Szene

Oben. Ganz oben.

Wo und was ist Oben in Wien? Nicht so wie in der Provinz im Keller-Tiefbau, nicht so wie in München als Kellerbar – in Wien ist oben wirklich „Oben“. Bis April residiert der „Club der ZeitgenossInnen“ vor allem im obersten Stockwerk der Lehargasse 7, im altehrwürdigen Gebäude, in dem einst die “Telephoncentrale 1″ der k.u.k Post- und Telegraphenverwaltung residierte.

Hinter Oben steht ein Verein, der von Michael Stefanofsky, Axl Schreder (Café Français) und Franziskus Kriegs-Au (Stadthaus-Galerie) geführt wird. Und hier soll Kunst auf Zeit geboten werden: Alle zwei bis drei Wochen werden im Obergeschoß des Gebäudes neue Kunst und Installationen gezeigt. Und die Nächte kann man sich mit Wiens bekanntesten Alternative-DJs um die Ohren Schlagen.

Was bei Oben überrascht und überwältigt: Die riesengroßen beiden Säle, die einen Hauch der Kaiserzeit vermitteln – und das Vergängliche daran, sichtbar an den bereits begonnenen Demontage-Arbeiten. Sollen ganz oben doch Luxus-Büros eingerichtet werden – und das korreliert einfach nicht mit dem Nimbus des Untergegangenen.

Was daneben noch überrascht, allerdings negativ: Der Spritzwein aus der Flasche. Das ist einer Weinstadt wie Wien nicht würdig. Ganz nach unten damit.

Roboter als Mojito-Mixer

Cocktails selber mixen? Sicher nicht auf der Roboexotica im Wiener Ragnarhof – dem Festival für Cocktailroboter. Dort hat eine Riesen-Maschine, betrieben über eine schwere Kette, Mojitos gemixt. Gleich daneben spielten jeweils zwei Nerds mit Drähten auf dem Kopf “Vier gewinnt” auf einer riesengroßen Wand. Natürlich gings um Cocktails. Nicht weit entfernt spielte man sich per Doppel-Flipper die Drinks aus. Auch Crepes – mit Alkoholfüllung – wurden von einem Roboter hergestellt. Und mittendrin: Der Lovebot 4000 – der äußerst freundliche Roboter erkennt, wenn sich ein Paar vor ihm küsst – und belohnt sie mit zwei Shots. Funktioniert hervorragend, wurde von uns getestet.

Monochrom ließ inzwischen Menschen ausgelassen auf einer Tanzfläche herumhopsen, die mit Kontakten versehen waren – die Dancingularity. (UPDATE: gehostet wurde das Gehopse von Johannes Grenzfurthner, Erklärung dazu im ersten Posting) Die damit verbundenen Kästchen, die an die Wand projiziert wurden, sahen zwar äußerst innovativ aus. Wie die Tanzenden das ganze beeinflussten, das blieb uns allerdings vollkommen verborgen. Vielleicht hätte die kleine Drohne, die herumflog, Licht ins Dunkel bringen. Aber sie blinkte einfach nur vor sich hin.

Und dann gabs auch noch einen Roboter, der statt einem Kopf einen 80er-Jahre-Computerbildschirm trug und nach jedem Einwerfen von Münzen ganz aufgeregt hüpfte – um dann sogleich einzuschenken. Wären wir Spielverderber, hätten wir vermutet, dass unter diesem Bildschirm ein Mensch steckte. Sind wir aber nicht.

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Fire, Light & Austrofred

Austrofred ist wieder zurück: Der selbst ernannte “Champion” geht wieder auf Tour und diesmal will er es so richtig krachen lassen: Live, Laser und Experience soll geboten werden bei der Show “Fire, Light & Austrofred”. Seiner Linie bleibt Franz Adrian Wenzl treu – er ist der schnauzbärtige Freddy-Mercury-Impersonator, der Queen-Songs mit Austropop-Texten unterlegt. Sein Charme und seine Durchhaltekraft und immer neue Projekte tun das übrige – und darum funktioniert diese Masche jetzt schon seit über einem Jahrzehnt.

