DIE GRAUE EMINENZ

One Two Three Cheers and a Tiger LIVE

Posted in Konzert, Party, Szene by eminenz on 30. März 2009

Der Tiger bat mit seinen drei Cheers zur CD-Präsentation im Wiener Bach. Und er hat gut gebrüllt. Ein neuer Rockstar. Mit Alles und Scharf. Mit allen Starallüren. Cool wie es nur der Gustl kann. Einfach von der Bühne verschwinden, weil er eine Tschik gebraucht hat.

Oder wie es auf 123caat formuliert ist: “lederjacken, in schwarz natürlich, hosen, in die man hineingeschossen werden muss, die richtigen frisuren.”

Sehr ins Ohr gehend: Die Nummer “Random” vom neuen Album von One Two Three Cheers and a Tiger: Less than the Half Price. Schön garagig. Dreckig. Beim Hören der CD merkt man, dass das ganze noch ungehobelt, ohne Schnörksel und ohne großes Schnickschnack und technischen Firlefanz im Probekeller aufgenommen ist.

Sehr gut: Das kommt auch live rüber. Auch wenn ein bissl die Praxis  fehlt, wir jagen die Tiger jetzt von Termin zu Termin, bis sie fast blind und im Schlaf spielen können. Wär aber auch nix, bleibts lieber garagig.

Selbst formulieren es die Tiger ja so: Musik irgendwo zwischen „melodischen Beatles und räudigen Rolling Stones.” Oder hört man doch ein bissl The Strokes raus? Wurscht. Wie eine Kopie klingt das Ganze auf jeden Fall nicht.

Und: „Three cheers and a tiger!“ ist im Übrigen ein britischer Trinkspruch, meint „dreimal hoch!“ und sollte eigentlich nur in einem Liedtext für Laune sorgen. Unverhofft kommt oft. Erst im Liedtext und schont heißt man so. Und jetzt ists zu spät um den Namen zu wechseln, läuft “Random” doch auf Powerplay am öffentlich-rechtlichen Indie-Sender FM4.

Und weil das selbstverwackelte Video auch ganz gut gelungen ist, will ich es euch nicht vorenthalten:

Frühlingserwachen in der Lobau

Posted in Leben, Reise, Wien 2.0 by eminenz on 30. März 2009

Der Frühling hat am Samstag gezeigt, dass es ihn doch gibt. Er wollts wohl Armin Wolf heimzahlen, der in der letzten Woche in der ZIB2 vor dem Wetterbericht meinte: “Der Winter geht ja heuer übergangslos in den Herbst über.”

Sonnenschein, rauf aufs Rad! Über den Prater auf die Donauinsel und weiter in die Lobau. An der Dechantlacke haben wir einen Käfer beobachtet, der aus dem Winterschlaf erwacht ist. Auf der anderen Seite des Teichs spielte ein Saxahponist seine Melodien. Weiter über den Schilfgürtel auf der Holzbrücke, die von den Melker Pionieren erbaut worden ist. Und dann weiter Richtung Panozzalacke.

Vorbei an wohl duftendem Bärlauch und Schneeglöckchen (Achtung, die stehen unter Naturschutz, also nicht drauf herumtrampeln!). Und dann sind wir eingekehrt ins Knusperhäuschen. Und brav hat meine liebste Begleiterin ihr Rad abgesperrt, zu mit dem Schloss, um dann vor Schreck zu erstarren: Kein Schlüssel fürs Schloss dabei! Tja, das hieß: Nächste Busstation suchen und mit den Öffentlichen heimwärts zum Auto, um danach das Rad abzuholen, ohne den Schlüssel zu vergessen. Und ich bin einsam nachhaus geradelt. Mit dem Wind im Rücken. Dem Frühling entgegen.

Am nächsten Tag hat es übrigens den ganzen Tag über geregnet. Doch wieder Herbst.

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Da passt noch das Goehte-Gedicht dazu, das man sogar schon in der Schule lernt, auch wenns noch nicht ganz passt, weil es “Osterspaziergang” heißt:

Vom Eise befreit sind Strom und Bäche
durch des Frühlings holden belebenden Blick,
im Tale grünet Hoffnungsglück;
der alte Winter, in seiner Schwäche,
zog sich in rauhe Berge zurück.
Von dort her sendet er, fliehend, nur
ohnmächtige Schauer körnigen Eises
in Streifen über die grünende Flur.
Aber die Sonne duldet kein Weißes,
überall regt sich Bildung und Streben,
alles will sie mit Farben beleben;
doch an Blumen fehlt’s im Revier,
sie nimmt geputzte Menschen dafür.
Kehre dich um, von diesen Höhen
nach der Stadt zurückzusehen!

