Archiv für den Monat Mai 2009

Marathon-Wixen

Sachen gibts: In San Francisco ist grad der „Masturbate-a-thon“ oder „Masturbathon“ – hier sind sich die Quellen nicht einig 😉 – über die Bühne gegangen. Dabei sind hunderte „Sportler“ in Masturbations-Disziplinen angetreten: Zum Beispiel gibts die Disziplinen Dauer-Masturbieren und Weit-Spritzen.

Auf der Homepage der Veranstalter wird erklärt, wieso man masturbiert:

Why Masturbate? Why Masturbate-a-thon?

Despite great strides in sex-positive education, masturbation for many remains a taboo subject.

We believe:

  • Masturbation is the safest sex.
  • More masturbation means more sexual self-awareness.

Der Sieger beim Dauer-Wixen hat immerhin neun Stunden und 33 Minuten (!!!) durchgehalten. Alle Achtung. Und einer der Teildisziplinen-Sieger ist ingsesamt 31 mal zum Höhepunkt gekommen.

Und die Erlöse kommen Projekten zur sexuellen Aufklärung zugute. Aha. Das heißt, hier werden Samenbanken gesponsert?

Ich stell mir das grad so vor, dass hier wie beim Vienna City Marathon live im Fernsehen übertragen worden ist. Alle mit der Hose unten. Mitten auf der Straße. Und das im prüden Amerika mit seiner Doppelmoral. Komische Vorstellung. Vor 10 Jahren wäre wohl noch ein Protest-Aufschrei durch die Medien gegangen. Aber die Erotik hat überall Einzug gehalten, keiner regt sich mehr auf, erste Abstumpfungserscheinungen sind bemerkbar. Porno macht scheinbar nimmer Spaß. Und Onanieren schon gar nicht. Was ist eigentlich aus dem Porno-Jäger Humer geworden?

masturbathon

„Es ist wie ein Marathon, nur mit dem Unterschied, dass einem am Ende nicht die Füße wehtun – außer man befriedigt sich auf eine ungewöhnliche Weise“, sagte Carol Queen, Angestellte des Sex-Shops „Good Vibrations“ in San Francisco und Mitbegründerin des „Masturbathon“, am Samstag.

Das Geschäft hatte im Jahr 1995 den Mai zum Monat der Selbstbefriedigung erklärt und fünf Jahre später den Masturbationswettbewerb in San Francisco ins Leben gerufen. Er dient einem wohltätigen Zweck: Die Erlöse kommen Projekten zur sexuellen Aufklärung zugute. Ähnliche Wettbewerbe werden auch in London und Kopenhagen ausgetragen.

Unter den Hunderten Teilnehmern in diesem Jahr war unter anderem Masanobu Sato, Manager eines japanischen Sexspielzeug-Herstellers. Er hatte eigens die weite Reise aus Tokio auf sich genommen, um seinen Titel in der Disziplin Ausdauer bei der Selbstbefriedigung zu verteidigen, den er im Vorjahr mit neun Stunden 33 Minuten aufgestellt hatte. „Er trainiert richtig dafür“, sagte einer seiner Kollegen. „Am wichtigsten ist es, langsam an die Sache ranzugehen und das Atmen nicht zu vergessen“, betonte „Sex-Coach“ Ed Ehrgott am Rande der Wettkämpfe.

>>Hier gibts mehr dazu

>>Und hier auch

>>In London hats das auch schon gegeben

Hoch den 1. Mai!

1. Mai. Tag der Arbeit. Tag des tradidionellen Mai-Aufmarschs am Rathausplatz. Aus allen Bezirken ziehen die sozialdemokratischen Züge sternförmig zur Kundgebung. Seit einigen Jahren ist es auch für mich Tradition, dass ich mich unters Volk mische. Einmal bin ich auch mit „meinem“ Bezirkszug aus Penzing mitgewandert auf den Ring.

Heuer war ich dann etwas enttäuscht. Auch wenn die SPÖ von ca. 100.000 Teilnehmern gesprochen hat. So eng ists mir bei weitem nicht vorgekommen. Auch die Stimmung beim Zug der Teilnehmer am Ring war jetzt nicht unbedingt mitreissend in diesen Zeiten, wo viele um ihre Arbeitsplätze bangen und soziale Sprengkraft vorhanden sein müsste.

