Schlagwort-Archive: Attwenger

i mog an beda, an bedasü

Attwenger live im Wiener WUK: Die Herren Binder und Falkner haben wieder eindrucksvoll bewiesen, dass der Punk auch vor dem Akkordeon nicht halt macht. Speedlandler, Hip-Hop, Quetschen-Punk, Rock’n’Roll, Drum’n’Accordeon. „Flux“ heißt das neue Album und es ist flux zum Erfolg geworden. Der Opener des Albums – „Shakin My Brain“ – ist jetzt schon ein Klassiker: „ans is ma kloa you are shakin my brain, vo dem brauchma goa ned rehn“. Eindrucksvoll der Zwischenteil der Nummer mit „aint no sunshine wen she’s gone“, um abzuschließen mit dem ruf nach bedasü. Das Publikum im WUK ging bei dieser Nummer ab wie eine Horde Rockabillys – hochgehalten wurden einige pedasü-Sträuße und dann auf die Bühne geschmissen. Was Falkner folgendermaßen kommentierte: „Jetzt werma scho mit bedasü beschossen“. Jawoll meine Herren. Wenn das passiert, hat man es geschafft! Shakin my brain!

Tipp: Flux gibts live auch noch im Flex am nächsten Freitag zu bewundern.

Quetschn-Punk und 30er-Jahre-Balkan-Dixie

Rideontime.at, die ach so wienerisch genannte Jugendplattform der Wiener Linien hat im WUK Geburtstag gefeiert. Und ich überleg mir grad: Wofür gibts diese Plattform eigentlich? Bin dankbar für sachdienliche Hinweise.

Jedenfalls: Party im WUK, bei schönstem Schanigartenwetter und mit Live-Auftritten von Attwenger und Fatima Spar and the Freedom Fries.

Zuerst traten Fatima Spar auf, auf die ich mich besonders gefreut hatte. Damals hatte ich sie im Roten Salon des Volkstheaters gesehen, und dort hatte diese Musik im Stil der 30er-Jahre mit Balkan-Einschlägen genau hingepasst. Diesmal war ich eher enttäuscht. Zu dixieländig waren mir die Bläsersoli, zu verwechselbar der Balkan-Einschlag. Am besten hat mir noch die Stimme von Fatima gefallen – und das verraucht französisch klingende Akkordeon. Und das war wohl der Übergang auf die an diesem Abend bessere Band – auf Attwenger.

Zu Attwenger gibt es ja eigentlich nicht mehr viel zu sagen, ich habs ja schon sehr oft live gesehen. Und jedes mal dasselbe: Bei den Auftritten von Binder und Falkner wird mir immer vor Augen geführt, was man aus der Ziehharmonika rausholen kann. So viel hatte ich damals nicht drauf, als ich von meinen Eltern sanft gezwungen worden war, Akkordeon zu lernen.

Wie immer ein sprechgesanglich hochwertig monotoner Drum and Akkordeon-Event. „Werma schaun, werma sogn.“ Nicht nur monoton, dazwischen auch feurig mit Landler und „I und du und nu a Mau.“

Ein bissl leise ist mir das Akkordeon vorgekommen. Zwei Erklärungsmodelle: Ich bin nach so vielen Konzerten halbtaub. Oder die Wiener Linien schaun auf unsere Jugend und lassen die Regler weiter unten.

attwenger_ok2_artner fatimaspar5_christofzachl