Archiv für die Kategorie ‘Wien 2.0’
Verfasst von eminenz am 28. Oktober 2009
Die Besetzung geht weiter. Und die Besetzer bleiben basisdemokratisch. Am Dienstag Abend war der größte Hörsaal der Uni Wien brechend voll. Das Plenum der Audimax-Besetzer diskutierte über Wissenschaftsminister Johannes Hahn. Ihm soll das Angebot gemacht werden, dass er vor dem Plenum im Audimax auftritt. Was zu einer emotionalen Diskussion geführt hat. Die Basisdemokratie bleibt aber erhalten: Es wurde festgehalten, dass es für diese Bewegung keine Sprecher geben könnte, da immer nur das Plenum als Gesamtes auftritt.
Schwierig in Zeiten der straffen Pyramiden-Organisation. Ist das in einer sehr personifizierten Zeit, in der Inhalte sehr stark mit Persönlichkeiten verknüpft werden, überhaupt noch möglich? Das wird noch zu lösen sein: Wie können alle Individuen, die sich im Audimax versammeln, als Kollektiv und ohne Sprecher auch in den Sprachrohren sprich Medien und damit Öffentlichkeit reüssieren.
Kann man hier eine neue Art der Öffentlichkeitsarbeit generieren? Ohne sogenannte Befehlsstrukturen, von der Basis ausgehend? Kann man die Basis an der Stange halten? Und bleibt die Öffentlichkeit aufmerksam für die Forderungen, wenn sie nicht auf Personen hinuntergebrochen werden können?
Am Mittwoch gibts die Großdemo am Ring. Und einen Weltrekordversuch, dem man dem Bundesheer abluchsen will, diese gar nicht basisdemokratische Organisation hat ja am Nationalfeiertag Mambo getanzt. Ohne Waffen. Waffen gibts auch im Audimax nicht. Dafür den Versuch des Rekords im „Tanz den Freien-Bildungs-Mambo“. Ich bin gespannt.

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Vielen Dank an meinen Gastfotografen Daniel für die folgenden Bilder.


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Verfasst von eminenz am 25. Oktober 2009
Partys sind genug gefeiert, jetzt konzentrieren sich die Audimax-Besetzer aufs Plenum. Nach durchgefeierten Nächten war scharfe Kritik geübt worden. Nun wird gezeigt, dass es den Besetzern um ernste Anliegen geht.
Man will nicht so schnell aus dem Audimax weichen: Eine Volksküche wird aufgebaut, „die fähig ist, autark eine große Menge Menschen zu ernähren.“
Und der wichtigste Beschluss des Plenums vom Sonntag: Am Mittwoch ist eine Großdemo geplant, die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Für Montag ist ein Kulturprogramm der besonderen Art geplant: Vor dem Wissenschaftsministerium am Minoritenplatz soll es anlässlich des dortigen Tages der offenen Tür ein studentisches Straßentheater geben.
Man will sich auch mit anderen Gruppen solidarisieren, wie mit der Gewerkschaft, und mit internationalen Studentenvertretungen kooperieren.
Die Vernetzung ist ebenso in vollem Gang, hier die wichtigsten Links zur Homepage und zu den Facebook- und Twitter-Foren und vor allem zum Live-Stream:
http://audimax.ie.bagru.at/
http://twitter.com/Unibrennt
Homepage: www.freiebildung.at
Facebook: „Audimax Besetzung in der Uni Wien – die Uni brennt“





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Verfasst von eminenz am 24. Oktober 2009
Seit Donnerstag ist das Audimax der Uni Wien von Studenten besetzt. Die Forderungen: Eine „Re-Demokratisierung“ der Unis, keine Zulassungsbeschränkungen, genug Studienplätze für alle und „Geld für Bildung statt für Banken“.
Tausende harren im größten Hörsaal der Uni Wien aus. Alles organisiert über Twitter, Facebook und SMS. Es wird basisdemokratisch diskutiert – und am Abend gefeiert mit Bands und DJs. Also – auf in den Audimax, das muss man gesehen haben. Da muss man mitdiskutiert haben. Da muss man mitgefeiert haben.







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Verfasst von eminenz am 6. Oktober 2009
Wasserskispringen, Wasserkskifahren, Segeln, Rudern, Schwimmen, Fischern, Kanu-Fahren, Wasser, Wasser, Wasser, Wasser und Sport. So schauts auf der Wiener Donauinsel grad aus. Muss denn das sein? Da bekommt man echt ein schlechtes Gewissen, dass man da nur behäbig mit dem Mountainbike im ungebirgigen Gelände herumkurvt. Ich kauf mir ein Wasserbike. So schauts aus. Und dann werds schaun. So schnö kennts gar ned schaun.







