Schlagwort-Archive: Installation

Rettet den Wald

FOR FOREST

Ein Wald im Stadion. Was viele für eine Riesen-Schnapsidee gehalten haben ist für mich eine temporäre Kunstintervention, die mich seit Jahren wieder einmal ins Stadion gelockt hat – und ich bin einige Stunden lang geblieben, um der Stille des Waldes zu lauschen.

„Die ungebrochene Anziehungskraft der Natur“ wurde von Klaus Littmann umgesetzt. Vorbild dafür war eine Bleistiftzeichnung von Max Peintner, der wohl nie im Leben damit gerechnet hatte, dass seine auf Papier gebrachte Utopie jemals in die Wirklichkeit umgesetzt wird.

Eine absolut berührende Installation. Von jedem verschiedenen Rang im Stadion tun sich neue Betrachtungsweisen auf. Die rund 300 Bäume formieren einen Wald, der wirkt, als würde er schon Jahrzehnte hier gedeihen. Und die Installation ist so naturnah wie möglich: Mit Lichtung, Waldboden, Farnen und sogar Getier hat sich schon heimisch gemacht. Zumindest flattern viele Vögel zwischen den Bäumen herum. Betreten dürfen die Besucher den Wald nicht. Abrer vielleicht darf man das ja in Zukunft auch nicht mehr da draußen in der Natur.

„Das Projekt versteht sich auch als Mahnmal dafür, dass die Selbstverständlichkeit der Natur eines Tages nur noch in ihr speziell zugewiesenen Gefäßen zu bestaunen sein könnte, wie das bereits heute etwa mit Tieren im Zoo der Fall ist.“

Untitled by Günter Felbermayer on 500px.com
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Installation vom Installateur – Versuch über den stillen Ort

Eine Installation in der Loftcity Brotfabrik. Nebenan wurde im Ostlicht die Foto-Ausstellung von Wim Wenders eröffnet. Nicht ohne sich selbst unter die Menschen zu mischen, und nicht ohne selbst an den DJ-Pult zu entern und seine Klassiker aufzulegen. Vor allem aber präsentierte Wenders seine Bilder – allesamt Plätze ohne Menschen. Wieso, erklärt er in einem Interview mit der „Presse“: „In den Bildern ist es so, wie ich aus leidvoller Erfahrung weiß: Kaum ist jemand im Bild, schaut alle Welt nur noch auf die Person, selbst wenn die klein im Hintergrund steht. Da geht es nur noch um den Menschen, nicht mehr um den Ort, was der erzählt, was man da alles lesen kann, was der alles zu berichten hat.“

Am liebsten mag ich aber Wenders‘ Abhandlung über den Unterschied von Reisenden und Touristen:

Der Reisende hat eine andere Anwesenheit als der Tourist, das Reisen, das Entdecken, die Neugierde sind der Zweck an sich. Der Tourist ist nicht ums Weiterreisen bemüht oder ums Irgendwo-Ankommen. Als Tourist kann ich immer nur kurz ankommen, mich selbst da hinstellen ins Bild, ein ganz verheerendes Phänomen, und dann bin ich schon wieder weg. Als Tourist bin ich ja nie von zu Hause weggekommen, ich bin so schnell wie ich kann wieder zu Hause, um endlich zu sehen, wo ich war.

Mein Installations-Bild beschreibt einen scheinbar leeren Platz, einen Platz der nur von dieser Blickrichtung aus leer ist, der aber wartet auf die Menschen, obwohl nichts darauf hindeutet. Still, ohne Stil.

 

 

Fremdflyern verboten!

Das Museumsquartier in Wien hat in letzter Zeit ja nicht unbedingt viel Geschick an den Tag gelegt mit dem ausgesprochenen Verbot von Fremdgetränke-Mitnahme in den MQ-Hof. Oder doch Geschick? In den Medien war das MQ jedenfalls mehr als präsent, dann gabs sogar eine Demo gegen die neue Hausordnung. Wieder mit großem medialem Aufwand. Und dann entschuldigte sich die MQ-Leitung und zog das ganze zurück. Eigentlich ist da ja doch was von guter Publicity hängen geblieben.

Jetzt hab ich gerade in meinem Fotoarchiv gestöbert – und zu meiner Überraschung hab ich untenstehendes Foto noch immer nicht veröffentlicht. Flyer vom MQ im MQ. Dazwischen das Verbot: „Fremdflyern verboten“. Das hätte doch auch Potenzial: Fremdflyer vereinigt euch! Alle sollen Flyer verteilen können – und in die Flyerboxen einräumen können! Mehr Mut! Wo bleibt der Flashmob fürs Fremdflyern?

Aber jetzt mal ehrlich: Erstens find ich dieses Verbot mehr als skurril. Und zweitens finde ich, dem MQ gebührt ein Orden für diese Wortkreation, die sicher bald in den Sprachgebrauch eingehen wird: „Heast ziag o, sonst fremdflyer i dir ane!“

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Moslemhand in Christenhand!

