DIE GRAUE EMINENZ

Alles renkt sich wieder ein

Posted in Erotinator, i.me.nenz, Konzert by eminenz on 26. November 2011

Gustav spricht mir aus der Seele. Und mit ihr die Trachtenkapelle Dürnstein.

Symphonisch, kitschig, schaurig,  schwarz und traurig, aber immer optimistisch. Und so schön.

Irgendwann geht das vorbei.

Ich habe eine Sehnsucht, nach der nächsten Katastrophe,
denn wenn wir gemeinsam leiden, fällt dieses Unbehagen ab.
Der Zufall ließ uns weiter leben, der Überdruss ging vor der Angst,
ließ uns einander fest umklammern und hoffen, für den nächsten Tag.

Mach aus den Städten Schutt und Asche, ich will nie wieder Sonnenschein,
ein Menschenleben weg genügt nicht, es müssen Gottesleben sein.
Ich will die Kinder weinen hören, die Mütter einsam fleh’n am Grab -
und keine Vögel soll’n mehr singen, nur unsere Melodien erklingen.

Alles renkt sich wieder ein, irgendwann geht das vorbei.
Der Schmerz tut weh und es wird besser, nur durch uns’re Melodie.
Lass den Kopf nicht hängen sweetheart, es wird alles wieder schön,
halt die Ohren steif my darling und unser Glück wird in Erfüllung gehn.

Während die Feigen Tode suchen, der Knechtschaft Qualen wolln entgehn,
sich ängstlich in den Abgrund stoßen, wird unsre Melodie bestehn.
Wir überwinden jede Hölle, ob Hagel, Blitze, Feuer, Glut.
Verwandeln klägliches Gesänge, in Harmonie und neuen Mut.

Alles renkt sich wieder ein, irgendwann geht das vorbei.
Der Schmerz tut weh und es wird besser, nur durch uns’re Melodie.
Lass den Kopf nicht hängen sweetheart, es wird alles wieder schön,
halt die Ohren steif my darling und unser Glück wird in Erfüllung gehn.

Himmelstrauer

Posted in Graue Kunst, Leben by eminenz on 29. Juni 2009

Am Himmelsantlitz wandelt ein Gedanke,
Die düstre Wolke dort, so bang, so schwer;
Wie auf dem Lager sich der Seelenkranke,
Wirft sich der Strauch im Winde hin und her.

Vom Himmel tönt ein schwermutmattes Grollen,
Die dunkle Wimper blinzet manches Mal,
So blinzen Augen, wenn sie weinen wollen, -
Und aus der Wimper zuckt ein schwacher Strahl. -

Nun schleichen aus dem Moore kühle Schauer
Und leise Nebel übers Heideland;
Der Himmel ließ, nachsinnend seiner Trauer,
Die Sonne lässig fallen aus der Hand.

Nikolaus Lenau (1802 – 1850)

Der Dreizehnte

Posted in Erotinator, Graue Kunst by eminenz on 13. Mai 2009

Es ist immer Freitag, der Dreizehnte, auch wenn er diesmal auf einen Mittwoch fällt

Es ist immer Freitag, der Dreizehnte, weil Dreizehn eine Primzahl ist

Es ist immer Freitag, der Dreizehnte, weil der Freitag nie Frei-Tag ist

Es ist immer Freitag, der Dreizehnte, weil überall Leitern stehen, durch die man durchgehen muss

Es ist immer Freitag, der Dreizehnte, weil schwarze Katzen an jeder Ecke lauern

Es ist immer Freitag, der Dreizehnte, weil jeder Tag derselbe ist.

Ich bin traurig.

Posted in Erotinator, Leben, Szene by eminenz on 10. Mai 2009

Aus gegebenem Anlass wiederaufgewärmt. Zuletzt gepostet im November:

Der Soundtrack für Tage wie diese. Da gehts einem dann zwar nicht besser, wenn man das hört, aber man kann sich noch mehr in der Scheiße suhlen. Perfekt.

„Ich bin traurig und irgendwie schon den ganzen Tag nicht gut drauf. Mir fliegt die Welt heut um die Ohren, und das Leben nimmt so seinen Lauf.“

Tanz Baby!

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Blauboad

Posted in Graue Kunst, Wien 2.0 by eminenz on 4. Januar 2009

Weil nurmehr so wenig Wienerisch gesprochen wird und das Derbe hochgehalten werden muss: Ein H. C. Artmann-Gedicht mit dem Namen “Blauboad” aus dem Buch “Med ana schwoazzn Tintn”. Zur Feier des Tages. Für die Gänsehaut.

i bin a ringlschbüübsizza
und hob scho sim weiwa daschlong
und eanare gebeina
untan schlofzimabon fagrom.

heit lod i ma r ei di ochte
zu einen liebesdraum –
daun schdöl i owa s oaschestrion ei
und bek s me n hakal zaum!

so fafoa r e med ole maln
wäu ma d easchde en gschdis hod gem –
das s mii amoe darwischn wean
doss wiad kar mendsch darlem!

i bin a ringlschbüübsizza
(und schlof en da nocht nua bein liacht
wäu i mi waun s so finzta is
voa de dodn weiwa fiacht . .)

