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Schneedecken-Blues

Wenn die Autos eine ganz eigene aerodynamische Form bekommen. Wenn sich der Verkehr plötzlich im Schneckentempo bewegt. Wenn die Menschen in dicke Schals gehüllt sind. Wenn das orange Blinklicht der MA soundso durch die Gassen flackert. Wenn sich das ganze langsam in Gatsch verwandelt. Dann ist Schnee in Wien. Das gmiatliche Wien wird noch ein bissl ruhiger und zieht sich unter die Schneedecke zurück. Nur die vielen Auffahrunfälle der sommerbereiften Autos machen Krach. Und die Schneepflüge, die nicht nachkommen mit der Schneeräumung. Denn diesmal hilft ihnen auch das Wetter nicht – Eiseskälte und Schnee. So schön kann die Stadt sein.

Alle haben Sex – und wollen keine Krimi-Kinder

Einen Tag nach den Weihnachtsfeiertagen ist die Welt für „Österreich“ und „Heute“ wieder genauso böse wie vor Weihnachten. Und die Schlagzeilen sind wieder Pulitzer-Preis-verdächtig. Wenn es nach „Österreich“ geht, werden die Straßen in Wien in den nächsten Tagen menschenleer sein, denn: Alle haben Sex. Alle! Und zwar, weil es draussen so kalt ist. Genau. Was sollte man denn auch sonst tun. Bevor einem die Finger abfrieren, hat man ja lieber Sex. Wer nicht? Wie wir alle diese „Tageszeitung“ kennen, wird diese Geschichte sicher noch weitergedreht: Ich warte schon auf den Artikel „Welche Sexspiele am besten gegen die Kälte helfen“ oder „Wer von unserer Redaktion mit wem…“. Zum Erschaudern.

Das zweite der drei Boulevard-Gespenster in Österreich, „Heute“, bringt sich auch gleich nach den Feiertagen in Stellung und macht Stimmung gegen Krimi. Gegen Krimi? Richtig gelesen. Sollte man jetzt keine Krimis mehr lesen? Oder kürzen die „Heute“-Macher einfach das für ihre Leser einfach zu schwer zu begreifende Wort „Kriminalität“ mit „Krimi“ ab? Kann man das Wort des Jahres noch schnell überdenken? Denn die Kreation „Krimi-Kind“ wär doch prädestiniert dafür.

Fragen über Fragen… Diese beiden Blätter werden sie jedenfalls nicht beantworten.