Monat: April 2013

Gefällt und wiederauferstanden als Maibaum

Pünktlich zum 1. Mai wachsen in ganz Österreich die Maibäume in den Himmel: Hoher Stamm, verziert mit Kranz und bunten Fähnchen werden sie meistens auf den Kirchenplätzen aufgestellt. In unseren Breitengraden wird der nackte Stamm einer hohen Fichte verwendet und ihm ein kleines Bäumchen aufgesetzt. Schon Tage vor dem 1. Mai wird vorbereitet und die sogenannten „Kranzl“ werden geflochten.

Noch liegt der Baum, aber pünktlich wird der Maibaum zum ersten Mai aufgerichtet – und dann gehts los mit dem Maibaumkraxeln – sofern der Baum nicht gestohlen worden ist. Ja, diesen Brauch gibt es auch, darum wird der Baum Tag und Nacht bewacht.

Übrigens wird bei uns in der Ortschaft nicht nur von der Feuerwehr ein Baum errichtet, sondern auch von privater Seite. Darum gibts bei uns zwei Maibäume. Welcher wird heuer höher sein?

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Haben Sie Rom schon bei Nacht gesehen?

Haben sie Rom schon bei Nacht gesehen, haben sie das schon erlebt. Man sieht zwar nicht wie die Bäume blühen. welche besonders beliebt. Hoffen sie nicht auf den Trevi-Klang oder auf Herzchen aus Gold, man hat sich davon schon Gott sei Dank einiger Maßen erholt. Unter Tags ist sie schön für die vielen wie man weiß, in der Nacht ist sie heiß und zerschmilzt jedes Eis.

Gut sie waren in Übersee in New York und L.A. – in Rio De Janerio wurden sie auch nicht froh. Sie kennen Tel Aviv besonders intensiv, träumen von Paris, von Moskau träumt man
ohnedies. Doch haben sie Rom schon bei Nacht erlebt, haben sie das schon gesehn, man sieht zwar nicht ob die Bäume blühen, achten sie nicht auf die Engelsburg, soetwas
lenkt sie nur ab, wie es sich oft schon bewiesen hat, wird die Zeit viel zu knapp. Diese Stadt ist ein Schrei, sie ist high und modern, alle leben von Luft, alle haben sie gern.

Frei nach Reinhard Fendrich

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Neptun und die hämischen Fische

Die Stadt Rom verzaubert und plätschert an allen Ecken und Plätzen – mithilfe ihrer Brunnen. Auf jedem Platz tröpfelt und fließt das Wasser aus Stein-Fischen, Löwen und wunderlichen Skulpturen. Sehr auffällig: Bei fast jedem Brunnen sind Fische dargestellt, die teilweise auch selbst Wasser speien – und all diese Gestalten der Meere sind in einer überzeichneten Bosheit dargestellt, mit verzerrten Mündern, die ein hämisches Lachen suggerieren.

Über allen Figuren thront meistens Neptun, der römische Gott des Wassers. Auch beim Trevi-Brunnen, dem populärsten und mit 26 Meter Höhe und rund 50 Meter Breite der größte Brunnen Roms – so nebenbei einer der bekanntesten Brunnen der Welt. So lauschig wie in alten Filmen ist es am Platz davor jedoch nicht: Zu jeder Tages- und Nachtzeit tummeln sich tausende Touristen auf dem Platz – mit Fotoapparat, Handy und iPad in der Hand, immer im Anschlag, um jeden Moment vor dem Brunnen festzuhalten. Tausende Fotos entstehen hier jeden Moment – und doch vergessen die Touristen auf den ganz genau richtigen Moment – jenen in dem man innehält, die Kamera einpackt und sich das Kunstwerk dieses Brunnens ansieht, sich zurücklehnt und den Moment nur mehr in Gedanken festhält, ganz ohne Jagd auf das künstliche Festhalten dieses Moments.

Es geht um die Wurst

Käsekrainer, scharfer Senf, Pfefferoni, Brot. Und dazu ein Dosenbier. Nicht grad vegan, aber eine schöne Menage beim Würstelstand. Besser als jeder ein-Euro-Cheeseburger von Macs und Kings. Oft hat der Würschtler schon mutmaßlich Leben gerettet – wenn man des Nachts durch die Stadt irrte mit einem Riesen-Hunger.

Kunsthistoriker Sebastian Hackenschmidt und Fotograf Stefan Olah haben nun einen Bildband veröffentlicht, in dem 95 Exemplare des „Kleinen Sachers“ – wie die Zweckbauten nicht nur in der Literatur genannt werden – bildlich verewigt sind. Sebastian Hackenschmidt setzt sich vor allem mit dem Würstelstand als soziokulturelles Phänomen auseinander, das zudem mit idiomatischen Eigenheiten aufwartet – siehe „a r ogschöde buanwuascht“, die H.C. Artmann in seinem Gedicht „Wos an weana olas en s gmiad ged“ würdigt.

Präsentiert wurde der Band standesgemäß in einem „Ekazent“ in einer Radatz-Filiale. Bei Gratis-Würstel, Gratis-Bier und Gratis-Wein stellten sich die Würstelstand-Liebhaber gerne an und die Seitenblicke-Gesellschaft war in ihrem Element. Thomas Maurer hielt die Laudation auf das Buch, die Schrammeln spielten. Es ging halt um die Wurst.

Unser Buchtipp: 95 Wiener Würstelstände. Sebastian Hackenschmidt und Stefan Olah. Verlag Anton Pustet.

Die Bilder sind bei der Präsentation im Ekazent Hietzing entstanden, die letzten drei Bilder sind aus dem Buch.

>>Mehr Bilder:  95 Wiener Würstler: “Wurst essen als emotionales Erlebnis“


Jo, wir san mit’m Radl do

„I want to ride my Bycicle“ von Queen ist laut einem Beitrag von FM4 der bekannteste und beste Radler-Song. Wird wohl stimmen. Auf den Plätzen zwei und drei übrigens Kraftwerk mit „Tour de France“ und „Jo wir san mitn Radl do“ von… von wem eigentlich? Ist das eine alte Volksweise ?- Auf Youtube findet man sehr interessante, allesamt sehr volksdümmliche Versionen. Eine davon haben wir ausgewählt.

Wem das zu abschreckend ist: Wien hat die Fahrradsaison endlich wieder eröffnet – und zwar mit dem Bike-Festival am Rathausplatz. Mit Rad-Akrobaten, Service-Ständen, Gratis-Rad-Check, (viel zu lauter) Musik, Freestyle-Bewerben, Stiegl-Bier und vielem mehr. Einige Eindrücke gibt es hier. Als Einstimmung auf „Jo, wir san mitn Radl do“.

Übrigens sollte sich Spar überlegen, ob es wirklich zielführend ist, Leute in ein Bananen- und Tannenbaum-Kostüm zu stecken. Wir hätten uns als Kinder geschreckt vor diesen unheimlichen Figuren, die am Rathausplatz unterwegs waren.

>>Hier gibts noch mehr Bilder

Für dich solls rote Rosen regnen

Der Volksgarten in Wien. Der meteorologische Frühling hat längst begonnen. Doch er lässt heuer auf sich warten – noch immer sind rund um den Theseustempel viele Säcke zu sehen, wie Installationen, Säcke über die Rosen gestülpt, über Rosen, die darauf warten, die warme Sonne des Frühlings zu spüren. Lasst uns die alten Säcke entsorgen, lassen wir die Sonne auf die Rosen scheinen, Frühling – es wird Zeit.