Neptun und die hämischen Fische


Die Stadt Rom verzaubert und plätschert an allen Ecken und Plätzen – mithilfe ihrer Brunnen. Auf jedem Platz tröpfelt und fließt das Wasser aus Stein-Fischen, Löwen und wunderlichen Skulpturen. Sehr auffällig: Bei fast jedem Brunnen sind Fische dargestellt, die teilweise auch selbst Wasser speien – und all diese Gestalten der Meere sind in einer überzeichneten Bosheit dargestellt, mit verzerrten Mündern, die ein hämisches Lachen suggerieren.

Über allen Figuren thront meistens Neptun, der römische Gott des Wassers. Auch beim Trevi-Brunnen, dem populärsten und mit 26 Meter Höhe und rund 50 Meter Breite der größte Brunnen Roms – so nebenbei einer der bekanntesten Brunnen der Welt. So lauschig wie in alten Filmen ist es am Platz davor jedoch nicht: Zu jeder Tages- und Nachtzeit tummeln sich tausende Touristen auf dem Platz – mit Fotoapparat, Handy und iPad in der Hand, immer im Anschlag, um jeden Moment vor dem Brunnen festzuhalten. Tausende Fotos entstehen hier jeden Moment – und doch vergessen die Touristen auf den ganz genau richtigen Moment – jenen in dem man innehält, die Kamera einpackt und sich das Kunstwerk dieses Brunnens ansieht, sich zurücklehnt und den Moment nur mehr in Gedanken festhält, ganz ohne Jagd auf das künstliche Festhalten dieses Moments.

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