Monat: Oktober 2009

Demo: “Bildung für die ganze Welt”

Die Audimax-Besetzer haben jetzt einmal eines erreicht: Die größte Bildungs-Demonstration in Wien seit vielen, vielen Jahren. Über 10.000 oder noch mehr sind unterwegs gewesen und haben für ein besseres Bildungssystem demonstriert.

Inwieweit die Besetzung jetzt zu einer Bewegung wird, darüber wird gerade in vielen Foren am meisten gestritten. Einige wollen jetzt schon von einer Neuauflage der 68er-Genertation und ihren Forderungen sprechen. 68er 2.0 sozusagen. Aber ist das nicht zuweit gegriffen? Ja, die Forderungen gehen über den Bereich der Bildungspolitik hinaus, gesellschaftspolitische Themen werden nicht ausgespart. Aber: Wieviel Kalkül steckt hinter diesen Forderungen? Nur ein Kalkül, sich dann auch mit andern Gruppierungen solidarisieren zu können?

Dass sich auch schon eine Gegenbewegung zu den Besetzern gebildet hat, war klar. Alle Studenten wird man nicht in einen Topf werfen können, auch Studenten haben andere (gesellschafts)politische Ansätze. Und Einstellungen. Soviel wie möglich unter einen Hut zu bringen, das wird das schwierigste Thema im Plenum des Audimax werden.

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>>Hier gibts viele, viele Bilder von der Demo

Der Horror am Weltspartag

Am 31. Oktober ist Weltspartag. Jener Tag, der schon immer ein Horror für Sparschweine war, denn: An diesem Tag werden sie geschlachtet. In diesem Jahr kommt noch eine weitere Ebene dazu: Nach der schweren Finanzkrise graut es vielen Sparern davor, das Sparschwein zu schlachten und nichts darin zu finden.

Horror also bei Schweinen und Schweinehaltern.

Deswegen, obwohl ich immer den Weltspartag zelebriert habe, steht dieser Tag heuer im Zeichen des Horrors. Alle anderen sollen halt dieses Kindergeburtstagsfest Halloween feiern. Ich steh zu meinem Weltspartag.

Im vorigen Jahr wars noch die Hexenfolter mit dem Zombie vom Dienst. Heuer geht es den Sparschweinen an den Kragen.

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Audimaximale Basisdemokratie

Die Besetzung geht weiter. Und die Besetzer bleiben basisdemokratisch. Am Dienstag Abend war der größte Hörsaal der Uni Wien brechend voll. Das Plenum der Audimax-Besetzer diskutierte über Wissenschaftsminister Johannes Hahn. Ihm soll das Angebot gemacht werden, dass er vor dem Plenum im Audimax auftritt. Was zu einer emotionalen Diskussion geführt hat. Die Basisdemokratie bleibt aber erhalten: Es wurde festgehalten, dass es für diese Bewegung keine Sprecher geben könnte, da immer nur das Plenum als Gesamtes auftritt.

Schwierig in Zeiten der straffen Pyramiden-Organisation. Ist das in einer sehr personifizierten Zeit, in der Inhalte sehr stark mit Persönlichkeiten verknüpft werden, überhaupt noch möglich? Das wird noch zu lösen sein: Wie können alle Individuen, die sich im Audimax versammeln, als Kollektiv und ohne Sprecher auch in den Sprachrohren sprich Medien und damit Öffentlichkeit reüssieren.

Kann man hier eine neue Art der Öffentlichkeitsarbeit generieren? Ohne sogenannte Befehlsstrukturen, von der Basis ausgehend? Kann man die Basis an der Stange halten? Und bleibt die Öffentlichkeit aufmerksam für die Forderungen, wenn sie nicht auf Personen hinuntergebrochen werden können?

Am Mittwoch gibts die Großdemo am Ring. Und einen Weltrekordversuch, dem man dem Bundesheer abluchsen will, diese gar nicht basisdemokratische Organisation hat ja am Nationalfeiertag Mambo getanzt. Ohne Waffen.  Waffen gibts auch im Audimax nicht. Dafür den Versuch des Rekords im „Tanz den Freien-Bildungs-Mambo“. Ich bin gespannt.

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>>Mehr Bilder HIER

Vielen Dank an meinen Gastfotografen Daniel für die folgenden Bilder.

