DIE GRAUE EMINENZ

Das goldene Zeitalter des Regenbogens.

Posted in Erotinator, Graue Kunst, Leben by eminenz on 29. August 2010

Wien am 27. August 2010. Ein starker Regenguss am Abend sollte die Stadt verändern. Nicht eigentlich der Regen selbst. Sondern die Wetterlage schlechthin. Zumindest glaubten es die Wiener und Wienerinnen, dass es ein Wetterphänomen war. Jedenfalls riss die Wolkendecke vom Wienerwald kommend kurz vor Sonnenuntergang auf. Und die Sonne zeigte ihre volle August-Wirkung. Sie strahlte. Sie strahlte den regnenden Himmel an – und erzeugte einen Regenbogen, der sich selbst spiegelte. Der größte Regenbogen, den die Stadt jemals gesehen hatte. Und dazu erstrahlte Wien in einem goldenen Glanz, der zuletzt in Zeiten des Wiener Kongresses zu sehen war. Gemischt mit den aufleuchtenden Straßenlaternen ergab das ein Licht-Gemenge, in dem jeder Strahl im Drei-Viertel-Takt durch die Regentropfen tanzte. Und auch die typisch grantigen Mienen der Wiener wurden durch diese Aufhellung des Regenbogens in ein ganz anderes Licht gestellt.

Der Regenbogen verschwand im Schlund der schwarzen Nacht – aber er verschwand nicht aus den Köpfen, er verschwand nicht aus den Mienen, er verschwand nicht aus den sich sammelnden Regenpfützen, er verschwand nicht. Er blieb im Geiste über der Stadt und sollte die Stadt fürderhin begleiten, wie ein Vollmond, der niemals verschwindet, ein Vollmond, der sich über 24 Stunden, 7 Tage die Woche, 31 Tage des Monats und mindestens 365 Tage des Jahres breitmacht über der Stadt, die sonst nicht die goldene Stadt genannt wird, weil diese Zuschreibung schon eine andere Stadt trägt.

Und einige Bewohner dieser Stadt, die ganz im Angesicht des Regenbogens gestanden waren, ihn betrachtet hatten, mit ihm in die Höhe geschaut hatten und erst spät die Dunkelheit erblickt hatten, wurden in die Farben des Regenbogens eingebettet und konnten diesen Farben nicht mehr entrinnen. Sie schritten ab diesem Zeitpunkt mit einem anderen Blick durch alle 23 Bezirke der grauen Stadt und versuchten, alle Spektralfarben weiterzugeben, die ihnen vermittelt wurden.

Es war nicht leicht, weil die graue Stadt weitertrieb, weitertrieb in ihrem Trott, in der nur  die Untergangsstimmung  antonyme Farben zum Regenbogen hervorbrachte, weil sie von falschen Geistern auf die Verteidigung des “Wiener Bluts” hingelenkt wurde von einem Menschen, in dessen Namen das polnische Wort für Furcht enthalten ist. Und diesem Umstand konnte sich keiner entziehen, und der sich entziehen konnte, hatte die Bedeutung des Regenbogens noch nicht ganz begriffen.

Diese wenigen Menschen in dieser Stadt, die zu diesem Zeitpunkt noch immer nicht die goldene war, wurden durch die Inthronisierung des Regenbogens mitgezogen in eine andere Dimension. In eine Dimension, in der sie plötzlich alle Menschen, alle Tiere, alle Gehsteige, alle Straßen, alle Autos, alles was kreuchte, fleuchte und sich in dieser Stadt befand, in diesem goldenen Licht sahen. Unerkannt von den anderen, fast unverstanden. Sie glaubten stillzustehen inmitten des Trubels der Stadt, der sich weiterhin grau um sie legte. Und sie mussten erst lernen, andere Individuen mit dem goldenen Licht des Regenbogens bekanntzumachen. Das hieß für viele mit einer Einsamkeit umzugehen, weil die manische Dimension für viele in der Stadt auch durch den Regenbogen niemals zu erreichen ist.

