Konzert

Let’s go crazy: Prince und seine Live-Perlen

Prince ist zurück, The Artist formerly known as Prince nennt sich eh schon lang wieder Prince, nur sein “Love Symbol” ist auch bei seinen aktuellen Auftritten noch immer omnipräsent – sei es als Mikrofonständer oder in Gitarrenform. Prince tourt derzeit mit 3rdEyedGirl und kommt am 7. Juni auch nach Wien! Bei seinem Auftritt bei den Billboard Music Awards 2013 präsentierte er sich als Wuschelkopf-Träger mit Anleihen an Lenny Kravitz. Nicht nur das erste der von mir zusammengetragenen Videos zeigt die Perfektion des Gittaristen Prince. Er umgab sich schon oft mit Gefährtinnen wie Sheila E. – diesmal setzt er ganz auf eine Frauen-Band. Und das zurecht. Die Vorfreude aufs Konzert ist groß!

Let’s go Crazy - brilliante Performance mit 3rdEyedGirl. Funky Stuff

Controversy – Einer der ersten Hits. Eingängiger Funk mit Falsettgesang

1999 – wird auch 2199 noch aktuell sein

Get Off – Einfach “fett”

Purple Rain – Der Klassiker, bei dem es bei Open-Air-Konzerten immer purpur zu regnen beginnt.

The Cross – Von der Ballade zum Wutschrei

Daddy Pop – Prince, der Tänzer in Jackson-Manier (nur mit viel mehr Funk)

Take mit With U  - Feelgood Daddy Prince

Zugabe: Prince als Blues-Gittarrist.

Depeche Mode: Der Rückzug auf die Kernkompetenz

Depeche Mode in der Wiener Stadthalle. Ausverkauft. Ein Sammelsurium von Konzertbesuchern in den verschiedensten Altersklassen – doch natürlich ein Überhang der Mode-Fans, die auf die Klassiker stehen. Die letzten drei Alben, die in der elektronischen Szene für Beifall sorgten, werden von diesen Fans nicht unbedingt mitgetragen. Und das weiß die Band: Auch wenn der Opener des Konzerts von der neuen CD kommt: Man bemüht sich nichtmal, den Titel “Welcome to my World” live so umzusetzen, dass Stimmung aufkommt. Denn Stimmung gibt es vor allem bei den Klassikern: “Personal Jesus”, “Enjoy the Silence”, “I feel You” um nur drei zu nennen. Hier ist die Kernkompetenz der Band: Die großen Hits seit vielen Jahren in eingepassten Live-Versionen zu performen, die das Publikum befriedigen. Das funktioniert gut, lässt bei uns nur den schalen Geschmack zurück, dass die Band trotz guten neuen Studioalben (ausgenommen die auch beim Konzert verunglückte Single “Heaven”) keine neuen Standards mehr setzen will, zumindest nicht live.

Übrigens hervorragend wie immer: Christian “Angelface” Eigner an den Drums, der österreichische Beitrag in der Live-Formation. Und ein zweites übrigens: Die Acoustic-Songs, die von Martin L. Gore performt werden, könnte man sich einfach sparen, das zeigt das Wegfluten des Publikums während dieser Songs zu den Bierständen. Natürlich ein drittes übrigens für Dave Gahan: Er ist die Rampensau der Band, der mit Coolness und nacktem Oberkörper noch immer die Herzen des weiblichen Publikums höher schlagen lässt.

Doch Kollege Peter Huber hat diese Eindrücke noch eindringlicher zusammengefasst, ein LeseTipp:
>>Depeche Mode in Wien: Gefangen in der Routine

Sharp Dressed Man

Gimme all your Lovin’, Sharped Dressed Man, Legs. In the Army now, Whatever You Want, Rockin’ All Over the World. Texanische Wüsten-Rocker versus englische Rock-Gentlemen. ZZ Top vs. Status Quo. Wiesen. Lovely Days. Perfekte Choreographie. Lange Bärte. Partystimmung. Und teures Bier. Bleibt nur die Frage: Wieso wird das Lovely Days noch immer in der Mehrzahl geschrieben, obwohl das Festival seit langem nurmehr an einem Tag stattfindet? Und eigentlich noch eine zweite Frage: Wie viele Leute kann man noch auf das Gelände in Wiesen schlichten? – das Gedränge war schon fast beängstigend.

>>Alle Infos und Fotos gibts hier

Arena Dolls

Amanda Palmer live in der Arena. Getragen vom Publikum auf einer Welle, Stage-Diving mit riesigem Regenbogen-Schleier, ohne mit der Stimme zu brechen, ohne auf den Boden zu fallen, aber unter den Argus-Augen der Security. Dresden Dolls? Schon lang nicht mehr. Sie allein ist die Hauptprotagonistin der Vienna Dolls. Vielmehr: Arena Doll.

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Der Champion für die Wechseljahre

Der Champion hat seine Jünger zu den Abschlussterminen seiner Tourne “Fire, Light and Austrofred” gerufen – und im (fast) vollen Gasometer huldigten die Gläubigen ihrem Prediger des Austropop. Und Austrofred ist im Alter noch ein bisschen weiser geworden und will auf eine neue Marketing-Linie setzen: “Ich glaube, jetzt ist es an der Zeit, dass ich mich bei meinem Publikum für die Energie, die Liebe und die gegenseitige Befruchtung bedanke, die es mir in all den Jahren zukommen hat lassen. Deshalb möchte ich mich in meiner zukünftigen Arbeit verstärkt um die zahlungskräftige Zielgruppe der Frauen in den Wechseljahren bemühen.”

Er hat ja ganz recht, seine Show, strotzend von Feuerwerk und Laser ist unvergleichlich, wenn dann mit “Apassionata oder Holiday on Ice”. Mit dem Unterschied, dass seine Jünger das wohl nicht ansehen werden.

Süß: Der Heiratsantrag eines Austrofred-Fans vor der Show auf der Bühne. Und ich mein jetzt nicht einen Antrag an den Champion.

Und legendär mit ein bisschen Fremdschäm-Faktor: Tony Wegas, der ehemalige Songcontest-Teilnehmer und zwischenzeitlich abgestürzte Sangesbarde, als “Vorgruppe”.

Champion, wir bleiben dir treu!
>>Austrofred im Interview: “Budget für Benzin und Leberkässemmeln”

“Trost & Rat”: Das Ende nach 200 Folgen

200 mal hat Willi Resetarits auf Radio Wien Trost und Rat gespendet. Und nun ist diese Sendung, die im “profil” seinerzeit als Nachfolgesendung zu Heinz Conrads ausgerufen wurde, eingestellt.  Ein Abschied mit einer großen Gala in der Tschauner-Bühne. Mit dem Stubnblues, Witzkunde vom Herrn Geheimrat, Ernst Molden und den Foischn Wienern. Viel hat Resetarits getan für die Weiterverbreitung des Wiener Schmähs, für das Kennenlernen von Wiener Mundartkultur, für das Entdecken von Wiener Musikern. Er hat uns wirklich oft Trost und Rat gespendet. Nun aber: Resetarits scheidet in Unfrieden. Holen wir doch seine Sendung zurück, belehren wir die Format-Radio-Macher eines Besseren. Unterschreibt die Petition: http://petitionen.com/p/trost-und-rat-auf-radio-wien Damit der Schokoladenwind wieder weht.