>>Hier gibts das ganze Gedicht in voller Länge

Für Leiwand, gegen Oasch

Posted in Politik by eminenz on 30. März 2009

“Wir zahlen nicht für Eure Krise” war das Motto der Demonstration in Wien und vielen anderen europäischen Ländern am Samstag vor dem G-20-Gipfel in London.

Ich war nur zu Beginn dabei, beim Treffpunkt Westbahnhof. Und war etwas enttäuscht, dass sowenig Leut dort waren. Der Demo-Zug ist aber am Nachmittag noch angewachsen, 20.000 Leut sollen laut Veranstaltern dort gewesen sein.

Insgesamt 265 Organisationen hatten zur Demo aufgerufen, unter anderem Attac, SOS Mitmensch und Gewerkschaften. Mittendrin auch SPÖ-Organisationen. Nicht allen war das Erscheinen der SPÖ willkommen. “Was machen die denn hier”, fragte eine Passantin. “Rücken krumm, Taschen leer. SPÖ, danke sehr”, skandierten andere Protestteilnehmer.

Was macht die SPÖ wirklich bei dieser Demo? Gibt es jetzt doch endlich einen politischen Ausweg aus der Finanzkrise? Doch die Politik ist viel zu verstrickt im Wirtschafts-Dickicht. Und wer wirlich was zu sagen hat, wenn Politiker mit Firmenbossen zusammenkommen, ist wohl auch klar.

Darum bin ich auch nicht mitgegangen bei den Demos, ich als alter Donnerstags-Maschierer. Ich wusst einfach nicht, gegen wen ich den Protest richten soll. Ich glaub fast, das muss man anders angehen.

Aber: Der Druck von der Straße hat auch schon viel bewegt in vergangenen Zeiten. Und es wäre so schön, wenn es in Österreich endlich eine Protestkultur gäbe. Ohne Diffamierungen, wenn man auf die Straße geht oder streikt. Aber das ist in unserem komplexbeladenen Land wohl zu viel verlangt.

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>>Hier gibts mehr Bilder

(Fotos: Peter Huber)

Tanz Baby! live: Das ist wirklich traurig

Posted in Konzert by eminenz on 27. März 2009

“Ich bin traurig, und schon den ganzen Tag nicht gut drauf”. So eine Songzeile von Tanz Baby! Wunderschöner Song, der sehr gut arrangiert ist. Seit gestern bin ich auf Tanz Baby! allerdings nicht mehr gut zu sprechen. Ich habe einen Fehler gemacht und einen Live-Act der Band angesehen. Und es war niederschmetternd.

Am Anfang ist man noch gefangen von der mit großer Überheblichkeit an den Tag gebrachten Selbstdarstellung von Sänger David. Ein Schlagerdandy, macht zu Beginn Spaß. Bald aber schon hat sich dieser Schmäh abgenutzt.

Und leider kommt ein Live-Auftritt den schönen Arrangements der Studioproduktionen von Tanz Baby! auf keinem Fall nach. Die Lieder, die sich zwischen Schlager und NDW und 30er-Jahre-Sound bewegen, klingen irgendwann dann alle ziemlich gleich. Die Texte schmusen sich nur zu Beginn in den Gehörgang, irgendwann will man diese Suderei über die Liebe und die Einsamkeit, diese ewige Suderei, nicht mehr hören.

Und: Ich tät nie mit so einer Mini-Elektro-Gitarre auftreten, die ausschaut wie aus Toys’R’Us gestohlen,  wie der Gitarrist und Pianist. Schön gesungen hat die Sängerin. Aber wofür hatte sie nur die Sticks in Händen. Luftgitarre ist tot, es lebe Lufttrommeln!

Die E-Gitarre hat dann auch den schönen Sound von “Ich bin traurig” vernichtet. Schad drum. Gefehlt haben die heulenden und klagenden Trompeten. Vielleicht sollte Tanz Baby mal einen Auftritt mit guten Musikern probieren.

Allerdings ein bissl ein versöhnlicher Abschluss: Die Mitwirkenden im letzten Video mitsingend und mitklatschen auf der Bühne. Hat das Konzert aber auch nicht mehr retten können.

Schad drum, jetzt bin ich traurig, und schon den ganzen Tag…

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Hoch zu Ross

Posted in Leben by eminenz on 22. März 2009

Endlich hab ich den Borques kennengelernt. Und entgegen einer von mir mit Entsetzen gehörten Meinung riecht er gar nicht nach Leberkäse. Und war auch relativ zutraulich. Aber ich hab mich ja sofort mit Leckerlies eingeschleimt. Zur Erklärung: Borques ist ein Pferd, eingestellt im Reitstall in Wien Freudenau.