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Verfasst von eminenz am 6. Oktober 2009
Rückkehr bzw. Wiedersehen mit der Gegend in Wien, in der ich re-stadt-sozialisiert worden bin. In der ich meine ersten beiden Wohnungen gehabt habe. In Wien-Favoriten. Für viele nicht gerade die beste Adresse fürs Wohnen. Für mich wars die beste Adresse, weil einfach spottbillig. Damals ist noch der O-Wagen vorbeigedonnert, jetzt ist dieses Stück der Favoritenstraße einbezogen in die Fußgängerzone. Eine wirklich gelungene Vitalisierung dieses Grätzls, das vor Jahren noch ziemlich brach dagelegen ist. Jetzt schauts ziemlich gemütlich aus.
Am Viktor-Adler-Markt wenig überraschend: Ein Fest der FPÖ Favoriten, das Oktoberfest. Scheinbar war hier vor wenigen Stunden auch H. C. Strache aufgetreten. Grotesk: Frauen mit Migrationshintergrund mit ihren Kinderwagen, an denen HC-Man-Luftballone baumeln. Und bei der Bühne wird beschwört: „Wir sind eine Familie“. Und nur die Blauen sind die Hüter über Ausstoßungen aus dieser Familie. Wie nett. Also so wie immer am Viktor-Adler-Markt. Die SPÖ hat hier sowieso kein Leiberl mehr.
Schnell weiter Richtung Böhmischer Prater. Vorher über die „gesperrte Abfahrt Simmering“ marschiert. Und sich wieder gefragt, wieso die letzen paar hundert Meter von dieser Tangenten-Abfahrt nie eröffnet worden sind und das ganze langsam verfällt. Was aber gut für die Vegetation dort ist. Und ein bisschen nach zerstörter Vorstadt-Industrie-Architektur riecht.
Oben auf der Wiese beim Vogental sieht man dann wirklich auf so ein Projekt der Industrie-Architektur: Die Gasometer. Dort drin würd ich auch nicht wohnen wollen. Nicht für viel Geld auf dieser Gstätten.
Weiter neben Äckern und fast zugewachsener BMX-Bahn (was war denn BMX schnell damals?) zum Vogelschutzgebiet. In Sichtweite des Butterteichs ist plötzlich eine neue Siedlung mitten im Naturschutzgebiet. Und der Hansl, der uns niederquatscht, kann noch dazu nicht verstehen, dass es sich hier um ein Projekt Integratives Wohnen handelt. Aber, wie er so schön sagt: “ Mir is jo wuascht“. Typisch wienerisch halt.
Der Böhmische Prater selbst hat sich in den letzten vier Jahren absolut nicht verändert. Der Blick vom kleinen Riesenrad ist noch immer herrlich, das Bier im Bierstadl schmeckt noch immer tschechisch, und sogar die Kellnerin ist noch immer dieselbe. Sehr beschaulich. Favoriten kann doch noch immer was.
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Verfasst von eminenz am 5. Oktober 2009
Einmal Schnapp und weg ist der Kleine: Was wirklich mit Kindern passiert, die sich in das groß geöffnete Krusty-Maul setzten, habe ich nicht beobachten können. Scheinbar hat sich niemand getraut. Aber zumindest konnten wir rausfinden, dass es der Clown ausschließlich auf Kinder abgesehen hat.
Gesehen im Böhmischen Prater in Wien.

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Verfasst von eminenz am 4. Mai 2009
1. Mai. Tag der Arbeit. Tag des tradidionellen Mai-Aufmarschs am Rathausplatz. Aus allen Bezirken ziehen die sozialdemokratischen Züge sternförmig zur Kundgebung. Seit einigen Jahren ist es auch für mich Tradition, dass ich mich unters Volk mische. Einmal bin ich auch mit „meinem“ Bezirkszug aus Penzing mitgewandert auf den Ring.
Heuer war ich dann etwas enttäuscht. Auch wenn die SPÖ von ca. 100.000 Teilnehmern gesprochen hat. So eng ists mir bei weitem nicht vorgekommen. Auch die Stimmung beim Zug der Teilnehmer am Ring war jetzt nicht unbedingt mitreissend in diesen Zeiten, wo viele um ihre Arbeitsplätze bangen und soziale Sprengkraft vorhanden sein müsste.
Da hat wohl der Onkel Hans in der Muthgasse alle Redner ein bisschen zurückgepfiffen. Elegant potschert hat da Bundeskanzler Faymann die Rufe seiner Genossen („Fiona muss zahlen“ auf einem Transparent“) umschifft. Keine neuen Steuern gerade jetzt. Jaja. Und obwohl der große Plakat-Poet H.C. Strache schon den Wahlkampf um Wien eingeläutet hat, war auch Bürgermeister Michael Häupl brav, wenig kämpferisch.
Das allerschlimmste: Der Vortrag des Liedes der Arbeit und der Internationale verhunzt in eine Musical-orchestrale Fassung im Kolonivits-Stil. Liebe Genossen, so wird man die kämpferischen Anhänger wohl eher einschläfern, als mobilisieren.
>>Hier gibts mehr Bilder vom Maiaufmarsch



