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Jean Michel Jarre – der Mann an der Laser-Harfe

Der Pionier der Elektronik-Musik zu Gast in der Wiener Stadthalle. Seine größten Erfolge „Oxygene“ und „Equinoxe“ sind zwar schon Jahrzehnte her, sein Analog-Synthesizer-Sound groovt aber noch immer. Ein visuelles Schmankerl ist auf jeden Fall die Laser-Harfe, die Jarre ganz lässig mit einem Fußpedal startet. Während der Meister hinter seinen Synthesizern, Reglern, iPads und bizarren Instrumenten werkt, ist ein großes Augenmerk auf die Visuals gerichtet. Eine Laser-Show, die in die 80er-Jahre zurückversetzt und eine riesige Leinwand, wo unter anderem eine dreidimensionale Fahrt über einen Synthesizer-Komplex eingespielt wurde. Klamme Atmosphäre brachten die animierten eingespielten  Equinoxe-„Spechtler“ in den Saal.

Auch seine Symphonie „Rendez-Vous 2“ war im Programm – und beim Abschluss mit „Oxygene IV“ riss es die Zuschauer von den Sitzen. Was sich Jarre ersparen hätte können: Seine beiden Zugaben im Elektronik-Beats-Einheits-Brei. Aber ansonsten: Hut ab vor dem 63-jährigen Meister. Und eine Verneigung vor seinen Mega-Konzerten – er setzte schon früh auf extravagante Shows und große Spielstätten. Ein Beispiel: In  Houston  im Jahr 1986 verfolgten über 1,3 Millionen Menschen sein Konzert. Respekt.

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Tosca wummern in der Kirche

Tosca stellten ihr neues Album „No Hassle“ in der Minoritenkirche vor. Richard Dorfmeister und Rupert Huber holten sich Unterstützung vom VJ Fritz Fitzke.

Und der Auftritt ließ mich ein bisschen ratlos zurück. Einmal gut gelungen: Der Aufführungsort. Ein Elektronik-Konzert in einer Kirche ist doch aufregend. Allerdings: Hier hätte man die Video-Installationen schon etwas ausweiten können und den riesigen Kircheninnenraum ganz bespielen. So hätt ich das auf jeden Fall gemacht: Die gotische Architektur einbeziehen in die Video-Installationen.

Ganz zufrieden mit den Fitzke-Installationen war ich dann auch nicht: Zu Beginn zu zurückhaltend, ab und zu im Stil von Windows 95 (mit Absicht? – das hätte sich für mich jedenfalls nicht erschlossen), manchmal einfach zu eintönig. Aber trotzdem mit einigen sehr guten Ideen.

Nun zur Musik selbst. Dorfmeister und Huber betreiben das Tosca-Projekt ja schon seit 1994 und „No Hassle“ ist dann schon das fünfte Album der beiden. Ich bin ja schon beim dritten ausgestiegen. Der Grund: Die beiden DJs Kruder und Dorfmeister waren meine Heroen, spätestens mit dem grandiosen DJ-Kicks-Album.  Wegweisend auch die K&D Sessions, das Remix-Album der beiden. Das hat mich geprägt.

Tosca war dann die Weiterentwicklung für den Richard Dorfmeister. Für mich war damit allerdings der Zenit der Wiener Elektronik-Schule überschritten. Irgendwie hat sich da seit Mitte der 90er-Jahre nichts mehr weiterentwickelt. Der Wiener Downbeat ist mir irgendwie zu schal geworden – und klingt irgendwie noch immer so wie damals.

Und das hat sich auch bei der CD-Präsentation bestätigt: Im großen und ganzen etwas zu perfekt produziert. Für mich nichts neues. Nur ab und zu prägten schöne Beats den Klangteppich.

Dass Tosca erfolgreich sind, hat sich allein an der Warteschlange vor der Minoritenkirche gezeigt. Die meisten Menschen bekamen keinen Einlass bei den zwei Gratis-Konzerten – es war einfach zu wenig Platz. Der Erfolg hatte sich schon bei den ersten Alben von Tosca manifestiert. Bei vielen Fernseh-Musik-Untermalungen und sogar in Werbespots hörte man plötzlich die Musik von Dorfmeister und Huber. Breitenwirksam. Aber nichts mehr für mich.

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