Monat: November 2011

Alles renkt sich wieder ein

Gustav spricht mir aus der Seele. Und mit ihr die Trachtenkapelle Dürnstein.

Symphonisch, kitschig, schaurig,  schwarz und traurig, aber immer optimistisch. Und so schön.

Irgendwann geht das vorbei.

Ich habe eine Sehnsucht, nach der nächsten Katastrophe,
denn wenn wir gemeinsam leiden, fällt dieses Unbehagen ab.
Der Zufall ließ uns weiter leben, der Überdruss ging vor der Angst,
ließ uns einander fest umklammern und hoffen, für den nächsten Tag.

Mach aus den Städten Schutt und Asche, ich will nie wieder Sonnenschein,
ein Menschenleben weg genügt nicht, es müssen Gottesleben sein.
Ich will die Kinder weinen hören, die Mütter einsam fleh’n am Grab –
und keine Vögel soll’n mehr singen, nur unsere Melodien erklingen.

Alles renkt sich wieder ein, irgendwann geht das vorbei.
Der Schmerz tut weh und es wird besser, nur durch uns’re Melodie.
Lass den Kopf nicht hängen sweetheart, es wird alles wieder schön,
halt die Ohren steif my darling und unser Glück wird in Erfüllung gehn.

Während die Feigen Tode suchen, der Knechtschaft Qualen wolln entgehn,
sich ängstlich in den Abgrund stoßen, wird unsre Melodie bestehn.
Wir überwinden jede Hölle, ob Hagel, Blitze, Feuer, Glut.
Verwandeln klägliches Gesänge, in Harmonie und neuen Mut.

Alles renkt sich wieder ein, irgendwann geht das vorbei.
Der Schmerz tut weh und es wird besser, nur durch uns’re Melodie.
Lass den Kopf nicht hängen sweetheart, es wird alles wieder schön,
halt die Ohren steif my darling und unser Glück wird in Erfüllung gehn.

Bedingung

Wenn es Sinn hätte

zu leben

hätte es Sinn

zu leben

Wenn es Sinn hätte

noch zu hoffen

hätte es Sinn

noch zu hoffen

Wenn es Sinn hätte

sterben zu wollen

hätte es Sinn

sterben zu wollen

Fast alles hätte Sinn

wenn es Sinn hätte

(c) Erich Fried

Jean Michel Jarre – der Mann an der Laser-Harfe

Der Pionier der Elektronik-Musik zu Gast in der Wiener Stadthalle. Seine größten Erfolge „Oxygene“ und „Equinoxe“ sind zwar schon Jahrzehnte her, sein Analog-Synthesizer-Sound groovt aber noch immer. Ein visuelles Schmankerl ist auf jeden Fall die Laser-Harfe, die Jarre ganz lässig mit einem Fußpedal startet. Während der Meister hinter seinen Synthesizern, Reglern, iPads und bizarren Instrumenten werkt, ist ein großes Augenmerk auf die Visuals gerichtet. Eine Laser-Show, die in die 80er-Jahre zurückversetzt und eine riesige Leinwand, wo unter anderem eine dreidimensionale Fahrt über einen Synthesizer-Komplex eingespielt wurde. Klamme Atmosphäre brachten die animierten eingespielten  Equinoxe-„Spechtler“ in den Saal.

Auch seine Symphonie „Rendez-Vous 2“ war im Programm – und beim Abschluss mit „Oxygene IV“ riss es die Zuschauer von den Sitzen. Was sich Jarre ersparen hätte können: Seine beiden Zugaben im Elektronik-Beats-Einheits-Brei. Aber ansonsten: Hut ab vor dem 63-jährigen Meister. Und eine Verneigung vor seinen Mega-Konzerten – er setzte schon früh auf extravagante Shows und große Spielstätten. Ein Beispiel: In  Houston  im Jahr 1986 verfolgten über 1,3 Millionen Menschen sein Konzert. Respekt.

>>Kritik und alle Bilder

Vü föd ned und i waan

Eigentlich könnte man meinen, hier handelt es sich um ein echtes Wienerlied, das Ernst Molden gemeinsam mit Walter Soyka schrammelt – auf der CD „Foan“ ist die Nummer übrigens mit Willi Resetarits eingespielt, nicht minder großartig. Doch: Es ist kein echtes Wiener-Lied, sondern ein Uralt-Klassiker von Hank Williams: „I’m so lonesome I could cry“ verliert im Wienerischen das „lonesome“ und wird zu „Vü föd ned und i waan“.

Schon Johnny Cash ist auf ihn aufmerksam geworden und hat den „Hadern“ gemeinsam mit Nike Cave gecovert. Auch eine fantastische Cover-Version. So wie die Version vom King himself: Elvis Presley sagte zu dieser Nummer: „The sadest Number I’ve ever heard in my life“.

Doch richtig ins Herz geht die wienerische Version:

Schau her, die oamen Tauberl do,
wos z’blad zum Fliagn san
die letzte S-Bahn bremst si ein
vü föd ned und i waan.

Es is a recht a koite Nocht
und du kummst ned daher
der Mond versteckt si hinterm Haus
fü vöd ned und i rea

Und schau der oame Essigbam
dem wos de Blattln odiat san
des haast er hot ka guate Zeit
vü föd ned und i waan.

Und hinterm Herrmanskogel stirbt a Stern
weil ma eh scho so lustig san
und wia i nochdenk wo’s du bleibst
passierts daun dass i waan.

HIER klicken für das Video von „Vü föd ned“ – oder direkt auf das Bild:

Der Text der Original-Version von Hank Williams:

Hear that lonesome whippoorwill?
He sounds too blue to fly.
The midnight train is whining low:
I’m so lonesome I could cry.

I’ve never seen a night so long,
When time goes crawling by.
The moon just went behind a cloud,
To hide its face and cry.

Did you ever see a Robin weep,
When leaves begin to die?
That means he’s lost his will to live.
I’m so lonesome I could cry.

The silence of a falling star,
Lights up a purple sky.
And as I wonder where you are,
I’m so lonesome I could cry

Die Version von Johnny Cash und Nick Cave:

Ganz im Stil seiner American-Recordings-Serie

Interessanterweise eine Cover-Cover-Version. Johnny Cash hat die Nummer nämlich schon im Jahr 1960 gecovert. Und sich Jahrzehnte später dann mit schon älterer Stimme sozusagen selbst gecovert. Genial:

Und hier noch die Version von Elvis Presley – für ihn der traurigste Song aller Zeiten: