Der neue Staatsadler ist der Geier


Gierig wie ein Geier. So könnte man meinen, ging es unter der schwarz-blauen Regierung zu. Kein Tag vergeht ohne Aufdecker-Geschichten rund um Telekom-Affäre, Buwog-Affäre und Co.

Ein Land der korrupten Politiker? Nicht nur. Jeder, der kann, bedient sich ungeniert. Das fängt im Kleinen an. Hier wird etwas aus der Arbeit abgezweigt. Dort wird etwas der Steuer verschwiegen. Und das wird mit stolz geschwellter Brust erzählt.

Einige Minuten später wird dann laut über die Skandale in der Politik geschimpft. Die da oben. Die so ganz anders agieren als die da unten? Österreich, das Land der Geier. Österreich, das Land der Kleinkorruption. Österreich, das Land des Unter-den-Tisch-fallen-lassens.

„Geld macht nicht korrupt – kein Geld schon eher.“

(Dieter Hildebrand)

Anmerkung: Die Graue Eminenz will ganz und gar nicht jene Politiker verteidigen, die sich in Netzwerke der Korruption einlassen. Angeprangert werden soll sehr wohl der Umgang in Österreich mit Macht, mit Geld, mit dem reinen Gewissen. Und hier stinkt es ganz gewaltig von allen Seiten und allen Bevölkerungsschichten nach verkapptem Kleinbürgertum. Zum Geier damit.

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Ein Kommentar

  1. nun ja. mag sein, dass alles was nicht korrekt ist, den gemeinsamen nenner unkorrekt hat. aber:

    damals als die ersten unglaublichen spekulationsblasen platzten und die krise teil 1 losgetreten wurde, gab es schnell auch die vergleiche a la „sind wir nicht alle spekulanten“. dennoch halte ich es für wichtig zu differenzieren. ob jemand sich aktien zur vermeintlichen verbesserung seiner pension kauft oder jemand das geld anderer in wettscheine auf pleiten anderer in unvorstellbar grossem ausmass verzockt ist schon ein bedeutender unterschied.

    und so auch hier bei der korruption. ein blumenstrauss dort, eine schokotafel da ist geschmacksache, dennoch aber nicht mit jener korruption vergleichbar, die gleich ganze staatsliegenschaften (also wieder das eigentum anderer ) verscherbelt und dabei provisionen auf die seite räumt, dass manche nicht einmal wissen, wofür sie was für wen in wessen auftrag kassiert haben.

    es ist in meinen augen nicht vergleichbar, ob jemand auf hunderte tausend euro „vergisst“, dass sie zu versteuern waren oder ob jemand eine strassenbahnkarte zuviel in abzug bringt, obwohl die fahrt privat war.

    also: geier sind geier und spatzen sind spatzen. beides sind vögel, aber freihändig füttern würde ich nur die einen😉

    vielleicht dazu passend ein blogeintrag von mir:
    http://bernhardjenny.wordpress.com/2011/09/09/korruption-soviel-wir-wollen/

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