Plakate stehen derzeit überall herum, weil am 6. Juni die EU-Wahl ist. Und einige „Künstler“ haben diese Plakate wie vor jedem Wahlkampf wieder etwas umgestaltet, beschmiert, überklebt. Ganz besonders gelungen sind dabei die Slogan-Erweiterungen der FPÖ-Plakate. „Abendland in Schlumpfverstand“ hat doch was. Und ist viel origineller als das Original!

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>>Hier gibts noch mehr Plakat-Graffiti

„Obelix-Attentat“ auf Che in Wien!

che Ende April ist die Büste von Che Guevara im Wiener Donaupark geschändet worden. Ja, die gibt es wirklich in Wien, kein Schmäh. Wien ist halt tiefrot. Und so ist im vorigen Jahr zum 41. Todestag die erste Büste des Revolutionärs auf eropäischem Boden enthüllt worden.

Die Rechten dieses Landes – und leider gibt es von denen viel zu viel – haben das ganze mit Häme überschüttet. Deshalb wird auch ein politisch motivierte Tat vermutet: „Das ist ein politischer Vandalenakt gegen das Gedankengut Che Guevaras“, meinte Hans Mikosch von der Österreichisch-Kubanischen Gesellschaft“.

Das Denkmal wird jedenfalls repariert, auch wenn durch das Absageln der Nase 10.000 Euro Schaden entstanden sind.

>>Hier gibts den ganzen Artikel zum Nachlesen

Jetzt erst, einige Tage später meldet sich die ÖVPWien (ja, die gibts noch, aber nur im Mikrokosmos) dazu zu Wort. Und probiert es mit einer OTS-Aussendung im Stil von FPÖ und BZÖ. Als ob diese nicht schon genug peinlich wären. Aber vielleicht will der Herr Walter ja bald Farbe wechseln:

VP-Walter: „Verurteile Obelix-Attentat auf revolutionären Riechkolben“

ÖVP Wien fordert ersatzlose Entfernung der Guevara-Büste

Wien (OTS) – “Die ÖVP Wien verurteilt das feige, hinterhältige, perfide und absolut skrupellose Attentat auf eine völlig wehrlose Nase im Wiener Donaupark nach dem Muster des Obelix-Attentats auf die Sphinx als das, was es ist: nämlich Vandalismus und Sachbeschädigung. Oder vielleicht hat Che sein Standplatz auch nur gestunken. Ein klarer Fall für eine Sonder-Taskforce unter Einbeziehung von Kriminaltechnikern und Hals-NASEN-Ohren-Ärzten. In Zeiten einer wirtschaftlichen Krise könnte man sich von einem Pensionistenvertreter wie Karl Blecha allerdings anderes erwarten, als sich mit revolutionären Riechkolben zu beschäftigen. Wien hat wirklich andere Probleme als die Nase eines kubanischen Revolutionärs. Es ist Blecha unbenommen, in Che Guevara-Bettwäsche zu schlafen. Das ist seine Privatsache. Aber um teures Geld Büsten für Stalinisten aufstellen zu lassen und sich dann zu wundern, dass das nicht nur helle Begeisterung auslöst, ist einigermaßen weltfremd. Die ÖVP Wien hat immer betont, dass es sich bei der Aufstellung dieser Büste um eine Provokation und um einen Schlag ins Gesicht für alle Exilkubaner handelt. Wir fordern daher die ersatzlose Entfernung dieser Büste.” So die Reaktion des Landesgeschäftsführers der ÖVP Wien, Stadtrat Norbert Walter, auf die große Aufregung des SPÖ-Pensionistenchefs bezüglich der abgeschlagenen Nase des Che Guevara. Rückfragehinweis:

ÖVP Wien – Pressestelle

Kübeltäter: „Bruhahaaa!“

Wiener Schmäh auf den Wiener Mistkübeln. Die Stadt hat dazu ein Casting der besten Sprüche ausgerufen, die künftig auf den Kübeln picken sollen. Witzig oder nicht? Auswählen kann man zum Beispiel von „Für Kübeltäter“ über „Ganz Wien bleibt clean“ bis hin zu „Ich bin eine Dreck-Queen“.

>>Hier kann man abstimmen

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Als Reaktion auf diese Aktion hat die FPÖ wieder eine wahre Perle von OTS-Meldung ausgeschickt. Die Textkünstler in der blauen Zentrale werden sich totgelacht haben. Oder ist das eher zum Weinen?

FP-Matiasek: Bruhahaaa – „witzige“ Mistkübelsprüche in den Müll

Sima setzt weiter auf kindischen Aktionismus statt auf Arbeit

Wien, 08-04-09 (OTS) – „SPÖ – samma net sehr super?“, „Sima setzt sich für sich selbst ein“, „Fetzen, Sima setzen!“, wären einige oberlustige Sprüche für die neue Sima-Aktion „Witzige Sprüche für Wiens Mistkübel gesucht“, schlägt die Wiener FPÖ-Umweltsprecherin LAbg. Veronika Matiasek vor. Während grillende Zuwanderer auf der Donauinsel und den Grillplätzen im Wienerwald an jedem schöneren Tag Müllberge hinterlassen und die Umwelt verschmutzen, kümmert sich SPÖ-Umweltstadträtin Sima um die nächsten Zeitungsfotos. Wenn sich Sima endlich um die Umwelt sorgen und nicht nur Werbung in eigener Sache machen würde, wäre der Wiener Bevölkerung sehr geholfen, sagt Matiasek.