Aber alle kämpften für die wenigen, die sie mitnehmen konnten in die neue Dimension, in die goldene Zeit, in der alle Sinne sich treffen und bündeln.

Dich aber habe ich ausgewählt, weil du diese Dimension mit mir teilen kannst. Und heute stehst du vor mir, erkennst dich selbst wieder, bist voller Sehnsucht und bist bereit für die neue Dimension – und darum kannst du mich umarmen. Das ist das goldene Zeitalter des Regenbogens, das niemals endet.

11 und 2

Posted in Erotinator, Leben by eminenz on 8. Januar 2009

2+0+0+9=11
11 ist eine gute Zahl.
Zweimal die erste Wahl. Und durch nichts zu teilen.
11 wird die Zahl des Jahres. Des Jahres 2009.

2+0+0+9=11
11 mal wird sich das Jahr wenden.

rotbild rotbild

schwarzbild schwarzbild schwarzbild schwarzbild schwarzbild schwarzbild schwarzbild schwarzbild schwarzbild

1+1=2

2 Menschen werden sich finden.
2 einschneidende Erlebnisse werden passieren.

Damit wär das Jahr mal vollkommen durchberechnet. Ohne Berechnung. Nur mit Addition.

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Blauboad

Posted in Graue Kunst, Wien 2.0 by eminenz on 4. Januar 2009

Weil nurmehr so wenig Wienerisch gesprochen wird und das Derbe hochgehalten werden muss: Ein H. C. Artmann-Gedicht mit dem Namen “Blauboad” aus dem Buch “Med ana schwoazzn Tintn”. Zur Feier des Tages. Für die Gänsehaut.

i bin a ringlschbüübsizza
und hob scho sim weiwa daschlong
und eanare gebeina
untan schlofzimabon fagrom.

heit lod i ma r ei di ochte
zu einen liebesdraum –
daun schdöl i owa s oaschestrion ei
und bek s me n hakal zaum!

so fafoa r e med ole maln
wäu ma d easchde en gschdis hod gem –
das s mii amoe darwischn wean
doss wiad kar mendsch darlem!

i bin a ringlschbüübsizza
(und schlof en da nocht nua bein liacht
wäu i mi waun s so finzta is
voa de dodn weiwa fiacht . .)

Hans Carl Artmann, 1958

Zweitausendneun

Posted in Erotinator, Leben by eminenz on 1. Januar 2009

Zweitausendacht mit seinen Sorgen, Grauslichkeiten, Unannehmlichkeiten ist vorbei. Vorbei und vergessen. Abgefrühstückt und verrissen. Es war ein beschissenes Jahr.

Aber jetzt: Zweitausendneun. Aufbruch, Neustart, Durchstarten. Es wird ein gutes Jahr. Das beste Zweitausendneun bisher auf jeden Fall. Darum: Beginnen wir das Jahr wie es bei uns so üblich ist mit dem Donauwalzer. So blau, so blau.

Immer dasselbe

Posted in Erotinator, Leben by eminenz on 30. November 2008

Immer dieselben Menschen. Immer dasselbe Fortgehen. Immer derselbe Alkohol. Immer dieselben Zigaretten. Immer dieselben Gespräche. Immer dieselben Versuche. Immer dasselbe. Es reicht. Und das mein ich nicht im Molterschen Sinn. Es muss noch was anderes geben. Nicht nur in den Träumen. Und es gibt auch etwas. Und dieses etwas macht Sinn.

