Für Leiwand, gegen Oasch


„Wir zahlen nicht für Eure Krise“ war das Motto der Demonstration in Wien und vielen anderen europäischen Ländern am Samstag vor dem G-20-Gipfel in London.

Ich war nur zu Beginn dabei, beim Treffpunkt Westbahnhof. Und war etwas enttäuscht, dass sowenig Leut dort waren. Der Demo-Zug ist aber am Nachmittag noch angewachsen, 20.000 Leut sollen laut Veranstaltern dort gewesen sein.

Insgesamt 265 Organisationen hatten zur Demo aufgerufen, unter anderem Attac, SOS Mitmensch und Gewerkschaften. Mittendrin auch SPÖ-Organisationen. Nicht allen war das Erscheinen der SPÖ willkommen. „Was machen die denn hier“, fragte eine Passantin. „Rücken krumm, Taschen leer. SPÖ, danke sehr“, skandierten andere Protestteilnehmer.

Was macht die SPÖ wirklich bei dieser Demo? Gibt es jetzt doch endlich einen politischen Ausweg aus der Finanzkrise? Doch die Politik ist viel zu verstrickt im Wirtschafts-Dickicht. Und wer wirlich was zu sagen hat, wenn Politiker mit Firmenbossen zusammenkommen, ist wohl auch klar.

Darum bin ich auch nicht mitgegangen bei den Demos, ich als alter Donnerstags-Maschierer. Ich wusst einfach nicht, gegen wen ich den Protest richten soll. Ich glaub fast, das muss man anders angehen.

Aber: Der Druck von der Straße hat auch schon viel bewegt in vergangenen Zeiten. Und es wäre so schön, wenn es in Österreich endlich eine Protestkultur gäbe. Ohne Diffamierungen, wenn man auf die Straße geht oder streikt. Aber das ist in unserem komplexbeladenen Land wohl zu viel verlangt.

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>>Hier gibts mehr Bilder

(Fotos: Peter Huber)

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