Nach dem Maiaufmarsch ist es im gmiatlichen Wien Tradition, dass man in den Prater zum Praterfest fährt. Dieser Tradition gehen wir brav schon jahrelang nach. Picknickend immer am selben Platz gegenüber vom Mexikaner auf der Prater Haupallee.
Und so wird in Wien am Nachmittag und am Abend gesoffen anstatt soziale Kämpfe auszutragen. So ist Österreich. Hat ja damals der Figl auch schon alles im Vorfeld vom Staatsvertrag am Heurigen erledigt. Prost! bzw. Freundschaft!
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Verfasst von eminenz am 27. April 2009
Die Wiener Tschuschenkapelle mit ihrem „Obertschuschen“ Slatko Ninic ist eine der Konstanten in der Wiener Balkanmusik-Bewegung. Gegründet und bekannt geworden ist die Band schon weit vor dem Balkanmusik-Hype in dieser Stadt. Wie schreiben sie selbst so schön:
Die Wiener Tschuschenkapelle ist ein Garant dafür, das im Zeitalter der worldmusic das Multikulturelle nicht zu einem langweiligen, oberflächlichen Crossover degradiert wird.
Macht Spaß, Ihnen zuzuhören, mit ihrer etwas anderen Interpretation von türkisch-orientalen Serenaden bis zum Zigeunerjazz.
Ein schöner Act war im Burggarten vor dem Palmenhaus. Richtig chillig, im Gras liegend den Weisen der Tschuschen lauschend.
Das war übrigens einer der Events beim diesjährigen Wiener Stadtfest. Recht viel mehr interessantes war allerdings nicht dabei.
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Verfasst von eminenz am 26. April 2009
Ganz schön schnell ist der Sommer über Wien hereingebrochen. So schnell, dass vorerst die Sommer-Bars am Donaukanal gar nicht reagieren konnten. Jetzt aber ist überall eröffnet. An der Strandbar Herrmann bekommt man wieder keinen Platz im Sand und muss sich mit Ultra-Bobos herumschlagen.
Geheimtipp ist daher die Adria. Dafür muss man nicht nach Italien. Zur Salztorbrücke reicht. Kleiner als der Herrmann-Strand, dafür viel gemütlicher. Und statt der Aussicht auf den Uniqa-Tower – der am Abend mit äußerst interessanten Lichtinstallationen bespielt wird sieht man auf den Ringturm, den ersten sogenannten Wolkenkratzer aus den 50er-Jahren, der damals in unserem Städtchen aufgestellt wurde. Und der hat auch was zu bieten: Von der Beleuchtung seiner Antenne kann man die Wettervorhersage ablesen. Obwohl: An der Adria müsst doch immer schönes Wetter sein…


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Verfasst von eminenz am 8. April 2009
Wiener Schmäh auf den Wiener Mistkübeln. Die Stadt hat dazu ein Casting der besten Sprüche ausgerufen, die künftig auf den Kübeln picken sollen. Witzig oder nicht? Auswählen kann man zum Beispiel von „Für Kübeltäter“ über „Ganz Wien bleibt clean“ bis hin zu „Ich bin eine Dreck-Queen“.
>>Hier kann man abstimmen

Als Reaktion auf diese Aktion hat die FPÖ wieder eine wahre Perle von OTS-Meldung ausgeschickt. Die Textkünstler in der blauen Zentrale werden sich totgelacht haben. Oder ist das eher zum Weinen?
FP-Matiasek: Bruhahaaa – „witzige“ Mistkübelsprüche in den Müll
Sima setzt weiter auf kindischen Aktionismus statt auf Arbeit
Wien, 08-04-09 (OTS) – „SPÖ – samma net sehr super?“, „Sima setzt sich für sich selbst ein“, „Fetzen, Sima setzen!“, wären einige oberlustige Sprüche für die neue Sima-Aktion „Witzige Sprüche für Wiens Mistkübel gesucht“, schlägt die Wiener FPÖ-Umweltsprecherin LAbg. Veronika Matiasek vor. Während grillende Zuwanderer auf der Donauinsel und den Grillplätzen im Wienerwald an jedem schöneren Tag Müllberge hinterlassen und die Umwelt verschmutzen, kümmert sich SPÖ-Umweltstadträtin Sima um die nächsten Zeitungsfotos. Wenn sich Sima endlich um die Umwelt sorgen und nicht nur Werbung in eigener Sache machen würde, wäre der Wiener Bevölkerung sehr geholfen, sagt Matiasek.
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