Mehr Freiheit, weniger Handys!


Letztens in der U-Bahn: Ich steh so unmotiviert herum, bei einer Station steigt ein Mann in mittlerem Alter ein mit zwei Stöpserl in den Ohren. Stellt sich genau gegenüber von mir hin. Und grinst mich an. Grinst immer mehr. Ich kenn mich nicht aus. Bis er zu reden anfängt. Aber nicht mit mir. Die Stöpserl waren von einer Handy-Freisprecheinrichtung.

Ist irgendwie unheimlich, dass einem immer öfters Menschen in der U-Bahn, auf der Straße, in Geschäften und bei weiß was noch welchen Verrichtungen begegnen, die man vor einigen Jahren noch blitzschnell auf die Baumgartner Höhe geschickt hätt – weil sie, so kommt es einem zumindest vor, mit sich selbst brabbeln.

Aber doch nicht wirklich. Die fortschrittliche Technik hat uns zu Menschen gemacht, die ihre Umwelt nicht mehr wahrnehmen.

Das Handy ist das wichtigste Utensil der modernen Menschheit geworden. Immer öfter MUSS man Gesprächen zuhören: „Ich bin grad in der Station XXX, was gibts denn heut zu essen?“ und solche Unbelangheiten. Furchtbar. Was noch mehr nervt: Klingeltöne, die von Abba bis ZZ-Top alles zerfressen. Und die Werbung auf MTV dazu. Das ist einfach grauslich und noch dazu eine Abzocke.

Irgendwie kommt mir vor: Gebt den Menschen Handys und sie fühlen sich freier. Welch Trugschluss. Mit diesem Teufelsgerät kann man auf Meter genau geortet werden, SMS können von unserem Big Brother brav gelesen werden und das Abhören ist überhaupt kein Problem.

Also: Mehr Freiheit, weniger Handys!

Ein Blackberry-User

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