Hupf in Gatsch
XCrossRun auf der Donauinsel. Laufen alleine dürfte einfach schon zu fad sein – darum haben sich insgesamt 1200 Läufer über Strohballen-Hindernisse, Reifen- und Sandfelder und durch Schlammgräben gequält. Natürlich hatten diese Herausforderungen viel coolere Namen von den Veranstaltern bekommen, wie man HIER nachlesen kann.
Einigen Läufern war nach der Fünf-Kilometer-Runde über Stock und Stein richtig anzusehen, dass sie bis an ihr Limit gegangen waren. Aber dafür wurden sie von den Hansplast Cheerleaders bejubelt. Wär interessant, wieviele Läufer dann von ihnen verarztet worden sind. Aber das ist eine andere Geschichte.
>>Die Profi-Bilder vom Event: DiePresse.com-Galerie
Jo, wir san mitn Radl do…
Seit kurzem ist in der Innenstadt der Bundeshauptstadt das Wiener Radtaxi von Georg Bacher unterwegs. Mit robustem Rahmen, 7-Gang-Schaltung, Scheibenbremsen und Zusatz-Elektromotor gleitet man mit ganz eigenem Fahrgefühl durch die Stadt. Und das Rad von Georg schaut einfach schicker aus als die “Faxis” – man fühlt sich wie auf einer Rikscha. Die Testfahrt hat mich überzeugt, steigt doch auch mal ein
Stadtspaziergang per Rad: Stadt am Wasser
Wasser, viel Wasser gibt es in Wien. Von der Donau über die Donauinsel über die Alte Donau. Schwimmende Gastgärten gegenüber vom Gänsehäufl mit Blick auf die Skyline der Donauplatte. Aulandschaften im Mühlwasser – mit quakenden Fröschen und Melodien von vielen Wasservögeln. Und von dort in den Nationalpark in der Lobau. Natur pur und ein gutes Jauserl im Knusperhäuschen. Und nach dem bewundernden Blick auf die Surfer, die auf der Donau im Kreis gezogen wurden blieben die Augen gleich nochmal offen stehen beim Harley-Davidson-Treffen auf der Donauinsel. Da war dann Schluss mit Wasser. Benzingeruch und knatternde Motoren. Und starke Männer mit ihren Maschinen. Gib Gummi.
Miau schlägt WauWau
Moritz, Luca, Momo, Sonia und Thomas. Das sind die Namen auf einer Karte in einem Café in Wien, das sind die Namen der Katzen im ersten Katzen-Café Wiens. Um Missverständnissen vorzubeugen: Nein, man bestellt natürlich nicht eine der Katze und lässt sie am Spieß braten. Ganz im Gegenteil. Neben dem Kaffee-Trinken kann man im Café Neko in Wien Katzen streicheln oder sie einfach beobachten. Die vierbeinigen Schmusetiger stammen aus dem Wiener Tierschutzhaus. Lange wurde dieses Konzept, das aus Japan stammt vorbereitet. Jetzt sind alle amtlichen Auflagen erfüllt: Die Katzen können sich auf Kratzbäume zurückziehen und per Katzenklappe ganz in einen Ruhe-Raum verschwinden. Auch in die Küche gibt es keinen Eintritt. Verboten sind übrigens Hunde. Und so sind am Samstag nach der Eröffnung einige Gäste erschrocken aufgesprungen, als eine Dame mit Schoßhund in das Cafè Neko reinschneite. Ihre Reaktion: Sie hielt ihrem Hündchen die Augen zu…
Stadtspaziergang: Vom Polizeistaat-Graffiti bis zum Stadtfahrzeug
Wenn man die Augen offen hat beim Spaziergang durch die Stadt, fallen die Kleinigkeiten auf, die durch die Wiener Stadtbild-beeinflussend sind. Graffitis auf öffentlichem Inventar mit eindeutigen Verweisen darauf, was den Wiener stört beispielsweise. Oder Straßen, die durch versetze Schilder scheinbar zugewachsen sind. Und verspielte Stadtfahrzeuge – natürlich mit Verbotsschild drauf. Denn ein Wiener lebt erst durch Verbote auf. Das kennt er seit Metternich. Und auch wenn darüber gesudert wird: Ohne Verbote wär der Wiener kein Wiener. Und auch wenn über die “Kiwarei” geschimpft wird: Im Zweifelsfall werden “die da oben” schon recht haben. Und wenn nicht: “Da kann man eh nix machen.” Die tiefschwarze, obrigkeitshörige Wiener Seele.
