XXX reloaded

X24

Das letzte Fenster im Adventkalender ist offen, der Christbaum steht noch nackt im Keller, es duftet nach Keksen. Schneeflocken wären schön – doch man kann nicht alles verlangen vom Heiligabend. Genauso wie viele Menschen nichts verlangen können von diesem Fest, das als Fest der Nächstenliebe gilt, doch immer mehr eine Materialschlacht für die ganz engen Nächsten wird.

Frohe ‪#‎Weihnachten‬ euch allen, vor allem denjenigen, die auf Herbergsuche sind.

werklopfetan

Im Prater blühn‘ noch immer die Christbäume

Neujahrstag im Prater. Auf der Prater-Hauptalle ziehen wie üblich die Jogger ihre Bahnen. Auf Schritt und Tritt stolpert man über Reste von Silvester-Raketenb. Und im Wurstel-Prater ist es alles andere als ruhig. Das höchste Kettenkarussell der Welt kennt keine Winterpause. Wenige Meter daneben lassen sich halb Erfrorene von einer Riesen-Schlange in die Luft wirbeln. Und am Prater-Hauptplatz vor dem Riesenrad ist noch immer ein Weihnachtsmarkt – ich korrigiere: Wintermarkt. Denn mit dieser Bezeichnung können die Standln bis 6. Jänner offen halten. Mit grandiosem Glühmost. Und die Stimmung dort ist gar nicht so schlecht, wenn man sich die hässliche Architektur dieses Platzes wegdenkt. Frohes neues Jahr!

Der Adventkalender. Er lebt!

Adventkalender gibt es in vielen Ausformungen, auch im öffentlichen Raum. Jedes Jahr im Advent werden damit Rathäuser und andere Bauwerke neben Christkindlmärkten verschandelt. Dabei kann so ein Kalender auch künstlerisch wertvoll sein – so wie jener von Hubsi Kramar im Wiener Kabelwerk: Sein „Lebender Adventkalender“ ist mit lebendigen Künstlern gefüllt. Jeder von ihnen hat in seinem Kastl Platz für Theater, Gesang, Peformance; Kritik oder einfach was dem Künstler im Kastl grad einfällt. Hubsi Kramar selbst erklärte es im Chat von DiePresse.com so: „Das spannende ist, dass jeder Künstler einen Kubikmeter hat. Wie Waben kann man sich das vorstellen. Dann fliegt der Deckel des ersten Kästchens auf. Am Ende sind alle 24 Kästchen offen.“

Hinter jedem Kastl stecken dann Performances, die wie folgt betitelt sind: „2. Tag: Die Killlertaler Grützenfeger singen ein Weihnachtlied.“ Absolut phantastisch: Miki Malör, die die Finanzkrise mit einfachsten Mitteln so gut wie noch nie erklärte: Sie mampfte einfach soviele Münzen, wie sie in ihren Mund bekommen konnte – und nach kurzer Zeit musste sie diese Münzen wieder erbrechen. Malika Fankha und Leonhard Srajer füllten ihr Kästchen mit typisch wienerischem Mini-Revue-Theater: „Das Fleisch ist noch nicht weich.“ Lucy McEvil stellte sehr plastisch das „Himmlische Tor“ dar. Und zu guter letzt war man nicht mal überrascht, dass sich im letzten Kastl, dem 24., eine erhängte Maria vorfand.

Interessantes Konzept, großartiges Bühnenbild, man konnte lachen, man konnte weinen, man konnte nachdenken. Und staunen. Im nächsten Advent wieder im Kabelwerk.

Pro-Sit!

Heute: Krachend, knallend, feuerwerkend, sekttrinkend, bleigießend, tanzend, donauwalzernd, neujahrsvorsätzemachend, singend, nachdenklich, feiernd.

Morgen: Lang schlafend, Kopfweh habend, Neujahrskonzert schauend, Heringe essend, fernsehend, neujahrsvorsätzebrechend, frühinsbettgehend.

Auch immer das Gleiche….

2009

2010

Pro-Sit Neu-Jahr!