Aber zitieren wir den “Champion” selbst: “Viel zu selten, da sind sich die Fans qualitativer Rockmusik einig, war Austrofred in den letzten Jahren live in Concert zu erleben. Dabei waren es gerade seine schier unbegreifliche Bühnenpräsenz, sein einzigartiges Shouting und der direkt physische Rock-Sound, die den Champion zum Faszinosum der Nuller-Jahre werden ließen.”Neue Austrofred-Songs werden schon sehnsüchtig erwartet – und der “Champ” gab Auskunft, dass er sich einige neue “Superhits” einfallen hat lassen: “In einem dieser Songs hab i mir überlegt, was würde passieren wenn ein Nackerter einfach so in ein Wiener Kaffeehaus kommen würde. Was würde geredet werden. Ich kann euch allen versprechen: Das wird ein Superhit.”

Am Mittwoch abend präsentierte Austrofred erste Informationen zu seiner neuen Show. Mit seinem pikant-derb-verschmitzt-spitzbübischem Schmäh. Mit seiner eigenartig kumpelhaft und sympathischen Übertreibungskunst. Und mit seinem Bier. Ja, auch bei einer Lesung trinkt Austrofred Bier – und er war zwischenzeitlich ganz überrascht dass hier, in der Buchhandlung Thalia in der Wiener Mariahilfer Straße, kein Bier ausgeschenkt wird: “Aber das ist halt der Literaturbetrieb, das läuft anders als bei einem Rock-Konzert.Zweites Anliegen des “Champions” war die Neuauflage seines ersten Buches “Alpenkönig und Menschenfreund” im Taschenbuchformat. “Ein paar noch nie gelesene Gusto-Schmankerl” wurden vorgetragen – wie zum Beispiel die Geschichte von seinem Großvater, basierend natürlich auf dem STS-Song “Großvater”, von Austrofred allerdings literarisch verfeinert und angereichert. Oder von seinen ersten Bühnenerlebnissen in der öberösterreichischen Provinz als Sänger der “Crazy Diamonds”.

Wer Austropop-Star werden will, sollte sich dieses Buch zu Gemüte führen, gibt Austrofred doch darin einen unverzichtbaren Leitfaden für künfige Entertainer. Und mans sollte seine neue Show nicht versäumen: Zum Beispiel am 19. April in der Wiener Arena.

Erschienen auf DiePresse.com

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Alles renkt sich wieder ein

Gustav spricht mir aus der Seele. Und mit ihr die Trachtenkapelle Dürnstein.

Symphonisch, kitschig, schaurig,  schwarz und traurig, aber immer optimistisch. Und so schön.

Irgendwann geht das vorbei.

Ich habe eine Sehnsucht, nach der nächsten Katastrophe,
denn wenn wir gemeinsam leiden, fällt dieses Unbehagen ab.
Der Zufall ließ uns weiter leben, der Überdruss ging vor der Angst,
ließ uns einander fest umklammern und hoffen, für den nächsten Tag.

Mach aus den Städten Schutt und Asche, ich will nie wieder Sonnenschein,
ein Menschenleben weg genügt nicht, es müssen Gottesleben sein.
Ich will die Kinder weinen hören, die Mütter einsam fleh’n am Grab -
und keine Vögel soll’n mehr singen, nur unsere Melodien erklingen.

Alles renkt sich wieder ein, irgendwann geht das vorbei.
Der Schmerz tut weh und es wird besser, nur durch uns’re Melodie.
Lass den Kopf nicht hängen sweetheart, es wird alles wieder schön,
halt die Ohren steif my darling und unser Glück wird in Erfüllung gehn.

Während die Feigen Tode suchen, der Knechtschaft Qualen wolln entgehn,
sich ängstlich in den Abgrund stoßen, wird unsre Melodie bestehn.
Wir überwinden jede Hölle, ob Hagel, Blitze, Feuer, Glut.
Verwandeln klägliches Gesänge, in Harmonie und neuen Mut.

Alles renkt sich wieder ein, irgendwann geht das vorbei.
Der Schmerz tut weh und es wird besser, nur durch uns’re Melodie.
Lass den Kopf nicht hängen sweetheart, es wird alles wieder schön,
halt die Ohren steif my darling und unser Glück wird in Erfüllung gehn.