Stadtspaziergang: Rund um den Karlsplatz
Der Wiener Karlsplatz hat schon einige Transformationen durchgemacht: Bevor noch die Karlskirche dort gestanden ist war dort eine Aulandschaft. Die Karlskirche sollte in Blickachse zur Hofburg eine “via triumphalis” bilden – das wurde nie verwirklicht. Dafür wurde der Wienfluss überbaut und seit den 70er-Jahren ist der Platz ein Verkehrsknotenpunkt, ober- wie unterirdisch. Die kleine Stadtautobahn die im Sinn des Autobooms am Karlsplatz entstanden ist – tja, schön für jeden Gasfuß, wenig ausgeklügelt um Staus zu vermeiden und ganz schlecht für einen lebenswerten Platz. Noch dazu kamen Bausünden wie das Gebäude zwischen Wien-Museum und Karlskirche.
Jetzt wird wieder einmal umgebaut, jetzt mal in der unterirdischen Passage. Oberirdisch wird über eine fußgängergerechtere Umgestaltung nachgedacht und ein Wettbewerb nach dem anderen gestartet. Egal, wo es hingeht, die Blickachsen am Karslplatz und seiner Umgebung können faszinieren. Hier stoßen Moderne, verstaubtes Wien und zerbröckelnde K.u.K-Atmosphäre zusammen. Man muss nur kurz innehalten und beobachten. Nehmt euch Zeit und macht euch den Karl.
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“Auch für dich ist Jesus auferstanden!”
Ostern, das höchste Fest der Kirche. Es hat allerdings zumindest im baulichen Sinn der Kirche ohne mich stattgefunden. Ein bisschen hat mich allerdings die Kirche über ein paar Ecken zum Nachdenken gebracht. Kaum in einem theologischen Zusammenhang, aber doch: Sonnentankend vor der Wiener Karlskirche ist der große Banner unübersehbar, der derzeit auf der 1737 eröffneten Kirche angebracht ist: “Auch für dich ist Jesus auferstanden.” Für mich. Für uns alle. Auferstanden. Da kommen Erinnerungen an den Religionsunterricht hervor. Da denkt man über Auferstehung und Erlösung nach und kommt – um jetzt noch ein blödes Gleichnis in diesen andächtigen Blogeintrag zu packen – auf keinen grünen Zweig.
Die Inschrift an der Front der Karlskirche lautet: “Vota mea reddam in conspectu timentium Deum” - “Ich will mein Gelöbnis erfüllen vor denen, die Gott fürchten”. Der Hintergrund: Die Karlskirche wurde von Kaiser Karl VI. zum Gedenken an den Pestheiligen, Karl Borromäus, errichtet. Wobei ich mir noch immer nicht im klaren bin, ob man Gott fürchtet, sich also richtig fürchtet vor der heiligen Dreifaltigkeit oder Gottesfürchtigkeit im Wesentlichen bedeutet, dass man fromm ist? So viele Fragen, und unser Religionsexperte ist nach München ausgewandert.
Aber der Zusammenhang auf der Karlskirche ist mir jetzt zumindest klar: Wenn man diese beiden Inschriften in Zusammenhang setzt erkennt man klar: Für Kaiser Karl VI. ist Jesus auferstanden, und zwar nur für ihn. Rätsel gelöst, thelogisches Gedanken-Kapitel abgeschlossen.
Das wars mit Ostern. Nächstes kirchliches Fest: Pfingsten – unser Lieblingsfest.
Die Knospen sprießen wieder am Steinhof
Jedes Jahr wieder. Der Frühlingsspaziergang am Wiener Steinhof. Das Gras noch recht gelbstichig. Die Bäume erst mit zarten Knospen. Doch schon sehr warm. Darum sieht die große Wiese aus der Entfernung aus wie ein Haufen bunter Ameisen, bunte Ameisen, die sich sonnen. Doch Vorsicht! Das Märzenkalb treibt noch sein Unwesen – und man ist schwuppdiwupp krank ((c) meine Oma).
Vor dem Tor
Vom Eise befreit sind Strom und Bäche
Durch des Frühlings holden, belebenden Blick,
Im Tale grünet Hoffnungsglück;
Der alte Winter, in seiner Schwäche,
Zog sich in rauhe Berge zurück.
Von dort her sendet er, fliehend, nur
Ohnmächtige Schauer körnigen Eises
In Streifen über die grünende Flur.
Aber die Sonne duldet kein Weißes,
Überall regt sich Bildung und Streben,
Alles will sie mit Farben beleben;
Doch an Blumen fehlts im Revier,
Sie nimmt geputzte Menschen dafür.