Kein XXX für ein U vormachen!

Oh du fröhliche – wiewohl auch nachdenkliche. Süßer die Glocken nie klingen – und sich wie ein Kreissägengeräusch in die Gehörgänge graben. Das Familienfest – ohne dass man den Großteil der Familie sieht. Doch der Kern bleibt. Und leise rieselt der Schnee, auch wenn es 10 Grad über Null hat. Ein Weihnachtsverweigerer? Nein, das bin ich nicht. Aber kritisch wird man die „stillste Zeit im Jahr“ doch noch betrachten können. Und die Antennen in Form eines Elchgeweihs ausstrecken. Happy XXX!

Weihnachten erledigt: Das Gansl ist geschlachtet

Herr Norbert hat zum Weihnachts-Gansl-Essen geladen. Damit ist Weihnachten vorgezogen erledigt. Nur mehr Knochen sind von der stolzen Gans übriggeblieben.

Das gute Gansl bleibt einem allerdings im Hals stecken, wenn man sich überlegt, welchen Leidensweg diese arme Kreatur sehr oft durchmachen muss, um auf unseren Gabentisch zu kommen. Die industrielle Tötungsmaschinerie unserer Wohlstandsgesellschaft schreckt nicht vor Tier-Folterungen zurück. Und das alles zur Profitmaximierung. Denn wozu sonst werden Gänse lebend gerupft? Um das Federkleid mehr als einmal verkaufen zu können. Und wozu werden Gänse gestopft? Der Mensch ist ein Untier. Gut, dass uns der Klimawandel alle wegspülen wird. Leider auch die armen Kreaturen, die schon unter uns Herrenmenschen leiden müssen.

Um auf das Gansl zurückzukommen: Wenn schon Gansl, dann Biogansl oder eines vom Bauer des Vertrauens, wo man auf artgerechte Haltung zählen kann!

In Österreich zwar verboten, wird das erbarmungswürdige Federvieh jedoch zu Tausenden in Ungarn für den französichen, deutschen bzw. österreichischen „Gourmet“-Markt gezüchtet und qualvoll gestopft.

Bevor diese pathologischen Organe („foie gras“) auf den Tellern herzloser „Feinschmecker“ landen, müssen die Gänse/Enten ein mehr-wöchiges Martyrium über sich ergehen lassen. Mehrmals täglich wird ihnen ein ca. 50 cm langes Metallrohr durch den Hals bis in den Magen eingeführt. Durch dieses Rohr wird täglich 1 kg verquollener, stark gesalzener Maisbrei in den Magen gepresst. Diese Menge entspricht ca. 20% des Körpergewichtes der Tiere!

Mehr Infos: Tierrechtsfilme.at

Das Lebendrupfen ist weit verbreitet. Die verängstigten Vögel werden mit gefesselten Beinen am Hals genommen und bekommen dann alle ihre Körperfedern ausgerissen. Die kämpfenden Gänse erleiden Verletzungen und werden nach ihrer schweren Prüfung zu ihren Leidensgenossen zurückgeworfen, bis sie wieder an der Reihe sind. Diese Qual, die von Tierchirurgen und sogar Gänsezüchtern als „extrem quälerisch“ beschrieben wurde, beginnt, wenn die Gänse erst acht Wochen alt sind. Sie wird dann in Intervallen von acht Wochen zwei oder dreimal wiederholt. Dann werden die Vögel geschlachtet.

Auch hierzu mehr Infos: Tierrechtsfilme.at

Eiskeller plus Advent ergibt Konzert

Langsam weihnachtet es schon ganz heftig – in der Werbung und in den Geschäftsstraßen ja schon seit Ende Oktober. Jetzt ist auch Loosdorf nachgezogen. Neben einem Adventmarkt-Wochenende gab es auch ein Adventkonzert der Musikschule im Eiskeller. Von der Flöte über die Gitarre bis zur Geige zeigten die jüngsten dem Advent-Hasen, wo der Bartl den Most herholt. Auch wenns teilweise nur Süßmost war. Advent, Advent…