DIE GRAUE EMINENZ

Fahrrad-Hochflieger

Posted in Rad, Spocht, Wien 2.0 by eminenz on 5. April 2014

Erstes April-Wochenende in Wien – der klassische Termin für das Bike Festival am Rathausplatz. Mit großen und kleinen Rädern, dem Vienna Air King-Wettbewerb, mit der Grünen Radrettung, Ein-, Zwei- und Dreirädern, Rad-Künstlern, Rad-Hochfliegern und vielen Drahtesel-Bestaunern.
Am Sonntag gehörte dann der ganze Ring den Radlern bei der #RADpaRADe – ein Ring ganz ohne Autos, mal ganz ehrlich, daran könnte man sich gewöhnen: Drahtesel statt Blechschlangen, alles andere ist unmenschlich!

20140406-151031.jpg20140406-151113.jpg

20140406-151146.jpg

Schnee in Wien: Mini-Schneemänner und frierende Spaziergeher

Posted in Stadtspaziergang by eminenz on 27. Januar 2014

Schnee in Wien. Das alljährliche Chaos auf den Straßen ist vorprogrammiert. Doch schon nach einigen Stunden sind Straßen und Gehsteige nicht mehr weiß beschneit, sondern von Gatsch überzogen. Anders ist das in den Außenbezirken.

Das Schloß Wilheminenberg ist in eine Flockenhülle von Frau Holle getaucht, am Steinhof sind nur wenige Spaziergänger unterwegs, und durchwegs sieht ihr Begleiter, der Hund, fröhlicher aus als sie. Denn: Es ist eiskalt. Wintersport treiben sieht man noch niemanden – die Kinder dürfen noch nicht raus, um auf dem Schnee herumzurutschen. Darum haben wir nur einen einzigen Schneemann im Miniatur-Format entdeckt.

Nur einige Raben sind zu sehen auf ihrer Futtersuche. Und man selbst fühlt sich wie ein scharzer Rabe auf den verschneiten Spazierwegen.

Oben. Ganz oben.

Posted in Szene, Wien 2.0 by eminenz on 19. Januar 2014

Wo und was ist Oben in Wien? Nicht so wie in der Provinz im Keller-Tiefbau, nicht so wie in München als Kellerbar – in Wien ist oben wirklich „Oben“. Bis April residiert der „Club der ZeitgenossInnen“ vor allem im obersten Stockwerk der Lehargasse 7, im altehrwürdigen Gebäude, in dem einst die “Telephoncentrale 1″ der k.u.k Post- und Telegraphenverwaltung residierte.

Hinter Oben steht ein Verein, der von Michael Stefanofsky, Axl Schreder (Café Français) und Franziskus Kriegs-Au (Stadthaus-Galerie) geführt wird. Und hier soll Kunst auf Zeit geboten werden: Alle zwei bis drei Wochen werden im Obergeschoß des Gebäudes neue Kunst und Installationen gezeigt. Und die Nächte kann man sich mit Wiens bekanntesten Alternative-DJs um die Ohren Schlagen.

Was bei Oben überrascht und überwältigt: Die riesengroßen beiden Säle, die einen Hauch der Kaiserzeit vermitteln – und das Vergängliche daran, sichtbar an den bereits begonnenen Demontage-Arbeiten. Sollen ganz oben doch Luxus-Büros eingerichtet werden – und das korreliert einfach nicht mit dem Nimbus des Untergegangenen.

Was daneben noch überrascht, allerdings negativ: Der Spritzwein aus der Flasche. Das ist einer Weinstadt wie Wien nicht würdig. Ganz nach unten damit.