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Jetzt kann ich mir gar nicht mehr vorstellen, dass ich jemals Pferdeleberkäse essen könnte. Dann lieber im Galopp. Im Schweins-Galopp.

Steck dir dein Handy in den Arsch

Posted in Szene by eminenz on 22. März 2009

In Wien gibts die Donau und das Donau. Die Donau ist so blau so blau. Und das Donau ist ein sehr empfehlenswerter Club. Mit tollen Visuals, dadurch sieht das Lokal jeden Abend wieder anders aus. Und dadurch wird der Stuck, der ein bisschen an eine Kirche erinnert (Wer bitte weiß, was diese Räume früher beherbergt haben?) in ein ganz neues psychedelisches Licht gehüllt. Und das alles bei schamlos drauf los blubbender Musik.

Nicht zu vergessen: Das Donau ist das einzige Lokal in Wien, das einen Würstelstand integriert hat. Eine grenzgeniale Idee.

Ganz wichtig beim Donau: Von Zeit zu Zeit wird das Motto gewechselt, das in großen Leucht-Lettern an einer Wand prangt. Da hats zum Beispiel schon gegeben: “Für Gabi tu ich alles”.

Derzeit ist das Motto: “Steck dir dein Handy in den Arsch”. Hat mich insoweit beeindruckt, dass ich neben diesem Slogan gar nicht telefonieren wollt, weil ich mich irgendwie geniert hab. Beim Typen neben mir ist das ganz in die andere Richtung eingefahren, der hat sich sein Handy nämlich nicht in den Arsch gesteckt, sondern er hat stundenlang das Handy ans Ohr gehalten und telefoniert. Auch eine Möglichkeit, Widerstand zu leisten. In dem Fall gegen leuchtende Buchstaben.

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Sie ham a Haus baut

Posted in Leben by eminenz on 21. März 2009

Da ist ja einiges weitergegangen. Fast hätt es als Scheidungshaus geendet, aber sie haben sich wieder zusammengerauft. Und nachdem die Baustelle zwischendurch ziemlich lange gestanden ist, wird nun so richtig reingehakelt. Und seit Pfingsten im vorigen Jahr (die ersten Bilder in der Slideshow) hat sich einiges getan: Alles verputzt, der Fliesenleger grad im Einsatz, und nächste Woche wird die Küche geliefert.

Die “Villa”, wie sie von der kleinen Rebecca bezeichnet wird, ist wirklich riesig. Und wird schön im Hundertwasser-Stil eingerichtet.

Was ich nicht aushalten tät: Im Umkreis der “Villa” stehen lauter Neubau-Einfamilienhäuser, die immer größere Dimensionen annehmen. Jeder abgetrennt mit Zaun und Hecken (ja, es gibt auch noch die berühmten Liguster), damit nicht zuviel reingeschaut werden kann und damit man ja seine Grenzen ziehen kann. Und jetzt mal wirklich: Wer bitte will wirklich in Loosdorf wohnen? Ich jedenfalls könnts mir nicht vorstellen. Bin viel lieber in der Altbauwohnung in Wien.

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Die schwedischen Klickhuren

Posted in Medien, News by eminenz on 19. März 2009

Eine ganz neue Lohnpolitik bei einem Online-Portal in Schweden: Bei der schwedischen Internetzeitung “Nyheter24″ entscheidet die Zahl der Leser darüber, wie viel der Autor an einem Artikel verdient.

Ganzer Artikel auf taz.de

“Unser Lohnsystem soll widerspiegeln, wie tüchtig jemand ist. Wie viele tatsächlich an dem interessiert sind, was der Mitarbeiter produziert.” So verteidigt Patrik Sandberg, verantwortlicher Herausgeber der Internetzeitung Nyheter24, gegenüber der Zeitung des schwedischen Journalistenverbands, sein neues Entlohnungssystem. Das gründet einfach auf der Zahl der User, die auf die Texte der einzelnen JournalistInnen klicken.

Letztendlich entscheiden also die Leser, wie viel ein Mitarbeiter bei Nyheter24 verdient. Neben einem Grundlohn, der – was man offiziell nicht bestätigen will – bei umgerechnet etwa 1.500 Euro liegen soll, ist dieser “erfolgsabhängige” Lohnanteil für die MitarbeiterInnen als Anreiz gedacht, darüber zu berichten, “was die Leute interessiert”, so Sandberg: “Das ist ein einfaches Lohnsystem und wir sind ein kommerzielles Produkt.”

