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Freundschaft im Jahr 2014

Erster Mai. Tag des Maiaufmarsches in Wien. Früher war das der einzige Tag, an dem die Öffentlichen Verkehrsmittel am Vormittag völlig eingestellt waren, weil alle Mitarbeiter der Wiener Linien zum Rathausplatz pilgerten. Das ist lange her. Aber noch immer marschieren Bezirksgruppen und SPÖ-Unterorganisationen sternförmig aus der ganzen Stadt zum Rathaus. Der Platz war schon voller, die Stimmung war schon besser. Aber die Basis wird noch immer hier abgeholt. Und da dürfen auch einige Jugendorganisationen mit kritischen Slogans auf den Platz: „Acht Jahre Scharz-Rot. Weitere Acht und wir sind tot.“ Am Schluß wird aber wie immer die Internationale angestimmt. Und noch immer wird ergriffen mitgesungen. Freundschaft.

Hoch den 1. Mai!

1. Mai. Tag der Arbeit. Tag des tradidionellen Mai-Aufmarschs am Rathausplatz. Aus allen Bezirken ziehen die sozialdemokratischen Züge sternförmig zur Kundgebung. Seit einigen Jahren ist es auch für mich Tradition, dass ich mich unters Volk mische. Einmal bin ich auch mit „meinem“ Bezirkszug aus Penzing mitgewandert auf den Ring.

Heuer war ich dann etwas enttäuscht. Auch wenn die SPÖ von ca. 100.000 Teilnehmern gesprochen hat. So eng ists mir bei weitem nicht vorgekommen. Auch die Stimmung beim Zug der Teilnehmer am Ring war jetzt nicht unbedingt mitreissend in diesen Zeiten, wo viele um ihre Arbeitsplätze bangen und soziale Sprengkraft vorhanden sein müsste.

Da hat wohl der Onkel Hans in der Muthgasse alle Redner ein bisschen zurückgepfiffen. Elegant potschert hat da Bundeskanzler Faymann die Rufe seiner Genossen („Fiona muss zahlen“ auf einem Transparent“) umschifft. Keine neuen Steuern gerade jetzt. Jaja. Und obwohl der große Plakat-Poet H.C. Strache schon den Wahlkampf um Wien eingeläutet hat, war auch Bürgermeister Michael Häupl brav, wenig kämpferisch.

Das allerschlimmste: Der Vortrag des Liedes der Arbeit und der Internationale verhunzt in eine Musical-orchestrale Fassung im Kolonivits-Stil. Liebe Genossen, so wird man die kämpferischen Anhänger wohl eher einschläfern, als mobilisieren.

>>Hier gibts mehr Bilder vom Maiaufmarsch

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Nach dem Maiaufmarsch ist es im gmiatlichen Wien Tradition, dass man in den Prater zum Praterfest fährt. Dieser Tradition gehen wir brav schon jahrelang nach. Picknickend immer am selben Platz gegenüber vom Mexikaner auf der Prater Haupallee.

Und so wird in Wien am Nachmittag und am Abend gesoffen anstatt soziale Kämpfe auszutragen. So ist Österreich. Hat ja damals der Figl auch schon alles im Vorfeld vom Staatsvertrag am Heurigen erledigt. Prost! bzw. Freundschaft!

Aus dem Leben eines manischen Stadt-Erotinators. Kapitel Fünf

Seit einiger Zeit ändert sich mein Befinden.

Das Gefühlsleben kommt zurück. Das schmerzt teilweise. Das kann mich zum Weinen bringen. Aber auch zum Lachen. Ich mag das.

Was ich dabei nicht mag, ist die Unsicherheit, die zurückbleibt, die wieder aufkeimende Angst vor allem Unheil, das passieren kann.

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