DIE GRAUE EMINENZ

Depeche Mode: Der Rückzug auf die Kernkompetenz

Posted in Konzert, Szene by eminenz on 9. Februar 2014

Depeche Mode in der Wiener Stadthalle. Ausverkauft. Ein Sammelsurium von Konzertbesuchern in den verschiedensten Altersklassen – doch natürlich ein Überhang der Mode-Fans, die auf die Klassiker stehen. Die letzten drei Alben, die in der elektronischen Szene für Beifall sorgten, werden von diesen Fans nicht unbedingt mitgetragen. Und das weiß die Band: Auch wenn der Opener des Konzerts von der neuen CD kommt: Man bemüht sich nichtmal, den Titel “Welcome to my World” live so umzusetzen, dass Stimmung aufkommt. Denn Stimmung gibt es vor allem bei den Klassikern: “Personal Jesus”, “Enjoy the Silence”, “I feel You” um nur drei zu nennen. Hier ist die Kernkompetenz der Band: Die großen Hits seit vielen Jahren in eingepassten Live-Versionen zu performen, die das Publikum befriedigen. Das funktioniert gut, lässt bei uns nur den schalen Geschmack zurück, dass die Band trotz guten neuen Studioalben (ausgenommen die auch beim Konzert verunglückte Single “Heaven”) keine neuen Standards mehr setzen will, zumindest nicht live.

Übrigens hervorragend wie immer: Christian “Angelface” Eigner an den Drums, der österreichische Beitrag in der Live-Formation. Und ein zweites übrigens: Die Acoustic-Songs, die von Martin L. Gore performt werden, könnte man sich einfach sparen, das zeigt das Wegfluten des Publikums während dieser Songs zu den Bierständen. Natürlich ein drittes übrigens für Dave Gahan: Er ist die Rampensau der Band, der mit Coolness und nacktem Oberkörper noch immer die Herzen des weiblichen Publikums höher schlagen lässt.

Doch Kollege Peter Huber hat diese Eindrücke noch eindringlicher zusammengefasst, ein LeseTipp:
>>Depeche Mode in Wien: Gefangen in der Routine

Oben. Ganz oben.

Posted in Szene, Wien 2.0 by eminenz on 19. Januar 2014

Wo und was ist Oben in Wien? Nicht so wie in der Provinz im Keller-Tiefbau, nicht so wie in München als Kellerbar – in Wien ist oben wirklich „Oben“. Bis April residiert der „Club der ZeitgenossInnen“ vor allem im obersten Stockwerk der Lehargasse 7, im altehrwürdigen Gebäude, in dem einst die “Telephoncentrale 1″ der k.u.k Post- und Telegraphenverwaltung residierte.

Hinter Oben steht ein Verein, der von Michael Stefanofsky, Axl Schreder (Café Français) und Franziskus Kriegs-Au (Stadthaus-Galerie) geführt wird. Und hier soll Kunst auf Zeit geboten werden: Alle zwei bis drei Wochen werden im Obergeschoß des Gebäudes neue Kunst und Installationen gezeigt. Und die Nächte kann man sich mit Wiens bekanntesten Alternative-DJs um die Ohren Schlagen.

Was bei Oben überrascht und überwältigt: Die riesengroßen beiden Säle, die einen Hauch der Kaiserzeit vermitteln – und das Vergängliche daran, sichtbar an den bereits begonnenen Demontage-Arbeiten. Sollen ganz oben doch Luxus-Büros eingerichtet werden – und das korreliert einfach nicht mit dem Nimbus des Untergegangenen.

Was daneben noch überrascht, allerdings negativ: Der Spritzwein aus der Flasche. Das ist einer Weinstadt wie Wien nicht würdig. Ganz nach unten damit.

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Fesch!

