Monat: Februar 2013

Schneemann-Bauwut

Tiefverschneiter Schlosspark Schönbrunn – und dutzende Schneemänner wurden produziert. Eine wahre Schneemann-Bauwut ist ausgebrochen. Die neueste Modeerscheinung sind Schneemänner, die auf Parkbänken sitzen. Und immer mehr Schneefrauen wurden gesichtet – bis hin zu ganzen Schneefamilien. Oder heißt das dann Schneemann-Familien? Politisch korrekt sollte man wohl Schneeskulptur sagen. Die Touristen im Park haben auf jeden Fall neue Bildmotive – in der nächsten Zeit werden wohl tausende Fotos von Schönbrunner Schneemännern den Familien in Japan präsentiert.

Damit alles seine Ordnung hat (im Schloßpark mutet es fast schon sensationell an, dass keine Schneemannbauverbot verhängt wird, weil hier ja historisch eine große Verbotskultur herrscht) eine Anleitung zum richtigen Bau des Schneemenschen, frei nach Wikipedia:

Der Bau eines Schneemanns erfolgt in der Regel mit feuchtem Schnee, sodass er klebt und sich die Kugeln rollen lassen. Anschließendes Frieren gilt als günstig, damit die angetaute Oberfläche der Schneekugeln erneut gefriert und dem Schneemann mehr Stabilität verleiht. Falls nicht genügend Wasser abschmilzt, wird mit einer Gießkanne nachgeholfen.

Und weil wir uns gefragt haben, wieso es die Tradition des Schneemannbauens überhaupt gibt, hier ein kurzer historischer Einblick:

Im Mittelalter war eine Figur dieses Namens noch völlig unbekannt. Die ältesten literarischen Nachweise für Schneeskulpturen gibt es aus dem 16. Jahrhundert, etwa bei Shakespeare. Populär wurde der Schneemann erst im 18. Jahrhundert. Im Jahr 1770 taucht er in einem Leipziger Kinderliederbuch zum ersten Mal als Begriff auf. Alte bildliche Darstellungen zeigen ihn als personifizierten Winter in recht bedrohlicher Gestalt in Übergröße, mit grimmiger Miene und drohend erhobenem Besen. Im 19. Jahrhundert veränderte sich allmählich die Einstellung zum Winter, der nicht mehr nur hart und entbehrungsreich erschien. So gehörten zu bildlichen Winterdarstellungen nun vermehrt Schlittenfahren, Schlittschuhlaufen und eben auch Schneemänner, die im Biedermeier zu einem beliebten Kinderbuch-Motiv wurden. Die Gestalt wurde kugeliger, das Aussehen wesentlich freundlicher.

 

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Sibirische Tiger ohne sibirische Kälte

Herumstaksende Flamingos, knutschende Schildkröten, traurige und wütende Orang-Utans, hungrige Kattas. trötende Elefanten, plantschende Pinguine,  sich sonnende Seehunde, meckernde Ziegen, posende Pelikane, misstrauische sibirische Tiger. Tiergarten Schönbrunn im Schnee, im schmelzenden Schnee, ganz ohne sibirische Kälte. Und ganz ohne Besucheransturm. Der kommt erst wieder im Frühling und Sommer.

Flüchtlingsball: Nicht das „Köpferl in Sand“ stecken

Klares Motto beim Wiener Flüchtlingsball im Rathaus, der zum 19. Mal zugunsten des Integrationshauses stattfand: „Wir rufen zur Solidarität mit Asylsuchenden auf und fordern eine verantwortungsvolle Flüchtlingspolitik“, forderte Geschäftsführerin Andrea Eraslan Weninger bei der Eröffnung.

Das „Balllied 2013″, das mit Unterstützung von Willi Resetarits und Beatrix Neundlinger als Mitternachtseinlage vom Chor des Integrationshauses gesungen wurde, untermauerte diese Forderung: Frei nach Arik Brauer solle man nicht „sein Köpferl in Sand“ stecken.

