Festival

Sharp Dressed Man

Gimme all your Lovin‘, Sharped Dressed Man, Legs. In the Army now, Whatever You Want, Rockin‘ All Over the World. Texanische Wüsten-Rocker versus englische Rock-Gentlemen. ZZ Top vs. Status Quo. Wiesen. Lovely Days. Perfekte Choreographie. Lange Bärte. Partystimmung. Und teures Bier. Bleibt nur die Frage: Wieso wird das Lovely Days noch immer in der Mehrzahl geschrieben, obwohl das Festival seit langem nurmehr an einem Tag stattfindet? Und eigentlich noch eine zweite Frage: Wie viele Leute kann man noch auf das Gelände in Wiesen schlichten? – das Gedränge war schon fast beängstigend.

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Roboter als Mojito-Mixer

Cocktails selber mixen? Sicher nicht auf der Roboexotica im Wiener Ragnarhof – dem Festival für Cocktailroboter. Dort hat eine Riesen-Maschine, betrieben über eine schwere Kette, Mojitos gemixt. Gleich daneben spielten jeweils zwei Nerds mit Drähten auf dem Kopf „Vier gewinnt“ auf einer riesengroßen Wand. Natürlich gings um Cocktails. Nicht weit entfernt spielte man sich per Doppel-Flipper die Drinks aus. Auch Crepes – mit Alkoholfüllung – wurden von einem Roboter hergestellt. Und mittendrin: Der Lovebot 4000 – der äußerst freundliche Roboter erkennt, wenn sich ein Paar vor ihm küsst – und belohnt sie mit zwei Shots. Funktioniert hervorragend, wurde von uns getestet.

Monochrom ließ inzwischen Menschen ausgelassen auf einer Tanzfläche herumhopsen, die mit Kontakten versehen waren – die Dancingularity. (UPDATE: gehostet wurde das Gehopse von Johannes Grenzfurthner, Erklärung dazu im ersten Posting) Die damit verbundenen Kästchen, die an die Wand projiziert wurden, sahen zwar äußerst innovativ aus. Wie die Tanzenden das ganze beeinflussten, das blieb uns allerdings vollkommen verborgen. Vielleicht hätte die kleine Drohne, die herumflog, Licht ins Dunkel bringen. Aber sie blinkte einfach nur vor sich hin.

Und dann gabs auch noch einen Roboter, der statt einem Kopf einen 80er-Jahre-Computerbildschirm trug und nach jedem Einwerfen von Münzen ganz aufgeregt hüpfte – um dann sogleich einzuschenken. Wären wir Spielverderber, hätten wir vermutet, dass unter diesem Bildschirm ein Mensch steckte. Sind wir aber nicht.

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Gehopse, Gekrabble, Gemeckere, Gemuhe

Das Festival der Tiere auf der Wiener Donauinsel: Viele Vierbeiner, ein Tausendfüßler, Pferde-Vorführungen, Kamelreiten und viel Informationen über Haustierhaltung. Ein Fest, das nicht die Tiere in die Auslage stellte – mit Aunahme des gut gelungenen Schaubauernhofs vom Wiener Cobenzl – sondern ein Fest, das viel Informationen bot für unsere besten Freunde mit Pfoten und Hufen. Einfach nett.

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98 Percent Funky Stuff

„Two Percent Jazz and 98 Percent Funky Stuff!“ – so war es (leider) nicht ganz bei den Nova Jazz & Blues Nights. Allerdings: Funk vom feinsten wurde geboten getreu dem Motto von Maceo Parker. Das ehemalige Bandmitglied von James Brown sorgte mit seinem Altsaxofon und seiner Funk-Truppe auch für den Höhepunkt des Festivals in Wiesen.

Aber auch George Benson sorgte für Gänsehaut – mit seinen Radio-Wien-Hits wie „On Broadway“, das gehört ja zum Klassiker-Repertoire. Auch angestimmt hat er „Nothing gonna change my love for you“, ein Klassiker – wobei nur die wenigsten wissen dass dieser Hit aus der Feder von Benson stammt. Nicht zu vergessen: Er ist ein begnadeter Blues-Gittarist. Sehr fein.

Erstmals seit meinem Kuba-Aufenthalt vor einigen Jahren habe ich auch wieder kubanischen Son zu hören bekommen – ich bin seither kubanischer Musik aus dem Weg gegangen nach dreiwöchiger Guantanamera-Dauerberieselung dort – und natürlich – auch der Buona Vista Social Club hat diesen Hadern im Zugabenblock angeboten. Aber sagens wir mal so: Ich bin versöhnt mit dem kubanischen Son. Sehr beeindruckend beim Auftritt im Burgenland war der Auftritt der 81jährgigen Omara Portuondo aus der Original-Besetzung. Da Wiesen aber nicht Havanna ist, war die Außentemperatur nicht ganz authentisch. Und auch der Mojito schmekckt mit frischen Früchten einfach besser. Oh, kommt da ein bisschen Fernweh auf?