Kehre dich um, von diesen Höhen
Nach der Stadt zurück zu sehen!
Aus dem hohlen finstern Tor
Dringt ein buntes Gewimmel hervor.
Jeder sonnt sich heute so gern.
Sie feiern die Auferstehung des Herrn,
Denn sie sind selber auferstanden:
Aus niedriger Häuser dumpfen Gemächern,
Aus Handwerks- und Gewerbesbanden,
Aus dem Druck von Giebeln und Dächern,
Aus der Straßen quetschender Enge,
Aus der Kirchen ehrwürdiger Nacht
Sind sie alle ans Licht gebracht.
Sieh nur, sieh! wie behend sich die Menge
Durch die Gärten und Felder zerschlägt,
Wie der Fluß in Breit und Länge
So manchen lustigen Nachen bewegt,
Und, bis zum Sinken überladen,
Entfernt sich dieser letzte Kahn.
Selbst von des Berges fernen Pfaden
Blinken uns farbige Kleider an.
Ich höre schon des Dorfs Getümmel,
Hier ist des Volkes wahrer Himmel,
Zufrieden jauchzet groß und klein:
Hier bin ich Mensch, hier darf ichs sein!
(Johann Wolfgang von Goethe, Faust I)
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Kreisky: “Blut schwitzen” beim Sitzkonzert
“Was für ein Trubel/Trouble: Zwei Mal wöchentlich im Proberaum Blut schwitzen, damit wir auf Tour ein lässiges Set mit vielen frischen Stücken und einigen seltener gespielten Nuggets präsentieren können.” Das was Franz Adrian Wenzl, der Frontman der für den Amadeus nominierten Band “Kreisky” in seinem Online-Tagebuch beschreibt, hat sich für das Publikum ausgezahlt.
Der Wiener Stadtsaal ist zwar nicht unbedingt die perfekte Location für ein Konzert der Rock-Rabauken – denn im bestuhlten Raum ist ein Tänzchen eher schwierig. Wobei das Wiener Publikum am Montag Abend recht müde war und sich lieber im Sitzen beschallen ließ. “Ihr könnt ja aufbegehren und aufstehen – aber ich weiß dass es schwierig ist, wenn der nächste Mensch eineinhalb Meter vor einem sitzt.” Dieser Aufruf von Wenzl verhallte fast wirkungslos, nur einige Steher ließen sich von den Sitzen reissen.
Dabei hatte das Konzert hohes Aufspring-Potential: Wenzl sang, schrie, bearbeitete sein Keyboard. Martin Max Offenhuber spielte die schärfsten Gitarrenriffs des Neo-Austropop (darf man dieses Wort eigentlich noch verwenden?). Gregor Tischberger malträtierte sein Bass-Ruder bis es am Boden die letzten verzerrten Töne ausspuckte. Klaus Mitter gab den Takt am Schlagwerk an – mal furios hämmernd, mal sperrig verspielt. Das gebotene Menü bestand aus den besten Kreisky-Kleinoden der bisher drei Alben und einigen frischen Stücken.
Und sie granteln nach wie vor: “Du wirst es nicht glauben, aber seit du weg bist, ist mein Asthma so gut wie verschwunden. Ich atme viel freier, bin beinahe schon glücklich und mein Asthma ist de facto überwunden.” Aber Kreisky ist nicht nur grantig, das zeigt ihre achtminütige Ballade “Menschen brauchen Liebe” auf dem dritten Album “Trouble” – ein Chanson, der eine Eifersuchtsgeschichte erzählt, tieftraurig, schaurig schön. Und doch mit dem Conclusio: “Was wir anzünden und wen wir anzünden – ist doch letztlich egal – Hauptsache, es brennt.”
Die Band präsentiert sich von Auftritt zu Auftritt souveräner und explosiver. Der Amadeus in der Kategorie Alternative wäre hoch verdient. Und wenn nicht, dann werden Kreisky einfach granteln. Wie im Song “Bitte, Bitte”: “Wenn ich sage, ich will niemanden sehen - dann will ich verschissen auch niemanden sehen.”
Schnipp Schnapp
Messer, Schere, Gabel, Licht – sind für kleine Kinder nicht!
Ob das auch für dieses altehrwürdige Scheren- und Messer-Geschäft in der Wiener Siebensterngasse gilt?
Und was wird wohl der Daumenlutscher davon halten?











































































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