Tagged with: , , , , , ,

Schnizzis

Posted in Architektur, Kulinarik, Wien 2.0 by eminenz on 9. Oktober 2013

Eine riesige Statue vor einem kleinen Schlössl, das von Pflanzen überwachsen ist. Die verblassten Hinweisschilder erinnern an die 80er-Jahre und wirken schon etwas mitgenommen. Trotzdem erwartet uns hinter dem alten Gemäuer gegenüber dem Zentralfriedhof noch immer eine der besten Adressen für Schnitzel-Abenteurer:  Das Concordia-Schlössl.  Allein die Größe der Schnitzel ist bestechend, dargebracht auf ovalen Silbertellern. Die liebevoll “Schnizzis” genannten Interpretationen des heimischen Klassikers reichen vom Concordia-Schnitzel über das Venezia-Schnitzel bis zum Gulasch-Schnitzel. Und das alles in einem großartigen Ambiente: Die Säulenhalle, tagsüber durchflutet vom Licht der Kuppel, abends in romantischen Kerzenschein gehüllt. Knarrender Holzboden, große Spiegel, ein Flügel und ein alter Holzofen komplettieren den Reiz des Lokals. Genauso wie der Standort gegenüber dem Zentralfriedhof und inmitten von Grab-Steinmetzen. Zumindest das letzte Schnitzel auf Erden sollte dort gegessen werden.

Wein, Schrammeln, Wandern.

Posted in Stadtspaziergang, Wien 2.0 by eminenz on 2. Oktober 2013

Weinwandertag in Wien: Blauer Himmel, reife Trauben, frischer Sturm, aufgeigende Schrammeln, Aussicht über die Wiener Skyline, skurriler Bauerngolf. Schön wars.

DSCN7251 DSCN7265 DSCN7270 DSCN7260

Kleiner tappsiger Elefant

Posted in Stadtspaziergang, Tier&Wir, Wien 2.0 by eminenz on 22. September 2013

Nachwuchs-Tag im Zoo: Das kleine Elefanten-Mädchen in Schönbrunn wird von Groß und Klein bestaunt. Neben ihrer Mutter wirkt es so wie der kleine blaue Elefant bei der “Sendung mit der Maus” – es tappt noch ein bisschen unsicher herum.

Der Elefant ist nicht der einzige stolze Nachwuchs im Tiergarten – aber der kleine Panda ist noch zu klein, um schon bestaunt werden zu können. Und so liegt Papa Panda faul in seinem Gehege.

Und noch ein Nachwuchs ist von seiner Mutter herumgetragen worden: Die Faultiere gaben diesmal ihrem Namen keine Ehre – sie kletterten vorsichtig auf ihren Seilen hoch schwebend über den staunenden Zoobesuchern herum.

Pratergeschichten

Posted in Leben, Stadtspaziergang, Wien 2.0 by eminenz on 12. Juni 2013

Der Wurstelprater in Wien. Ein Paradies für Kinder mit Ringelspielen, Geisterbahnen und Fahrgeschäften. An Achterbahnen aller Art reihen sich Würstelstände, Biergärten und Eisdielen. Neben dem Riesenrad glänzt der umstrittene Pratervorplatz im Stil eines Outletcenters. Die Liliputbahn tuckelt die Hauptallee entlang, Autoscooter machen durch laute Musik auf sich aufmerksam. Eine eigene Welt, teils in Hochglanz, teils halb verfallen und verfault. Mit Menschen, die in Casinos das schnelle Geld suchen, mit Menschen, die einfach herumlungern, mit Menschen, die den schnellen Kick suchen. Pratergeschichten, am besten erzählt in Bildern.