In Österreich läuft die Entwicklung hoffentlich in die andere Richtung: Hier will die GPA-djp die Online-Journalisten sobald wie möglich in den Journalistenkollektiv holen. Und bei den ersten Sitzungen zu den Kollektivvertrags-Verhandlungen sind erstmals drei Online-Journalisten im beratenden Gremium der GPA.

Solche Bezahlmodelle höhlen nicht nur die Kollektivvertragsrechte der Online-Journalisten aus, sondern führen auch dazu, dass nur mehr die Reichweite zählt und die journalistische Qualität absolut flöten geht.

Das muss man wohl im Auge behalten.

“Die Presse am Sonntag” feiert ihre erste Ausgabe

Posted in Medien, Party by eminenz on 16. März 2009

Gefeiert wurde am Samstag Abend, nach Fertigstellung der ersten Ausgabe der “Presse am Sonntag”.

Weil: Wer den Sonntag retten will, muss spätestens am Samstag Abend damit beginnen!

Fotos: (c) Daniel Breuss

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Kreisky: Die Angst, der Teufel zu sein

Posted in i.me.nenz, Konzert by eminenz on 15. März 2009

“Wir hören die Motoren, wir hören die Motoren. Da sind Flugzeuge im Sturm.” Der Text des Openers zum am 23. März erscheinenden zweiten Albums von Kreisky legt den Grundstein für zehn Songs, die auf Punk-Traditionen und Post-Hardcore-Elementen mit röhrendem Gitarrensound aufbauen. Die deutschen Texte sind konsequent typisch-österreichisch grantig und beleuchten das Leben von einer deutlich depressiv angehauchten Seite mit einer gehörigen Portion Weltschmerz.

>>Der volle Text und alle Konzert-Termine

>>Alle Bilder vom Album-Release-Live-Konzert im Flex

“Meine Schuld, meine Schuld, meine große Schuld” ist der Titel des Albums und zitiert damit das allgemeine Schuldbekenntnis der katholischen Liturgie. Konsequent werden dann auch ur-katholische Themen in den Songs verarbeitet: Neid, Eifersucht, Schuldgefühle und andere Sünden geben einen Einblick in die österreichische Seele – dargeboten von einem gesanglich zwischen Arroganz und dem Wunsch nach Hinausschreien pendelnden Franz Adrian Wenzel.

Musikalisch arbeitet Kreisky mit einem klassischen Band-Set Up: Schlagzeug (Klaus Mitter), Bass (Gregor Tischberger), Gitarre (Martin Max Offenhuber), Orgel und die unverkennbare Stimme von Wenzel. Dieser ist neben seiner Rolle als Frontmann von Kreisky auch weltberühmt in Österreich als Austrofred, der es sich in grantelnder Manier zum Ziel gesetzt hat, den Austropop zu retten und über Queen-Klassiker die bekanntesten Texte von Austopop-”Hadern” singt.

Im Unterschied zum unbetitelten Debüt-Album von Kreisky klingt das neue Werk deutlich professioneller, wuchtiger und roher. Dem Grundsatz, dass sie keine Genre-Band sein wollen, bleiben die vier Kreiskys weiterhin treu: Keine Anbiederung an formatradiotauglichen Deutsch-Rock, im Gegenteil, der Sound ist kantig und geprägt von schnellen Taktwechseln.

Hitpotenzial zumindest in der alternativen Szene haben einige Titel. In “Die dummen Schweine” werden Wünsche vieler Männer zu eingängigen Gitarrenriffs formuliert: “Das ist mein größter Wunsch: Alle Mädchen laufen mir nach und ich lasse sie stehen.”

Neben der Single “Asthma” kann der Track “Dow Jones” mit seiner erfrischenden Aufrichtigkeit und Power punkten, die auch live funktioniert: “Und wann sind wir endlich daheim? Wir sind nie daheim. Wann kommen wir endlich heim? Wir kommen nie heim.”

Eine gelungene Weiterentwicklung im Vergleich zur ersten Platte, die auch textlich formuliert ist: Hieß es beim Erstlingswerk noch: “Es gibt genug zu fürchten, 1000 Gründe Angst zu haben”, geht es jetzt ums Eingemachte: “Ich habe Angst vor tiefen Gewässern, ich habe Angst alleine zu bleiben, ich habe Angst vor zu klugen Leuten und oft hab ich Angst, der Teufel zu sein.”

>>Alle Bilder vom Album-Release-Live-Konzert im Flex

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