ethik

Underground-Sex

Sex sells. Neben diversen Unwahrheiten, Übertreibungen und boulevardesken Skurrilitäten setzt auch die Gratiszeitung „Österreich“ immer wieder auf dieses Thema. Diesmal ist die „Österrreich“-Redaktion im Internet fündig geworden: Auf einem YouTube-Video wird ein Pärchen gezeigt, das Sex in der Wiener U-Bahn hat. Für Österreich einen Blattaufmacher wert: „Sex in U-Bahn erregt die Welt.“ Ich will mir gar nicht vorstellen wie erregt die Ö-Redakteure sich das Video reingezogen haben. Den Film hat man auch ungeniert auf das „Österreich“-Portal oe24.at transferiert und wer sich doch nicht traut, dort hinzuklicken, der kann das ganze auch in Form einer Galerie ansehen.

Der Boulevard zieht also wieder einmal alle Register. Obwohl im Artikel vermerkt ist „Das Video lässt tatsächlich fast keine Fragen offen“ wird das Thema ausgeschlachtet. Also holt man den Chef des Erotikmagazins ÖKM, der „den Hype um das Video erklärt“. Und die Spitze des Grotesken ist am Ende des Artikels vermerkt: „Sie waren Zeuge des Vorfalls? Kontaktieren Sie uns unter der Adresse (…)“ – so will man wohl noch einige Nachzieher der Geschichte basteln. Vielleicht das Ganze nachstellen? Oder zeitgleich in allen U-Bahn-Linien Wiens?

Hier ist wohl wieder mal eine Grenze weit überschritten worden. Für die Quote wird alles gemacht („Zehntausende sahen sich inzwischen den Film auf oe24.at an“). Vielleicht waren die beiden U-Bahn-Porno-Stars ja von „Österreich“ engagiert?

„Österreich“-Chef Fellner schreckt einfach vor nichts zurück. Weils eh schon egal ist bei seinem Produkt. Glaubwürdigkeit? Ethik? Qualität? Nicht mit „Österreich“!

 

Ehrlicher Finder

An dieser Stelle hätte ich gerne Bilder vom Ausflug in die wunderschöne Wachau präsentieren wollen. Doch – wir waren diese Woche nicht unbedingt vom Glück verfolgt – die Bilder sind mitsamt der Kamera verloren gegangen, und zwar in Dürnstein.

Nur kurz auf einem Bankerl gesessen neben der Donau im Schatten an diesem sehr heißen Tag – und beim Weggehen hab ich die Kamera liegen gelassen. 10 Minuten später bemerkt, zurückgelaufen. Eine junge Dame saß am Platz, sie meinte, eine Kamera ist gefunden worden, ein älterer Herr hat sie mitgenommen. Versucht, den alten Herrn zu finden. Vergebens. Nachgefragt bei der Touristeninfo. Vergebens.

Doch: Heute angerufen bei der Gemeinde Dürnstein. Keine Kamera abgegeben worden. Aber die Nummer vom Betreiber der Eisdiele gleich neben dem Ort, wo ich die Kamera vergessen hatte haben sie mir gegeben. Und siehe da: Sie ist aufgetaucht. Der Finder hatte sie im Schlosshotel Dürnstein abgegeben, von dort ist sie zur Eisdiele weitergegeben worden.

Mir fällt ein Stein von Herzen, dass es noch ehrliche Finder gibt. Ein Hoch auf den ehrlichen Finder, ein Hoch auf Dürnstein, ein Hoch auf die Wachau.

Und die Ausflugsbilder werden nachgereicht.

Jetzt pinkeln wir unter den Sessel

Fliegen ist jetzt wahrlich kein Luxus mehr. Erst wird das Essen gestrichen, dann werden die Sitzreihen soweit zusammengerückt, dass man sich wie eine Sardine in der Dose vorkommt und jetzt muss man sich auch noch an einer Klofrau vorbeischummeln. Was kommt als nächstes? Pedale, damit Kerosin gespart wird?