Posted in Graue Kunst, Szene, Wien 2.0 by eminenz on 17. November 2013

Fesch’Markt in der Ottakringer Brauerei: über 180 Jungdesigner, Künstler, Junggastronomen und Kreative stellten aus: Design, Kunst, Mode, Schmuck, Accessoires, Grafik und Produktdesign. Sie stellten nicht nur aus, sie verkauften auch, denn wie heißt es auf der Fesch’Makrkt-Homepage:

Von der Hand im Mund zu leben ist zwar sexy, aber unrealistisch.

Und das gab es zu sehen: Katzenlampen, bunte Kabelverteiler, weiche Polster, Schweine-USB-Sticks, Stoffpapageien, Gugelhups (oder -hupfe), Pommes-T-Shirts, Holz-Sonnenbrillen, Design-Stofftaschen, Totenköpfe, weiche Stoffponys, Holzgeweihe, Traumfänger, Karikaturen, Godkehlchen Cider, Strickhauben, Fe(ti)sch(e) und vieles mehr.

Das Volksstimmefest. Einfach nostalgisch.

Posted in Politik, Szene, Wien 2.0 by eminenz on 2. September 2013

Das gemütlichste Fest des Jahres auf der Jesuitenwiese im Wiener Prater: Seit 1946 feiert die KPÖ das Volksstimmefest. Damals das größte Freiluftfest der Stadt ist es heute ein sehr gemütliches Beisammensein mit einem Quäntchen “Ostalgie”. T-Shirts, Taschen und Sticker mit Hammer-und-Sichel-Aufdruck oder Che Guevara werden feilgeboten, auf Infoständen und Diskussionsrunden präsentieren sich linke Vereine, Parteien und Initiativen. Hier lebt er, der Traum von einer Welt ohne Klassen. Wie steht es auf dem Flyer der Kommunistischen Jugend: “Im Kapitalismus ist alles deppert” und verkauft wird am KJÖ-Stand dementsprechend der billigste Weiße Spritzer des Festes. Und natürlich gibt es heuer auch ein bisschen Wahlkampf. Nicht nur von der KPÖ, auch von den Grünen und Piraten. So offen gibt sich die Linke in Österreich. Man könnte meinen mit vereinten Kräften.

deppert

Sharp Dressed Man

Posted in Konzert, Party, Szene by eminenz on 7. Juli 2013

Gimme all your Lovin’, Sharped Dressed Man, Legs. In the Army now, Whatever You Want, Rockin’ All Over the World. Texanische Wüsten-Rocker versus englische Rock-Gentlemen. ZZ Top vs. Status Quo. Wiesen. Lovely Days. Perfekte Choreographie. Lange Bärte. Partystimmung. Und teures Bier. Bleibt nur die Frage: Wieso wird das Lovely Days noch immer in der Mehrzahl geschrieben, obwohl das Festival seit langem nurmehr an einem Tag stattfindet? Und eigentlich noch eine zweite Frage: Wie viele Leute kann man noch auf das Gelände in Wiesen schlichten? – das Gedränge war schon fast beängstigend.

>>Alle Infos und Fotos gibts hier

Arena Dolls

Posted in Konzert, Szene, Wien 2.0 by eminenz on 5. Juli 2013

Amanda Palmer live in der Arena. Getragen vom Publikum auf einer Welle, Stage-Diving mit riesigem Regenbogen-Schleier, ohne mit der Stimme zu brechen, ohne auf den Boden zu fallen, aber unter den Argus-Augen der Security. Dresden Dolls? Schon lang nicht mehr. Sie allein ist die Hauptprotagonistin der Vienna Dolls. Vielmehr: Arena Doll.

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Bunter Regenbogen: “Seid wild und tut was schönes”

Posted in Party, Szene, Wien 2.0 by eminenz on 15. Juni 2013

Regenbogenparade in Wien. Sonne, nackte Haut, laute Beats, ein Korso “andersrum ” um den Wiener Ring – eine bunte vielfältige Demonstration gegen die Diskriminierung von Homosexuellen und Transgender-Personen. Lasset die Bilder sprechen.

