Monat: Oktober 2012

Sandy: Die perfekte Boulevard-Welle

Mega-Welle

Monster-Hurrikan

Superstorm

Wheather Freakout

Frankenstorm

Land unter

Ich sag einfach #Sandy. Berichterstattung darüber muss sein, es ist auch ein relativ großer und wuchtiger Sturm. Aber: Ein bisschen weniger Aufgeregtheit und Effekthascherei tät uns allen sehr gut. Für eine Abrüstung der Worte. Danke.

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#Watchdog

Gute Bezahlung für gute Spürhunde.  Geiche Rechte für gleiche Arbeit. Für einen gemeinsamen neuen Medien-KV. Die Graue Eminenz unterstützt die Initiative #Watchdog sowie die Mediengruppe Online.

Am 22. Oktober ab 13 Uhr – Demonstration vor dem Verband Österreichischer Zeitungen in der Wiener Wipplingerstraße. Hinkommen, weitersagen, twittern unter dem Hashtag #watchdog.

Karlskirche duchlöchert, zerstört und neu aufgestellt

Die Wiener Karlskirche: In Auftrag gegeben von Kaiser Karl VI, wurde sie von Johann Bernhard Fischer von Erlach als zentrale Verbindung zwischen Rom und Byzanz gestaltet. Aus diesem Grund vereint die Karlskirche bewusst Elemente aus christlichen und islamischen Sakralbauten. Heute steht sie auf einem zentralen und großen Platz Wiens – die mächtige Kulisse wird immer öfter für Festivals vom Popfest bis zum Straßenkünstlerfestival benutzt, schön langsam wird das Image des anrüchigen Karlsplatzes immer besser.

Am 13. Oktober konnte man die Karlskirche in einer Form bewundern, wie man sie sonst noch nie gesehen hat. Der Videokünstler Markos Aristides Kern und das DJ-Team Makossa & Megablast verwandelten die Karlskirche in eine riesige Projektionsfläche. Die Kirche hüpfte, drohte zu zerschmelzen, wurde dann von wild wuchernden Pflanzen überwachsen, von riesigen Spinnen erklommen, mutierte zum DJ-Deck mit riesigen Lautsprechern, wurde duchlöchert, zerstört und neu aufgestellt. Und das alles in 3D verblüffend real. Ein Augenschmaus zu dem tausende Wiener vor dem Spektakel im Dunklen ausharrten.

Für die Performance ist ein weltweit einmaliges Projektionsfahrzeug zum Einsatz gekommen: das Multi Media Offroad Vehicle. Das MMOV macht es möglich, Fassaden mobil live zu bespielen. Wien war die letzte Station einer von Intel präsentierten Roadshow. Auch  der Berliner Olympiapark oder der Dresdner Zwinger wurden mit dem MMOV bespielt.

Einziger Wermutstropfen: Das Wiener Publikum. Tolle Musik, tolle Performance – und die Zuschauer standen dort wie die Zombies. Wie im Theater wurde man fast schief angeschaut, wenn man zu laut redete oder sich zur Musik bewegte. Wien hat noch einen weiten Weg in den Köpfen von der Provinzstadt zur Weltstadt.

 

Installation vom Installateur – Versuch über den stillen Ort

Eine Installation in der Loftcity Brotfabrik. Nebenan wurde im Ostlicht die Foto-Ausstellung von Wim Wenders eröffnet. Nicht ohne sich selbst unter die Menschen zu mischen, und nicht ohne selbst an den DJ-Pult zu entern und seine Klassiker aufzulegen. Vor allem aber präsentierte Wenders seine Bilder – allesamt Plätze ohne Menschen. Wieso, erklärt er in einem Interview mit der „Presse“: „In den Bildern ist es so, wie ich aus leidvoller Erfahrung weiß: Kaum ist jemand im Bild, schaut alle Welt nur noch auf die Person, selbst wenn die klein im Hintergrund steht. Da geht es nur noch um den Menschen, nicht mehr um den Ort, was der erzählt, was man da alles lesen kann, was der alles zu berichten hat.“

Am liebsten mag ich aber Wenders‘ Abhandlung über den Unterschied von Reisenden und Touristen:

Der Reisende hat eine andere Anwesenheit als der Tourist, das Reisen, das Entdecken, die Neugierde sind der Zweck an sich. Der Tourist ist nicht ums Weiterreisen bemüht oder ums Irgendwo-Ankommen. Als Tourist kann ich immer nur kurz ankommen, mich selbst da hinstellen ins Bild, ein ganz verheerendes Phänomen, und dann bin ich schon wieder weg. Als Tourist bin ich ja nie von zu Hause weggekommen, ich bin so schnell wie ich kann wieder zu Hause, um endlich zu sehen, wo ich war.

Mein Installations-Bild beschreibt einen scheinbar leeren Platz, einen Platz der nur von dieser Blickrichtung aus leer ist, der aber wartet auf die Menschen, obwohl nichts darauf hindeutet. Still, ohne Stil.