DIE GRAUE EMINENZ

Der Champion für die Wechseljahre

Posted in Konzert, Szene by eminenz on 31. Januar 2013

Der Champion hat seine Jünger zu den Abschlussterminen seiner Tourne “Fire, Light and Austrofred” gerufen – und im (fast) vollen Gasometer huldigten die Gläubigen ihrem Prediger des Austropop. Und Austrofred ist im Alter noch ein bisschen weiser geworden und will auf eine neue Marketing-Linie setzen: “Ich glaube, jetzt ist es an der Zeit, dass ich mich bei meinem Publikum für die Energie, die Liebe und die gegenseitige Befruchtung bedanke, die es mir in all den Jahren zukommen hat lassen. Deshalb möchte ich mich in meiner zukünftigen Arbeit verstärkt um die zahlungskräftige Zielgruppe der Frauen in den Wechseljahren bemühen.”

Er hat ja ganz recht, seine Show, strotzend von Feuerwerk und Laser ist unvergleichlich, wenn dann mit “Apassionata oder Holiday on Ice”. Mit dem Unterschied, dass seine Jünger das wohl nicht ansehen werden.

Süß: Der Heiratsantrag eines Austrofred-Fans vor der Show auf der Bühne. Und ich mein jetzt nicht einen Antrag an den Champion.

Und legendär mit ein bisschen Fremdschäm-Faktor: Tony Wegas, der ehemalige Songcontest-Teilnehmer und zwischenzeitlich abgestürzte Sangesbarde, als “Vorgruppe”.

Champion, wir bleiben dir treu!
>>Austrofred im Interview: “Budget für Benzin und Leberkässemmeln”

Knights of Cydonia

Posted in Konzert, Szene by eminenz on 20. November 2012

Muse. Stadthalle. Wien. City Of Delusion. Für einen Abend. Perfekt.

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“Trost & Rat”: Das Ende nach 200 Folgen

Posted in Medien, Szene, Wien 2.0 by eminenz on 18. Juni 2012

200 mal hat Willi Resetarits auf Radio Wien Trost und Rat gespendet. Und nun ist diese Sendung, die im “profil” seinerzeit als Nachfolgesendung zu Heinz Conrads ausgerufen wurde, eingestellt.  Ein Abschied mit einer großen Gala in der Tschauner-Bühne. Mit dem Stubnblues, Witzkunde vom Herrn Geheimrat, Ernst Molden und den Foischn Wienern. Viel hat Resetarits getan für die Weiterverbreitung des Wiener Schmähs, für das Kennenlernen von Wiener Mundartkultur, für das Entdecken von Wiener Musikern. Er hat uns wirklich oft Trost und Rat gespendet. Nun aber: Resetarits scheidet in Unfrieden. Holen wir doch seine Sendung zurück, belehren wir die Format-Radio-Macher eines Besseren. Unterschreibt die Petition: http://petitionen.com/p/trost-und-rat-auf-radio-wien Damit der Schokoladenwind wieder weht.

Fire, Light & Austrofred

Posted in Graue Kunst, Szene by eminenz on 22. März 2012

Austrofred ist wieder zurück: Der selbst ernannte “Champion” geht wieder auf Tour und diesmal will er es so richtig krachen lassen: Live, Laser und Experience soll geboten werden bei der Show “Fire, Light & Austrofred”. Seiner Linie bleibt Franz Adrian Wenzl treu – er ist der schnauzbärtige Freddy-Mercury-Impersonator, der Queen-Songs mit Austropop-Texten unterlegt. Sein Charme und seine Durchhaltekraft und immer neue Projekte tun das übrige – und darum funktioniert diese Masche jetzt schon seit über einem Jahrzehnt.