Hans Carl Artmann, 1958

Zweitausendneun

Posted in Erotinator, Leben by eminenz on 1. Januar 2009

Zweitausendacht mit seinen Sorgen, Grauslichkeiten, Unannehmlichkeiten ist vorbei. Vorbei und vergessen. Abgefrühstückt und verrissen. Es war ein beschissenes Jahr.

Aber jetzt: Zweitausendneun. Aufbruch, Neustart, Durchstarten. Es wird ein gutes Jahr. Das beste Zweitausendneun bisher auf jeden Fall. Darum: Beginnen wir das Jahr wie es bei uns so üblich ist mit dem Donauwalzer. So blau, so blau.

XXX Alert

Posted in Erotinator, XXX reloaded by eminenz on 23. Dezember 2008

Hastende Menschen in den Einkaufsstraßen. Saufende Menschen auf Weihnachtsfeiern. Die stillste Zeit im Jahr.

Rückzug. Abzug. Drück den Abzug.

Geltung. Sucht. Geltungssucht.

Filmriss. Seelenriss.

A Schritt vire, zwa Schritt zruck

Posted in Graue Kunst, i.me.nenz, Leben by eminenz on 18. Dezember 2008

Muss wieder einmal den Herrn Kurt Ostbahn und den seligen Herrn Brödl zitieren. Weil sie so recht haben. Und ich das so gut nachvollziehen kann.

In da Frua san unsre Gsichta grau
De Luft zum Schneidn wia unt beim Wirtn
Weu de Nocht ham ma wieda wissn wolln
Ob de oidn Narben a no schee bliatn
Mia ham uns a gleich a paar neiche gmocht
Jojo, des könn ma
Imma dessöbe, es is varruckt

A Schritt vire, zwa Schrit tzruck

Unt auf da Stroßn is Summa heit
Und es hatzt de Sunn
Oba i scheppa
Schwör ma, daß i nimma wiedakumm
Waaß genau, i kumm a paar Stund später
Dann wart i drauf, daß d Zeit vageht
Mit de Viertln fias vagessn
Imma dessöbe, es is varruckt

A Schritt vire, zwa Schritt zruck

Imma dessöbe Tog fia Tog
Wer en andern bessa obetrogt
A neiches Cut, a bißl Bluat
A kalter Kriag, Wuat fia Wuat
Wann i ma zuahea wos i red
Denk i ma: Den kenn i ned
Irgendwo am Weg noch oben
Hob i d’falsche Richtung druckt
Jetzt gehts nua no

A Schritt vire, zwa Schritt zruck

So uma Zwa an da Bar
Gfreit mi jeds fremde Lochn
Sie schaut ned sehr verheirat aus
Do loßat se wos mochn
Dann lieg i in an fremdn Bett
Nebn mia da Rest von den fremden Lochn
Und i waaß, i hob do nix valuan und i muaß fuat:

A Schritt vire, zwa Schritt zruck

Immer dasselbe

Posted in Erotinator, Leben by eminenz on 30. November 2008

Immer dieselben Menschen. Immer dasselbe Fortgehen. Immer derselbe Alkohol. Immer dieselben Zigaretten. Immer dieselben Gespräche. Immer dieselben Versuche. Immer dasselbe. Es reicht. Und das mein ich nicht im Molterschen Sinn. Es muss noch was anderes geben. Nicht nur in den Träumen. Und es gibt auch etwas. Und dieses etwas macht Sinn.

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Schlaflos

Posted in Erotinator, Leben by eminenz on 19. November 2008

Schlaflos. Tatenlos. Gedankenlos. Nein, das eher nicht. Voller Gedanken. Darum kein Platz für Schlaf. Schlaf, Kindlein, schlaf. Aber heut nacht wollts gar nicht funktionieren. Darum schon um halb6 aufgestanden. Da ist es ja noch finster. Interessant. Diese Tageszeit kenn ich sonst nur, wenn ich vom Fortgehn heimkomm. Interessanter anderer Aspekt dieser Tageszeit heute. Werd mich aber glaub ich trotzdem nicht daran gewöhnen. Schlaflos in Seattle. Schlaflos in Wien Penzing. Na dann auf. Kaffee in die Venen. Ein paar hundert Liegestützen. Schnelles Frühstück. Und dann wie aus dem Ei gepellt in der Arbeit aufkreuzen. Die können sich bekreuzigen. Kreuzzug. Zug. Schach-Matt.

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