Zuvor hatte einer der Asylsuchenden, die seit Wochen in der Votivkirche protestieren, um Hilfe appelliert. Khan Adalat brachte sein Anliegen auf den Punkt: „Helft uns!“

Aber es wurde auch gefeiert und getanzt – bei legerer Balletikette statt starrer Tradition. Auf zwei Live-Bühnen traten Musiker aus aller Welt auf, die ihren Lebensmittelpunkt nun in Wien gefunden haben. Für den Höhepunkt auf der Tanzfläche sorgte die Gruppe Bongo Botrako aus Barcelona mit ihrer Mischung aus Rumba, Reggae, Ska und Punk-Musik.

Auch heuer wollte der Ball nicht die Klischees der walzerseligen Wiener Balltradition bedienen, sondern strahlte das Charisma einer großen Party für Freunde aus – und dafür braucht man nicht unbedingt Walzerklänge. Diesem Konzept wird man wohl auch beim 20-jährigen Jubiläum im nächsten Jahr treu bleiben.

fluechtlball

 

Magna Mater Austriae im Schnee

Mariazell – „Ein Geschenk des Himmels“. So wird man empfangen vom Bahnhof kommend, in unserem Fall im Tiefschnee hinstapfend. Und überall, an jedem Haus, an jedem Hauseck, hinter jedem Haus ist sie präsent – die Magna Mater Austriae, die Gnadenstatue. Als Gemälde, als Abbild, als Stickwerk, Stückwerk, Puzzle, in Lebkuchen gebacken, auf Tischtüchern.

Man wandert an Häusern mit ihrem Abbild vorbei, an Hotels mit dem Namen „Zum heiligen Geist“ und an Apotheken mit dem Namen „Zur Gnadenmutter“. Rund um die Basilika, deren Bild wohl schon jeder Österreicher gesehen hat – ist sie doch die wichtigste Wallfahrtskirche Österreichs – der Naschmarkt in römisch-katholischer Form: Viele kleine Souvenir-Verkaufsstände, wo man sie erstehen kann: Die kleinen Abbildungen der Manga Mater Austriae.

Und doch – bei unserem Augenschein waren kaum Pilger im Ort, zu hefitg war der Schneefall. Ganz ruhig war es, die Geschäfte mittags geschlossen, die Gasthaus-Küchen erst wieder am Abend offen. Ruhig, ganz ruhig, im wichtigsten Wallfahrtsort Österreichs.

Die Gewichtheber-Playback-Show

Tanz, Tombola, Polonaise und Playback-Show: Der jetzt schon legendäre Gewichtheber-Ball ging wieder im Schutzhaus Zukunft über die Pforten. Ohne die Wiener Walzer-Seligkeit, ohne den Glamour der Wiener Schickeria. Dafür mit Schnitzel, Budweiser und Schnapsbar. Und legerer Kleidung statt Ballroben. Leider in diesem Jahr ohne den obligatorischen Gewichtheber-Bewerb des KSC Argos/AK Hermann/Polizei SV Wien vor dem Ball.

Der fehlende Schweißgeruch im Saal war bemerkbar – denn auch die immer um 23 Uhr beginnende Mitternachtseinlage war heuer schaumgebremst: Wie jedes Jahr machen die Gewichtheber in Verkleidungen mehr oder weniger gute Figur auf der Bühne als Antipode zur Mini-Playback-Show. Heuer wurden unter anderem STS, Abba oder Lady Gaga „persifliert“, begleitet von einer Polonaise des Publikums vor und auf der Bühne. Höhepunkt war heuer sicher die Rocky-Horror-Picture-Show-Einlage „Sweet Transvestite“.

Übrigens: Der fehlende Schweißgeruch war spätestens nach der Show wettgemacht – durch den Schweiß der Tänzer, gemischt mit den Klängen der „Stimmungsmusik“ und den vielen großen Bieren. Kraft frei!

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