Comicbook statt Facebook


Facebook sieht in den letzten Tagen viel bunter aus. Grund dafür ist folgende Nachricht: „Ersetzt zwischen dem 12. und 18. November euer Profilbild auf Facebook durch ein Comic-Bild aus eurer Kindheit.“ Mit etwas Verspätung hat heute ein wahrer Austauschwettlauf begonnen. Statt dem perfekten Porträt-Profilbild lachen nun Wickie, der faule Willi, Lucky Luke, der rosarote Panther oder gar Nick Knatterton von den verschiedenen Profilen.

Ich gebs ja zu: Ich hab auch mitgemacht. Und ich habe Nick Knatterton ausgewählt. Das ist so richtige Erinnerung an meine Kindheit: Die ersten male länger aufbleiben dürfen vor dem flimmernden Schwarz-Weiss-Fernseher. Über dem Bildschirm war übrigens eine Folie befestigt, die das Bild in einem brauneren Ton zeigte. War wohl besser für die Augen. Am letzten Tag der Aktion wechselte ich mein Profilbild dann auf den größten Held der Comic-Geschichte: Homer Simpson. Dazu braucht man nichts mehr hinzufügen.

Also alles Comic: Wieso ist dieser Schneeballeffekt ausgelöst worden? Maskiert man sich gern kurz nach dem Faschingsbeginn? In letzter Zeit wurde schon öfters für politische Zwecke zum Wechsel auf  ein Logo aufgerufen, so wie eine Facebook-Gruppe gegen Abschiebungen.

Was in letzter Zeit auch auffällt auf Facebook: Immer mehr User wechseln ihre echten Namen gegen Synonyme – außer Menschen, die gefunden werden wollen oder in den Medien arbeiten oder zumindest vorkommen wollen. Wird jetzt plötzlich mehr Wert gelegt auf Datenschutz? Will man doch nicht, dass jeder, aber auch schon wirklich jeder erfährt, welchen „Status“ man gerade hat?

Die verschiedenen Facebook-User gehen ganz unterschiedlich mit diesem „Visagenbuch“ um. Manche posten jeden Blödsinn, den sie grade machen, andere nutzen diese Plattform für das Posten von Videos und Fotos, andere wiederum sind den unterschiedlichen Facebook-Spielen wie Farmville und Co verfallen. Politiker und Medienmenschen wiederum nutzen Facebook als Plattform, um sich präsentieren und um zu recherchieren. Obwohl hier Facebook weitgehend durch die Mikroblogging-Plattform Twitter abgelöst wurde. Wie es mehrere schon praktizieren: Blödsinnigkeiten auf Facebook, medienrelevantes, Recherche und Kontakte knüpfen auf Twitter. Für jede Kommunikationsform die zugeschnittene Plattform.

7 Kommentare

  1. Wenn es nur politisch verstanden würde, wäre es ein Statement. Aber die Bildertauscher dieser Aktion werden übermorgen wieder Gesicht zeigen, ungeniert, ohne sich darüber Gedanken gemaht zu haben dass diese lustige Aktion gut auch ein Datenschutzprotest hätte sein können, wenn Datenschütze lustig wären oder Spassvögel weiterdenken. Ich bin seit gestern „Brain“!

  2. Ja, ich finde es auch faszinieren bis unheimlich wie schnell sich das verbreitet. Aber schön bunt ist es jetzt wirklich😉

    Da trifft man den ein oder anderen vergessenen Wegbegleiter wieder;-)

    Gruß

    Olli

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