Schön is so a Mulatschag

Posted in Konzert, Szene, Wien 2.0 by eminenz on 13. Mai 2013

Stefan Weber und Drahdiwaberl sind im Museum angekommen. Und das im spießiegen Wien: Mit ihren Attacken gegen das Establishment und gegen die Spießer, exzessiven Shows und pornografischen Andeutungen auf der Bühne haben sie im Blutrausch schon vor Jahrzehnten mit der Wiener Gemütlichkeit aufgeräumt. Weber ist zwar schon schwer von seiner Krankheit gezeichnet, aber man sieht ihn förmlich aufblühen auf der Bühne. Und er und seine Mannschaft können ihn noch immer, den Mulatschag. Zwar jetzt schon am Nachmittag, aber für eine Ausstellungseröffnung schneuzen und kampeln sich auch die Mannen von Drahdiwaberl mal. Dass Wien nicht mehr so spießig ist wie vor dreißig Jahren hat man übrigens daran erkannt, dass Dutzende Kinder von ihren Eltern hochgehoben wurden beim Konzert. Wie haben die Eltern wohl den Kleinen den Mulatschag erklärt?

Die Ausstellung ist übrigens noch bis 15. September im Wien.Museum zu sehen.

Als Vorgeschmack gibt es auch eine Online-Ausstellung der Wienbibliothek Digital.

Es geht um die Wurst

Posted in Szene, Wein, Wien 2.0 by eminenz on 10. April 2013

Käsekrainer, scharfer Senf, Pfefferoni, Brot. Und dazu ein Dosenbier. Nicht grad vegan, aber eine schöne Menage beim Würstelstand. Besser als jeder ein-Euro-Cheeseburger von Macs und Kings. Oft hat der Würschtler schon mutmaßlich Leben gerettet – wenn man des Nachts durch die Stadt irrte mit einem Riesen-Hunger.

Kunsthistoriker Sebastian Hackenschmidt und Fotograf Stefan Olah haben nun einen Bildband veröffentlicht, in dem 95 Exemplare des “Kleinen Sachers” – wie die Zweckbauten nicht nur in der Literatur genannt werden – bildlich verewigt sind. Sebastian Hackenschmidt setzt sich vor allem mit dem Würstelstand als soziokulturelles Phänomen auseinander, das zudem mit idiomatischen Eigenheiten aufwartet – siehe “a r ogschöde buanwuascht”, die H.C. Artmann in seinem Gedicht “Wos an weana olas en s gmiad ged” würdigt.

Präsentiert wurde der Band standesgemäß in einem “Ekazent” in einer Radatz-Filiale. Bei Gratis-Würstel, Gratis-Bier und Gratis-Wein stellten sich die Würstelstand-Liebhaber gerne an und die Seitenblicke-Gesellschaft war in ihrem Element. Thomas Maurer hielt die Laudation auf das Buch, die Schrammeln spielten. Es ging halt um die Wurst.

Unser Buchtipp: 95 Wiener Würstelstände. Sebastian Hackenschmidt und Stefan Olah. Verlag Anton Pustet.

Die Bilder sind bei der Präsentation im Ekazent Hietzing entstanden, die letzten drei Bilder sind aus dem Buch.

>>Mehr Bilder:  95 Wiener Würstler: ”Wurst essen als emotionales Erlebnis”


Bim-Radl

Posted in Wien 2.0 by eminenz on 25. März 2013

Bim! Bim! Wer erinnert sich noch an den Franzi aus dem “Kaisermühlen-Blues”, der glaubte er sei der 5er? Am Karmelitermarkt haben wir nun ein Rad gefunden, das wohl auch glaubt, eine Bim zu sein – in diesem Fall allerdings der 21er. Übrigens wurde der 21er im Jahr 2008 eingestellt, er verkehrte damals ausschließlich im zweiten Bezirk zwischen Schwedenplatz und Praterkai. Jetzt also fährt nurmehr dieses Dreirad als Nachfolger der Straßenbahnlinie 21 durch den zweiten Bezirk. Ganz ohne Schienen, dafür mit Kette und mit Muskelschmalz betrieben. Wer ist wohl der Fahrer dieses Bim-Radls? Vielleicht der Franzi? Bim! Bim!

Foto

Follow

Erhalte jeden neuen Beitrag in deinen Posteingang.

Schließe dich 5.109 Followern an

%d Bloggern gefällt das: