Archiv für den Tag 10. November 2008

Der ORF diskutiert sich selbst: Haider-Feststpiele gehen weiter…

Danke an die Co-Autorin Heide

>>Originaltext

Der ORF ist ja doch noch für Skandale gut: Dirk Stermann und Christoph Grissemann hatten sich in „Willkommen Österreich“ am 23. Oktober über den Umgang mit Haiders Tod lustig gemacht. Ein Sturm der Entrüstung folgte, angeführt von BZÖ- und FPÖ-Politikern. Ein geplanter Auftritt in Klagenfurt wurde abgesagt, die beiden Kabarettisten bedroht. Der ORF reagierte erstaunlich reif und berief eine Diskussionsrunde ein.

Der designierte Kärntner BZÖ-Obmann Uwe Scheuch suchte dabei – betont im Kärntner Dialekt – nach Unterstützung für seinen Ruf nach Pietätsgrenzen. Vergeblich. Sein Hauptgegner, der Wiener Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny, gab sich großspurig: Wenn er all das, was ihm nicht gefalle, in Wien nicht zulassen würde, gäbe es in der Hauptstadt wenig Kultur, meinte er. Das sorgte zumindest kurzfristig für Erheiterung.

„Wenn Künstler einmal ihren Auftritt absagen, weil sie sich nicht mehr sicher genug fühlen, müssen alle Alarmglocken läuten“, erklärte Mailath-Pokorny weiter – und rannte damit genauso wie mit allen Diskussionsbeiträgen gegen die Argumentationsmauer von Uwe Scheuch: Dieser instrumentalisierte „alle Kärntner und Kärntnerinnen“ als Gesinnungsgemeinschaft, die sich durch die Satire verletzt gefühlt habe. Und er setzte wie auch oft in der politischen Diskussion das BZÖ gleich mit allen Kärntnern.

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