Reise

Auf Loipensuche unter Schneewächten

Unser Ziel war klar, der Auftrag klar: Im Mariazeller Land wurde uns hoher Schnee versprochen – und wir wollten unsere Körper beim langlaufen stählen. Schnee gab es mehr als genug, allein die Loipen waren wegen starkem Schneefall und Wind vollkommen verweht. Tiefwinterliche Basilika in Mariazell und eine tiefwinterliche Wanderung bis zum Erlaufsee im Schneesturm. Ein Erlebnis inklusive gefrorenem Bart. Das nächste mal kommen wir aber trotzdem bei Schönwetter. Und dann werden die Loipen erkundet.

Vietnam in black and white

Die Exkursion nach Vientam ist jetzt schon einige Monate her. Und doch werden erst jetzt nach und nach Erlebnisse und Bilder aufgearbeitet. Bilder die in den Erinnerungen auftauchen, Bilder die ihren Charme in Schwarz und Weiß entfalten. Vom Radtaxi in Hanoi bis zum Fußruderer in Ha Long. Von den Reisbauern in der Nähe des Parfumbergs bis zum Drachenboot in Hue. Vom Mausoleum von Ho Chi Minh bis zum Pho-Verkaufsstand auf der Straße. Enjoy.

image

image

image

image

image

image

image
image

DSC07651

Altweibersommer am Klopeiner See

Eigentlich wäre eine Mountainbike-Downhill-Tour geplant gewesen. Doch ein technischer Defekt der Gondelbahn in Petzen ließ uns im Tal zurück. Also wurde ein Ausflug zum Klopeiner See aus den jochgesteckten Zielen. Und dieser See ist unser heutiger Tipp: Ganz friedlich liegt er bei St. Kanzian, kein Motorbootgeräusch stört die Idylle. Sogar die Tretboote sind schon aus dem Wasser gezogen und warten an Land auf die nächste Hauptsaison. Das Wasser ist klar und gebirgstemperiert, die Sonne zaubert prächtige Farbenspiele.

Nur den Wildwuchs an Verbotsschildern sollte die Gemeinde so bald wie möglich loswerden.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Eine Ode an den Neusiedler See

Der Zauber des Neusiedler Sees wirkt heuer so gut wie nie. Ob mit dem Rad umrundet, per Kanu erkundet oder auf dem Segelboot. Von Apetlon über Illmitz, die Lange Lacke, Podersdorf, Neusiedl und Rust gibt es zauberhafte Orte zu entdecken, Störche zu beobachten, Mangalitza-Schweine zu streicheln, Schilfgürtel zu bestaunen und Enten zu füttern. Das Meer der Wiener hat es in sich.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

raufkRAXler

Rauf mit der Seilbahn zum Hüttenhüpfen auf der Rax. Vom Ottohaus über den Seeweg zur Neuen Seehütte. Über die Preiner Wand, die Hohe Kanzel und den Jakobskogel wieder zurück.

Ein Hochplateau, das wie geschaffen fürs Wandern ist. Eine weiche Landschaft, die zugleich schroff für Niederösterreich ist. Mit Latschen und riesigen Blumenwiesen. Mit Geröll, Felsen und stolpernden Wanderern. Mit Grammelknödeln und Denkmälern aus der Monarchie. Hier dreht sich die Zeit ein bisschen langsamer weiter. Und an manchen Ecken steht sie schon  und noch immer still.

Caodai: Walt Disney und Drachen in Technicolor

Unweit von Ho-Chi-Minh-City: Ein Tempel wie aus einem Bilderbuch mit Zuckerbäcker-Architektur und einem Kitschfaktor, den nichtmal Hundertwasser überbieten konnte. Allüberall das Auge Gottes, Frauen und Männer in weißen Gewändern und Säulen mit stilisierten Drachen. Wir sind in Tanyin, beim heiligen Stuhl der Caodais – Sitz der immerhin drittgrößte Religionsgemeinschaft von Vietnam.  Und diese besteht aus einer bunt durchgemixten Mischung aus Buddhismus, Konfuzianismus, Taoismus, des Christentums und des Islam. Praktisch, vor allem weil göttliche Botschaften aus dem Universum in versiegelten Briefumschlägen empfangen werden. Oder in Zukunft gar per e-Mail?

Graham Greene beschrieb den Caodaismus in seinem Klassiker “Der stille Amerikaner” übrigens folgendermaßen:

Mindestens einmal im Jahr feiern die Anhänger Caodais beim heiligen Stuhl in Tanyin, Achtzig Kilometer nordwestlich von Saigon, ein Fest zum soundsovielten Jahr der Befreiung oder der Eroberung oder sogar, um einen buddhistischen, konfuzianischen oder christlichen Festtag zu begehen. Die Religion Caodais war stets das Lieblingskapitel in meinen Kurzeinführungen für auswärtige Besucher gewesen: Der Caodaismus, die Erfindung eines Staatsbeamten aus Cochin, war eine Synthese der drei Religionen: Der heilige Stuhl befand sin in Tanyin. Es gab einen Papst und weibliche Kardinäle. Weissagungen erfolgten mittels Schreibtäfelchen. Es gab einen heiligen Victor Hugo. Christus und Buddha blickten vom Deckengewölbe der Kathedrale herab auf ein Phantasiebild des Ostens im Stil Walt Disneys, auf Drachen und Schlangen in Technicolor. Neuankömmlinge waren von dieser Beschreibung stets entzückt. Wie hätte man ihnen die öde Leere der ganzen Sache erklären können? Die private Armee von fündundzwanzigtausend Mann, bewaffnet mit Mörsern, die aus den Auspufftöpfen alter Kraftwagen hergestellt worden waren, Alliieerte der Franzosen, die sich im Augenblick der Gefahr neutral erklärten?