Monat: Februar 2011

This is the End

Liebe Freunde – und auch ihr, die über Google grad einfliegen hier. Danke euch allen. Ihr habt eine lange Phase meines Daseins versüsst mit euren Kommentaren und euren Zugriffen auf meinen kleinen Blog. Und ich hab hier immer wieder einiges preisgegeben, was mich gerade beschäftigt hat, mal interessanter, mal uninteressanter, mal ganz uninteressant. Danke an alle. Nochmal.

Ich mach es kurz: Das wars von meiner Seite.

 

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Europe is no Fortress

Europe is an Island.

Der europäische Gedanke dominiert vor dem europäischen Parlament in Strasbourg, hier an der Grenze zwischen Frankreich und Deutschland, symbolisch zwischen diesen beiden Ländern. Symbolisch auch meine Ehrfurchtsbekundung. Nicht nur Ehrfurcht, sondern auch ein bisschen am Pranger: Denn wohin steuert die EU? In Richtung „Fortress“. Und kaum mehr eine „Insel der Seligen“. Abschottung nach außen. Und ohne eine funktionierende außenpolitische Stimme. Die Revolutionen in den nordafrikanischen Staaten erwischen die EU auf dem falschen Fuß. Hat man diese Diktatoren doch immer hofiert, gute Geschäfte gemacht. Da wird nicht nach Menschenrechten gefragt. Da wird nicht nach den Lebensbedinungen gefragt. Wirtschaft geht vor allem. Und vor allem das Mubarak-Regime wurde auch aus geostrategischen Gründen unterstützt. Und wo bleibt die starke Stimme gegen das Abschlachten von Gadaffis Schergen in Lybien?

Jetzt stürmen wieder Tausende die Festung Europa – sie kommen mit ihren Schiffen von Tunesien nach Lampedusa – und werden wieder zurück abgeschoben.

Abschottung. Es krankt in Europa.


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Die Hoheitsabzeichen der Sowjetunion

Ich hatte einen Traum. In die Ritterrüstung geklemmt, aufs Pferd gesetzt, das nicht von hinten aufgezäumt war. Und in Richtung Sowjetunion gezogen. Als Herzbube, zur Eroberung dieses schönen Reiches. Die Rüstung war nicht notwendig, Diplomatie und nicht Duplomatie war gefragt. Denn: Die Sowjetunion war mir wohlgesonnen. Und legte die Waffen nieder. Was passierte hier? Ein Fehltritt von mir und meinem scheuenden Pferd. Dadurch verscherzte ich es mir mit einigen Sowjet-Teilrebupliken. Und darum zog ich von Teilrepublik zu Teilrepublik, und ich ließ die habsburg’sche kaiserliche Hochzeits-Diplomatie und die figl’sche Reblaus-Diplomatie spielen. Immerhin hatte zweiteres damals die Sowjetunion so wohl gesonnen, dass dieses große Reich den österreichischen Staatsvertrag unterzeichnete. Mein Pferd aber ward fort. Die Rüstung war weg. Ich war supernackt bis auf die Unterhose. So standen wir uns gegenüber und betrachteten uns. Und ich konnte endlich mein Geschenk übergeben. Mit allen Hoheitsabzeichen. Und großer Demut.

Wie es weiterging? Das werde ich in meinem nächsten Traum erfahren.

Dieses Exponat ist im Wiener Hotel „Le Meridien“ ausgestellt.

Über den Wolken

Wind Nord/Ost Startbahn null drei,
Bis hier hör‘ ich die Motoren.
Wie ein Pfeil zieht sie vorbei,
Und es dröhnt in meinen Ohren,
Und der nasse Asphalt bebt.
Wie ein Schleier staubt der Regen,
Bis sie abhebt und sie schwebt
Der Sonne entgegen.

Über den Wolken muß die Freiheit wohl grenzenlos sein.
Alle Ängste, alle Sorgen, sagt man,
Blieben darunter verborgen und dann
Würde, was und groß und wichtig erscheint,
Plötzlich nichtig und klein.

Ich seh‘ ihr noch lange nach,
Seh‘ sie die Wolken erklimmen,
Bis die Lichter nach und nach
Ganz im Regengrau verschwimmen.
Meine Augen haben schon
Jenen winz’gen Punkt verloren.
Nur von fern klingt monoton
Das Summen der Motoren.

Dann ist alles still. Ich geh‘
Regen durchdringt meine Jacke,
Irgend jemand kocht Kaffee
In der Luftaufsichtsbaracke.
In den Pfützen schwimmt Benzin,
Schillernd wie ein Regenbogen.
Wolken spiegeln sich darin.
Ich wär‘ gern mitgeflogen.

