Stänkernde Schwarze und wieder eine Bildungs-Demo


Schön langsam nagen ein bisschen Zerfallserscheinungen bei den Studenten-Protesten. An die 50 Tage ist nun schon der Audimax besetzt. Für das Bild in der Öffentlichkeit sorgen Schlagzeilen über Obdachlose, die dort Zuflucht suchen. Und unsere altbekannte Boulevard-Presse kann das so richtig schön in den Dreck ziehen. Der Ansatz, den Protest auf andere Gruppen auszuweiten, ist in der Öffentlichkeit nicht unbedingt positiv wahrgenommen werden. So wie auch die Alt-68er belächelt werden. Weltverbesserung ist in der Leistungs/Kapitalismus-Gesellschaft halt nicht auf dem Programm.

Natürlich ist es nicht leicht, die Proteste so lange am Köcheln zu halten. Dafür gebührt den Audimaxisten große Anerkennung, dass es bis jetzt köchelt. Die Antwort der Politik ist ja leider ausgeblieben. Das „Aussitzen“ ist halt eine Kategorie, die sich leider auch hier gelohnt haben dürfte. Wie nicht anders zu erwarten hat die ÖVP in den letzten Tagen noch Öl ins Feuer gegossen und wollte den Rektor der Uni Wien für sich instrumentalisieren. Auch nichts anderes als ein umfrage-gestützter politischer Winkelzug. Konservativ bleiben, „Studieren statt Blockieren“, wie auch eine Facebook-Gruppe heißt und einfach die Papp’n halten. Auch wenns Probleme gibt. Ist ja auch ein Kennzeichen des Österreichers. Ein bissl „motschgern“, aber nur nix ändern wollen. Die ÖVP hält den Bürgerlichen da nur den Spiegel vor. Dass von den Roten gar nichts zur Diskussion kommt, war auch vorhersehbar. Von der SPÖ braucht man sich derzeit aber schon gar keine Visionen erwarten. Sind auch in ihrer neuen Mitte gefangen.

Egal. Demo hats gegeben, Startpunkt Westbahnhof mit dem Motto „Education is not for Sale“. Zirka tausend haben sich dort getroffen – wobei die Abordnung der Kurden die Statistik geschönt hat. Blöder Termin für eine Demo – sind doch viele ins lange Wochenende gedüst. Aber ein bissl das Weihnachtsgeschäft aufgemischt in der Mariahilfer Straße hat der Demo-Zug dann doch. Ich kann mich jetzt auf unser Demo-Schild von damals erinnern: „Wir demonstrieren, bis wir bezahlt werden“ in Anspielung auf die VP-Aussage (von wem sonst) dass alle Demonstranten gegen Schwarz-Blau bezahlt worden seien. Also, Audimaxisten, weitermachen, bis die Spendenkonten übergehen.

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