Fremdflyern verboten!

Das Museumsquartier in Wien hat in letzter Zeit ja nicht unbedingt viel Geschick an den Tag gelegt mit dem ausgesprochenen Verbot von Fremdgetränke-Mitnahme in den MQ-Hof. Oder doch Geschick? In den Medien war das MQ jedenfalls mehr als präsent, dann gabs sogar eine Demo gegen die neue Hausordnung. Wieder mit großem medialem Aufwand. Und dann entschuldigte sich die MQ-Leitung und zog das ganze zurück. Eigentlich ist da ja doch was von guter Publicity hängen geblieben.

Jetzt hab ich gerade in meinem Fotoarchiv gestöbert – und zu meiner Überraschung hab ich untenstehendes Foto noch immer nicht veröffentlicht. Flyer vom MQ im MQ. Dazwischen das Verbot: “Fremdflyern verboten”. Das hätte doch auch Potenzial: Fremdflyer vereinigt euch! Alle sollen Flyer verteilen können – und in die Flyerboxen einräumen können! Mehr Mut! Wo bleibt der Flashmob fürs Fremdflyern?

Aber jetzt mal ehrlich: Erstens find ich dieses Verbot mehr als skurril. Und zweitens finde ich, dem MQ gebührt ein Orden für diese Wortkreation, die sicher bald in den Sprachgebrauch eingehen wird: “Heast ziag o, sonst fremdflyer i dir ane!”

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Yeah Yeah Yeahs live in der Wiener Arena

Die Yeah Yeah Yeahs live. Auf ihrem neuen Album “It’s Blitz” führen sie einen discotauglichen Elektro-Punk vor, der live nicht ganz hält, was er von der Studioproduktion verspricht. Die Stimme von Karen O wirkt zu brüchig, zu überanstrengt, obwohl ihre Stimme die teils hervorragenden Melodien tragen sollte.

Im Herumhopsen und Punk-Posen-schwingen und Schnell-Kleider-Wechsel kann man der Sängerin allerdings nichts mehr vormachen.

Der Sound in der Wiener Arena war auch schon einmal besser. Neben den zu lauten hohen Tönen wär etwas mehr an Bass-Leistung ganz gut gewesen.

In der zweiten Hälfte des Konzerts konnte die Band aber etwas an Gas zulegen, mit dem alten Hadern “Gold Lion” und der ersten Single des neuen Albums, das jetzt schon eine Hymne ist, “Zero”, kam ordentlich Stimmung in die zuvor schon etwas ermatteten Glieder in der nicht ausverkauften Arena.

Bonuspunkt für das Bühnenbild: Ein riesengroßes Ballon-Auge, umrandet von einer psychedelischen blauen Spirale, wie von der Bregenzer Festspielbühne gestohlen. Punkteabzug dafür, dass man diese Bühnenkonstruktion mit besserer Beleuchtung noch besser ins Rampenlicht hätte rücken können. Aber dafür hats Confetti-Regen gegeben.

>>Hier gibts mehr Bilder und eine handfeste Kritik

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Der Fredl liest, Velojet geigt auf

Das Fluc feierte seinen siebenten Geburtstag – und im Rahmen eines Global2000-Fests war auch der Herr Austrofred auf der Bühne. Diesmal mit einer Lesung aus seinem Buch “Ich rechne noch in Schilling”.

Irgendwie bin ich den Verdacht nicht losgeworden, dass die äusserst jungen Gäste des Fests nicht ganz das Zielpublikum von unserem Fredl waren. Fast keine Publikumsbeschimpfung. Trocken die Texte herabgebetet. Wobei die meisten im Publikum wahrscheinlich eher nicht konform gingen mit der Verehrung von Ambros, STS und Co.  Erst im Finale konnte der Fredl wieder überzeugen mit A-Capella-Vorträgen von “HitRadioGaga” und “Schifoan”.

Gewartet hatten die meisten allerdings auf den Auftritt von Velojet. Und den fand ich äußerst gelungen. Mit schön geladener Energie, guten Gitarren und melodiöser Hemmungsorgel. Überraschend gut. Hatte ich schlechter in Erinnerung. Weiter so!

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