Monat: August 2012

Stadtspaziergang: Jägerwiese und Hermannskogel

Ganze 542 Meter ist er hoch, der höchste Berg Wiens: Der Hermannskogel. Ganz oben thront wie ein kleines Türmchen die Habsburgerwarte.

Die Habsburgwarte wurde anlässlich des 40-jährigen Regierungsjubiläums von Kaiser Franz Joseph I. 1888 vom Österreichischen Touristenklub gestiftet und 1889 eröffnet. 1972 wurde sie unter Denkmalschutz gestellt. Sie wird bis heute vom ÖTK als Aussichtswarte betrieben.

Ein Euro ist Eintritt, dafür bekommt man eine Eintrittskarte, die noch immer aussieht wie in den 80er Jahren, damals, als ich mit meinem Vater von Weidling übers Agnesbründl (Wo Agnes laut Sage ihren Schleier verloren hat) zur Jägerwiese gewandert bin. Oben auf der Habsburgerwarte ein einzigartiger Blick über den Wienerwald, Wald um Wald, Baum um Baum, Hügel um Hügel. Hinter bewaldeten Hügeln liegt die Stadt und man fühlt sich ganz weit weg.

Beim Wirtshaus auf der Jägerwiese (jetzt heißt es „Gasthaus zum Agnesbrünnl„), das noch immer haargenau gleich aussieht wie damals, hat mein Vater damals ein Bier getrunken. Und ich einen Almdudler. Diesmal hab ich das Bier getrunken in Andenken an meinen Vater.

Nirgendwo sonst ist es ruhiger im Wienerwald, nirgendwo ruhiger in Wien, als rund um den Hermannskogel und die Jägerwiese. Baum reiht sich still an Baum. Man begegnet nur ab und zu Wanderern und Mountainbikern. Stille, die man manchmal braucht.

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Kaiserspritzer am Kaiserwasser

Bisher kannte ich nur den Kaiserspritzer. Und fürs Baden am „Wildwaserbadeplatz“ (so bezeichnet es zumindest die Stadt Wien) die Lagerwiese an der Alten Donau. Dass man beides verbinden kann, zeigt mir jetzt das Kaiserwasser. Ein Seitenarm der Alten Donau mit Blick direkt auf die UNO City. Mit großer Lagerwiese und wenn man ihn selbst mitnimmt gibts auch den Kaiserspritzer, den weißen Spritzer mit einem Schuss Holundersaft. Nom Nom.

Zerplatzende Seifenblase in Graz

Ein borstiger Käfer? Ein UFO, das mitten in Graz gelandet ist? Oder eine Seifenblase, die zu zerplatzen droht? Ein Spiegelkabinett nach außen mit rundlichen Formen wie die meisten Steirer? Ein gläserner Igel mit stumpfen Stacheln? Oder einfach ein zerquetschter Swarovski-Kristall? Man kann viel in die Architektur der Kunsthauses in Graz hineininterpretieren. Dabei ist es ja auch ein Klangkörper. Und am Abend ein Lichtspielhaus, das Signale aussendet. Denkt doch mal nach, was es alles sein könnte.

Übrigens: Das Haus wird von seinen Schöpfern Peter Cook und Colin Fournier „Friendly Alien“ genannt – und soll sich in Form und Material bewusst von der barocken Dachlandschaft mit ihren roten Ziegeldächern abheben, schließt dabei aber an die Fassade des 1847 erbauten Eisernen Hauses an.

Gipfel-runter-Stürmer

Die Gerlitzen. 1911 Höhenmeter und ein herrlicher Panoramablick über Ossiacher See, Wörther See, Drauschleife, Faaker See und das Kärntner Bergpanorama. Mit dem Paragleiter haben wir dann doch keinen Sprung gewagt – sondern wir sind gut 1400 Meter vom Gipfelhaus bis hinunter nach Bodensdorf am Ossiacher See gewandert. Zwischenstopps zur Stärkung warrn die Sepplhütte – und ein Streichelzoo beim Mathiasl kurz vor dem Ziel. Jedenfalls: Ausschließlich vom Berg runter wandern kann auch relativ anstrengend sein, mein Knie hat noch einige Tage ein schmerzhaftes Lied davon gesungen.

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Brandheißes Pflaster Ossiach

Ossiach, ein wunderschöner Ort am gleichnamigen Kärntner See. Das Stift hat eine jahrhundertelange Geschichte und dient jetzt nicht nur als Austragungsstätte des Carinthischen Sommers. Nur einige Schritte vom Stift entfernt: Eines der ältesten Häuser des Ortes, die Stiftsschmiede – etwa 1000 Jahre alt, dort soll sich das Planungsbüro für den Stiftsbau befunden haben. Wie es scheint, hab ich eines der letzten Bilder des intakten Hauses gemacht, einige Stunden nachdem wir mit dem Schiff weiterfuhren am See stand das Haus in Flammen (nicht mal im Urlaub hat man Ruhe vor nachrichtlichen Ereignissen). Jedenfalls staunten wir ziemlich, als wir am Abend wieder mit dem Schiff zurückreisten zum Ort gegenüber von Ossiach: Großer Feuerwehreinsatz und die stolze Stiftsschmiede war nur mehr eine Ruine. (Nur das Bild vom Brand selbst hab ich mir vom ORF ausgeborgt…) Übrigens: Der Besitzer will das Haus wieder aufbauen.