bolivien geschnappt und exekutiert wurde.

Was war sonst noch in Santa Clara: Wir haben ziemlich nette Kubaner kennengelernt – und gelernt, dass man manchen auch davonlaufen muss, weil sie nervig ihre Zigarren anbringen wollen oder sonstwas andrehen wollen. Und das mit dem sambatanzenden Kubaner ist nur eine Sage, die nicht stimmt. In Wirklichkeit sitzt der Kubaner am Abend vor seinem Haus auf der Türschwelle oder in seinem Schaukelstuhl vor dem Fernseher.

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Varadero: Das All-Inclusive-Dorado

Verfasst von eminenz am 23. August 2009

Varadero ist weltbekannt für seine schönen Sandstrände – und Abertausende Touristen tummeln sich dort auf der über 20 Kilometer langen Halbinsel ca. 140 Kilometer östlich von Havana.  Es ist die Domäne der All-Inclusive-Hotels – viele fahren dort zwei Wochen hin und erklären dann, dass sie in Kuba waren. Aber das stimmt so nicht ganz:  In Varadero lernt man Kuba nur bedingt kennen, Kubaner dürfen hier teilweise nicht mal rein.

Nur am Beginn der Halbinsel, wo wir waren, bekommt man einen kleinen Einblick in die kubanische Seele und das kubanische Leben. Die reichen Kubaner bzw. die guten Parteisoldaten dürfen am Beginn der Halbinsel urlauben. Und auch wir sind dort abgestiegen, im Hotel Herradura direkt am Strand.

Als „seelenlos“ wird Varadero in Reiseführern beschrieben – das stimmt bedingt leider sogar. Hier ist der Massentourismus zuhause. Als Einstieg in unsere Kuba-Tour war es aber ganz gut gewählt: Kubanisches Lebensgefühl in der Light-Version. Als kleiner Starter: Denn auch hier wird an den Oldtimer-Autos herumgeschraubt. Und auch hier gibts die Kubaner, die Siesta vor dem Haus machen. Und auch hier stehen die Kubaner mit dem Plachea-Rum-Tetrapack im Meer und kommen so ins karibische Feeling – und das am Atlantik.

Eigentlich wollten wir ja in einer Casa Particulare wohnen – so etwas wie eine private Frühstückspension. Aber das gibts – zumindest offiziell – in Varadero nicht. Aber trotzdem waren wir mal bei einer älteren Dame in ihrer Casa am ersten Abend – vermittelt hat sie uns dann aber „nur“ ein günstiges Hotel…

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Cuba Libre

Verfasst von eminenz am 17. August 2009

Die Blog-Pause ist vorbei.

Enstanden ist das vorübergehende Ende des Kunstschaffens auf dieser Seite durch unseren fast vier-wöchigen Trip durch Kuba. Mit diesen hyperlangsamen Internetverbindungen auf der Karibikinsel war gar nichts mit Internet anzufangen.

Aber jetzt gibts wirklich viel zu erzählen. Über Kuba und die Menschen. Und die Touristen. Über Havana, Santa Clara, Trinitad, Confiegos, Vinales und die Strände von Varadero bis zur Schweinebucht. Von Wasserfällen und Autofahrten. Von Odtimern, Ochsen und Pferdegespannen. Von Cerveza Cristal bis Mojito bis Cuba Libre. Von Che Guevara, Fidel Castro und die politische Einstellung der Kubaner.

Also kommt hier viel. In Wort und Bild und bald!

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Jubiläumswarte und Troppberg und Hirschenberg

Verfasst von eminenz am 6. April 2009

Die Pedale haben geglüht. Denn wir haben dem Mountainbike mal gezeigt, wieso es so heißt – dabei aber die Stadtgrenze von Wien gar nicht mal so weit hinter uns gelassen. Bis Gablitz haben wir es geschafft und dort das neue Haus von einem guten Freund mal begutachtet.

Aber zuvor mal durch die ganze Stadt, vorbei beim Argus Bike Festival - ein Kollege hat hier wirklich großartige Bilder geschossen – und dann raus Richtung Penzing. Vorbei beim Ottakringer Bad rauf zum Steinhof, weiter auf die Kreuzeichen-Wiese und noch ein Stückl bis zur Jubiläumswarte. Abfahrt über den Hüttelberg, dann beim Camping West wieder rauf Richung Kolpeterberg und von dort runter nach Mauerbach.

Dort hama dann mal gejausnet. Und dann kam das steilste Stück. Die Troppbergstrecke rauf, um über den Berg nach Gablitz zu kommen. Das hat richtig weh getan. Nur meine Liebste hat durchgehalten wie eine Gämse. Alle Achtung!

Oben auf dem Bergkamm dann die Hirschenberg-Strecke entlang und dann runter nach Gablitz. Geschafft. War einiges an Höhenmetern. Und ca. 56 Kilometer kreuz und quer durch den Wienerwald. Gutes Training.

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Frühlingserwachen in der Lobau

Verfasst von eminenz am 30. März 2009

Der Frühling hat am Samstag gezeigt, dass es ihn doch gibt. Er wollts wohl Armin Wolf heimzahlen, der in der letzten Woche in der ZIB2 vor dem Wetterbericht meinte: „Der Winter geht ja heuer übergangslos in den Herbst über.“

Sonnenschein, rauf aufs Rad! Über den Prater auf die Donauinsel und weiter in die Lobau. An der Dechantlacke haben wir einen Käfer beobachtet, der aus dem Winterschlaf erwacht ist. Auf der anderen Seite des Teichs spielte ein Saxahponist seine Melodien. Weiter über den Schilfgürtel auf der Holzbrücke, die von den Melker Pionieren erbaut worden ist. Und dann weiter Richtung Panozzalacke.

Vorbei an wohl duftendem Bärlauch und Schneeglöckchen (Achtung, die stehen unter Naturschutz, also nicht drauf herumtrampeln!). Und dann sind wir eingekehrt ins Knusperhäuschen. Und brav hat meine liebste Begleiterin ihr Rad abgesperrt, zu mit dem Schloss, um dann vor Schreck zu erstarren: Kein Schlüssel fürs Schloss dabei! Tja, das hieß: Nächste Busstation suchen und mit den Öffentlichen heimwärts zum Auto, um danach das Rad abzuholen, ohne den Schlüssel zu vergessen. Und ich bin einsam nachhaus geradelt. Mit dem Wind im Rücken. Dem Frühling entgegen.

Am nächsten Tag hat es übrigens den ganzen Tag über geregnet. Doch wieder Herbst.

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Da passt noch das Goehte-Gedicht dazu, das man sogar schon in der Schule lernt, auch wenns noch nicht ganz passt, weil es „Osterspaziergang“ heißt:

Vom Eise befreit sind Strom und Bäche
durch des Frühlings holden belebenden Blick,
im Tale grünet Hoffnungsglück;
der alte Winter, in seiner Schwäche,
zog sich in rauhe Berge zurück.
Von dort her sendet er, fliehend, nur
ohnmächtige Schauer körnigen Eises
in Streifen über die grünende Flur.
Aber die Sonne duldet kein Weißes,
überall regt sich Bildung und Streben,
alles will sie mit Farben beleben;
doch an Blumen fehlt’s im Revier,
sie nimmt geputzte Menschen dafür.
Kehre dich um, von diesen Höhen
nach der Stadt zurückzusehen!

>>Hier gibts das ganze Gedicht in voller Länge

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Montmartre – Auf den Spuren von Amelie

Verfasst von eminenz am 12. März 2009

Bisher hatt ich es ja nur aus einer Schlüssel-Filszene aus dem wunderaberen Film „Die fabelhafte Welt der Amelie“ gekannt. Und plötzlich stand ich selbst dort. Umringt von deutschen Touristen in Montmartre. Alle zielstrebig zur Kathedrale Sacré-Cœur.

Und alle, alle auf den Spuren der Amelie – und es schaut dort wirklich genauso aus wie im Film…

Das ehemalige Künstlerviertel ist leider ein Eck zu über-touristisch erschlossen. Aber die Maler sitzen noch immer auf ihrem Platzl und malen jetzt halt die Touristen anstatt den Intellektuellen.

Ein großes Plus für die ein bissl in den engen Gassen abgelegenen Cafes. Und ein großes Plus an die Küche und die wunderbaren Crepes.

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