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Big Brother Award: “Unglaubliche Sauerei, die im Monent läuft”

“Aus Protest gegen die unglaubliche Sauerei, die im Monent läuft” hat es heuer keine Positiv-Auszeichnung bei den Big Brother Awards gegeben.  Der Award wird Personen, Institutionen, Behörden und Firmen zuerkannt, “die sich im Feld der Überwachung, Kontrolle und Bevormundung ganz besonders verdient gemacht haben”, so die Veranstalter. Leider gabs da heuer überhaupt keine Positivbeispiele, wie die Jury befand. Haben wir uns schon mit Datenklau, Überwachung und Beschneidung der Bürgerrechte abgefunden?

Abgeholt wird der Preis von den “glücklichen” Gewinnern so gut wie nie – wer will schon einen Negativpreis entgegennehmen. Heuer ist ein Preis in Vertretung allerdings entgegengenommen worden. In Vertretung. Für die Grünen. Von einem Mann mit Strumpfmaske.

Star bei den Laudatoren war diesmal Stefan Ruzowitzky, seines Zeichens Oscar-Preisträger. Aja: Mieze Medusa war auch dabei. Eher flau. Und die Mannen von  “monochrom” hatten wieder einmal einen denkwürdigen Auftritt: Sie traten in ihrer Rolle als “Sowjet Unterzögersdorf” auf. So schauts aus: Vodka statt Überwachung!

>>Bilder und Infos zur Big Brother Gala

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Volksküche im Audimax

Partys sind genug gefeiert, jetzt konzentrieren sich die Audimax-Besetzer aufs Plenum. Nach durchgefeierten Nächten war scharfe Kritik geübt worden. Nun wird gezeigt, dass es den Besetzern um ernste Anliegen geht.

Man will nicht so schnell aus dem Audimax weichen: Eine Volksküche wird aufgebaut, “die fähig ist, autark eine große Menge Menschen zu ernähren.”

Und der wichtigste Beschluss des Plenums vom Sonntag: Am Mittwoch ist eine Großdemo geplant, die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Für Montag ist ein Kulturprogramm der besonderen Art geplant: Vor dem Wissenschaftsministerium am Minoritenplatz soll es anlässlich des dortigen Tages der offenen Tür ein studentisches Straßentheater geben.

Man will sich auch mit anderen Gruppen solidarisieren, wie mit der Gewerkschaft, und mit internationalen Studentenvertretungen kooperieren.

Die Vernetzung ist ebenso in vollem Gang, hier die wichtigsten Links zur Homepage und zu den Facebook- und Twitter-Foren und vor allem zum Live-Stream:

http://audimax.ie.bagru.at/

http://twitter.com/Unibrennt

Homepage: www.freiebildung.at

Facebook: “Audimax Besetzung in der Uni Wien – die Uni brennt”

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>>Hier gibts mehr Bilder

Die Audimax-Party

Seit Donnerstag ist das Audimax der Uni Wien von Studenten besetzt. Die Forderungen:  Eine “Re-Demokratisierung” der Unis, keine Zulassungsbeschränkungen, genug Studienplätze für alle und “Geld für Bildung statt für Banken”.

Tausende harren im größten Hörsaal der Uni Wien aus. Alles organisiert über Twitter, Facebook und SMS. Es wird basisdemokratisch diskutiert – und am Abend gefeiert mit Bands und DJs. Also – auf in den Audimax, das muss man gesehen haben. Da muss man mitdiskutiert haben. Da muss man mitgefeiert haben.

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Das Gießkannen-Prinzip

Bei uns im Osten Österreichs kennt man die Pfand-Münz-Ketten nur von den Einkaufswagerl. Ja, das sind diese Dinger, die dann doch öfters ohne Pfand entwendet werden und auf der Straße herumstehen oder in Haushöfen vergammeln. Damals in Wien probierte man dieses Pfand-Münz-Ketten-System auch für die Leihräder. Mit mäßigem Erfolg. Wenn man von einem Drahtesel-Zuwachs im Donaukanal absieht, was aber wohl nicht als Erfolg der Stadt-SPÖ durchgehen will.

Dass das Pfand-Münz-Ketten-System auch bei Gießkannen angewendet wird, war mir bisher neu. Aber scheinbar sind am Friedhof in Bischofshofen Gießkannen ein begehrtes Gut. Darum hier und jetzt mein Aufruf: Spendet Gießkannen für die Salzburger!

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