Zwitschern im Kopf

Twittern, facebooken, xingen, googeln und vielleicht auch noch ein bissl studivzen.

Daneben bleibt kein Platz mehr frei für andere Tätigkeiten.

Doch. In die beiden, bald drei Blogs sollen auch noch Neuigkeiten gefüttert werden.

Und die Homepage überwacht werden.

Und immer mehr werden Buchstabenreihen publiziert, die sich binär aneinanderreihen und in der ganzen Welt sichtbar gemacht werden.

Buchstabenreihen, die darüberhinaus auch noch eine Bedeutung haben sollen und wollen und dürfen.

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Alles binär.

Das Nazi-Afferl

Die Wahl in Kärnten ist geschlagen. Und die Leute haben ein „Jörg-Haider-Gedächtnis“-Kreuzerl auf dem Stimmzettel hinterlassen. Damit ist sichergstellt, dass Herr Landeshauptmann Dörfler auch noch zukünftig seine Witzchen reissen kann. Und dass man solch kompetente Leute wie Petzner und Scheuch noch länger ertragen muss. Danke, Kärntner!

Am Tag der Wahl hat Web 2.0 den Orangen noch ein Schnippchen geschlagen: Ein Affe mit Hakenkreuz-Binde am linken Arm zum Hitler-Gruss ausgestreckt prangerte am Sonntag Vormittag auf der Startseite der BZÖ-Homepage.

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Liab! Wem dieser Hack wohl eingefallen ist. So schön passend. Und so typisch, wie das BZÖ reagiert hat:

„Wir verurteilen diese undemokratische Vorgangsweise linker Webterroristen auf das Schärfste.“

Liebe „linke Webterroristen“. Gratulation für diese Aktion!

Gefunden auf DiePresse.com und Kleine.at

Wiener Schneemann – von der Kaltfront zur Warmfront

Lang ist der Winter heuer in der Stadt. Es schneit noch Mitte Februar, letztens hat es die ganze Nacht durchgeschneit. Und es waren an die zehn Zentimeter der weissen Pracht auf den Strassen und Gassen – und auf der Dachterrasse. Also, was tun? Sofort einen Flashmob ausrufen. Das Ziel: Schneemann bauen. Wie die kleinen Kinder. Was hat gefehlt? Die Karotte für die Nase. Egal. Ein Pfefferoni hats auch getan. Für die geforderte Schärfe der Aktion.

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Und was kam über Nacht – eine Warmfront. Regen am Morgen, Schnee fast ganz wieder weggeschmolzen. Da war nur mehr sein Pfefferoni scharf und nichts mehr gefroren.

Ich versteck die traurigen Bilder auf der nächsten Seite. Man muss nicht hinklicken. Das erste Opfer der globalen Erwärmung.

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Gefangen hinter virtuellen zerrinnenden Gittern

Peter Kogler im Wiener MUMOK. Das ist ein Pflichtbesuch im Museum. Übrigens nur mehr bis 1. Februar möglich!

Am beindruckendsten: Seine Ameisenstrasse, die sich mit Projektion in einem kleinen Raum floureszierend als temporäres Kunstwerk richtig einbrennt. Und die beiden großen Räume. Der erste Raum mit einem riesigen Spinnennetz. Und darin ein Labyrinth. Und der zweite Raum ist wirklich bombastisch. Eine multimediale Show auf Hunderten Quadratmetern, man steht mitten drin, ein ausgeklügelter Soundteppich wummert zur mutlimedialien Zerstörung eines riesigen Gefängnisses. Gänsehaut garantiert.

Kogler hat seit Beginn der 1980er Jahre die Medien- und Computertechnologie zur Grundlage seiner installativen Werke gemacht und sich damit vom Mainstream der zeitgenössischen neuen wilden Malerei abgesetzt, indem er den Perfektionismus neuer Technologien mit körperlichen und organischen Motiven konfrontiert und verknüpft. Die Ameise, das Gehirn, die Ratte oder die Röhre als einfache Grundmodule sind in ihrer seriellen Vervielfachung dabei zu prägnanten Erkennungsmerkmalen seiner Arbeiten geworden. Das Kunstwerk ist nicht länger nur Objekt an der Wand, sondern Architektur und öffentlicher Raum werden zu Trägern eindrucksvoller raumgreifender Arbeiten: So verwandelt der Künstler Galerien und Museumsräume, aber auch Bahnhofshallen oder öffentliche Plätze in virtuelle Labyrinthe mit teils end- und bodenlosen Raumfluchten, die sich ­ wie in der zentralen Installation der Ausstellung ­  dynamisch zu verändern scheinen und den BesucherInnen eine neue Raumwahrnehmung ermöglichen.

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