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Freundschaft im Jahr 2014

Erster Mai. Tag des Maiaufmarsches in Wien. Früher war das der einzige Tag, an dem die Öffentlichen Verkehrsmittel am Vormittag völlig eingestellt waren, weil alle Mitarbeiter der Wiener Linien zum Rathausplatz pilgerten. Das ist lange her. Aber noch immer marschieren Bezirksgruppen und SPÖ-Unterorganisationen sternförmig aus der ganzen Stadt zum Rathaus. Der Platz war schon voller, die Stimmung war schon besser. Aber die Basis wird noch immer hier abgeholt. Und da dürfen auch einige Jugendorganisationen mit kritischen Slogans auf den Platz: „Acht Jahre Scharz-Rot. Weitere Acht und wir sind tot.“ Am Schluß wird aber wie immer die Internationale angestimmt. Und noch immer wird ergriffen mitgesungen. Freundschaft.

Gefällt und wiederauferstanden als Maibaum

Pünktlich zum 1. Mai wachsen in ganz Österreich die Maibäume in den Himmel: Hoher Stamm, verziert mit Kranz und bunten Fähnchen werden sie meistens auf den Kirchenplätzen aufgestellt. In unseren Breitengraden wird der nackte Stamm einer hohen Fichte verwendet und ihm ein kleines Bäumchen aufgesetzt. Schon Tage vor dem 1. Mai wird vorbereitet und die sogenannten „Kranzl“ werden geflochten.

Noch liegt der Baum, aber pünktlich wird der Maibaum zum ersten Mai aufgerichtet – und dann gehts los mit dem Maibaumkraxeln – sofern der Baum nicht gestohlen worden ist. Ja, diesen Brauch gibt es auch, darum wird der Baum Tag und Nacht bewacht.

Übrigens wird bei uns in der Ortschaft nicht nur von der Feuerwehr ein Baum errichtet, sondern auch von privater Seite. Darum gibts bei uns zwei Maibäume. Welcher wird heuer höher sein?

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Die Wiener Roten und ihr Slogan

Maifest 2011 im Wiener Prater. Halbpreis bei allen Prater-Attraktionen und einige Bühnen mit Gratis-Konzerten. Der 1. Mai ist der Tag der Wiener SPÖ. Erst zehntausende Genossen auf dem Maiaufmarsch am Rathausplatz – und am Nachmittag wird gefeiert.

Was heuer bei einer Maifest-Bühne aufgefallen ist: Der Slogan der Wiener SPÖ: „Der Wiener Weg“ – erste Zuschreibung von mir, weil ich das Wort Weg in Gedanken kleingeschrieben hatte: Für die SPÖ ist der Wiener schon weg: SPÖ – Der Wiener weg. Weg, schon bei einer anderen Partei? Oder soll der Wiener schnell weg? Vielleicht bin ich ja der einzige mit solchen Gedankenspielereien über diesen Slogan. Vielleicht aber auch hat die Agentur, die hinter diesem Spruch steht, einfach die zweite Bedeutung übersehen. Für mich ist die negative Bedeutung jetzt in Gedanken festgefahren. Und geht nicht mehr weg. Der Wiener weg.

Doch wie sang schon Georg Kreisler: „Wie schön wäre Wien ohne Wiener. So schön wie a schlafende Frau. Der Stadtpark wär viel grüner und die Donau endlich blau.“ Mit Bezug auf dieses Wienerlied ist der Slogan der SPÖ ja fast genial.

Danke an C. für den Hinweis auf Herrn Kreisler!

Hört die Signale

1. Mai. Tag der Arbeit. Und der Tag des Mai-Aufmarsches in Wien. Die Genossen gehen auf die Straße, von der kleinsten Bezirksorganisation bis zu den mächtigen Metallern. Von den Kurden bis zu den Simmeringern. „Völker, hört die Signale“ tönt es laut. Und am Rathausplatz winken die Ober-Genossen von der SPÖ. Meinem Eindruck nach war der Platz schon voller – und für die Wien-Wahl im Oktober müssen wohl noch einige überzeugt werden, dass das rote Wien rot bleibt. Weil: Wer kann sich vorstellen, dass Wien blau gefärbt wird? Wenn diese Bastion fällt, fällt die ganze Sozialdemokratie.

Hoch den 1. Mai!

1. Mai. Tag der Arbeit. Tag des tradidionellen Mai-Aufmarschs am Rathausplatz. Aus allen Bezirken ziehen die sozialdemokratischen Züge sternförmig zur Kundgebung. Seit einigen Jahren ist es auch für mich Tradition, dass ich mich unters Volk mische. Einmal bin ich auch mit „meinem“ Bezirkszug aus Penzing mitgewandert auf den Ring.

Heuer war ich dann etwas enttäuscht. Auch wenn die SPÖ von ca. 100.000 Teilnehmern gesprochen hat. So eng ists mir bei weitem nicht vorgekommen. Auch die Stimmung beim Zug der Teilnehmer am Ring war jetzt nicht unbedingt mitreissend in diesen Zeiten, wo viele um ihre Arbeitsplätze bangen und soziale Sprengkraft vorhanden sein müsste.

Da hat wohl der Onkel Hans in der Muthgasse alle Redner ein bisschen zurückgepfiffen. Elegant potschert hat da Bundeskanzler Faymann die Rufe seiner Genossen („Fiona muss zahlen“ auf einem Transparent“) umschifft. Keine neuen Steuern gerade jetzt. Jaja. Und obwohl der große Plakat-Poet H.C. Strache schon den Wahlkampf um Wien eingeläutet hat, war auch Bürgermeister Michael Häupl brav, wenig kämpferisch.

Das allerschlimmste: Der Vortrag des Liedes der Arbeit und der Internationale verhunzt in eine Musical-orchestrale Fassung im Kolonivits-Stil. Liebe Genossen, so wird man die kämpferischen Anhänger wohl eher einschläfern, als mobilisieren.

>>Hier gibts mehr Bilder vom Maiaufmarsch

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Nach dem Maiaufmarsch ist es im gmiatlichen Wien Tradition, dass man in den Prater zum Praterfest fährt. Dieser Tradition gehen wir brav schon jahrelang nach. Picknickend immer am selben Platz gegenüber vom Mexikaner auf der Prater Haupallee.

Und so wird in Wien am Nachmittag und am Abend gesoffen anstatt soziale Kämpfe auszutragen. So ist Österreich. Hat ja damals der Figl auch schon alles im Vorfeld vom Staatsvertrag am Heurigen erledigt. Prost! bzw. Freundschaft!