Schneemann-Bauwut


Tiefverschneiter Schlosspark Schönbrunn – und dutzende Schneemänner wurden produziert. Eine wahre Schneemann-Bauwut ist ausgebrochen. Die neueste Modeerscheinung sind Schneemänner, die auf Parkbänken sitzen. Und immer mehr Schneefrauen wurden gesichtet – bis hin zu ganzen Schneefamilien. Oder heißt das dann Schneemann-Familien? Politisch korrekt sollte man wohl Schneeskulptur sagen. Die Touristen im Park haben auf jeden Fall neue Bildmotive – in der nächsten Zeit werden wohl tausende Fotos von Schönbrunner Schneemännern den Familien in Japan präsentiert.

Damit alles seine Ordnung hat (im Schloßpark mutet es fast schon sensationell an, dass keine Schneemannbauverbot verhängt wird, weil hier ja historisch eine große Verbotskultur herrscht) eine Anleitung zum richtigen Bau des Schneemenschen, frei nach Wikipedia:

Der Bau eines Schneemanns erfolgt in der Regel mit feuchtem Schnee, sodass er klebt und sich die Kugeln rollen lassen. Anschließendes Frieren gilt als günstig, damit die angetaute Oberfläche der Schneekugeln erneut gefriert und dem Schneemann mehr Stabilität verleiht. Falls nicht genügend Wasser abschmilzt, wird mit einer Gießkanne nachgeholfen.

Und weil wir uns gefragt haben, wieso es die Tradition des Schneemannbauens überhaupt gibt, hier ein kurzer historischer Einblick:

Im Mittelalter war eine Figur dieses Namens noch völlig unbekannt. Die ältesten literarischen Nachweise für Schneeskulpturen gibt es aus dem 16. Jahrhundert, etwa bei Shakespeare. Populär wurde der Schneemann erst im 18. Jahrhundert. Im Jahr 1770 taucht er in einem Leipziger Kinderliederbuch zum ersten Mal als Begriff auf. Alte bildliche Darstellungen zeigen ihn als personifizierten Winter in recht bedrohlicher Gestalt in Übergröße, mit grimmiger Miene und drohend erhobenem Besen. Im 19. Jahrhundert veränderte sich allmählich die Einstellung zum Winter, der nicht mehr nur hart und entbehrungsreich erschien. So gehörten zu bildlichen Winterdarstellungen nun vermehrt Schlittenfahren, Schlittschuhlaufen und eben auch Schneemänner, die im Biedermeier zu einem beliebten Kinderbuch-Motiv wurden. Die Gestalt wurde kugeliger, das Aussehen wesentlich freundlicher.

 

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