Aber zitieren wir den “Champion” selbst: “Viel zu selten, da sind sich die Fans qualitativer Rockmusik einig, war Austrofred in den letzten Jahren live in Concert zu erleben. Dabei waren es gerade seine schier unbegreifliche Bühnenpräsenz, sein einzigartiges Shouting und der direkt physische Rock-Sound, die den Champion zum Faszinosum der Nuller-Jahre werden ließen.”Neue Austrofred-Songs werden schon sehnsüchtig erwartet – und der “Champ” gab Auskunft, dass er sich einige neue “Superhits” einfallen hat lassen: “In einem dieser Songs hab i mir überlegt, was würde passieren wenn ein Nackerter einfach so in ein Wiener Kaffeehaus kommen würde. Was würde geredet werden. Ich kann euch allen versprechen: Das wird ein Superhit.”

Am Mittwoch abend präsentierte Austrofred erste Informationen zu seiner neuen Show. Mit seinem pikant-derb-verschmitzt-spitzbübischem Schmäh. Mit seiner eigenartig kumpelhaft und sympathischen Übertreibungskunst. Und mit seinem Bier. Ja, auch bei einer Lesung trinkt Austrofred Bier – und er war zwischenzeitlich ganz überrascht dass hier, in der Buchhandlung Thalia in der Wiener Mariahilfer Straße, kein Bier ausgeschenkt wird: “Aber das ist halt der Literaturbetrieb, das läuft anders als bei einem Rock-Konzert.Zweites Anliegen des “Champions” war die Neuauflage seines ersten Buches “Alpenkönig und Menschenfreund” im Taschenbuchformat. “Ein paar noch nie gelesene Gusto-Schmankerl” wurden vorgetragen – wie zum Beispiel die Geschichte von seinem Großvater, basierend natürlich auf dem STS-Song “Großvater”, von Austrofred allerdings literarisch verfeinert und angereichert. Oder von seinen ersten Bühnenerlebnissen in der öberösterreichischen Provinz als Sänger der “Crazy Diamonds”.

Wer Austropop-Star werden will, sollte sich dieses Buch zu Gemüte führen, gibt Austrofred doch darin einen unverzichtbaren Leitfaden für künfige Entertainer. Und mans sollte seine neue Show nicht versäumen: Zum Beispiel am 19. April in der Wiener Arena.

Erschienen auf DiePresse.com

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Kreisky: “Blut schwitzen” beim Sitzkonzert

Posted in Konzert, Szene, Wien 2.0 by eminenz on 20. März 2012

“Was für ein Trubel/Trouble: Zwei Mal wöchentlich im Proberaum Blut schwitzen, damit wir auf Tour ein lässiges Set mit vielen frischen Stücken und einigen seltener gespielten Nuggets präsentieren können.” Das was Franz Adrian Wenzl, der Frontman der für den Amadeus nominierten Band “Kreisky” in seinem Online-Tagebuch beschreibt, hat sich für das Publikum ausgezahlt.

Der Wiener Stadtsaal ist zwar nicht unbedingt die perfekte Location für ein Konzert der Rock-Rabauken – denn im bestuhlten Raum ist ein Tänzchen eher schwierig. Wobei das Wiener Publikum am Montag Abend recht müde war und sich lieber im Sitzen beschallen ließ. “Ihr könnt ja aufbegehren und aufstehen – aber ich weiß dass es schwierig ist, wenn der nächste Mensch eineinhalb Meter vor einem sitzt.” Dieser Aufruf von Wenzl verhallte fast wirkungslos, nur einige Steher ließen sich von den Sitzen reissen.

Dabei hatte das Konzert hohes Aufspring-Potential: Wenzl sang, schrie, bearbeitete sein Keyboard. Martin Max Offenhuber spielte die schärfsten Gitarrenriffs des Neo-Austropop (darf man dieses Wort eigentlich noch verwenden?). Gregor Tischberger malträtierte sein Bass-Ruder bis es am Boden die letzten verzerrten Töne ausspuckte. Klaus Mitter gab den Takt am Schlagwerk an – mal furios hämmernd, mal sperrig verspielt. Das gebotene Menü bestand aus den besten Kreisky-Kleinoden der bisher drei Alben und einigen frischen Stücken.