Kraft frei: Stoßende, Reissende Ballgesellschaft

„Kraft frei“ ist der Leitspruch der Wettkampfgemeinschaft Arge/Hermann – hier wird Stoßen und Reissen großgeschrieben. Der Gewichtheber-Sport wird verteidigt:

Mit den früheren Vorurteilen, dass Gewichtheber füllige, unbewegliche Kolosse seien, ist in den letzten Jahren schon fast völlig aufgeräumt worden. Der moderne Athletentyp verkörpert den durchtrainierten, beweglichen, elastischen und auch schnellen Sportler, der zwar über eine sehr gute Muskelentwicklung verfügt, aber doch im Anzug beispielsweise fast schlank wirken kann.

Zum vollkommenen Aufräumen von Stereotypen über die „Stemmer“ gibt es den Gewichtheberball (im Volksmund „Stemmerball“ im Schutzhaus Zukunft auf der Schmelz. Die Graue Eminenz hat sich sagen lassen, dass der Ball seit Jahren legendär ist. Darum wurde die Probe aufs Exempel gemacht. Und es war verblüffend. Ein Ball mitten in Wien, der abläuft wie ein Feuerwehrball am Land. Mit dem großen Unterschied, dass es nicht um 3 Uhr früh die unausweichliche Schlägerei in der Schnapsbar gibt. Hat aber nicht weiter gefehlt.

Schon allein die Atmosphäre im Schutzhaus ist ja legendär. Ein bisschen Wiener Mief, ein bisschen Altwiener Wirtshausatmosphäre, ein bisschen Nostalgie und viel Vereinsmeierei.

Begonnen wird der Ball mit einem Stemmer-Wettkampf. Die Gewichte werden hochgerissen und -gestoßen und mit großem Krach werden sie von ganz oben auf die Bühne fallen gelassen. Nach der Siegerehrung beginnt die Tanzveranstaltung: Stimmungsmusik wie auf einem Landball. Vom „Stern, der deinen Namen trägt“ bis „Die Liebe ist ein seltsames Spiel“. Kurz vor Mitternacht der Höhepunkt der Ballnacht: Die Athleten werfen sich von der hautengen Stemmerkluft in die Netzstrümpfe: Bei der Playbackshow treten die Stemmer als „Dr. Frank-N-Furter“, Tina Turner oder Blues Brothers auf. Den Auftritten ist eine gewisse Komik nicht abzustreiten. Und nicht umsonst setzen sich vom Publikum Tanzschlangen in Bewegung, mit dem Ziel, die Bühne zu entern und mit den stemmenden Entertainern auf den selben Brettern zu stehen.

Ein gelungener Abend, ein etwas anderer Ball. Wobei ich mich doch noch immer frage: Wo ist der Unterschied zu einem Ball in der Provinz? Positiv vermerkt sei hier: Keiner hat sich so wichtig gemacht, wie es bei Bällen am Land sonst üblch ist. Wahrscheinlich dreht sich hier alles mehr um den Wiener Schmäh, es wird weniger gestänkert. Oder ist das nur deshalb, weil man fürchtet, dass sich dann die starken Stemmer bei einem Gerangel einmischen?

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>>Und hier, verehrte Gewichtheber-Freunde, gibts die offiziellen Fotos

Klarstellung zum Aufstand in Ägypten

„Die Graue Eminenz“ begehrt folgende Gegendarstellung und Klarstellung. Dieser Blog schlägt sich nicht auf die Seite des ägyptischen Präsidenten Hosni Mubarak, wie ein sonst immer gut informiertes österreichisches Nachrichtenportal berichtet. Ganz im Gegenteil stellt sich „Die Graue Eminenz“ voll und inhaltlich hinter die demokratischen Bewegung in Ägypten und fordert den sofortigen Rücktritt und die Ausreise von Mubarak.

Die Umwälzungen in Nordafrika haben wir – nicht nur, aber zu einem großen Teil – dem Internet zu verdanken: Facebook, Twitter und nicht zuletzt Wikileaks haben dazu beigetragen, dass diese diktatorischen Regimes verschwinden. „Die Graue Eminenz“ stellt sich ganz klar hinter die neuen Vernetzungsmöglichkeiten des Internet.

Darum empfiehlt „Die Graue Eminenz“, dieser Facebook-Gruppe beizutreten: Solidarität mit den ägyptischen Demonstranten

Und: Live-Stream von Al-Jazeera schaun!