Der erste Tag des Festivals war übrigens vom Gasometer – verlegt von der Wiener Arena in diese No-Go-Veranstaltungshalle. Ein Festival in der Halle mit dem Plattenbau-Charme von Bukarest der 70er-Jahre – wem ist bitte das eingefallen? Musikalisch gab es aber doch kleine Lichtblicke: Die nigerianische Sängerin Nneka mit ihrer eindringlichen Stimme. Zwar weit weg von Funk, aber ganz nah bei Dub, Soul, Reggea und Afrobeat. Und die Headliner des ersten Abends, Jestofunk. Sie wissen schon wie es funktioinert – stampfende Funk-Basslines und ein röhrender Ce Ce Rogers. Alles schon oft gesehen, dem Publikum gefällts aber immer wieder. Obwohl es diesmal so laut war, dass Tinitus für viele wohl vorprogrammiert ist.

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Ich bin ein Kite-Surfer – und ein Podersdorfer

Summeropening und Seaside-Festival in Podersdorf. In wenige Worte zusammengefasst: Windig! Bass-lastig – bin jetzt wohl noch ein bisschen tauber als vorher. Aber das kommt davon, wenn man direkt vor der Soundanlage abhängt und von dort Fotos schießt. Und wofür? Für euch!

Podersdorf ist ja ein ganz eigener Ort am Neusiedler See. Immer wieder Party-Meile. Diesmal mit den besten Kite-Surfern der Welt. Ziemlich spektakular, denen zuzuschauen, wie sie mit ihren Boards in die Luft abheben. Und am Abend mit netten Konzerten im „Sonnendeck“. Die Überraschung des Abends dabei waren wohl „Millions of Dreads“, die mit ihrem Ragga-Sound alles perfekt im Griff hatten. Immer wieder tiefe Bässe aus dem Bauch und für unseren Bauch von Bauchklang. Wobei. Das „Vocal-Groove“-Konzept ist genial, allerdings wirkt es jetzt schön langsam etwas „abgelutscht“, denn – in welche Richtung sollte sich die Band auch entwickeln? Andere Instrumente als ihr Zwerchfell wollen sie ja nicht verwenden. Und dann traten auch noch Texta auf: Oberösterreichischer Hiphop. Tja, ganz nett. Hättiwari – diesmal die Anlage betreffend: Hätt i die Soundanlage besser eingestellt, waratn die Texte zu verstehen gwesen. War leider nicht optimal. Und sonst fragt man sich halt, wieso die jetzt 40-jährigen noch immer so wie vor 15 Jahren über die Bühne hanseln. Schaut jetzt nach viel Kritik aus, im Großen und Ganzen wars aber wirklich fein!

A propos fein: Podersdorf steht für mich immer noch für eines der legendärsten Konzerte von Kurt Ostbahn, ich glaube damals noch mit der Chefpartie. Am nächsten Tag hat Podersdorf ausgesehen wie ein Schlachtfeld, und wir hatten uns alle verloren – damals hatte noch keiner ein Handy. Gefunden haben wir uns alle wieder – beim Dorfwirt. Perfekt. Genauso wie die perfekte Welle heute für die Kite-Surfer.

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Remmidemmi mit Deichkind in Wiesen

Stagediving mit dem Schlauchboot? Richtig geraten – Deichkind sind auf der Bühne gestanden. Gestanden in dem Sinn aber am wenigsten. Die Nordisch-by-Nature-Burschen hatten beim Urban Art Forms in Wiesen eine richtige Gaukler-Hip-Hop-Show vorbereitet. Mit Neon-Kostümen, Hüpfvorrichtungen aller Art und dem Tod. Aber nur als Maske.

„Arbeit nervt“ wurde aus Tausenden Kehlen mitgegrölt und bei „Remmidemmi“ wackelte das Zelt in Wiesen. Hervorragend. Die Hüpfburg zum Stagediven brach aber doch bald in sich zusammen. Die Stimmung dagegen nicht.

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Bilder: (c) Philipp Splechtna

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Kraftwerk beim Urban Art Forms

Regen in Wiesen. Bei einem Festival nichts Neues. Diesmal wird das Urban Art Forms von Starkregen heimgesucht – und man ist froh, dass man nicht unter den Campierenden ist. Neben Erdbeerwein heuer am ersten Tag auf der Bühne: Die legendären Elektro-Pioniere von Kraftwerk. Wer kennt nicht „Das Model“ oder „Wir sind die Roboter“. Allerdings: Diese Rückschau auf die Pionierzeit der elektronischen Musik lässt einen doch schalen Eindruck zurück. Außer beim „Roboter“-Song mit den typischen Kraftwerk-Roboter-Modellen an den vier DJ-Stelen war die Band – zu Beginn mit nach Star Trek anmutenden Uniformen – nicht zu einem Zucker bereit und alle vier verschanzten sich hinter ihren Elektro-Aufbauten.

Dass die Einflüsse der Band in viele Richtungen gingen, sei hier hoch angemerkt. Inmitten der weiterentwickelten elektronischen Szene hatte das ganze aber ein wenig was Verstaubtes. Wie ein Kollege meinte: „Da kann man gleich einen Gameboy an die Anlage hängen.“

>>Hier gibts alle bilder vom UrbanArtForms

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