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Schlaflos

Posted in Erotinator, Leben by eminenz on 19. November 2008

Schlaflos. Tatenlos. Gedankenlos. Nein, das eher nicht. Voller Gedanken. Darum kein Platz für Schlaf. Schlaf, Kindlein, schlaf. Aber heut nacht wollts gar nicht funktionieren. Darum schon um halb6 aufgestanden. Da ist es ja noch finster. Interessant. Diese Tageszeit kenn ich sonst nur, wenn ich vom Fortgehn heimkomm. Interessanter anderer Aspekt dieser Tageszeit heute. Werd mich aber glaub ich trotzdem nicht daran gewöhnen. Schlaflos in Seattle. Schlaflos in Wien Penzing. Na dann auf. Kaffee in die Venen. Ein paar hundert Liegestützen. Schnelles Frühstück. Und dann wie aus dem Ei gepellt in der Arbeit aufkreuzen. Die können sich bekreuzigen. Kreuzzug. Zug. Schach-Matt.

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Der Schlamm kommt wieder raus

Posted in Erotinator, Leben by eminenz on 16. November 2008

Einige Tage krank ergeben einiges an Fieberträumen. Und da werden alle Situationen der letzten Wochen wieder neu aufgearbeitet. Die ich schon als aufgearbeitet betrachtet hätte. Aber so einiges erscheint trotzdem wieder im Traum. Zeit zum Nachdenken. Ist alles ein bisschen schnell gegangen. Von meiner absoluten Abhängigkeit zur abosluten Vertrautheit. So einfach ist das also doch nicht gegangen in meinem Inneren. Allein die Manie hat alles übertüncht. Doch die Manie hat grad Pause, wird durch die Krankheit übertroffen. Vielleicht einfach doch nicht zuviel nachdenken, sondern mit den Betreffenden sobald wie möglich reden. Wenn ich endlich wieder gesund bin.

schlamm

Schwarz und weiß

Posted in Erotinator, Leben by eminenz on 19. Oktober 2008

Es gibt roten Sturm und weißen Sturm. Bei mir gibts aber nur schwarz und weiß. Weil mein Leben so funktioniert. Und jetzt warte ich auf die Umstellung auf weiß – die Maniephase. Doch so ganz ist die Umstellung noch nicht gelungen. Obwohl ich mich selbst drauf dränge. Aber das muss von alleine kommen. Nicht von außen, mehr von innen. Das Innere nach Außen gekehrt und durch.

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Gedankenexperimente

Posted in Erotinator, Leben by eminenz on 24. September 2008

Was hat der nackte Oberkörper eines Sixpack-Mannes in meinen Gedanken zu suchen? Wohl nichts. Aber aus einem gewissen Grund hat sich dieses Foto bei mir eingeprägt, um meine Gehirnwixerei ein bisschen voranzutreiben (Achtung: Nur im Gehirn! um euch jetzt nicht auf irgendwelche homoerotischen Spuren zu lenken). Wieso hängen sich Frauen solche Fotos an den Spind. Aus dem selben Grund, warum sich Männer barbusige Mädels an den Spind hängen? Genug abgelenkt: Wie ich schon letztens gemeint habe, die Hoffnung stirbt zuletzt. Aber sie ist nur klein. Zumindest in dieser Sache.

Der Plakatbeschmierer hat recht: Es geht um uns Eierwappler.

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Die Hoffnung stirbt zuletzt

Posted in Erotinator, Leben by eminenz on 14. September 2008

Die Hoffnung, dass nach diesem vermurksten Sommer ein wunderschöner Herbst kommt. Die Hoffnung, dass der Energiehaushalt im Herbst ins Unermessliche steigt. Die Hoffnung, dass ich wieder wahrgenommen werde. Insbesondere von mir wichtigen Personen. Die Hoffnung stirbt zuletzt. Auch wenn die Maschinerie im Kopf öfters wie verrückt zirkuliert und die Hirnwixerei allerlei negative Gedanken transportiert. Doch das ist ja einfach: Negativ und negativ ergibt positiv. Also gleichzeitig Negatives denken ergibt eine positive Lösung. Und schon hat man der Gehirnmaschinerie ein Schnippchen geschlagen.

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