Der irische Billigflieger Ryanair erwägt, seinen Passagieren Geld für den Toilettenbesuch abzunehmen. In Zukunft müssten die Reisenden möglicherweise für ihre

Bedürfnisse ein Pfund (1,12 Euro) bezahlen, sagte Airline-Chef Michael O’Leary am Freitag dem britischen Sender BBC. „Wir sehen uns derzeit die Möglichkeit an, einen Geldschlitz an den WC-Türen anzubringen.“

Das Unternehmen prüfe stets, wie die Flugtickets günstig bleiben könnten, erklärte O’Leary. Er glaube, niemand steige in ein Flugzeug ohne mindestens ein Pfund-Stück in der Tasche. Wie das Münzsystem auf Euro umzurechnen wäre, verriet er nicht.

Kritiker hielten Ryanair vor, „ganz tief gesunken“ zu sein. Rochelle Turner vom Verbrauchermagazin „Which? Holiday“ sagte, es würde Ryanair „Recht geschehen“, wenn die Reisenden dann weniger Geld für „überteuerte Getränke an Bord“ ausgeben. Europas größter Billigflieger wird seit langem wegen Extrakosten für Gepäckaufgabe und Service an Bord kritisiert. Der Fluggesellschaft machen – wie anderen Airlines auch – sinkende Erlöse zu schaffen.

Gefunden auf DiePresse.com

Urinator

Das unweigerlich ab und zu notwendige Erleichtern der Blase sorgt ja öfters für Erheiterung wenn man sich die manchmal doch amüsanten Klosprüche an der Wand reinzieht. Relativ wenig amüsiert hat mich allerdings die Pissoir-Gestaltung im Stamperl im 1. Wiener Bezirk. Ich sags gleich, ich hab diesesjene am Foto gemieden, weil ich es ziemlich unappetitlich und höchst obszön find. Vielleicht bin ich ja aber nur zu konservativ. Dem Stammpublikum dürfts ja gefallen. Hat man da doch Fußballtor und Frauenschenkeln auf einmal!

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Friendship-Ticket

Freundschaft ist eine Kategorie, die  nur schwer erklärbar ist. Was eine gute Freundschaft ausmacht, ist in vielen Publikationen und in vielen Gesprächen zwar in einem gewissen Maß erfahrbar, aber nie genau definierbar.

Wieso allerdings bei der Ich-Kann-Nicht-Singen-Aber-Ich-Will-Ein-Star-Werden-Veranstaltung Starmania ein „Friendship-Ticket“ eingeführt ist, lässt mich schon nachdenken. Weil genau die Herangehensweise, demjenigen die Freundschaft zu versprechen, der einem am wenigsten in die Quere kommt, ist schon einmal eine Herangehensweise, die hinterfragbar ist, aber in der neoliberalen Welt vielleicht zieilführend, was mich aber noch mehr zum nachdenken anregt. Auf der anderen Seite entscheiden sich Kandidaten bei der Vergabe des Frienship-Tickets für den Kandidaten, der ihnen dann doch näher steht und denken gar nicht darüber nach, dass die Zuschauer vielleicht doch über die Qualität deren Gesangskunst entschieden haben. Und zwei sind übergeblieben, die die wenigsten Stimmen bekommen haben.

Und wieso denk ich überhaupt darüber nach. Weil dieser Schwachsinn grad im Fernsehen läuft. Ich vergeb mein Frienship-Ticket an meinen Radio.

Das Leben mit dem Strichpunkt

Strichpunkt – so schaut er wirklich aus ; ist ein interessanter Zeitgenosse. Er schließt nicht wirklich ab, er lässt weiteres offen, er kann sich in beide Richtungen wenden, ist nicht Fisch und nicht Fleisch. Der Herr Kollege taucht immer wieder in sämtlichen Leben meiner und deiner und ihrer und eurer Leben auf. Weil warum? Es ist einfach, den Strichpunkt einzusetzen, anstatt den Punkt zu machen. Und es bremst auch nicht viel mehr, als den Beistrich einzusetzen. Ich weiß wovon ich spreche; oder rede; oder schreibe. Der Strichpunkt ist eine wirklich gute Ausdrucksweise für uns alle, die wir uns im Endeffekt doch nicht festlegen wollen. Danke, Strichpunkt.

Die Bild-Zeitung und die Kunst des Titels

Also so einen Bock wie die Bild-Zeitung mit ihrem Titel über den Skifahrer Lanzinger, der ein Bein verloren hat, hat schon lang keiner mehr abgeschossen. Da erinnert man sich an alte Tage mit Täglich Alles: „Klestil, wann gibst du endlich deine Löffler ab?“ oder „Was wurde aus Schweinchen Babe? Schnitzel!“
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