Und sie granteln nach wie vor: “Du wirst es nicht glauben, aber seit du weg bist, ist mein Asthma so gut wie verschwunden. Ich atme viel freier, bin beinahe schon glücklich und mein Asthma ist de facto überwunden.” Aber Kreisky ist nicht nur grantig, das zeigt ihre achtminütige Ballade “Menschen brauchen Liebe” auf dem dritten Album “Trouble” – ein Chanson, der eine Eifersuchtsgeschichte erzählt, tieftraurig, schaurig schön. Und doch mit dem Conclusio: “Was wir anzünden und wen wir anzünden – ist doch letztlich egal – Hauptsache, es brennt.”

Die Band präsentiert sich von Auftritt zu Auftritt souveräner und explosiver. Der Amadeus in der Kategorie Alternative wäre hoch verdient. Und wenn nicht, dann werden Kreisky einfach granteln. Wie im Song “Bitte, Bitte”: “Wenn ich sage, ich will niemanden sehen -  dann will ich verschissen auch niemanden sehen.”

Erschienen auf DiePresse.com

 

 

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Legenden am Karlsplatz: “Es gibt kan Gott”, nur Göttinnen

Posted in Konzert, Wien 2.0 by eminenz on 9. Mai 2011

Die Ernst Molden Allstar Band präsentierte beim Popfest Wien Legenden: Maria Bill, Willi Resetarits, Peter Henisch, Sigi Maron, Robert Räudig.

Den Song zum Sonntag spielte dabei Sigi Maron: “Es gibt kan Gott”. Räudig von “Chuzpe” ließ Wiener New Wave aufleben und schickte sich an Marons Analyse zu widerlegen: Göttinnen würde es sehr wohl geben. Peter Henisch durfte das Wort “Tschuschen” in den Mund nehmen – und alle verstanden den Zusammenhang und Kontext. Ganz groß: Maria Bill und Willi Resetarits im Duett bei “I mecht so gern landen“. Herr Resetarits hat sogar eine Nummer aus seiner Ostbahn-Zeit angestimmt, die für viele eine Hymne ist: “A Schritt vire, zwa Schritt zruck.” Vielleicht sollt er sich seine Kotletten aber wieder abrasieren, er muss ja Ende August beim Ostbahn XI-Gedächtniskonzert wieder aussehen wie ein junger Rockstar.

Einziges Fragezeichen beim Auftritt der Legenden: Was machte denn Nino aus Wien auf der Bühne – und mit welchen Sachen war er bitte zugedröhnt? Einfach ein Muttertagsräuschchen.

Den meisten Applaus gab es aber, als alle Legenden gemeinsam den alten Danzer-Hodern “Ruaf mi ned an” anstimmten. Gänsehaut. Auch einer der ganz Großen.

Ich schließe trotzdem mit Zeilen von Maria Bill:

“Vorhin no hob i des net g´spiat
hob glaubt i könnt die Welt glei griagn
jetzt spukt do irgendwas großes um mi
und i bin mitten drin a winzige Fliagn”

Ich bin ein Kite-Surfer – und ein Podersdorfer

Posted in Konzert, Party, Spocht by eminenz on 8. Mai 2011

Summeropening und Seaside-Festival in Podersdorf. In wenige Worte zusammengefasst: Windig! Bass-lastig – bin jetzt wohl noch ein bisschen tauber als vorher. Aber das kommt davon, wenn man direkt vor der Soundanlage abhängt und von dort Fotos schießt. Und wofür? Für euch!

Podersdorf ist ja ein ganz eigener Ort am Neusiedler See. Immer wieder Party-Meile. Diesmal mit den besten Kite-Surfern der Welt. Ziemlich spektakular, denen zuzuschauen, wie sie mit ihren Boards in die Luft abheben. Und am Abend mit netten Konzerten im “Sonnendeck”. Die Überraschung des Abends dabei waren wohl “Millions of Dreads”, die mit ihrem Ragga-Sound alles perfekt im Griff hatten. Immer wieder tiefe Bässe aus dem Bauch und für unseren Bauch von Bauchklang. Wobei. Das “Vocal-Groove”-Konzept ist genial, allerdings wirkt es jetzt schön langsam etwas “abgelutscht”, denn – in welche Richtung sollte sich die Band auch entwickeln? Andere Instrumente als ihr Zwerchfell wollen sie ja nicht verwenden. Und dann traten auch noch Texta auf: Oberösterreichischer Hiphop. Tja, ganz nett. Hättiwari – diesmal die Anlage betreffend: Hätt i die Soundanlage besser eingestellt, waratn die Texte zu verstehen gwesen. War leider nicht optimal. Und sonst fragt man sich halt, wieso die jetzt 40-jährigen noch immer so wie vor 15 Jahren über die Bühne hanseln. Schaut jetzt nach viel Kritik aus, im Großen und Ganzen wars aber wirklich fein!

