Die Arbeit der Nacht in St. Pölten


St. Pölten in Niederösterreich. Nunmehr seit 1986 Hauptstadt des größten Bundeslandes. Und seit 1997 Regierungssitz an der Traisen mit dem Landhausviertel.

Was mich sonst begeistert – moderne Architektur – ist in St. Pölten ziemlich ins Auge gegangen. Zwar nicht weit weg vom Zentrum kommt man sich im Landhausviertel wie ein Fremdkörper in einer zubetonierten Beamtenburg ohne Seele vor.

Lichtblicke sind das wunderschön elegante Festspielhaus und das verspielte Landesmuseum. Auch der Klangturm wär nett, wenn er mal offen hätt und man ihn mal bespielen könnt. Aber hier trauen sich die Besucher auch nicht an die Oberfläche, hier steigt man von unten direkt aus der Tiefgarage in die Gebäude.

Man fühlt sich in St. Pölten wie im Roman von Thomas Glavinic„Die Arbeit der Nacht“. Der Romanheld wacht in diesem Werk auf und ist plötzlich ganz allein auf der Welt. Und auch in St. Pölten kommt man sich fast so vor. Ganz allein. Nichts los. Nichts pulsiert. Nur die barocken Fassaden wollen etwas erzählen, bleiben aber stumm.

Höhepunkt des St.Pölten-Ausflugs: Das Cinema Paradiso und der neue Brenner-Film „Der Knochenmann“. Da hat man wenigstens nichts von der Stadt gesehen. Aber auch zwei – unüblich für St. Pölten – äußerst gemütliche Lokalitäten muss ich noch hervorstreichen: Das Cafe Schubert und das Egon (Ein Gasthaus ohne Namen).

Ansonsten kann man wenn man St. Pölten beschreiben will vielleicht auch den Wirt aus dem „Knochenmann“ zitieren: „Wir san ka Gasthaus, wir san a Wirtshaus!“. Prost.

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