Weihnachten

Im Prater blühn’ noch immer die Christbäume

Neujahrstag im Prater. Auf der Prater-Hauptalle ziehen wie üblich die Jogger ihre Bahnen. Auf Schritt und Tritt stolpert man über Reste von Silvester-Raketenb. Und im Wurstel-Prater ist es alles andere als ruhig. Das höchste Kettenkarussell der Welt kennt keine Winterpause. Wenige Meter daneben lassen sich halb Erfrorene von einer Riesen-Schlange in die Luft wirbeln. Und am Prater-Hauptplatz vor dem Riesenrad ist noch immer ein Weihnachtsmarkt – ich korrigiere: Wintermarkt. Denn mit dieser Bezeichnung können die Standln bis 6. Jänner offen halten. Mit grandiosem Glühmost. Und die Stimmung dort ist gar nicht so schlecht, wenn man sich die hässliche Architektur dieses Platzes wegdenkt. Frohes neues Jahr!

Der Adventkalender. Er lebt!

Adventkalender gibt es in vielen Ausformungen, auch im öffentlichen Raum. Jedes Jahr im Advent werden damit Rathäuser und andere Bauwerke neben Christkindlmärkten verschandelt. Dabei kann so ein Kalender auch künstlerisch wertvoll sein – so wie jener von Hubsi Kramar im Wiener Kabelwerk: Sein “Lebender Adventkalender” ist mit lebendigen Künstlern gefüllt. Jeder von ihnen hat in seinem Kastl Platz für Theater, Gesang, Peformance; Kritik oder einfach was dem Künstler im Kastl grad einfällt. Hubsi Kramar selbst erklärte es im Chat von DiePresse.com so: “Das spannende ist, dass jeder Künstler einen Kubikmeter hat. Wie Waben kann man sich das vorstellen. Dann fliegt der Deckel des ersten Kästchens auf. Am Ende sind alle 24 Kästchen offen.”

Hinter jedem Kastl stecken dann Performances, die wie folgt betitelt sind: “2. Tag: Die Killlertaler Grützenfeger singen ein Weihnachtlied.” Absolut phantastisch: Miki Malör, die die Finanzkrise mit einfachsten Mitteln so gut wie noch nie erklärte: Sie mampfte einfach soviele Münzen, wie sie in ihren Mund bekommen konnte – und nach kurzer Zeit musste sie diese Münzen wieder erbrechen. Malika Fankha und Leonhard Srajer füllten ihr Kästchen mit typisch wienerischem Mini-Revue-Theater: “Das Fleisch ist noch nicht weich.” Lucy McEvil stellte sehr plastisch das “Himmlische Tor” dar. Und zu guter letzt war man nicht mal überrascht, dass sich im letzten Kastl, dem 24., eine erhängte Maria vorfand.

Interessantes Konzept, großartiges Bühnenbild, man konnte lachen, man konnte weinen, man konnte nachdenken. Und staunen. Im nächsten Advent wieder im Kabelwerk.

Kein XXX für ein U vormachen!

Oh du fröhliche – wiewohl auch nachdenkliche. Süßer die Glocken nie klingen – und sich wie ein Kreissägengeräusch in die Gehörgänge graben. Das Familienfest – ohne dass man den Großteil der Familie sieht. Doch der Kern bleibt. Und leise rieselt der Schnee, auch wenn es 10 Grad über Null hat. Ein Weihnachtsverweigerer? Nein, das bin ich nicht. Aber kritisch wird man die “stillste Zeit im Jahr” doch noch betrachten können. Und die Antennen in Form eines Elchgeweihs ausstrecken. Happy XXX!

Eiskeller plus Advent ergibt Konzert

Langsam weihnachtet es schon ganz heftig – in der Werbung und in den Geschäftsstraßen ja schon seit Ende Oktober. Jetzt ist auch Loosdorf nachgezogen. Neben einem Adventmarkt-Wochenende gab es auch ein Adventkonzert der Musikschule im Eiskeller. Von der Flöte über die Gitarre bis zur Geige zeigten die jüngsten dem Advent-Hasen, wo der Bartl den Most herholt. Auch wenns teilweise nur Süßmost war. Advent, Advent…

Ki-Ka-Kinder-Perchtenlauf

Brauchtum soll in der heutigen Zeit ja hochgehalten werden. Vor allem bürgerliche Parteien bestehen darauf, um die dahinsiechenden Sozialdemokraten ganz zertrümmern zu können. Desto mehr verwundert es, dass es in Loosdorf eine Perchtengruppe gibt. Der Ort ist erstens tiefrot und zweitens vom Brauchtum Perchtenlauf soweit entfernt wie Salsa in Vorarlberg. Lange könnte ich jetzt über Verschwörungstheorien nachdenken. Hab ich auch schon an einer anderen Stelle gemacht. Und ich bin schon damals zur Überzeugung gekommen, dass es besser ist, beim Perchtenverein zu sein, als den ganzen Tag zu saufen. Obwohl bei den Veranstaltungen der Perchten auch ganz schön gsoffen wird. Diesmal haben die Perchten-Väter ihre Perchten-Söhne in die Laafn gsteckt. Und fertig war der Kinder-Perchtenlauf. Ki-Ka-Kinder. Gefürchtet haben sich die Kleinsten. Zählt also zur Abschreckung. Und zurückgeschlagen haben die größeren. Zählt also schon zur Kampfausbildung. Äußerst interessant.

Weihnachtsbratl und Bier

Aus der noch nicht gestarteten Serie “Die besten Plakate des Jahrhunderts”.

So hat man damals Werbung für Bockbier gemacht. Ja, zum Weihnachtsbratl ein Bockbier. Das schmeckt. Großartig! Und man kann sich richtig das Beisl vorstellen, in dem der Silverserver in den 50er-Jahren sein Bierlein getrunken hat…

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Krampus und Nikolo

Endlich einmal ein Süssigkeiten-Automat, der korrekt befüllt ist! Leider nicht ganz zur Jahreszeit passend. Aber Krampus und Nikolo im Automaten haben jetzt sogar schon den Osterhasen überlebt. Kommt vielleicht davon, dass man sich nichts rausnehmen darf. Ist nur ein Schauobjekt im Technischen Museum. Und zwar zur Sonderausstellung “Geschmackssache”. Die ist bereits im Oktober gestartet, und damals wars ja fast zeitgemäß, dass hier Nikolo und Krampus rausgrinsen. Schad, dass man den Automat nicht bedienen konnte. Ich wollt dem Nikolo nämlich mal die Ohren langziehen und ihn so zum Osterhasen machen. Und das vor Pfingsten. Aber da gibts ja kein Viecherl dafür. Oder hat schon wer einen Heiligen-Geist-Schoko gesehn?

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