A propos fein: Podersdorf steht für mich immer noch für eines der legendärsten Konzerte von Kurt Ostbahn, ich glaube damals noch mit der Chefpartie. Am nächsten Tag hat Podersdorf ausgesehen wie ein Schlachtfeld, und wir hatten uns alle verloren – damals hatte noch keiner ein Handy. Gefunden haben wir uns alle wieder – beim Dorfwirt. Perfekt. Genauso wie die perfekte Welle heute für die Kite-Surfer.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

>>Und hier gibts das ganze nochmal zum nachlesen und in großen Bildern

i mog an beda, an bedasü

Posted in Konzert, Szene by eminenz on 10. April 2011

Attwenger live im Wiener WUK: Die Herren Binder und Falkner haben wieder eindrucksvoll bewiesen, dass der Punk auch vor dem Akkordeon nicht halt macht. Speedlandler, Hip-Hop, Quetschen-Punk, Rock’n'Roll, Drum’n'Accordeon. “Flux” heißt das neue Album und es ist flux zum Erfolg geworden. Der Opener des Albums – “Shakin My Brain” – ist jetzt schon ein Klassiker: “ans is ma kloa you are shakin my brain, vo dem brauchma goa ned rehn”. Eindrucksvoll der Zwischenteil der Nummer mit “aint no sunshine wen she’s gone”, um abzuschließen mit dem ruf nach bedasü. Das Publikum im WUK ging bei dieser Nummer ab wie eine Horde Rockabillys – hochgehalten wurden einige pedasü-Sträuße und dann auf die Bühne geschmissen. Was Falkner folgendermaßen kommentierte: “Jetzt werma scho mit bedasü beschossen”. Jawoll meine Herren. Wenn das passiert, hat man es geschafft! Shakin my brain!

Tipp: Flux gibts live auch noch im Flex am nächsten Freitag zu bewundern.

Wann de Musik vuabei is

Posted in Erotinator, Graue Kunst by eminenz on 30. März 2011

Wann de Musik vuabei is
Gibts nimma vü zum Sogn
Do steht ma ganz allaa do
Und fangt se an zum Frogn:

Hob i kriagt wos i woin hob
Oda hob i kriagt wos i vadien
Wü i des wos i kriagt hob
Oda wü i ganz woanders hin

Wann de Musik vuabei is
Is ois wos zum Sogn gibt gsogt
Dann steh i do im Finstan
Allaa mit ois wos mi obetrogt

Wü i des auf wos i gspoat hob
Oda is des genau des wos mi stiat
Wü i nua no zfriedn sei und oid wean
Oda gibts no wos des mi so richtig pockt und riat

Wann de Musik vuabei is
Wü i de Engeln singa hean
Wann de Musik vuabei is
Wü i vua Freid so richtig rean
Wann de Musik vuabei is
Wü i tanzn ois wia bled
Wann de Musik vuabei is
Wü i schrein so laut wias geht
Wann de Musik vuabei is
Wü i gspian, daß i mi gspia
Wann de Musik vuabei is
Wü i des ois zsamm nua mit dia
Wann de Musik vuabei is

(c) Kurt Ostbahn

Hier nachzuhören

Live aus dem Wiener Burgtheater, wo es am 31. 1. 2003 hieß: „Kurt Ostbahn trifft Sivan Perwer”. Im (mehr als) ausverkauften Haus am Ring trafen Kurtologinnen & Kurtologen auf die Fans des kurdischen Superstars – und dann wurde ein Fest gefeiert und zwischen den Sitzreihen getanzt.