Da hat wohl der Onkel Hans in der Muthgasse alle Redner ein bisschen zurückgepfiffen. Elegant potschert hat da Bundeskanzler Faymann die Rufe seiner Genossen („Fiona muss zahlen“ auf einem Transparent“) umschifft. Keine neuen Steuern gerade jetzt. Jaja. Und obwohl der große Plakat-Poet H.C. Strache schon den Wahlkampf um Wien eingeläutet hat, war auch Bürgermeister Michael Häupl brav, wenig kämpferisch.

Das allerschlimmste: Der Vortrag des Liedes der Arbeit und der Internationale verhunzt in eine Musical-orchestrale Fassung im Kolonivits-Stil. Liebe Genossen, so wird man die kämpferischen Anhänger wohl eher einschläfern, als mobilisieren.

>>Hier gibts mehr Bilder vom Maiaufmarsch

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Nach dem Maiaufmarsch ist es im gmiatlichen Wien Tradition, dass man in den Prater zum Praterfest fährt. Dieser Tradition gehen wir brav schon jahrelang nach. Picknickend immer am selben Platz gegenüber vom Mexikaner auf der Prater Haupallee.

Und so wird in Wien am Nachmittag und am Abend gesoffen anstatt soziale Kämpfe auszutragen. So ist Österreich. Hat ja damals der Figl auch schon alles im Vorfeld vom Staatsvertrag am Heurigen erledigt. Prost! bzw. Freundschaft!

Rock gegen Rechts

Liebgewordene Tradition am Vorabend des 1. Mai im Wiener Prater: Die Rock gegen Rechts-Bühne.

Heuer zu sehen: Die Neigungsgruppe Sex, Gewalt und Gute Laune. Wobei Neigungsgruppe-Mastermind Fritz Ostermayer mehrmals darauf hinwies, dass man doch an diesem Tag auf die Gewalt verzichten könne, alles andere im Bandnamen wurde aber hochoffiziell von der Neigungsgruppe erlaubt.

Ein bissl verloren sind mir die Geneigten auf der großen Bühne vorgekommen. Es war noch früher Abend, noch nicht allzu viele Menschen am Konzertgelände. Neigungsgruppe kommt besser rüber in verrauchten Kellerlokalen. Da wird wohl keine Stadion-Rock-Gruppe mehr draus werden. Diesmal hat mich auch die gesangliche Leistung nicht ganz überzeugt. Und die neuen Songs, die vorgestellt wurden, müssen sich erst in die Gehörgänge schmuggeln.

Danach: Texta, die „Fanta4 aus Linz“, wie ein Freund von mir behauptete. Ja, war nett, obwohl soundmäßig noch einiges möglich gewesen wäre.

Und als Headliner: Jeans Team, bekannt über FM4 durch „Das Zelt“. Diese beiden Herren sind auch nicht für eine große Open-Air-Bühne geschaffen. Zwei Herren an Decks und Synthezizern: Wohl eher im Club-Ambiente.

Alles in allem: Nicht berauschend vom Line-Up, eher berauschend vom Bier-Nachschub her.

Der Fredl liest, Velojet geigt auf

Das Fluc feierte seinen siebenten Geburtstag – und im Rahmen eines Global2000-Fests war auch der Herr Austrofred auf der Bühne. Diesmal mit einer Lesung aus seinem Buch „Ich rechne noch in Schilling“.

Irgendwie bin ich den Verdacht nicht losgeworden, dass die äusserst jungen Gäste des Fests nicht ganz das Zielpublikum von unserem Fredl waren. Fast keine Publikumsbeschimpfung. Trocken die Texte herabgebetet. Wobei die meisten im Publikum wahrscheinlich eher nicht konform gingen mit der Verehrung von Ambros, STS und Co.  Erst im Finale konnte der Fredl wieder überzeugen mit A-Capella-Vorträgen von „HitRadioGaga“ und „Schifoan“.

Gewartet hatten die meisten allerdings auf den Auftritt von Velojet. Und den fand ich äußerst gelungen. Mit schön geladener Energie, guten Gitarren und melodiöser Hemmungsorgel. Überraschend gut. Hatte ich schlechter in Erinnerung. Weiter so!

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