>>Alle Bilder und Informationen

Schön is so a Mulatschag

Posted in Konzert, Szene, Wien 2.0 by eminenz on 13. Mai 2013

Stefan Weber und Drahdiwaberl sind im Museum angekommen. Und das im spießiegen Wien: Mit ihren Attacken gegen das Establishment und gegen die Spießer, exzessiven Shows und pornografischen Andeutungen auf der Bühne haben sie im Blutrausch schon vor Jahrzehnten mit der Wiener Gemütlichkeit aufgeräumt. Weber ist zwar schon schwer von seiner Krankheit gezeichnet, aber man sieht ihn förmlich aufblühen auf der Bühne. Und er und seine Mannschaft können ihn noch immer, den Mulatschag. Zwar jetzt schon am Nachmittag, aber für eine Ausstellungseröffnung schneuzen und kampeln sich auch die Mannen von Drahdiwaberl mal. Dass Wien nicht mehr so spießig ist wie vor dreißig Jahren hat man übrigens daran erkannt, dass Dutzende Kinder von ihren Eltern hochgehoben wurden beim Konzert. Wie haben die Eltern wohl den Kleinen den Mulatschag erklärt?

Die Ausstellung ist übrigens noch bis 15. September im Wien.Museum zu sehen.

Als Vorgeschmack gibt es auch eine Online-Ausstellung der Wienbibliothek Digital.

Es geht um die Wurst

Posted in Szene, Wein, Wien 2.0 by eminenz on 10. April 2013

Käsekrainer, scharfer Senf, Pfefferoni, Brot. Und dazu ein Dosenbier. Nicht grad vegan, aber eine schöne Menage beim Würstelstand. Besser als jeder ein-Euro-Cheeseburger von Macs und Kings. Oft hat der Würschtler schon mutmaßlich Leben gerettet – wenn man des Nachts durch die Stadt irrte mit einem Riesen-Hunger.

Kunsthistoriker Sebastian Hackenschmidt und Fotograf Stefan Olah haben nun einen Bildband veröffentlicht, in dem 95 Exemplare des “Kleinen Sachers” – wie die Zweckbauten nicht nur in der Literatur genannt werden – bildlich verewigt sind. Sebastian Hackenschmidt setzt sich vor allem mit dem Würstelstand als soziokulturelles Phänomen auseinander, das zudem mit idiomatischen Eigenheiten aufwartet – siehe “a r ogschöde buanwuascht”, die H.C. Artmann in seinem Gedicht “Wos an weana olas en s gmiad ged” würdigt.

Präsentiert wurde der Band standesgemäß in einem “Ekazent” in einer Radatz-Filiale. Bei Gratis-Würstel, Gratis-Bier und Gratis-Wein stellten sich die Würstelstand-Liebhaber gerne an und die Seitenblicke-Gesellschaft war in ihrem Element. Thomas Maurer hielt die Laudation auf das Buch, die Schrammeln spielten. Es ging halt um die Wurst.

Unser Buchtipp: 95 Wiener Würstelstände. Sebastian Hackenschmidt und Stefan Olah. Verlag Anton Pustet.

Die Bilder sind bei der Präsentation im Ekazent Hietzing entstanden, die letzten drei Bilder sind aus dem Buch.

>>Mehr Bilder:  95 Wiener Würstler: ”Wurst essen als emotionales Erlebnis”


Roboter und Boboter

Posted in Szene, Wien 2.0 by eminenz on 5. März 2013

Mensch und Maschine. Blechtrottel und Plastikhand. Minenroboter und Mähroboter. Metalllegierung und Plastikfigur. Maschinenmenschen und Humanoide. Bender und Futurama. Science und Ficiton. Vision und Realität. Utopie und Realität. Wählscheibe und Automaten. Robben und Boboter. Wundermaschine und künstliche Intelligenz. Cocktailrobotik und Feinmotorik. Metropolis und Minensucher. Industrieroboter und Blechmänner. Schaltkreise und Schachtürke.

Im Technischen Museum bis 14. Juli. Nicht nur für Bobos und Boboter.

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