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Burgtheater: Element of Crime portioniert

Posted in Konzert, Szene by eminenz on 18. März 2011

Das zweite Konzert der Burgtheater-Konzertschiene “Burg in Concert” wurde zum wahren Höhepunkt: “Element of Crime und Freunde” – so war der Abend angekündigt. Wer dabei an eine Jamsession von miteinander befreundeten Gruppen glaubte, irrte jedoch gewaltig. Ganz im Gegenteil durften die “Freunde” der Band um Sven Regener zwischen den portionierten Auftritten der routinierten Band spielen – und es wirkte so gar nicht, als ob alle Bands wirklich befreundet wären. Bei der Auswahl der Band dürfte der ORF-Jugendsender FM4, der das Event live übertrug, auch einiges mitgeredet haben. Denn wer kam nach einem furiosen ersten Teil der “Hauptband” auf die Bühne: Florian Horvath. Ja, richtig gelesen. Der von FM4 seit Jahren gehypte Newcomer, der es leider noch immer verabsäumt hat, Gesangsunterricht zu nehmen. Wer waren die anderen “Freunde”? Das Grazer Trio “The Base” mit einem explosiven Auftritt des Sängers mit der sonoren Stimme, unter anderem unterstützt von Michael Ostrowski, der einen Song aus seinem Film “Contact High” zum besten gab und dafür vom Publikum bejubelt wurde. Auch unter den Gästen: Maike Rosa Vogel aus Berlin, eine Folksängerin, die nach eigenen Angaben das erste mal in Wien war. Und: “Garish”, die ihre Songs ganz aufs Burgtheater abgestimmt hatten – ruhige Songs mit Gefühl und mehrstimmigen Chören.

Jetzt aber endlich zu den Helden des Abends: Das Konzert von Element of Crime im Burgtheater war ja innerhalb von knapp einer Stunde restlos ausverkauft. Und die Band konnte das Publikum überzeugen. Sie vermitteln Melancholie, sie vermitteln Romantik, sie vermitteln immer auch ein bisschen Nostalgie und Schwermut. Und das ganze ausgeklügelt dargeboten mit behutsamen Gitarrenklängen, weichen Geigensätzen und schmetternder Trompete.

Eröffnet wurde das Konzert mit “Kopf aus dem Fenster” vom letzten Album. Gefolgt vom gefühlvollen Song und Top-Anwärter auf einen Klassiker mit dem Namen “Am Ende denk ich immer nur an dich”. Im ersten Teil schwenkte die Band noch vom beschwingten Opener zur Ballade, im Gegensatz dazu wirkte dann jeder neue Akt der Mannen um Sven Regener wie durchkomponiert: Ein beschwingter Akt mit schnellen Gitarrenriffes und röhrender Trompete, auf den jeweiligen Auftritt von “Freunden” folgte dann ein gefühlvoller Akt.

In den Texten von Sven Regener kann man sich sehr oft wiedererkennen. Es geht oft um Verlorenes, um die Suche nach etwas Verlorenem, es geht oft um Liebeserklärungen, die zu spät kommen, die sich nur mehr in einem Meer von Melancholie wiederfinden. Denn: “Am Ende denk ich immer nur an dich.” In diesen Texten fühlt sich der Wiener natürlich wohl. Und man fühlt sich gern angesprochen, wenn Regener singt: “Da wo deine Füße stehen, ist der Mittelpunkt der Welt.” Weil das ist ja noch immer Wien.

Vielleicht der Höhepunkt des Konzerts: Ein Cover von Bob Dylans “It’s all over now, Baby Blue” – denn dieser Song bringt die melancholische Grundstimmung von Element of Crime auf den Punkt. Zum Abschluss mit “Delmenhorst” rief Sven Regener das Publikum auf, sich in Tanzposition zu begeben und die Plüschsesseln des altehrwürdigen Burgtheaters zu verlassen. Nach lautstarkem Jubel und Standing Ovations folgte noch eine überraschende Zugabe: „You only tell me you love when you’re drunk” von den nicht gerade artverwandten Pet Shop Boys. Ein würdiger Konzert-Abschluss.

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